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Zeitung

Marburger

Anzeiger für <»as früher kurheWchef Odeehefsen - Veekün-igungsblatt für Statt un» Kreis Marburg

M. M 62. Mrs.

Marburg «.Ma

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Hessische

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1,11 Uhr.

LmblagSbeginn

Berlin. 11. Okt. Der preußische Landtag nahm nach der großen mehr- rwnatigen Sommerpause heute seine Ple­narsitzungen wieder auf. Die Tagesord- nung enthielt nur kleine Vorlagen. Ei« kommunistischer Amnestiegcsetzentwurs wird auf Verlangen der Kommunisten mit & Beratung gestellt. In der Aussprache iber erinnert

Abg. O b u ch (Komm.) an die Mahnung Hindenburgs zur Einigkeit. Solange Ar­teile wie das gegen Max Hölz möglich seien und solange die proletarischen be­fangenen nicht von der Amnestie betroffen werden, könnte es sich bei einem solchen Appell nur darum handeln, Dem Volke Land in die Augen zu st reuen. Auch die preußische Regierung versuche mit der von der Sozialdemokratie angeregten .Sinzelbegnadigung" nur um die Tatsache herumzukommen, daß das ganze System der preußischen Justiz unhaltbar ist.

Zusti'minister Dr. Schmidt führt dann tt. a. aus: Das preußische Kabinett hat auf meine Anregung hin den Beschluß gefaßt, aus Anlaß des 80. Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten über den all­gemeinen Rahmen Einzelbegnadigungen auzuordnen. Was der Abg. Obuch vor­trug, bezieht sich zu neun Zehntel auf Reichsangelegenheiten. Ich per­sönlich habe die Hoffnung, daß die all» gemeine preußische Amnestieverordnung in der Auswirkung ebenso gut sein wird wie em Amnestiegesetz.

Die Vorlage wird dem Rechtsausschuß überwiesen.

Es folgt die erste Beratung des Gesetz- «Lvurfs über die

'Abg. Harsch (Ztr.) gibt eine Ver-

Aeuhsaufstellung über Förderung und ^etriebsgewinn bei der Hibernia gegen» 1913. Er zieht daraus den Schluß, bie Gewinne im Bergbaubes- L?r seien als es oft behauptet wird.

traten deshalb auch höhere Löhne ge- J*chlt werden.

kx^bg. v. Waldhausen (Dntl.) tritt M? Annahme entgegen, es würden abficht» O ungünstige Betriebsabschlüsse heraus- Mbrachf, um die Löhne niedrig zu halten, könne nur von einer 4» bis 4,5prozen-

P01 Kapitalsverzinsung im g b au sprechen. Heute werde an der' überhaupt nichts verdient. Wo gün» He Ergebnisse vvrliegen, beziehen sie sich das vergangene Jahr.

<$®nit schließt die Besprechung. Me sichte werden durch Kenntnisnahme für ledigt erklärt, ebenso der Bericht' der ^'-sburg-Ruhrorter-Häfen-A.-G.

«Eegen Deutschnativnale, Deutsche Volks- 7^ei und Völkische wird bann der (Sin» pes Abg. Wiedemann (Dn.) den ihm anläßlich der Sumult» in der letzten Landtagssitzung vor

Schulpflicht in Preußen.

-Die Vorlage bezweckt in Ausführung des Artikels 145 der Reichsverfassung die Zu­sammenfassung der Bestimmungen über die Schulpflicht. Die Vorlage wird dem A n » sterrichtSausschuß überwiesen. Der Gesetzentwurf über die Oeffentlichkeit der mündlichen Behandlung im Diszipli­narverfahren gegen Richter geht <m den Rechtsausschuß, die Vorlage über die Erhöhung der st a a t l i ch e n Stamm- tinla gen bei der Zentralan­stalt zur Förderung der genossenschaft­lichen Personalkredite an den Hauptaus- 'chuß. Bei der Beratung der Geschäftsberichte der staatlichen Bergwerke Mecklinghausen und Hibernia erklärt

Abg. Sobottka (Komm.), die Ge- vuwe seien tatsächlich diel größer als ^an den Arbeitern und Angestellten vaubhaft zu machen suche. Die Zustände M den staatlichen Bergwerken seien eines Staates, der sozial sein wolle, unwürdig.

Abg. Otter (Soz.) erklärt, vor allem i^len höhere Löhne für die Bergarbeiter iu fordern.

Der Reichskanzler in Mainz

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Mainz, 11. Okt. Reichskanzler Dr. Marx ist heute nachmittag 17 Uhr von Kob­lenz kommend hier eingetroffen, nachdem er in Koblenz noch der Reichsvermögens­verwaltung einen Besuch abgestattet und dem Präsidenten Collatz und seinen Beamten für ihre Tätigkeit gedankt hatte.

