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Von den Blättern der

Ser Aufftnnd in SfltaWen

ft Barcelona, 1. Rov. Primo de Ri­vera erklärte zu den Rachrlchten über em« umstürzlerische Bewegung in Katalonien: An Irr Grenze ereignete sich in den letzten Tagen eine kleine vollkommen bedeutungslose Dorschwvrung. Der spanischen und franzö­sischen Polizei machte es nicht die geringste Mühe, sie zu unterdrücken.

Genf, 31. Okt. Der Generalsekretär des Völkerbundes hat von T s ch i t sch e r i a folgendes Telegramm erhalten:

Nach Empfang der Note des Völker- buadsrates vom 12. Dezember 1925, in welcher die Union der sozialistischen Sowjetrepubliken eingeladen wurde» sich in der vorbereitenden Abrüstungs­kommission vertreten zu lasten, und nach der in dieser Sache gewechselten Korrespondenz, war es der Union der S. S. N. nicht möglich, an der vor­bereitenden Kommission teilzunehmen, weil diese auf schweizerischem Boden einberufen worden war. Da der Zwischen­fall zwischen der Union der S. S.N. und der Schweiz durch das Protokoll vom 14. April gelöst ist, habe ich die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß die Negierung der Union der S. S. N. bereit ist, an der vor­bereitenden Abrüstungskommisfion teil, zunehmen und Sie bittet, ihr gefälligst den Zeitpunkt der nächsten Zusammen­kunft der vorbereitenden Kommission so­wie deren Tagungsort bekannt z« gebe». _

Nach dem ersten Entrüstungssturm über das Erscheinen der italienischen Kriegsschiffe vor Tanger schlägt die Pariser Presse nunmehr einen ruhigeren Ton an. Sauerwein erklärt sogar, datz für Frankreich kein Grund vorliege, die ita­lienischen Wünsche, soweit sie sich auf die internationale Zone von Tanger beziehen, ab­zulehnen. Was die aus Amerika stammen­den Gerüchte über ein M i t t e l m e e r a b- lr o m m e n anbetreffe, aus dem Frankreich an­geblich ausgeschaltet sei, besitze Frankreich alle nötigen Sicherheiten seitens des Foreign Of­fice, daß England ein derartiges Abkommen niemals angestrebt, habe.

Der offiziösePetit P a r i s i e n beur­teilt die Lage skeptischer, ist aber der Ansicht, datz keinerlei offizielle Demarche vorliege, wie die offiziösen Ausführungen derTime s" bestätigten. DasI o u r n a t meint, Frank-

Rußland kommt zur Abrüstungs-Konferenz

Mussolini« ranMk-Smenstrafton

preis monatlich 2 SM. aus- Meßt. Zustellungsgebühr, durch

SMHür etwa infolge iCteeiK, Maschinen defekte oder 5aw»tate* Ereignisse ausfallend« Lummern wird kein Ersatz g«- tztst-t. Verlag b. Dr. §. Hitzeroth, Amck der Untv.-Buchdruck-rei V' g* Ang. Koch, Markt 21/23. ßernsprecher: Rr. 54. u. Nr. 55. Pestscheckkovto: Amt Frankfurt W. Rr. 5015, Sprechzeit

M.Nedaktion von 1011 und v "'»11 Uhr.

Sie BeMno des Washingtonrr IoWnstorvostens

ft Berlin. 1. Nov. Bereits gestern abend meldet dasBert Tageblatt", datz an aussichtsreichster Stelle der Kandi, daten für den Washingtoner Bptschafter, poften der Botschaftsrat in Rom, Gesandter v.Prittnitz undGafsroa stehe. Heute morgen berichten alle Zeit««, gen einstimmig von dieser Kandidatur. Das' Agrement für Len Genannten soll bereits nachgcsucht worden sein. Die end­gültige Entscheidung dürfte noch in dieser Woche fallen. /

Lord Crewe verlätzt Paris?

fk. P a r i s. 1. Nov. Der Londoner Korrespondent desEcho de Paris" er­klärt. die Meldung über den bevorstehen­den Rücktritt des Pariser englischen Bot­schafters Lord Crewe bestätigen zu kön­nen. Lord Crewe werde seinen Posten spätestens int kommenden Frühjahr ver­lassen. lieber die Person seines Nach­folgers sei noch keinerlei Entscheidung ge­troffen, obwohl mehrere Namen genannt würden.

