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®ie Zbberheffische Sefteng* et» fätüit sechsmal wöchentlich. Ve- ^SpreiS monatlich 2 SM. «-» 3uftfGung<gtb6^K, durch WPosILLL GÄLFür etwa infolge etttiU, Maschmendefetle »der dteweUttet Ereignisse ausfallende Hummern wird kein Ersatz ge- Verlag b. Dr. §. Hitzeroch. pted der Unid.-Buchdrnckerei b.
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Der Einspruch -es Reparatwnsagemen
Mmr.noK
Zm Reichstag sind im Laufe des Freitag vormittag von verschiedenen Quellen Mitteilungen darüber eingetroffen, daß der Aeparationsagent im Auftrage der Entente-Regierungen und als Sachwalter des Dawesplanes
einen offiziellen Schritt frei der Reichsregierung unternommen habe, der gewissermaßen einem Einspruch gegen vre geplante Besoldungsresorm gleich- käme.
Lelbstverständlich mußten derartige Informationen einen starken Eindruck int Lager der Parteien machen. An amtlichen Stellen war eine positive und klare Antwort Aber diesen Vorgang nicht zu erhalten.
Wie uns nun von besonderer Seite mit- zeteilt wird, handelt es sich um folgendes: Tatsächlich hat der Repararionsagent schon Einwendungen gegen das von der Reichs- reZierung beabsichtigte LiquidatbonSschäden- gesetz erhoben. Das lag aber damals daran, daß die Reichsregierung den Plan hegte, die dafür erforderlichen, nach mehreren hundert Millionen Mark zählenden, Aufwendungen auf dem Wege der Mobilisierung der Eisenbahnobligationen vorzunehmen. Dagegen hat der Reparations- agent Einspruch erhoben mit dem Vorbe- hült, daß diese Obligationen lediglich für »it Sicherheit der TawesvsrpfiichtungLN Vorbehalten blieben.
In ähnlicher Weise ist nun jetzt ein kchritt des Reparationsagenten tatsächlich erfolgt. Er geschah in Gestalt eines Schreibens an den Reichskanzler, stellt aber keineswegs etwa ein Beto gegen die geplante Reform der Gehälter dar. Die Ausführungen des Reparationsagenten bewegen sich vielmehr in folgender Richtung: Es wird zum Ausdruck gebracht, daß Befürchtungen bestehen müßten, ob die optimistische Annahme der Reichsregierung, auch noch im nächsten und den übernächsten Zähren die Mehraufwendungen aus den höheren Steuererträgen und der Steigerung der Reichseinnahmen überhaupt entnehmen zu können, zutreffend sei. Es wird befürchtet, daß, falls bei einer Verschlechterung der Wirtschaftslage diese Möglichkeit nicht gegeben wäre, die Reich-re- gierung dann Teckungsmittel 'in Anspruch nehmen müsse, die als Sicherheit für die Erfüllung der Dawesverpflichtungen reserviert seien.
Diese ganzen Fragen haben bei der Debatte der Vollversammlung, da es sich ja auch noch nicht um offizielle Mitteilungen handelt, naturgemäß noch keine Rolle spielen können. Umso mehr freilich werden sie nunmehr in den Ausschußberatungen eine Rolle spielen. Der Ernst und die Dichtigkeit der Teckungsfrage für die neuen Aufwendungen wird aber durch diese Vorgänge ganz beionders stark wieder betont. Den Verhandlungen des Ausschusses wird darum eine ganz außerordentliche «edeutung zukommen, und es zeigte sich, die richtig die Dispositionen der Regie- eungsparteien waren, als sie, in Voraussicht dieser großen allgemeinpolitischen Wichtigkeit, den bevorstehenden Verhandlungen auch schon durch die Delegation ihrer Mitglieder entscheidendes Gewicht beilegten.
Der Demarche des Reparationsagenten bei der Reichsregierung wird in Paris außerordentliche Beachtung geschenkt. Man steht in diesem Schrill eine ergänzend« Un- ftrstützung für die eigene Einstellung zum Dawesplan und zu der Finanzpolitik der Reichsregierung. Besonders verargt man ks in Paris, daß die Reichsregierung an eine Erhöhung der Beamtengehäller denke und verweist bei jeder Gelegenheit — die »Libertä" tut das auch heute wieder — auf den Artikel des Versailler Vertrages, tvonach die auf den deutschen Staatsbürger buhende Steuerlast mindestens so groß sein Muß, öle die des meistbesteuerten Landes
Entente. Die hauptstädtische Presse «tinnert im Zusammenhang mit dem Gil- ^artschen Schritt an die deutsche Berwah- rung gegen die Kriegsschuldlüge, in der ste nur das Bor spiel einer energischen Evmpagne für die Revision des Dawes- *»n« steht.
