Anzeiger für (das früher kurhefsischv) Oberhessen - Berkünöigungsblatt für Stadt und Kreis Marburs
aus
Brüssel berichtet, hatte ein Vertreter des
Brüsseler „6oir“ eine
Anterredung
mit
Parlament verhaften zu
«»er läßt, nrie man diesen giottenbejucS. « .charakterisieren hat: „Der Besuch eines
29. Oktober. Die Agentur bezeichnet die Meldungen die von blutigen Kämpfen,
Katalonien.
Wie chavas
to.25562.Mre. Mmburg n.Mn
ten Rede im lassen.
Bukarest. Orient Radio einiger Blätter,
Stontag, 31. Skt. 1927
Die Bewegung in
Paris, 29. Olt.
Robert Macia, der ihm erklärte, daß die Katalanen nicht nachgeben würden. Italien sei an den Unternehmungen entgegen verschiedenen Behauptungen nicht beteiligt. Die Äotalanen hätten lediglich Beziehungen zu den Organisationen in Katalonien selbst und zu ihren Freunden in Amerika. Wir werden, so schloß Macia, weder hier noch in Frankreich etwas unternehmen, aber ich sehe den großen Schlag für einen nicht allzu fernen Zeitpunkt voraus.
gfr ^»«besftsche Zeitung* » sechsmal wöchentlich. De- ^prtio monallich 2 <598. «#• §jeßl. Zustellungsgebübn. durch
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sammenstöße an der Grenze, die Garibaldt- Affäre), abgesehen von einigen Entgleisungen in den bekannten Mussolink-Reden, trugen zum mindesten keinen offiziösen Charakter. So konnten sie auch derhält- nismätzig rasch beigelegt werden. Die Florten-Demoi^tration Mussolinis in Tanger aber ist eine offizielle italienische „Ermahnung" in erster Linie an Paris. Diese „Ermahnung" erfolgte in einer Form, die unbedingt einen Schritt der französischen Regierung veranlassen wird. Wenn man auch geneigt ist, zu glauben,, daß auch dieser letzte italienische Tanger-Zwischenfall nicht zu schwerwiegenden, den Frieden Europas beeinträchtigenden Komplikationen führen wird, so täuscht das doch nichtdarüber hinweg, daß die letzte Tat Mussolinis die innere Spannung zwischen den beiden Völkern wesentlich verschärft hat.
Dasadier Parteivorfitzender der französischen Radikale«.
Paris, 29. Oft. Der Kongreß der Radikalen hat den Abgeordneten Daladier zum - Vorsitzenden der Partei gewäbd.
Dieser Tage war in der Presse davon ditz Rede, daß dem Reichsfinanzminister ein besonderer Kommissar zur Seite gestellt werden soll, der die Verhandlungen mit dem Reparationsagenten zu. führen hätte. Inzwischen ist die Meldung in Lieser Form abgestritten, aber gesagt worden, daß ein Plan erwogen würde, um ein« Zentral« stelle einzurichten, in welcher die Reparationsfragen behandelt würden. Auch das ist in dieser Form, wie wir feststcllen können, nicht richttg. Jedenfalls handelt es sich um keine Instanz außerhalb des Finanzministeriums. Mit Rücksicht auf die zunehmenden Aufgaben, die in der Re- parationSftage gerade für das nächste, erste Rormal-DaweS-Iahr erwachsen, wird in» nerhalö des Finanzministeriums eine eigene Instanz geschaffen, die unter dem Vorsitz des ReichSftnanzministers und unter Hinzuziehung von Berttetern aus anderen zuständigen Ministerien diese Dinge nach» einheitlichen Gesichtspunkten bearbeitet
lesens. Ebenso wurden keine außerordentlichen Maßnahmen ergriffen. Die Gerichtsverhandlung , gegen Manoislescus findet nächste Woche statt.