Nachmittags versammelten sich die Spitzen der weltlichen und geistlichen Behörden und der Wirtschaft im Weißen Saale des kurfürst­lichen Schlosses zu einer Besprechung über die Nöte des besetzten Hessenlandes. Staats­präsident Ulrich betonte in seiner Begrü­ßungsansprache, daß die Fürsorge des Reiches auf k ul t u r e I l e m Gebiete eine Ver­stärkung erfahren müsse. ' Insbesondere aber sei notwendig, daß dem Wirtschafts­leben in großzügiger Weise geholfen werde. Hessen liege mit seiner Wirtschaft beson­ders schwer darnieder. Schließlich sel es notwendig, weitere Erleichterungen des Be­setzungsregimes, insbesondere des Ordonnan- zensystems, zu erzielen.

Hierauf führte Oberbürgermeister Dr.. Külb u. a. aus: In dem Reichshaushalt 1927 ist von einer Gesamtsumme von 30 Mill. Mark zur Beseitigung der Rhein- und Ruhrkampf­schäden des besetzten und geräumten Gebietes für die Gemeinden und G e m c i n d e o e r- bünde ein Betrag von 10,2 Mill. Maik be­stimmt worden, der durchaus u n z u l a ng - l i ch ist. Es muß daher erwartet iverden, daß das Reich noch weitere Mittel für diese Zwecke zur Verfügung stellt Nach wie vor stehen die Gemeinden und Gemeindeverbände des besetzten - Gebietes auf dem Standpunkt, daß die Desatzungszulage als Sonderentschädi­gung des besetzten Gebietes auf die Reichskasse übernommen werden muß. Außerordentlich be­

unruhigt sind die Städte auch des besetzten Ge­bietes durch die Behandlung der Frage der Ausländsanleihen. Sollte die Bera­tungsstelle zu einer Ablehnung oder starken Reduzierung der Ausländsanleihe, die die Hessische Kommunale Landesbank für uns auf­nimmt, kommen, so wäre man im besetzten hessischen Gebiet genötigt, sofort aste begon­nenen Arbeiten, u.a. auch zur Beseiti­gung der krassesten Wohnungsnot, zu s i st i e - r e n. Das Reich hat eine starke einschneidende Besoldungsreform beschlossen, die nach der bisherigen Uebung auch in den Gemeinden zur Durchführung kommen muß. Dabei ist es z Zt. noch völlig unklar, woher namentlich die Städte unseres engeren Bezirks die Deckungs­mittel nehmen sollen. Es wird nichts anderes übrig bleiben, als die Besoldungsreform aus Anleihen zu bestreiten. Zum Schluß ver­wies Oberbürgermeister Dr. Külb noch auf den Herzenswunsch der Rheinländer, ein Reichs- ehrenmal auf der Totcninfel bei Lorch am Rhein errichtet zu sehen.

Reichskanzler Dr. M.a r x erwiderte darauf, daß er volles Verständnis für die berechtigten Ansprüche der Bevölkerung der dritten Be­satzungszone auf besondere Berücksichtigung habe. Besonders gedachte er der bedrängten Lage der Stadt Mainz, die eine weit über ,d.as Maß der deutschen Friedens­gar n"i f o n h i n a u s g e h e n d e Besatzung aufiveist. Er gab zum Schluß der Ueberzeugung Ausdruck, daß auch in Zukunst durch ver­trauensvolle Zusammenarbeit von Land und Reich fortgefahren wird, die schweren Wunden und Gebrechen, die die Besatzung geschlagen hat, nach Kräften zu hei­len, bis die Sonne der Freiheit wieder über dem goldenen Mainz erglänzt.

den Sornmcrferien erteilten Ordnungs­ruf zurückgewiesen. Weiter werden Anträge des Verkehrsausschusses ange­nommen, die eine Nachweisung der

Arbeiterentlassungen und Werkstätten­schließungen der Rcichsbahngesellschaft sowie Abstellung dieser Maßnahmen der Reichsbahn verlangen und Anträge, die sich für Durchführung kleinerer Eisenbahn­bauten in West- und Norddeutschland ein­setzen.

Am 16,30 Ahr vertagt sich das Haus auf Mittwoch 12 Ahr: Anträge wegen der Ernteschäden.

Das Arbeitsprogramm des Landtages.

