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Montag.

den 21. Nov. 1927

Vie ^Vberhesfische Zeitung" tf sechsmal wöchentlich, ve- ^gsprers monatlich 2 GM. au#- schließt. Zustellungsgebühr, durch y#^ofl2J25 GM.Für etwa infolge Atreiks, Maschtnendefekt« »der ^wrnlarer Ereigntffe ausfallend« Kummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag v. Dr. §. Hitzeroth, der Unid.-Duchdruckerei d. geb. Bug. Koch, Markt 21/28. Fernsprecher: Nr. 64. u. Nr. 56; Postscheckkonto: Amt Frankfurt g, M- Nr. 5016. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und »1,11 Uhr.

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Anzeiger für <Sas früher kurhrssischef Sberheffen - Berkün-isunvsblatt für Sta-t uni Kreis Marburg

Dis EMks der svroyäifchen Armsen

20 Milliomn SOalo« im solchen dervorbereilenben" AbrMlinMnferrnz

London, 20. Nov. Lord Rothbrmere erwidert" heute auf die gestrigen Erklärungen j ! des britischen Kriegen '.nist rs über die Zahl der bewaffneten Streitkräfte der europäi­schen f^ä hte. Er sagte: Ich verstehe nicht, was Dorthin^ton Evans mit seiner Erklärung , meint.

Es eine unbestreitbare Tatsache, daß im Falle eiv"r Kriegs" hung innerhalb r r zehn Tagen Frankreich v ! " t Millionen Mann unter den W a f f en haben würde. Italien dreieinhalb Mill'-nen und die drei Staaten der Kleinen Enterte zweieinhalb Millionen Mann, was »ehn Millionen

Mann ergeben würde.

In met m Artikel habe ich die von Lloyd George genannten Zahlen benutzt, weil ich nicht sen "3u ' k batte, den Eindruck zu ir= p'cken. "'s "r" i* vb»rfre,f''' Tatsächli-' aber Hot Lloyd George die bewaffneten Streit Kräfte, die iw Fo"' eines allgemeinen Krie­ges sofort mobil gemacht werden könnten, ganz f«rhe'- lick» unte lchötzt. Das übrige

Europa kann ohne Schwierigkeit weiter" zehn Millionen ausgebildeter Soldatei, eulstellen, was eine Gesamtsumme von 2 j Millionen Bewaffneter ergeben r>.

SHeMMomsieo und AbrMuMballo

L. rlin, 20. Rov. Sn politischen Kreisen j Berlins g:ßt man im Hinblick auf die bevor-

. gehende Tagung der Abrüstungskommission ' der Befürchtung Ausdruck, daß die eigentliche

Abrüstungsdebatte während dieser Tagung i lu Gunsten der Verhandlungen über das während der Herbsttagung beschlosseiie Licherheitskomitee in den Hinter- Vund gedrängt werden konnte. Es bestehen Anzeichen dafür, daß eine solche Taktik im Interesse der französischen Außenpolitik liegt, die darauf hinarbeitet, die bevorstehende Tagung so kurz zu halten, daß lediglich das kicherheitskomitee eingesetzt und eine sachliche Mrüstungsdcbatte kaum noch zustandekommen dürde. Demgegenüber verweist man hier auf den während der Herbsttagung in Genf von deutsch«! Seite klar zum Ausdruck gekommenen ' ktandpunkt, dah auch nach d"ut'cher Ansicht

Siegen die Behandlung der Siche-heitsfrage nichts einzuwenden fei, daß aber die Ab» nüstungsfrage das A und O aller Verhandlungen zur Sicherung des Friedens fein müsse. Aus diesem Grunde Hat dann auch, wie von gutunterrichteter Seite , derlautet, der deutsche Delegationsführer für me Tlbrüstungsverhandlungen, Graf Bern- £Otff, an den Präsidenten der Dorberesien» ®en Abrüstungskommission London einen Brief g richtet, in dem darauf hingewiesen ^ird, daß auf der bevorstehenden Tagung der Kommission genügend Zeit zu einer fach- uchen Diskussion der ersten Lesung des ^rventionsentwurfes garantiert werden Lendon für 8rtsberaurn*T-' * der Deziehun"

gen zu Rußland?