Außenminister Dr. Stresemann erklärt, als er in einer Reichstagsrede am 6. Juni 1924 erklärte:Wir kämpfen in der KriegS- schuldfrage um unser moralisches Recht. Das wir den Krieg verloren haben, an die­ser Tatsache werden wir nicht vvrbei- kommen unb- wir werden auch die Konse­quenzen jederzeit daraus ziehen müssen. Ich habe mich gegen di« Kriegsschuldlüge gewandt, aber ich bin niemals so töricht gewesen, anzunehmen, daß die Ettedigung dieser Frage zugleich die Kriegskostenfrage erledige." Dieser damaligen Erklärung deS Reichsaußenministers hat sich jetzt auch der Reichskanzler angeschlossen, und nach die­sen Erklärungen wird man auch im Aus­

«Mehr der Mannschaft der .Mafalda"

fk. R o m. 1. Nov. Nach einer Meldung derAgenzia Stefani" aus Rio de Za- neiro schiffen sich die Ueberlebenden der Mannschaft des untergegangenen Dampfer» Mafalda" an Bord des DampfersConte Verde" ein, um nach Italien zurü^l- fahren. Bei der Abfahrt wurde ihnen von der Volksmenge eine Sympathiekund­gebung bereitet. Vertreter der brasiiliani- fchen Behörden entboten der italienische» Mannschaft ebenfalls ihre Grüße. Der italienische Botschafter hielt eine Rede, in der er die Haltung der Mannschaft rühmte. Der hier eingetroffene DampferPrincipe Udine" warf an der Stelle wo der DampferMafalda" untergegängen war. einen Lvu» Lus Meer. .

Sie Aimnkataftllvhd in England

London, 31. Okt. Die Zahl der Todes, opfer bei dem verheerenden Sturm, der in der Sonnabendnacht über England hinwegging, wird nunmehr mit etwa 70 angegeben. Am heftigsten wütete der Sturm an der Westküste Englands, wo allein 38 Schiffer ums Leben kamen. In Heytsham wurden durch den Sturm auf dem Friedhof viele Särge und Skelette freigelegt. Der Gesamtschaden ist außerordentlich groß und noch nicht zu schätzen

reich habe kein Recht, sich über die italienischen Wünsche aufzuregen, da Tanger inter­national sei, vorausgesetzt, daß die herr­schende Stellung Frankreichs in Marokko nicht geschwächt werde. DerA v e n i r" Millerands sieht den einzigen Ausweg, zu dem sich der Quai d'Orsay trotz seines Wi­derwillens werde entscheiden müssen, in direk­ten Verhandlungen.

Bei einer großen Truppenschau hielt Mus- s o l i n i vor Abteilungen aller bewaffneten Kräfte des Landes und einer ungeheuren Menge folgende Ansprache: .Offiziere, Sol­daten, Seeleute, Flieger und Schwarzhemden, ich möchte euch meine größte Freude und lebhaftes Lob für die glänzende Schau aus- fprechen Ihr machtet den Eindruck von Veteranen. Der 5. Jahrestag der faschstifchen Revolution könne keine würdigere und feier­lichere Weihe erhalten wie diese Derfammlung des bewaffneten Volkes. Die Versammlung, die sämtliche bewaffnete Kräfte des Landes in einer Atmosphäre von glühendem Kameradschaftsgeist, in bedingungsloser Einig­keit vereint sieht, könnte nicht anders sein, weil,, wenn auch die Tätigkeit eines jeden ver­schieden ist, die Treue, die Liebe zum Vater­land und der Wille, das italienische Volk groß zu machen, allgemein ist. (Tosender Beifall.) Wir alle sind Soldaten, die geschworeit haben, eine unerschütterliche Treue für die geheiligte Majestät des Königs zu bewahren. (Lebhafter Beifall.) Wir sind entschlossen, unsere Revolution, was es auch kosten mag, im Lande und die Rechte Italiens in der Welt zu verteidigen (An­dauernde Ovationen) Das beginnende sechste 2ahr widerlegt die lächerlichen Schwäher, die voraussehen wollten, daß unser Regierungs- shstem nicht von langer Dauer sein würde. Wir haben ein ganzes Jahr­hundert vor uns und Misere entwaffneten und überall zerstreuten Feinde verdienen nur unser Mitleid und Verachtung.