zahlreichen Verhaftungen sowie militärischen Maßnahmen berichten, als gänzlich erfunden. Im ganzen Lande herrsche vollkommene Ruhe, kein Zwischenfall habe sich ereignet. Auch wurde keine Verhaftung vorgenommen außer derjenigen ManoiS-
toMlmWat auf kn
MWnten Kondmitl»
ft Athen, 31. Okt. Auf Den Präfi. bettle« Kattduriotis wurde, als et «ach Eröffnung einer Bürgermeisters«» Versammlung im Rathause seinen Kraftwagen bestieg, durch einen jungen Mann ein Revolveranschlag verübt Der Präfident wurde, da die Kugel zuerst fi« Fenster des Kraftwagens traf, an bet Stirn leicht verletzt. Die Volksmenge wollte ben jungen Mann, als er verhaftet würbe, lynchen.
fk. P a r i s. 31. Okt. Nach einer Meldung aus Athen mußte sich Präsident Kondurr- otis kurz nach dem Attentat einer leichten Operation unterziehen. Später empfing er die Mitglieder der Regierung, sowie mehrere Pressevertreter, denen er erklärte, daß er seine Angreifer nicht kenne und auch über die Beweggründe des Täters nichts wisse.
RaMlmn Sardrn t
ff. Montana Vermala (Schweiz), 3L Okt. Marimilian Harden ist gestern Abend plötzlichgestorben.
Der plötzliche Tod Marimilian Hardens ist nach einer Meldung der Schweizerischen Depeschen-Agentur auf einen Anfall von Bronchitis zurückzuführen.
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London, 29. Okt. Der schwere Sturm, der in der vergangenen Rächt das ganze Gebiet der Aord» und Ostsee heimsuchte, hat in England 21 Todesopfer gefordert. Zahlreiche Verlesungen Xtrl, tTnochrabrüche werden gemeldet.
Der Sturm deckte zahlreiche Dächer ab, ritz Kamine und Fabrikschornsteine um und entwurzelte starke Bäume. In zahllosen Fällen war der Telegraphen- und Telefonverkehr unterbrochen. Der Orkan war stellenweise von schweren Sturmfluten begleitet. In Lancaster trat der Flutz Lune über die Ufer und setzte große Teile eines in der Nähe gelegenen Sanatoriums unter Wasser. Die Patienten konnten nur mit Hilfe von Polizeimannschaften aus ihrer bedrohlichen Lage gerettet werden. Drei Kranke sind ertrunken. In Blackpool stürzten vier Wasserbehälter der Elektrizitätszen- trale zusammen, sodatz die Stadt im Dunkeln lag. Auch in'London selbst wurde bedeutender Schaden angerichtet. An einer Stelle stürzte ein 50 Meter hoher Kran im Gewicht von 100 Tonnen zusammen. Die Windstärke schwankte nach einem Bericht des Luftfahrtministeriums zwischen 75 und 85 Meilen pro Stunde.
fk. London, 31. Okt. Dem großen Sturm, der England. Wales und Irland Ende vergangene Woche heimgesucht hat. sind nach den letzten Nachrichten über 60 Personen zum Opfer gefallen. Außerdem hat der Sturm die Telegraphen- und Telephon- leitungeu im ganzen Lande in Mitleidenschaft gezogen.
Sir 8e$t in Rumänien
Wie aus Bukarest gemeldet wird, nimmt die Affäre des Staatssekretärs Wanoilescu immer größeren Umfang an. Gestern wurde Oberst Teodorescu vom Seneralstabs- chef nach einem Verhör und einer in seiner Wohnung vorgenommenen Hausftichung verhaftet. Der gewesene Prüfest in Jassy. A k s i j« n t, ein Anhänger des Generals Averefcn, wurde ebenfalls verhaftet. Gerüchtweise verlautet, daß Bratianu beab- sichttge, den Führer der Rationalen Bauernpartei, Manin, wegen seiner letz-
tone MvlläMsrn mit Barker Mberi
Berlin. 30. Okt. Zm Laufe des gestrige« Tages hat. wie die Blätter berichten, zwischen dem Reparationsagenten Parker Gilbert, Reichsminister des Aeußern Dr. Strefemanm «nb bem Reichsfinanzminister Dr. Köhler eine Unterrebung im Reichsfinanzministerium ftattgefunben. bie sich mit bem kürzlich überreichten Memoranbum bes Re, parationsagenten befaßte. Wan» bie Beratungen mit Parker Gilbert zum Abschluß kommen werben, steht noch nicht fest, doch ist anzunehmen, baß man bi« nächster Woche zu einem abschließende« Ergebnis gelangt sein wirb. Alsdann wirb eine Sitzung des Reichskabinetts stattfinden, in der man sich erneut mit bem Memorandum Parker Gilberts befasse« und die Antwort der Reichsregierung feste lene« wird.