DerO b s e r v e r, der die nächst- ^öchigen Äbrüstungsverhandlungen in D«nf in Anwesenheit der Vereinigten Staaten und Rußlands als die beöeu-- skndste Aussprache bezeichnet, die jemals der Nachkriegszeit in der AbrüstungS-- P°9e stattfand, erklärt, dah bei dieser Ge- Wnheit auch die in der Guildhall-Rede ^oldwins enthaltenen Andeutungen über dse Politik gegenüber Rußland akut wer- würden. Lord Cushendun werde mit Vertretern Tschitscherins zusammentreffcn. Aenn Moskau, so bemerkt das Blatt, als ^eund nach Genf komme, werde es die Vergangenheit aufgeben müssen. Komme 7 als Geschäftspartner, dann müsse es ^ke geschäftsmäßige Einstellung einneh- ?en. ^r Reichszustand werde folgen, ^n-s jedermann sei sich bei Abbruch der Ziehungen zu Moskau darüber klar ge­wesen, daß dies nur eine zeitlich be -- Mengte Maßnahme gewesen sei.

MiaakaWrk wieset Mm bet Südluvven

Erfolgs der Nankingitrupp.n.

TU. Peking. 20. Nov. Tschiangkai- schek hat, nachdem ihm besondere Vollmach­ten und erheblich« finanzielle Unter, stützung zugeb.üigt worden find, das Ober­kommando über die Südarmee wieder übernommen. Er beabsichtigte sofort eine neue Offensive gegen d esir Nor­den cinzulejten, sowie ferner die kommu­nistischen Umtriebe in Schanghai niederzu- wersen.

Die Nankingtruppen haben als ersten wirklichen Erfolg ihrer Offensive gegen Schantung den Uebergang über den Hwaiho-Fluh bei Fengpn erzwungen. Die Schantungtruppen wurden hinter den Eisenbahnpunkt Hsutschanfu, der gleichzei­tig vom Westen her von den Fengtruppen angegriffen wurde, zurückgeworfen. Zn Schanghai dauern die Arbeiterunruhen an. während in Hankau seit dem Einzug der Nankina-Armee Ruhe und Ordnung herrscht. Wie verlautet, nehmen die Schanghaier Besprechungen der Führer der Kuomintang einen erfolgversprechenden Verlauf.

Nie MKungen ungarischer Wertpapiere

Auch bst Soda SBliimenlhto Mastel

Paris, 19. Rov. Der ungarische Ge­sandte Baron Koranyi, der als erster bei der französischen Regierung eine Klage in der Angelegenheit der fälschlich abgestempelten ungarischen Wertpapiere eingereicht hat, hat heute nachmittag in Begleitung eines Rechts­anwalts beim Untersuchungsrichter borge» gesprochen, seine Klage ausdrücklich bestätigt und von den in der Angelegenheit gesammel­ten Akten Kenntnis genommen.

Paris, 20. Rov. Rach hier eingelaufenen Meldungen handelt es sich bei dem vorgestern in Zürich verhafteten jungen Ungarn um Karl Dlumenstein, dem Sohn des der Fälschung ungarischer Wertpapiere beschuldig­ten Joseph Dlumenstein. Karl Blumenstein erklärte bei seiner Festnahme, sein Vater habe mit der Angelegenheit der Fälschung ungarischer Wenpapiere nichts zu tun. Seine Verhaftung beruhe auf einem Irrtum. Die Verhaftung Karl Blumensteins ist unter der Beschuldigung der Fälschung, der Be­nutzung gefälschter Papiere, der Be­trügereien und der Dechilfe erfolgt. Karl Biumenstein erkläNe, er habe von der ganzen Angelegenheit keine Kenntnis, und erwidersehe s:ch seiner Auslieferung an die französischen Behörden, da es sich um ein politisches Delikt handele, das man ihm zur Last lege. Infolge dieser Haltung Karl

Dlumensteins dürste die Erledigung der Aus» lieferungssormalitäten etwa einen Monat in Anspruch nehmen. Bei der Festnahme wurden bei Karl Biumenstein keine ungarischen Wert» Papiere vorgefunden, sondern nur 100 Dollar und etwas stanzösisches und schweizer Klein­geld.

