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Anzeiger für (das früher kurheffifche) SSerheffen - Verlünöisunssbkatt für Stadt und Kreis Marburg

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rung auf Befreiung von fremder Gewalt.

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Infolge eines schadhaften Kamins brach Sonntag naü;mittag in dem althistorischen, dem Frecherrn von Graoenreuth gehörigen Schlotz A s f i n g, 28 Kilometer von Augsburg entfernte Grotzseuer aus, während die Iagdgäste beim Mittagsmahl sahen. Inner- halb einer Stunde war das 14 Meter hohe Schieferdach des Schlosses in Flammen gehüllt. Während der Aufräumungsarbeiten im Man­sardenstock stürzte der zentral gele­gene Schu-Hturm in sich zusammen. Mehrere Tote sind zu beklagen. Ver­brannt sind ein Glasermeisterssohn aus Augsburg und eine Schlotzbedien- st e t e. Mehrere Feuerwehrleute erlitten schwere Brandwunden. Bei dem Versuch, einen Kna­ben. zu retten, der an einem Mauervorsprung des brennenden Daches hing, stürmte der B ä ck e t jn ei ft er Eichner aus dem dritten Stock tödlich ab. Während der sich abspie­lenden Schreckenszenen erlitten eine Reihe

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von Personen einen Nervenschock. Um 19 Uhr hatten die Flammen das erste Stockwerk er­griffen. Im zweiten Stockwerk lagen n o q zwei Schwerverletzte, denen bis dahin keine Hilfe gebracht werden konnte. Der Feuerwehrmann Westermeier, der bis zur Brust zwischen Trümmern des eingestürzten Turmes eingequetscht war, muhte bei lebendigem Leibe verbrennen, da ihm keine Hilfe gebracht werden konnte. Aus Augsburg und einer anderen benachbarten Stadt waren Automobilspritzen eingetrosfen. Ter Schaden wird aus über eine Million Mark geschätzt.

>sk. München, 17. Okt. Die Zahl der Toten bei dem Riesenseuer aus Schlotz Af­fing bei Augsburg ist inzwischen auf f ü n f g e- stiegen, die der Schwerverletzten auf zehn. Die Zahl der Leichtverletzten steht überhaupt noch nicht fest.

DieStMiiiteralswalM in Prag

fk. Prag, 17. Okt. Nach dem vorla«fi. gen Ergebnis der gestrigen Gemeinde, wählen in Prag haben von den deutschen Parteien erhalten: Die Deutsch-Demokra, ten 10133, die Deutschnationalen 3200, die deutsche« Regierungsparteien 2872 und die Deutschen Sozialdemokraten 2008. Bei den letzten Wahlen in Prag, den Par, lamentswahlen von 1925, kandidierten die Deutsch-Demokraten nicht. S;t gaben ihre Stimmen zum gröhten Teil den Deutsch» nationalen, die infolge dessen 7415 Stirn, men erhielten, während die deutschen Re» gierungsparteien 2921 Stimmen und die deutschen Sozialdemokraten 6672 erhiel­ten. Dieser Ausfall der Wahlen bedeutet ein Anwachsen der bürgerliche« deutschen Stimmen um fast50Pro» zent und einer Abnahme der deut­schen Sozialdemokraten nm 70 Prozent. Die Deutsch-Demokraten er, halte« bestimmt wie bisher ihre 2 Man, date und die Deutschnationalen 1 Man­dat, während die deutschen Regierungs« Parteien und die deutschen Sozialdemo­kraten leer ausgehen.

Von den tschechischen Parteien werden gegenüber den Parlamentswahren 1925 nur die Sozialdemokraten und Komm«, nisten ihre Position verbessern können. Von den übrigen Parteien werden die Na, tionalsozialisten sich nur mit Einschluh der abgespaltenen Striboug-Partei.behaupte« können, während die Nationaldemokraten ein gut Teil ihrer Stimmen verloren ha, ben. Zum ersten Mal ziehen in das Pra­ger Stadtparlament dir tschechischen F a s ch i st e n und zwar voraussichtlich mit zwei Mandaten ein.