Schwarzhemden! 3<f> gab euch bereits die Parole mit voller Hingabe treu die Ordnung zu erhalten, ich irre mich nicht, wenn ich mich auf eure Herzen, auf eure Soldatentreue und euren stillen vollen Gehorsam verlasse. Offi­ziere, Soldaten von Vittorio Deneto, See­leute. Flieger, Schwarzhemden! Machen wir unser Vaterland groß durch unsere Mühe, unsere Opfer und unsere Arbeit! Wem ge- rt dieses Italien? Die gewaltige Masse der Soldaten, Legionäre und Faschisten antwortete mit einem ungeheuren Schrei: .Es gehört uns!"

r Watftafl, Mni.toe.1927 <

moralische Rehabilitation des deutschen Boltes den begonnenen Weg weiterzu­schreiten.

Sns EtsenbchnungM in Stallen

7 Tote und 106 Verletzte.

Mailand, 31. Okt. Bei dem Eisenbahn­unglück, das sich am Sonntag auf der Eisen» bahnlnie BertLocorotondo ereignete, wur­den im ganzen 7 Personen getötet und 106 mehr oder weniger schwer verletzt. 80 Verletzte mutzten ins Krankenhaus gebracht werden.

Auf der Fahrt zur faschistischen Jahresfeier in Potanza stürzte ein mit Faschisten aus der Provinz besetzter Lastkraftwagen infolge Ver­sagens der Steuerung einen Abhang hinunter. Vier Personen wurden getötet und mehrere andere schwer verletzt.

land begreifen müssen, daß Deutschland und keine deutsche Reichsregierung jemals darauf verzichten kann, im Kampf um die

... Rechten befaßt

sich vor allen Dingen dieDeutsche Tages- zeftung" eingehend mit der Marr-Rede und meint, daß der Kanzler wohl" keine Wahlrede habe halten wollen. Der all­gemeine Eindruck der Rede sek, daß sie angenehm berühre durch ihre ruhige Objektivität, tote durch ihre Loyalität gegen­über den Koalitionsparteien, doch habe der Kanzler vielleicht ettoaS zu stark dem Bedürfnis nach Entgegen­kommen gegen b ie S ozialdemo- Itatie Rechnung getragen. Gerade wenn ^er als^Richtlinie reiner Martei.in Anlüruck

nehmekeinen Volksteil, der guten Willens ist", von der Arbeit für den Staat aus- zuschließen, bann könne dafür der große Kreis der Anhänger der Rechten nicht nur in Betracht kommen, wenn alle Stricke zur Linken rissen. Marx werde sich sagen müssen, daß

die Positive Leistung rechts umfang­reicher «u» sehr viel leichter zu finden sei als auf der Linken.

Es scheine ein Gebot realpolitischer Klug­heit, zu sein, datz diese Tatsache sich auch in seiner koalitionspolitischen Würdigung durchsetzt gegenüber gewissen Stimmungen, die ausschlietzlich in der Vergangenheit wurzeln.

. .Die,D, A. -3. schließt ihre Stellungnahme: Die Kanzlerrebe ist ein wichtiges politisches Dokument. Möge sie nicht nur int Zentrum, sondern auch in den anderen Parteien, die der heutigen Reichsregierung nahestehen, als Signal verstanden werden: Getrennt mar­schieren, vereint schlagen. Die .Germania" besaht sich vor allem mit den Ausführungen des Kanzlers über die Kriegsfchuldfrage und lagt: Jeder vernünftige Deutsche ist mit dem Keichskanzler darin einig, daß wir in der KriesMchnldfrage .lediglich vom Stand­punkte der Moral und der Ehre aus" kämpfen wollen. Wir stehen auf diesem Standpunkt, nicht etwa, weil wir die gewaltigen nationalen und materiellen Opfer, die der Vertrag von Versailles dem deutschen Volke auferlegt hat, als gerecht anerkennen würden, nicht weil uns die schweren Saften auf bie Dauer |ate tragbar erscheinen, sondern well wir

für unter unserer Würde erachten, den Kaprpf um unsere Ehre mit materiellen x' <9prtie&una Bebe Seite U

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Set WWkamos beginnt

Die Rede, die Reichskanzler Marx in seiner Eigenschaft als Führer des Zen­trums auf einer Zentrumstagung in Essen gehalten hat, hat, wie das vielstimmige Scho in der gesamten Presse zeigt, größte Beachtung in allen politischen Lagern ge- tmden. Das war zu erwarten, denn es ist seit langer Zeit das erste Mal wieder zetvesen, daß der Kanzler an die Oeffent- kchkeit getreten ist. um über die gesamte Neichspolitik. für die er verantwortlich ist. Lechenschaft abzulegen. Dr. Marx hat in umfassender Weise zu den schwebenden Fragen und den bevorstehenden großen politischen Entscheidungen Stellung ge­nommen.