Keine deutschen Postsachen mit bet Principesfa Mafalda verloren.
In dem im Sommer herauSgegebenen Dampj erfahr plan bei Rav^aglone Der.erale Italiana war die Principesfa Mafalda zwar >mit ihrem richtigen Abfahrtstage (11. Oktober) aufgeführt. Die monatliche Mitteilung der Pvstdirestion in Genua an an das Reichspostministerium über Fahrplanänderungen enthielt aber am 19..September die (irrige!) Angabe, daß sowohl der „Evnte Derbe" als auch die „Prmci- pessa Mafalda" Genua am 6. Oktober verlassen würden. So kam es. Daß die „Pt. Mafalda", die, wenn alles richtig gegangen wäre, 100—120 deutsche Post- ' beutel, nämlich die in 21/1 bis 3 Tagen auf- gelieferte Driefpost nach Mittel- und Südbrasilien. Argenttnien, Paraguay, Aruguay und Chile, befördert hätte, aus Deutschland nur wenige Sendungen an Bord hatte, deren Absender die Beförderung „Pr. Mafalda" ausdrücklich durch Leitvermerk vorgeschrieben hatten. Ihre Zahl kann auch schätzungsweise nicht angegeben werden, da sie einzeln und auf den verschiedensten Wegen an die italienische Post ausgeliefert worden sind. In diesem Fall hat also das Versehen eines kleinen Tippfräuleins in Genua die deutsche Kaufmannschaft vor einem Schaden bewahrt, dessen Umfang gar nicht abzusehen gewesen wäre.
Schwerer Srkan über England
lieber eo Sott, schwerer Sachschaden
Badenischen Geschwaders ist eine Ermah- ?»NiZ zu dem Zeitpunkt, an dem neue Ver- ’Onbi'ungen zwischen Frankreich und Spa- über Tanger eröffnet worden sind, die italienische Regierung nach wie das gegenwärtige Statut für Tanger
nicht anzuerkennen vermag und kein lieber» einkommen anerkennen wird, daß zustanide- kommen sollte ohne Italiens Mitwirkung." Das ist wirklich sehr deutlich gesprochen. Denn nach dem Wortliaut der ibalienkschen Auslassung ist der FlvttenDesuch in Tanger „eine Ermahnung", also, um sich de» Begriffsausdrucks der diplomatischen Sprache zu bedienen, eine Flottem-Demonstratton. Gegen wen diese Demonstration gerichtet ist, Bit#! klar auf der Hand. Man kann eS daher der französischen Presse nicht verübeln, wenn ste diesen Vorstoß Musso- LiniS als einen „unfreundlichen Akt" gegen Paris auffaßt und versucht, dem italienischen Keil anderthalben draufzusetzen. ES gab in den letzten Jahren wiederholte Vorkommnisse, die das Verhältnis Jta- BienS zu Frankreich ins richtige Licht setzten. Ader diese Vorkommnisse (die Zu-
AalienWt WtenbtmonMfon bot Sanger
eine deutliche Unnbgebtms RuMais gegen Frankreich
ergangenen Wochen schon ahnen. Daß kr aber mit einem so gewaltigen Schlag usholen würde, hatte man nicht erwartet, -ie Entsendung der drei italienischen kriegSschiffe nach Tanger war schon seit ungern beschlossene Tatsache, die Welt Ntßte von diesem italienischen Vorhaben inb glaubte nicht, sich darüber besondere ] lopfschmerzen machen zu müssen. Warum Een auch nicht italienische Kriegsschiffe inmal der Hafenstadt Tanger einen Besuch 1 bstatten? Flottenbesuche sind bei allen «ttionen gang und gäbe, sie können nie= •O als Demonstrationen gewertet werden, wenn das Programm dieser Besuche ich in den üblichen Formen der diploma- ü'chen