K Rewyork.15. Okt. Die Dollar, anleihe der Deutschen Rentenbank-Kredit, anstalt wurde kurz nach der Auflegung der testen m ftatfetn UnMng LberzeichWt. .

Mniag, len 17. Stt. 1927

Mechessffche Zeitung

Jaspar über die militärische Sicherheit Belgiens

Tournay, 16. Okt. Der belgische Mini­sterpräsident Jaspar hielt hier heute eine Rede, in der er sich mit militärischen Fragen beschäf­tigte. In Erwiderung auf die Ausführungen Vanderveldes erklärte Jaspar, er sei bereit, wir mit allen Parteien auch mit den Sozialisten über die Frage der Reorganisation des belgi­schen Heeres und der Herabsetzung der Dienst­zeit zu verhandeln. Die Verhältnisse lägen aber so, daß die Sicherheit des Landes nur durch ein fest es Stammheer, und durch die Befestigungen an den Ost gren­zen garantiert werden könnten. Dann erst könne über eine Herabsetzung der Militär­dienstzeit gesprochen werden. Jaspar schloß mit der Feststellung, daß er die Sicherheit Bel­giens nie außer acht lassen und eher von sei­nem Posten zurücktreten würde.

der Kriegs

Der Anzeigenpreis beträgt für »en 10 gestalt. Zeilenmillinieter 0.08 ©SSL, kleine Baranzeige« 0.06 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Sah sowie bei Platz- borschrist 50"/, Aufschlag. Eammelanzeigen 100"/, Auf­schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 GM. Zeder Rabatt gilt al« Darrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet.ebensv Auskunft durch "die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Gv- füllungsort Marburg.

1 Goldmark Dollar.

müsse. Jn Genf , Sprache gesprochen werden müssen. Einem Ostlocarno werde die Deutschnationale Bolksvartei niemals zustimmen. Leider habe man in Genf die Türen für weitere

schuld frage erzwingen f hätte eine viel deutlichere

£te ^Vberhesstsche Zeitung" er- tigebtt sechsmal wöchentlich. De- monatlich 2 GM. aus- tfjttefcL Zustellungsgebühr, durch zkPost2L5 GM.Für etwa infolge ettett», Maschinen defekte oder jltn,rT..~r Ereignisse ausfallende Ammuern wird kein Ersah ge­mistet- Verlag v. Dr. §. Hitzervth, Dr«k der llnib.-Buchdruckerei v. Zsh. Ang. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54. u, Nr. 55. «^tscheckkouto: Amr Frankfurt «. M. Rr. 5016. Sprechzeit Vi Redaktion von 1811 und »/,!! Uhr.

jedoch nicht. Er verschaffte sich nun eine Photographie des Gesandten aus einem illustrierten Blatt und folgte ihm in das Cafe ^.Passage", wo er ihn mit einem ge­wöhnlichen Trommelrevolver niederschoß, den er sich bereits vor 3 Jahren verschafft habe, als er sich nach dem Tode seines Vaters mit Selbstmordgedanken getragen habe.

Die Leiche Zena Begs wird in das ge- richts-medizinische Institut gebracht, wo sie am Montag obduziert werden wird. Wegen des Begräbnisses wartet man oie Dispositionen seinen auf der Reise von Belgrad nach Prag befindlichen Bruders ab. Der tschechoslowakische Außenminister Dr. Benesch hat der albanischen Regierung aus Anlaß der Ermordung des Gesandten Zena Deg das Beileid ausgesprochen.

CrMuer auf Schloß Affing

Fünf Tote, zehn

fein Begrüßungsschreiben gesandt.

