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Nr. 273

vvtrtztsslsch« Ortung, Mar»«rs a. 8. T'twStag, den 23. Rcchemver 1927

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zu wünschen gewesen wäre. Er verlas ferner ein Dankschreiben der Universi.ät für die Geldspende des Bürgervereins zum Jubiläum, bedauerte aber zugleich, daß der Bürgerverein zu den offiziellen Ver­anstaltungen des Jubiläums nicht einge­laden wurde. .Derselbe Vorwurf sei auch der Stadt Marburg zu machen. Her: B<- rufslchul-Direktor Eisel hielt sodann einen Vortrag überDas Berufsschul. wesen unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse". Der Redner verstand er, Enrstehung, Zweck und Ziel« der Berufs­schule in fein zergliederten Ausführungen den Zuhörern nabezubringen. Die neu­zeitliche Entwicklung von Technik, Handel unv Verkehr erfordere von dem Handwer­ker nicht nur vollendete praktische, sondern auch gute kaufmännische und staa.sdüeger- liche Kenntnisie. Demjenigen, der kerne Qualitätsarbeit leistet, drohe dre Arbeits­losigkeit. Ein wichtiges Instrument zur beruflichen Ausbildung seien die Berufs, schulen. Die gewerbliche Berufsschu.e iu Marburg wird von 124ä Schülern besucht, außerdem besteht noch eine kaufmännische Berufsschule mit etwa 250 Schülern. Der Redner forderte Zusammenfassung aller Pflicht-Berufsschulen und Bau eines neuen Berufsschulgebäudes. Tie Gründe zu der letzten Forderung sind ja schon br.i» reichend vor einiger Zeit in »»r-rer Zei­tung dargelegt worden.

Es entwickelte sich eine Aussprache, in der wohl die Notwendigkeit eines Neu­baues erkannt wurde, leider bestehe aber zur Zeit infolge der Kostenfrage wenig Aussicht auf Verwirklichung des Projekts. In seinem Schlußwort betonte Direktor Eise! die Wichtigkeit einer modern ein­gerichteten Berufsschule zur Hebung des hiesigen Handwerks. Ter der Berufsschule gemachte Vorwurf einer Schuld an d.m Rückgang ds hiesigen Töpfergewerbes sei nickt angebracht. Die Aussprache endete liM der Annahme fo.gender Ent: sWießung:

Die städtischen Behörden wollen eine Zusammenfassung sänuttcher Pfttch.be- rufssMlen erstreben, damit die Pflichtbe­rufsschule den neuzeitlichen Forderungen besser nachkommen kann durch Lcistu g- steigerung bei gleichzeitiger Einschrän­kung der Ausgaben. Wir halten es wei­ter für unbedingt notwendig, den schon chronisch gewordenen Raummangel un­serer Schulen durch recht baldige Errich­tung eines Schulhausneubaues für die Pflichtberufsschule zu beseitigen. Bei dem zu errichtenden Neubau ist billiger Weile den weiteren Wünschen des Handwerks auf Ausbau der Schule Rechnung zu tra­gen.

Im weiteren Verlauf der Versammlung kamen di« in letzter Zeit gefaßten Be­

schlüsse des Etadtparlaments zur Sprache. Vorsitzender Erdenberger hielt die Zeitspanne zwischen Einberufung und Ab­haltung der Stadtverordnetensitzung für zu kurz, um dazwischen noch eine Aus, spräche im Bürgerverein zu ermöglichen. Infolgedessen habe man z. D. bei der letz­ten Beigeordnetenwahl zu dem Mittel des Zeitungseingesandts gegriffen. Manche Vorgänge in dieser Angelegenheit hätten eigenartig berührt. Die jetzt geforderte lebenslängliche Anstellung einer Hilfs­kraft sei wohl auch nicht nötig, wo doch in Kurze Aufhebung von Wyhnungs- und Mieteinigungsamt in Aussicht ständen und genügend Kräfte frei würden. Es müsse gespart werden, wo es nur angängig sei. Wenn man aber z. B. wieder von Häuserneubauten und dem Bau einer Bühne im Schloßpark höre, glaube man nicht daran. Herr Lehrer Triesch - mann stellte fest, daß von einer lebens­länglichen Anstellung der geforderten Hilfskraft nicht die Rede gewesen sei. Da­zu erbauende Haus an der Friedrichstraße werde zu denselben Grundsätzen Demi tet, wie die übrigen städtischen Häuser. Der geplante Bühnenbau solle der Hebung des Frmdenverkehrs dienen. Man dürfe nicht eine Politik des Wohlwollens oder Miß­fallens, sondern nur sachliche Politik trei­ben. Bei den Vorgängen anläßlich der Veigeordnetenwahl seien keine persön­lichen, sondern nur sachliche Gründe maß­gebend gewesen. In der weiteren Aus­sprache wurde noch scharf eine Einschrän­kung der Ausgaben der Stadt gefordert. Herr C W. Schneider wandte sich ins­besondere gegen die großen Wohnungs­bauten der Stadt, man solle die Hauszius- steuermittel mehr privaten Baulustigen zur Verfügung stellen und keine Schulden machen, die nachfolgende Geschlechter nicht tragen könnten. Herr A l t h a u s vertei­digte den Häuserbau der Stadt, dadurch sei das hiesige Hauszinssteueraufkommen im Orte aebjieben. - Damit war die Aussprache erledigt und erreichte die Ver« sammlung kurz nach 11 Uhr ihr Ende.