Gepflogenheiten hält. Insofern be- Ehrre der Entschluß RomS, einige Kriegs- 4iffe nach Tanger zu entsenden, schon von vrnherein etwas eigenartig, als dieser »such genau mit dem Jahrestage der ömischen Faschisien-Feier zusammensieS, in Mitglied des königlichen Hauses sich an Borb des Flaggenschiffes befanid, und im s tttigen die etwas aus dem Nahmen faltende große Einweihungsfeier einer italienischen Wohlfahrtseinrichtung in Tan- > Itr vorgesehen war. In dem Zusammen» Neffen dieser drei Tatsachen lag eine go- disse Msicht, die man überall verstand, ’i< sicherlich auch in Paris besonders peiu- f-ch berührte, die aber nichts destoweniger «inen Ansatz bot. eine besondere Aufre- 1 Snng in den an dem Tanger-Statut ine 3 ^sfierten Völkern hervorzurufen. Hätte ”u‘io3ini es bei diesem „Programm" be= •?!fen, so wäre d-ie Weltöffentlichkeit um I g«e Sensation ärmer gewesen. Ader der vuce ersparte uns nicht die Sensatton.'
Das Brüskierende, Provozierende, Demonstrierende dieses italienischen FlotteiN- sfiuches in Tanger Liegt nicht in der Aw- j ftsenheit der drei italienischen Kriegs- chifse, sondern in der amtlichen italieni- ®>en Erklärung, die keinen Zweifel dar-
Paris, 30. Okt. Das Oeuvre gibt Aeuße- nmflen einer autorisierten Persönlichkeit der ftanzösischen Diplomatie zum Besuch des italienischen Geschwaders in Tanger wieder. Sie theatralische Geste der römischen Regierung, so heißt es in dieser Erklärung, nichts an der von Frankreich in der Lmgerfrage eingenommenen Haltung ändern. Sie französisch-spanischen Beran dlun gen werden Mitte Rovember durch Vermittlung der Botschafter wieder auf« 5 gemmtmen. Frankreich wünscht eine An- xicichung seines Standpunttes an den spanischen. bevor die Verhandlungen auf Italien s tzird England ausgedehnt werden. Wenn 1 ter von Spanien gestellte Antrag auf Re- 3 Man des Tangerstatuts von 1923, der im Einvernehmen mit Italien erfolgt ist, den irtemationalen Charakter Tangers ändern der die Rechte Frankreichs unbeachiet lassen »Ute, würde Frankreich zum Statut von 1923 zurückkehren, das rechtskräftig, obwohl 1 Italien es nicht anerkannt hat, und auch tatsächlich anwendbar ist.
Die italienischen Flottenveranstaltungen tot Tanger sind nach Ansicht des diplomatischen Korrespondenten des „Daily Te- iegraph" als eine Mahnung an Frankreich i and vielleicht auch Großbritannien und Kpanien aufzufassen, daß es keine endgültigen Vereinbarungen über das Tanger- tatut geben könne, solange es nicht eine leichwertige Vertretung erhalte. Solange banieit und Frankreich ihre privaten Be- »reg>un.ge» oyne m i.ates Ztel für ein Wommen fortsetzten, werde Mussolini auf bie Einberufung einer internationalen Tangerkonferenz hinarbeiten.
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: Von den vielten Eigenschaften, die den taöienischen Duee auszeichnen, verdient tine starke Befähigung, immer und im- ler wieder der Welt neue Ueberraschungem u bereiten, nicht an letzter ^Stelle gs- «nnt zu werden. Daß Mussolini am lüften Jahrestage des Marsches auf Rom rgend eine neue Sensation parat halten ititbe, das ließen gewisse Vorzeichen der