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keine Einzelheiten — Sudel der i
Die Pariser Press« z« dem angeblichen Schritt Parker Gilberts.
Die Pariser Morgenpresse beschäftigt sich mit dem angeblichen Schritt Parker Gilberts. Die rechtsstehende und die lmLSstehende Presse verhaltend sich zustimmend.
Der radikale „Quotidien" schreibt: Seitdem ein reaktionäres Ministerium am Ruder ist. hat sich die von Gilbert gekennzeichnete Finanzpolitik verschärft. Die deutsche Regierung setzt also ihr Land nochmals ernsten Verwicklungen aus. Werden sich denn die Republikaner nicht hiergegen auflehnen?
Die radikale „05oIonte“ erklärt: Die internationale Aufmerksamkeit ist also nunmehr nicht nur auf die deutsche Finanzpolitik, sondern auch auf den Dawesplan selbst gelenkt worden. Das Werk der Sachverständigen ist nicht vollkommen und muß in Bezug auf einige wenige Punkte vollendet werden. Rur mit dieser Einschränkung ist die deutsche These einer neuen Verhandlung über die Reparationen zu unterstützen.
Das „Echo de Paris" sagt: Die inten- sivere Arbeit der deutschen Industrie, die sich seit einem Jahre geltend macht, ist fast
Wirtschaft mu
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Berkin, 23. Oft. Im Rahmen feiner Berliner Tagung gab der Verein Deutscher Eisenhüttenleute heute nachmittag im War- morsaal des Zov ein Essen, bei dem außer den Teilnehmern der Tagung zahlreiche führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens anwesend waren. Man sah u. a. den Reichsminister des Auswärtigen. Dr. Strese- m a n n. Reichswehrminfster Dr. B e ß l e r, den Ehef der Marineleitung, Admiral Zenker, zahlreiche Abgeordnete der Parlamente. Vertreter der Wissenschaft und befreundeter Wirtschaftsverbände. 3m Ramen des Vorstandes begrüßte Generaldirektor Dr-. Vogler die Gäste. „Wir kennen", sagte Dr. Vogler, „keinen bayerischen, preußischen, würitembergischen oder badischen, sondern nur einen deutschen Stahl. Hwftentl.ch wirkt dieses Beispiel vorbildlich auf anderen Gebieten. Wer sage, die Technik töte die Seele im Menschen? Er muß einmal mit erleben, wenn ein Schiff vom Stapel läuft oder eine neue Maschine in Betrieb gesetzt wird: der müsse die Freude sehen, die dann liegt, daß man das Werk in seinem Entstehen miterlebt. Dr. Bögler zitierte ein in diesen Tagen erschienenes Buch, in dem zahlreiche, auch sozialistische Arbeiter lebendiges Zeugnis der Arbeitsfreude ablegen. Wenn die Cisen- hüttenleute von dieser Tagung zu ihrer Arbeit zurückkehren, müsse es um so mehr ihre Aufgabe fein, die Freude ihrer Kameraden und Mitarbeiter an der Arbeit zu erhöhen. Dr. Bögler schloß seine Begrüßungsworte mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf das deutsche Vaterland.
Auf die Rede des Generaldirektors Vogler erwiderte
Dr. Strefemann:
Rach längeren Ausführungen über die Bedeutung und S.ellung der Reichrhauptstadt, die von der westlichen Industrie leicht unterschätzt würde, so daß der Verein der Eifenhüttenleute sogar seinen eigenen Wein aus Düsseldorf mitgcbracht habe, kam Dr. Strele» mann auf die Symphonie der Arbeitsfreude zu sprechen, die Generaldirektor Dögler gesungen hätte. Wenn wir
das Verhältnis vom Staat zur Wirtschaft betrachteten, müßten wir zunächst feststellen, daß weder herzlich noch freundschaftlich, sondern nur korrekt fei. Wir dürsten aber auf der anderen Seite nicht vergessen, daß die Einengung der Individualität und der vielfach fühlbare Druck zum Teil auf Hemmungen der Mastenpshchose zurückgingen, so daß man den Regierungsstellen keine Schuld daran geben könne. Wir mühten immer bedenken, daß uns nur eine sehr kurze Zeit von dem trenne, was di« europäische und die deutsche Wirtschaft und Politik zerstört habe. 3Pn so kurzer Zeit habe ein Ausgleich noch nicht stattfinden können. Wir meinten immer, schon jetzt ooa einer Kons oft-
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ausschließlich auf intensiveren Sn» landsverbrauch (?) zurückzuführen. Dies ist ein gefährliches Anzeichen. Das Blaft stellt alsdann die Frage, ob d.e Zahlungen, die Deutkchland den Bankiers und seinen Gläubigern schulde, eine Priorität gegenüber den Reparationszahlungen besäßen. Gewiß bejahten verschiedene Leute und auch viele Amerikaner unter Hinweis auf das Londoner Abkommen vom .August 1924 diese Frage. Das Echo deParis" meint darauf hin, daß man 1924 kw" Artikel 248 des Versailler Bertraaes, r»t eine Priorität zugunsten der Alliierten sestlegte, habe fallen gelassen und bah unter diesen Umständen es um das Guthaben der Alliierten und assoziierten Mächte gescbehen sei. Auch im Falle eines Schiedsspruches in dieser Frage könne man den Ausgang nicht Voraussagen.