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der Universität bis auf den letztem Platz Gesetzt hatten. Gr machte die jungen Ta« men und Herren auch darauf aufmerksam, daß fie jetzt in ein besonderes Verhältnis zum Staate kämen, der große Mittel auf« wende, um sich aus den ehemaligen ®iu=> tzierenden die Beamten herauszusuchen. Aus diesem Grunde hätten sie auch Per- pssichtungen hem Staate und dem Volk äegenüher, dem sie einmal Führer werden stzUten. Er erläuterte dann den B» grisf der akademischen Freiheit, d'e eben­falls Rechte und Pflichten umfaße und ermahnte, die Würde der deutschen Uni­versitäten durch ihr Benehmen anderen Menschen gegenüber hoch zu halten. Der diesmalig« zahlreiche Besuch zeige, daß Marburg, dar wegen seiner Reize mehr als Lvmmeruniversität gegolten, auch ein« ArdeitSuniversität sei. Ihm schloß sich ein Vertreter der Marburger Studentenschaft an, der ebenfalls Grün und Glückwunsch Mkbot. Er schilderte die Studentenschaft und ihre Ziele und forderte zu reger An, teilnahme und Mitarbeit auf. Nachdem er noch an den VerfassunMampf der Stu­dentenschaft erinnert, hieß er die Studio» renden in der Gemeinschaft der Stuben# tenschaft herzlich willkommen. Die Damen und Herren traten dann an den Rektors kisch heran und nahmen ihre Matrikel in Empfang.

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Lutherische Gemeknde. Es wird noch einmal an dir heute abend um 8 Uhr im Philtppbhaus stattfindende Ge­meindeversammlung erinnert, in der die Stellung der Gemeinde zur Vereinigungs- frage zur Aussprache kommen soll. Zu« tritt haben alfe Glieder der lull,.irischen Gemeinde von 85 Jahren an, soweit sie wahlberechtigt sind.

* Schnee Glatteis U n - glück 0 fälle. Seit gestern früh ist rei­cher Schneefall eingetreten und die scharfe Kälte hat auch für die Straßenglätte, die in unseren bergigen Lagen so unheilvoll werden kann, gesorgt. Auf der Cappeler Straße stürzte gestern eine Frau so un- glüchlich, daß sie einen zweimaligen Bein­bruch erlitt und in die Klinik gebracht werden mutzte. E» fei deshalb an die Streuvfltcht und daran erinnert, daß die SastMichtversicherung bei vorkommenden nfalten auch darnach fragt, wer streu- pfli^ag ist.

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Dienstag, 22. November.

Edangel.--Iuth. Kirchengemeinde: 8 Ahr abends im Philippshaus: Gemeinde­versammlung.

Stadtfäle, 8 Ahr: Aufführungsabsnd der Schule für DewegungsfunstOsberte".

Deuttchnat. Handlungsgehilfen - Derb and: 8 Ahr im Freidhof'schen Saql Porttag Gauvorsteher Auerbach über die Bedeu­tung der AngestellttznversicherungS- wahlen.

Landgrafenhaus, Auditorium 6, abds. 8,30 Ahr: Lichtbildervortrag Pros, Dr. Wirth Das Jahr Gottes und seine Zeichen: heilige Reise".

Zenrrastbeater. Kasernenstraße: 8,15 Ahr: Der Weltkrieg".

A. T., Pilgrimstein: 8,15 Ahr:La Bo- heme",

Lichtspiele, Bahnhofstraße:Der Sohn der Hagar". "

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Marttmm Mmefnela

Gestern abend hielt der Bürgerverein im Fretdhofschen Saale eine Versamm­lung ab, um zu den dringenden kommn- nalpolitischen Kranen Stellung zu neh­men. Vorsitzender Bürovorsteher E r d en­de r g er stellte in seinen Begrüßungswor­ten fest, daß ein besserer Besuch, besonder seitens der Handwerksmeister, infolge der zur Be'ratung stehenden Berufsschülfrage

'Polizeiliches. Vermißt wird seit dem 16. ds. Mts. der stud. jur Wolfgang Dimmrrmann, geb. am 29. Dez. 1902 in Tbthen lAnhr lt). Es wird vermutet, daß er sich ein Leid angetan hat. Beschrei­bung: Etwa 1,60 Meter groß, schmächtige ^mkekblond, gescheiteltes Haar, bartlos. srischeS Gesicht, hohe Sttrn; bekleidet war « mit graubraunem Stoffgummimantel, blauem Iakettanzug, weichem Stehumleg. kragen, Selbstbinder und Schnürschuhen. Am sachdienliche Mitteilung ersucht die Kriminalpolizei in Marburg.

*Stadttheater. In derEgmont- Aufsührung am Donnerstag, den 24. Nov. wird die Titelrolle von Herrn Geffers ge­geben werden. In Hauptrollen sind wei­ter beschäftigt Fräulein Heym (Klärchen) und Fräulein Jüngling lKlärchens Mut­ter). Daneben ist das gesamte Herren- versonal teils in größeren Aufgaben, teils in Episodenrollen tätig. DenAlba" gibt Herr Teleky, denBrackenburg" Herr Hennig, denDramen Herr Schubert und denBansen" Herr Baste. Für die Bolks- szenen ist umfangreiche Comparserie vor- Stsehen, mit der der Intendant schon am ortage der Aufführung Proben abhalten wird. Eine Reihe von Dekorationen wird tzigens für die Vorstellung mitgebracht.

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Tagesordnung : 1.Jahresbericht. S. Kasten­bericht. 3. Vorstandswahl. 4. Erhöhung oerFürsorgesätze. s. lverschiedenralTheater- karten).

Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder dringend erwünscht. 7.-8t

Der Vorstand.

Heute, Dienstag, den 22. Nov.

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Donnerstag den 21. November nam der Vorstellung

vonnodend den 26. November

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