Beschluß der Tagung bildete die F, des deutschen Rh>

Rakowski aus Maris ahgereist

WrAr KrrstkWk gegen »en neuen ruiMen SMaflrr

Paris, 16. Okt. Der frühere russische Botschafter in Paris. Rakowski, ist gestern plötzlich im Automobil abgereist. Es ver­lautet. daß er die Rückreise nach Moskau über Berlin vornehmen werde. Man wußte zunächst nicht, ob er mit der Eisenbahn, mit einem Auto oder einem Flugzeug die fran­zösische Hauptstadt verlassen hatte. 3m fran­zösischen Auswärtigen Amt hat Rakowski vor seiner Abreise nicht vorgesprochen und auch fein Abberufungsschreiben nicht vorgelegt. Es wurde daher vermutet, daß es ihm vorläufig nur darauf angekommen sP, sich der Beobachtung der zahlreichen Re­porter und Polizeiagenten, die vor der russi­schen Botschaft Wache hielten, zu entziehen Md in irgendeinem ruhiger Ort in Frankreich ' vor seiner endgültigen Abreise Aufenthalt zu nehmen. Rach einer anderen Auffassung ihat Rakowski noch immer fest daran gedacht, daß seine Regierung ihn bis aufs äußerste verteidigen werde. Die Berufung Dovga- KvSkis zu seinem Rachfolger habe ihn derart enttäuscht, daß er sich zur sofortigen Reise nach Moskau entschlossen habe. Seine eventu- Äe Ernennung nach Tokio betrachte Rakowski «ls ein Manöver seiner politischen Gegner in

Verhandlungen über dieses Problem offen stehen Taffen. "Mit Polen Verträge zu schließen, sei solange unmöglich, als Po­len entgegen allen bestehenden Verträgen einen BernichtungSfeldzug gegen das Deutschtum führe. Wenn bei den nächsten Wahlen die Sozialdemokratie einen maß­gebenden Einfluß gewinnen würde, so wäre es mit einer nationalen WirtschaftspoliM.

Graf Ware Wer das Wahl­jahr ISA

Stuttgart, 16. Okt. Auf dem Lan­desparteitag der Deutfchnationalen Volks­partei Württembergs, dem auch Staats­präsident Bazille und Finanzminister Deh- linger beiwohnten, sprach Graf Westarp über politische und wirtschaftliche Fragen. Anknüpfend an die einleitenden Worte des Vorsitzenden des Landesverbandes, Dr. Hirzei, der unter Hinweis auf die Tannen- bergrede des Reichspräsidenten nachdrück­lichst die Bereinigung der Kriegsschuldfrage gefordert hatte, da die Franzosen ihre Versprechungen über die Entlastung der Rheinlande nicht hielten und somit der Augenblick für die Aufrollrkng der Kriegs­schuldfrage besonders günstig fei, betonte Graf Westarp die Notwendigkeit, daß sich das deutsche Volk einheitlich hinter die Worte seines Reichspräsidenten stelle, und die unparteiliche Untersuchung

SaS Warlbargfest ter teulhten VurjKEaft

Eisenach, 15. Okt. Das Wartburg­fest der Burschenschaft nahm Sonnabend seinen Fortgang. In den Verhandlungen über die öjterreichtsche Anschlutz- frage nahm Exz. Riedl, der frühere österreichische Gesandte in Berlin, daS Wort. Er beleuchtete die bevölkerungspo­litische, wirtschaftliche und international» rechtliche Seite der Frage. Im Anschluß an seine Ausführungen, die lauten Beifall hervorriefen, erneuerte die Burschenschaft die mit dem großdeutschen Zusammensch^ß ihrer Mitglieder bereits Oorangeganacn ihren unerschütterlichen Willen, an®e» Faltung des Großdeutschen Reiches mit al­len Kräften mftzuarbeiten. ,lIn praktischer Betätigung dieser Gesinnung beschloß die Tagung eine lebhafte Unterstützung des Prager Studentenhanfes. An den Reichs­präsidenten wurden Worte des Dankes für

Die Gedenkfeier der Deutschen Burschen­schaft begann am Sonntag vormittag einem Gottesdienst in drei Kirchen. Hier­auf zogen etwa 3000 Angehörige von 173 Burschenschaften au5 dem Reich, Danzig, Deutsch-Oesterreich, der Tschechoslowakei und aus Siebenbürgen mit ihren alten Herren im Festzug auf die Wartburg. Im Große« Hof wurde der Zug vom Eisenacher Bür­germeister, Dr. Janson, begrüßt. Prof. Dr. Beyer, der Rektor der Universität Jena, an der einst die erste Burschenschaft gegründet wurde, überbrachte die Glüch wünsche dieser Hochschule. , !

vorbei. Deshalb gelte es, einen unerbitt­lichen Kamps um die Macht mit der So­zialdemokratie im Interesse einer gefunden Wirtschaft zu führen. Die Wahlen von 1928 würden durch das Ringen um die Macht mit der Sozialdemokratie gekenn­zeichnet sein. Ein Erfolg werde aber nur möglich sein, wenn die materialistische Irr» lehre als solche gekennzeichnet und von den weitesten Kreisen des deutschen Volkes als solche erkannt werde.