Der „Figaro" hebt hervor, daß die Der. einigten Staaten ein SnterefTe daran hätten, darüber zu wachen, daß Deutschland zahle, weil sie wüßten, daß im gegenteiligen Falle Europa Amerika nicht bezahlen könne. Parker Gilberts Dorgchen sei ein politisches Ereignis dessen Tragweite Deutschland fefjr bald ab» schätzen könne.
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dierung reden zu müssen, statt zu bedenken, daß auch auf die französische Revolution erst sehr viel später der Wiener Kongreß gefolgt sei, der eine neue Beunruhigung Euro- ropas gebracht habe. Wir meinten immer, es müßte ein Leichtes sein, die Weltwirtschaft wieder in Gang zu bringen, und vergessen dabei, daß ihr die Grundlagen entzogen sind, daß in vielen Ländern noch keine feste Währung wieder hergeftellt ist, und daß wir überall ohne die ungeschriebenen Gesetze des natürlichen Ablaufes der wirtschaftlichen Beziehungen arbeiten müßten. Wenn wir das berücksichtigen, müßten wir für die in der Zwischenzeit schon eingetretene Entspannung durchaus dankbar sein. Deutschland habe im Auslande für seinen Wiederaufbau, für seine moralische Konsolidierung vielfach schon wieder Anerkennung gefunden, und gerade das, was Dr. Bögler über die Stimmung in Arbeiterkreisen auf Grund neuer Veröffentlichungen erzählt habe, lasse erkennen, daß auch der Arbeiter wieder die Freude am Werk und den Begriff der Arbeitsfreude habe. Bei einem Vergleich der deutschen mit ausländischen Lebensphilosophien sei fesizu- stellen, daß in Deutschland in dieser Sebene« Philosophie die Arbeit und die Arbeitsfreude als schönstes Erlebnis des Lebens vor- anstehen. Wir müßten erkennen, daß mit der ungeheuren Zusammenballung der Betriebe, ja auch der Gemeindewesen, so große Aufgal-en entständen, daß wir heute noch nicht verlangen können, daß sie alle gelöst feien.
Wenn Dr. Bögler ausgeführt habe, daß man in Deutschland vielfach die Wirtschaft nicht in vollem Maße würdige, so sollten wir uns noch daran erinnern, daß sie für uns das einzige fei, womit wir uns Weltgeltung verschaffen könnten. Wir dürften nicht von der Macht reden, die einer Flotte oder Wehr- macht entströme, denn wir hätten sie nicht mehr. Wir dürften nicht reden von der Wacht des Sdealismus eines geeinten Volkes, denn auch er habe augenblicklich noch keine praktifche Grundlage, so fteudig wir auch des Bekenntnisses zum Deutschtum in all den vielen Bolksabstimmungskämpsen gedachten.
Wir könnten uns nut stützen auf die Wirt
schaft, die allein uns geblieben sei.
Man habe die ungewöhnliche Kaufkraft Deutschlands in Europa, in dem heute schon vielfach ohne Rußland gerechnet werde, längst erkannt und werde die Rolle des deutschen Volkes auf diesem Gebiete weder in der Gegenwart noch in der Vergangenheit vergessen können. Wir wollen, so sagte Dr. Ctresemarm am Schluß feiner Ausführungen, hoffen und wünschen, daß uns die große Lebensenergie des deutschen Volkes auch in der Zukunft erhalten bleibt und darum wünschen, daß der deutschen Wirtschaft als der Trägerin der Lebensenergie für die Zukunft Gedeihen beschreden ist.