Rach Dlättermeidungen aus Paris ist im Zusammenhang mit den Anleihesälschungen außerdem Kaufmann Aron Goldowsk i gestern abend noch eine zweite Persönlich­keit aus dem Dlumenstein-Kreis verhaftet worden, über denen Identität jedoch strengstes Stillschweigen gewahrt wird, um den Gang der Untersuchung nicht zu erschweren. Bei der Durchsicht der in dem Besitz Dlumen­steins vorgefundenen Papiere hat man fest­gestellt, daß Dlumenstein gerade int Begriff war, einen zweiten großen Schlag zu führen. Es befinden sich nämlich noch Milliarden von Papierkronen ungarischer Anleihestücke im Umlauf und in den alliierten Ländern haben sich Dere'nigungen von Inhabern dieser fast wertlosen Anleihestücke gebildet, um eine Aufwertung von mindestens 7 Prozent durch­zusetzen. Dlumenstein haste dies erfahren und auf all-n europäischen Plätzen Riesenmengen dieser Papiere aufgelauft

Erweiterung itr kentfch po'rMon Mrteünmsen

Berlin, 20. Nov. Tie deutsch-pol­nischen Besprechungen werden in den nächsten Tagen dieser Woche eine Erweite­rung erfahren. Gestern stütz ist aus War­schau einer der leitenden Beamten des Land- roirtfebaf'. nvr'»enums in ro?rHn eingetroffen, um für die Beratung der Agrarfragen, soweit sie bis jetzt sckon besprochen werden können, als Sachverständiger zur Verfügung zu stehen. Insbesondere ist, wie *"15 Blatt weiter mel­det, zu hoffen, daß es in den nächsten Tagen gelingt, den Vertrag über die Einfuhr P o I n i f dfe n Holzes fertigzustellen. Es handelt sich dabei um die Einfuhr von Schnitt­holz für Bauzwecke. Es ist dies eine Frage, deren schnelle Lösung im Intercast des deut­schen Holzhandels liegt.

Die Beisetzung Joffes.

Moskau, 19. Rov. (WTB.) Die Leiche Joffes wurde heute auf dem Friedhöfe des Klosters Rotvodewitschi beigesetzt. Die Grabrede hielt namens des Zentralkomi-- tees der Kommunistischen Partei der Sow­jetunion, des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion und des Auhenkommis- sariats Tschitscherin, namens des Mos­kauer Komitees der Kommunistischen Par­tei Rjutin. Weitere Grabreden hielten als Freunde des 'Verstorbenen Trotzki, Si- nojew, Kamenew und Rakowski,

M SuvoMa geM inS SesSugiM"

Moskau, 20. Rov. (MTV.) Der Vor­sitzende der Berufsverbände, T o m s k i, hielt auf der Leningrader Parteikonferenz eine Rede, in der er zu der Tätigkeit des politischen Büros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Stellung nahm und sich gegen die 'Behauptung der Oppo­sition wandte, daß es eine Stalin- und eine Führergruppe überhaupt gebe und daß die Mitglieder des Zentralkomitees und des politischen Büros aus Furcht vor Stalin nicht gegen 'seine Anschauung stimmten. Tomski sagte weiter, wenn Woroschilow, Kalinin und ich bei der Beratung des po­litischen Büros gegen den Siebenstunden­tag stimmten, so geschah dies aus anderen Gründen als denen, die die Opposition angibt. Ich lehne jede Gedankengemein­schaft mit der Opposition ab, die nur Stalin diskreditieren und die Parteidiszi­plin stören will, indem sie Stalin und der Partei Despotie vorwerfe. Das politische Büro ist eine Einrichtung, in der jedes Mitglied das Recht auf freie Bewegung hat. Irrtümer können jedem unterlaufen. Auf die von Trotzki, Sinowjew und andern verbreiteten Gerüchte antworten wir:Un­ter der Diktatur des Proletariats können zwei, drei oder vier Parteien bestehen. Aber eine von ihnen wird die Macht haben und die übrigen, die gegen die Par­tei kämpfen, gehören ins Gefängnis.

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Die Neuordnung der Krieg» ovstrorrlorgung

Die im Vordergrund des öffentlichen Inter­esses stehende Neuregelui g der Beamtenbesol­dung ist auch für die Versorgung der Kriegs» beschädigten und Kriegshinterbliebenen ran er­heblicher Bedeutung. Der §87 des Reichsver» forgungsgesetzes (!R. V. ®.) sieht eine Erhöh­ung der Versorgungsgebührnisie vor,deren Ausmaß sich nach den Veränderungen der Be» zöge der Beamten richtet. Bei einer Aende- rung er < mdgehälter der Beamten hat der Neichsarbeitsminister im Einvernehmen mH dem Reichsfinanzminister auch die Grundbe­träge der Versorgungsgel ührnisse entsprechend zu ändern.