Es wird behauptet, daß er mit dieser Lede die Grundsätze sestlegen wollte, mit denen das Zentrum in den Wahlkampf des Nächsten Jahres ziehen wird. Richtig ist, baß auch in dieser Kanzlerrede die kom­menden Wahlen ihre großen Schatten vor- mlSgeworfen haben. Rach der Rede des Kanzlers kann es keinem Zweifel mehr mterliegen, das das Zentrum den Wahl- lampf selbständig, ohne Bindung an ir- end eine andere Parteigruppe, führen will. Wan vermutet, daß die diesbezüglichen krklärungen des Kanzlers an die Adresse oerer gerichtet waren, die sich bemühen, die zesamten bürgerlichen Parteien unter einer gemeinfamen Wahlparole gegen die So- ialdemokratie zu einigen. Diesen Destre- «ngen hat der Führer des Zentrums eine «zweideutige Absage erteilt. Das war zu tourten. Denn an einem Kampf gegen die Sozialdemokratie kann sich das Zen- ftum schon deshalb bei den Wahlen schlecht beteiligen, weil es in verschiedenen Länder- «gierungen, z. B. in Preußen, zusammen üt ihr in der Regierung sitzt. Aber auch >enn das nicht der Fall wäre, würde das ientrum sich an einer bürgerlichen Block- ildung bestimmt kaum beteiligen. Das tntrum hat sich bisher noch niemals bei kahlen im Voraus festgelegt. Diese Ge- s logenheit jetzt aufzugeben, liegt für das i kntrum umso weniger ein Anlaß vor, als er Ausgang der kommenden Wahlen aufs öchste ungewiß, auf keinen Fall aber hon heute sicher ist.

Denn der Kanzler in seinem großen stwse über die politische Lage die Fra- w der Außenpolitik verhältnismäßig kurz ; Handelt hat, so hat das darin feinen tonb, daß im Augenblick und bestimmt ] 'ch in den nächsten Monaten innerpo- ische Sorgen uns ganz besonders be­engen. Der Kurs der Außenpolitik liegt ü Jahren fest. Auch die jetzige Regie- Uigskoalition hat die außenpolitische Linie r letzten Jahre unverändert weiterge- »tt. Auf Detailfragen der Außenpolitik Dr. Marx infolgedessen auch nicht ein- Sangen. Hm so wichtiger ist es, daß er ch diese Gelegenheit nicht vorübergehen tz. ohne nochmals die Kriegsschuldfrage berühren. Damit hat er die Dehaup-- j 89 wirkungsvoll widerlegt, daß die eichsregierung durch das ablehnende Echo r Tannenberg-Rede Hindenburgs einge- Hchtert, sich damit abgefunden habe, den ^lpf gegen die Kriegsschuldlüge vorerst i M fortzusetzen. Die Rede des Kanz- ts diente hier einer Klarstellung. Seit 8 Tannenberg-Rede Hindenburgs ist der- ®l9e Teil des Auslandes, der eine vbjek- 68 Klärung der Kriegsschuldfrage aus ^chsichtigen Gründen nicht wünscht, un­besetzt bemüht, die in vollem Gang be­gliche internationale Diskussion über die iggsschuldfrage abzudrosseln. Man geht

der Behauptung hausieren, Deutsch- Zwolle nur die Beseitigung des berüch-

Kriegsschuldparagraphen, um da- eine Revision des ganzen Versailler ^ages zu erreichen und um sich seinen ^Wichtungen zu entziehen. Dieser Auf- lwig ist her Kanzler entgegengetreten. ^ betonte, daß der Kampf, den Deutsch- in der Kriegsschuld frage führe, ein Mger und moralischer sei, und kein tak- pfs Mittel, um sich irgendwelchen Ver­datungen materieller Art zu entziehen.