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Innsbruck, 15. Okt. (WTB.) Einem Vertreter einer Innsbrucker Zeitung erklärte der in Innsbruck eingetroffene Rechtsanwalt Dr. Nicoluffi über feine Flucht folgendes: Ich bin aus Italien geflohen, weil ich jeden Tag die Zwangsverschickung zu gewärtigen hatte. Die Präfektur hatte mich aus der An­waltliste gestrichen und meine wirtschaftliche Existenz dadurch vernichtet. Ich wurde ständig überwacht. Alle Briefe, die ich empfing oder schrieb, gingen durch die Zensur. Ich nahm lieber die Gefahren einer Flucht auf mich, als die unaufhörlichen Schikanen zu ertragen.

Das Verbrechen, das ich beging, war, daß ich vor einem Bozener Gerichtshof eine ' junge deutsche Lehrerin als Rechtsanwalt verteidigt habe, als sie wegen unerlaubten Unterrichts in deutscher Sprache angeklagt war. Aus der Flucht begleiteten mich meine Frau und mein Sohn. Wir haben in Nacht und Sturm die Oetztaler Alpen überquert und haben schwere .Strapazen durchgemacht. . .< ,VT

Moskau i« Erwartung Rakowskis.

~ Äotono, 16 .Okt. Wie aus Moskau ge- seibet wird, erwartet man Rakowski dort Dittwoch mittag. Rakowski wird sofort dem Auhenkommiflor Tschitscherin Bericht über die ruflisch-französischen Beziehungen erstatten tob dann einen sechswöchigen Urlaub nach tem russischen Süden antreten. Die Antwort ter japanischen Regierung über die Ernennung Makowskis zum Botschafter in Tokio wird am Dienstag früh in Moskau erwartet.

? st. P a r i s. 17. Okto. Der neue russische Botschafter Davgalevski ist noch nicht te Paris ein getroffen und schon hat die nationalistische Presse mit einer hesti- zenPrvpaganda gegen die Per- svn des Botschafters begonnen. DerAvenir" schreibt, man wüßte nicht Genau, was Davgalevski für ein Lands- wann sei. Sicher sei nur, daß er nicht gut russisch spreche. Das hätten die Japaner feststellen können, als er anläßlich der Einweihung des russisch-japanischen Instituts in Tokio eine Rede hielt. Zwei­fellos wäre er sehr bald aus Japan aus- Sewiesen worden, wenn nicht seine Ber- letzung inzwischen gekommen wäre.

Lik Mwchmimg teS Aar« (tefanMtnmteteri

? Prag, 15. Okt. (TU.) Heute nach- ^Äag wurde der Mörder Oes Gesandten öe n a B e g, der Student A l g i v i a n d h ^ebi. in das Landesstrafgericht über» Mrt. Seine Vernehmung ergab, daß er nit sechs Jahren im römischen Collegio

Monte Mario studierte. Er war flei- tzlger Leser aller möglichen Autoren, aus tenen er eine pessimistische LebenSanschau- Nchöpft haben will. Er stammt aus einer ^nten Familie, und da ihm das karge Stipendium der albanischen Regierung Bcht genügte, sei er aus Rom in seine Merstadt El Bassan zurückgekehtt. Dort iten ihn Gedanken über das Schicksal zllb die Rot seines Vaterlandes beschäf-

Da er die Hauptschuldigen dafür in *na Beg und der gegenwärttgen Regie- ^ng erblickte, habe er die Absicht gehabt, En« Beg zu beseittgen. Er fuhr ihm nach ^Igrab, und als er ihn dort nicht anttaf, M Prag nach, wv er sich vor vier Tagen ?! Hotel'Balfan einmietete und gar Aneir Verkehr hatte. Er versuchte zu «na Beg zu gelangen; dieser empfing ihn