War brzmeSt Saite Gilbtet?
In Berliner politischen Rechkskreiseu hegt man Befürchtungen, daß der Reparations- agent mit diesem Schritt noch «teuere Absichten verfolge. Man verweist auf die im Laufe der letzten Fahre immer wieder mit großer Bestimmtheit auftauchenden, in der Wilhelmstratze allerdings ebenso hartnäckig dementierten Gerüchte, wonach der Reparationsagent mit dem Gedanken der Dawesierung der Reichspost umgehe, d. h. die Einkünfte und das Vermögen der Reichspo.sk, wie dies bereits mit der Reichsbahn im Dawesplan geschehen ist, in den Komplex der für die deutschen Reparationsleistungen „verpfändeten Sicherheiten" mit hineinziehen wolle. Der Dawesplan gibt dem Reparationsagenten selbstverständlich keine Handhabe, von der ReichS- regierung ein Gesetz zu verlangen, durch das die ReichSpost in den Kreis der verpfändeten Sicherheiten mit einbezogen würde. Man äußert aber in den genante» ten Kreisen jetzt die Befürchtung, daß der Reparationsagent bezw. die Reparationskommission ihr Ziel auf indirektem Weg« zu erreichen suche, und man hält es nicht für ausgeschlossen, daß die Demarche de» Reparationsagenten im Relchsfinanzminb» jterium tatsächlich bereits ein Schritt aus diesem indirekten Wege ist, d. h., daß der Reparationsagent mit seinen Bedenken gegen die Besoldungsreform und daS ßiqui» dationsschädengesetz und dadurch, daß er öiese Gesetze in Verbindung bringt, mit der seiner Ansicht nach gefährdeten Garantie der verpfändeten Einnahmen, nur die Reichsregrernng nötigen will, von sich aus den Komplex der DaweSgarantien durch die Verpfändung der ReichSpost zu erreichen. Man wird abwarten müssen, was an diesen Gerüchten wahr ist, In Parlamentarischen und politischen Kreisen sieht man jedenfalls der kommenden Entwicklung mit einiger Sorge entgegen.
Ist Parker Gilbert zu seinem Schritt berechtigt?
In einem Teil der Presse wird die Frage erörtert, ob der Reparationsagent Parker Gilbert zu seinem bekannten Schritt im Reichssinanzministerium berechtigt gewesen ist. Die Rechtslage ist, wie wir von kompetenter juristischer Seite erfahren, folgende: In dem vom Deutschen Reichstag Ende August 1924 genehmigten Gesetz über die Auswirkungen der Londoner Konferenz (Daivesplanl sind in Awlage 3 des Schlußprotokolls, Kapitel 3, die Befugnis des Reparationsagenten dahin festgelegt, daß er „für den Fall von Mindereingängen oder für den Fall der Voraussicht von Minderaufkommen bet ’ben verpfändeten Einnahmen Einf.utz aus die Gesetzgebung des Reiches nehmen kann". Im wesentlichen ist dieses Recht ein sogenanntes Vetorecht, d. h. der Reparationsagent kann, falls die oben genannten Voraussetzungen zutreffen, Einspruch dagegen erheben, daß dieses oder jenes Gesetz gemach t wird. Die Möglichkeit einer direkten Beeinflussung des ReichShaushaltS im positiven Sinne besitzt er jedoch nicht. Er kann nicht die Einführung bestimmter Gesetze fordern aber Vorschlägen. Daß er zu seinem Schreiben an den Reichssinanz- minister befugt war, unterliegt leider keinem Zweifel.
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RMtbrn Amerikas im WksnW?
Paris, 23. Oft. Das Washingtoner Staatsdepartement hat gestern an den Pariser Botschafter der Bereinigten Staaten die 2lntw 0 rt der amerikanischen Regierung auf die letzte französische Rote in der Zolltariffrage gekabelt. Die Rote dürfte morgen dem Quai o'Qrfah überreicht werden; sie soll in versöhnlichem Ton gehalten sein. Ginet Rewhorkcr Meldung des „Petit Pari- sien" zufolge herrscht in unterrichteten amerikanischen Kreisen die Meinung vor, die amerikanische Regierung wünsche aufrichtig den Weg für eine Verständigung zu ebnen und den franzSfischen Forderungen infoweit Rechnung zu tragen, als dies mit der Bundesgesetzgebung der- einbart werden könne. Amerika soll außerdem geneigt sein, gewisse Einfuhr- Verbote, unter denen die französische Lano- wirtschaft besonders leidet, weniger scharf zu gestalten.