Diesen Borsch'-fften entsprechend ist dem Reichstag der Entwurf eines fünften Gesetzes zur Aenderung des R. V. G. zugeleitet wor­den. Der 17. Ausschuß des Reichstages (für Kriegsbeschädigtenfragen hat mit den Be­ratungen de E-twurfs begonnen.

Nach der amtlichen Auszahlung vom Okto­ber 1! "> sind nickt weniger als 771 353 Kriegs­beschädigte und 1 514 130 Kriegshinterbliebene zu versorgen. Der Reichshaushaltsvoranschlag sieht hierfür einen Betrag von 1283 Millionen Reichsmark vor. Nach den Absichten der Re­gierung soll dieser Betrag durch die vorlie­gende Novelle um rund 200 Millionen Reichs­mark erhöht werden. Für diese riesigen Summen eine Deckung zu finden, ohne in eine wirtschaftszerstörenden Steuerpolitik zu verfallen, 'st r'el schwieriger, als es nach den Reden mancher Oppositionsparteien scheinen möchte. >

Die Nöte der Inflationszeit machten es not­wendig, den . w e r b e f ck ä d i a t e n be­sondere Hilfe angedeihen zu lasten. Die 765 000 Kriegsbeschädigten wurden ans der Renten« versorg g ausgeschieden Darüber h'naus morde auch nach der Stabilisierung der Wäh­rung die Besorgung der Schwerbeschädigten und der Krioo-'rbinterbliebenen verbessert und zwar auf äfften der fogenannten .Leick be­schädigten". Nur so gelang es, den schwer­kriegsbeschädigten Familienvätern mit vielen Kindern und den Kriegerwitwen, die für Kin­der zu sorgen hatten sowie den in Not le! en­den Kriegerellern über die Nöte der Zeit einigermaßen hinweg zu helfen.

* Der vorliegende Gesetzentwurf will nun ins­besondere den in der Entwicklung der Ren- tenbezüge zurückgebliebenen Leichtbe­sch ä d ig t e n eine fühlbare Erhöhung brin­gen und zwar stehen diese in den meisten Fällen in f hn und Brot: sie erhalten aber nur die geringen Grundbeträge der Ver­sorgung, da die Z u s a tz r e n t e nur dann ge­zahlt wird, wenn besondere Bedürftigkeit öorliegt. Daß aber dies Kriegsbeschädigten infolge ihres Leidens in »'ner niederen sozia­len Stufe bleiben müssen, erhebliche Nlehrauf- wendungen für Fahrgeld, Wäsche und Ernäh­rung ho'"n, wird viel' ch in der Ocffentlich- keit und auch von den gesunden Arbeit«.- kameraden übersetzen.

Welche Erhöh 'gen der Regierungsentwurf den Kriegsbeschädigten bringen soll, geht aus der nack siebenden Aufstehung her^w, die die Grundrente eines Kriegsbeschädigten dar­stellt in Ortsklasse B mit einfacher Aus- gleichszulage (ungelernte Arbeiter erhalten weniger).

30 v. S.

13.60 R^t

22,25 R.4l

. 40 v. S.

18,15

29,65

50 v. H.

26,70

42.-

60 v. S.

32,15

50.25

70 v. S.

38,75

59,30

80 v. S.

46,25

69.20

90 v. S.

55.75

81,55

Erwerbsunfähig

67,85

93,90

Erwerbsunfähig, schwer. Siechtum

155,70

193,90

Kriegsblinder, ohne Führerhund 141,06

168,90

Zu diesen Rentensätzen tritt für die um 50 v. H. und mehr Eiwerbsbeschränkten, falls fie verheiratet sind, eine Frauenzulage in Höhe von 10 v. H. der ihnen zustehenden Eebürnisse. Ferner wird eine Kinderzulage in Höhe von 20 v. H. für jedes Kind gewährt. 3m Falle der Bedürftigkeit wird den Schwerbeschädigten eine Zusatzrente gewährt. Zurzeit beziehe«