Berlin, 11. Okt. Der Aeltestenrat des preußischen Landtages beschloß heute, daß am

Freitag die erste Beratung der Besoldungs­ordnung

stattfinden soll. Die Besoldungsordnung wird sodann dem Hauptausschuß zur Vorberatung überwiesen werden. Das Haus will dann erst am 14. November wieder in Plenar­beratungen Eintreten, um als wich­tigsten Gegenstand zunächst die Besol­dungsordnung zu verabschieden. In die­ser Woche sollen, wie bereits gemeldet, insbe­sondere die Anträge und Anfragen über U n - wetterschäden erledigt werden. Ferner stehen zur Erledigung die nochmalige Beschluß­fassung über das preußische Elektrogesetz, die Ausführungsverordnung über die Be­kämpfung der Geschlechtskrank­heiten, eine Reihe von Anträgen und An­fragen und kleinere Gegenstände. Am Don­nerstag steht auch die Verordnung über

die Beflaggung der gemeindlichen Dienst» gebäude und der Schulgebäude

zur Beratung. Ob es zur Erledigung aster in Aussicht genommenen Vorlagen bis Freitag kommen wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls soll über Freitag hinaus nicht getagt werden. Nach dem Wiederzusammentritt im November wird sich bann der Aeltestenrat über den weiteren Beratungsstosf schlüssig machen.

Sie SlevaratjMlchlungtn

Die September-Transfers im vierten Annuitätsjahre.

Berlin. 11. Okt. Nach der vom Büro des Generalagenten für Re­parationszahlungen veröffentlichten liebet» sicht beträgt der für den Transfers am 30. September 1927 verfügbare Gesamtbetrag 302 049 522 Goldmark. Die Höhe der vor­genommenen Transfers beträgt 121112 080 Eoldmark, so daß ein Saldo von 180 937 472 Eoldmark am 30. September 1927 verbleibt.

Bei der Verteilung der vorgenommenen Transfers an die Mächte entfallen u. a. an Frankreich 9 967 567, an das Britische Reich 23 746112, an Italien 5130 447, an Belgien 5 671 890, an Jugoslawien 4 209 347. an Amerika 3117 837 Eold­mark. Der Rest der Zahlungen entfällt auf Rumänien. Japan, Portugal, Grie­chenland, Polen und für Prioritäts, zahlungen.

Morgen «nstegnng der Pveußenanleihe.

fk. Pari«, 12. Okt. Dem WTB.-Han- delSdienst wird au« Newhork gemeldet: Da« Syndikat für die 30-Millionen-Dollar-An»- leihe de« Staate« Preußen, da« unter Führung der Firma Harri« Fordes u. Camp. steht, hat die Vorbereitungen für die Ausgabe der Anleihe zu Ende geführt. Die Bonds sollen morgen, Donnerstag, zum Kurse von 961/« zur Zeichnung aufgelegt werden.

Bischof Antonius o. Henle f.

fk- Regensburg, 12. Okt. Vergangene nacht ist der Bischof Antonius v. Heule infolge eines Herzschlages plötzlich geftorben;- Der Kirchenfürst stand im 76. Lebensjahre und ftanö seit 21 Jahren an der Spitze der Regensburger Diözese.

Dir!lm*n auf ten Salomon- Sichln

London 11. Okt. Die australische Regierung hat nach Meldungen aus Sidney erneut dringende Hilfe­rufe von den Salomoninseln emp­fangen, die den Ausbruch von Un- ruhe«"«elden und um sofortige Hilfe bitten. Zwei weiße Missionare und die Eingeborenen de§ Missionsschiffes .Auki" sind durch Eingeborene massakriert worden. Man befürchtet, daß es zu einem allgemeinen Aufstand komme und hält die gegenwärtige Berteidigungs, Möglichkeit der Weißen keineswegs für ausreichend. Am Freitag werden ein eng­lischer und ein australischer Kreuzer auf den Salomoninseln erwartet.

fk. London. 12. Oft. Zu dem Aufstand von Eingeborenen und dem Aebersall auf den RegierungsdampferQlufö auf der Insel Malaika (Salomongruppe) meldet die Daily Mail": Die Eingeborenen über­fielen den Dampfer in ihren Kriegs- Kanus. Sie waren 'mit Kriegsfarben be­malt. Es wird angenommen, daß der Aus­stand auf religiöse Gründe zurückzu­führen ist. Die Eingeborenen sind der Mei- nung. daß die Seelen der früher in den Kämpfen mit den Wethen Getöteten sie zur Rache aufgefordert hätten. -Die Behörden treffen Derteidigungsmaßnahmen. Der Kreu­zerAdelaide" wird am Freitag erwartet. Der 9700 TonnendampferBiloela" wird am Freitag von Sidney mit Vorräten und Munition für einen umfangreichen Feldzug abfahren.

Dos Semtnli Wim te Moros

Mit überraschender Promptheit bat Spa­niens Diktator, Vrimo de Rivera, den Inhalt des Interviews, das vor kurzem die Londoner Sundav Times" zu veröffentlichen raubten, dementiert und alles, was der englische Jour­nalist ihm über seine angebliche Bereitwillig­keit, auf seine bisherige Marokko-Politik zu verzichten, in den Mund legte, als bar jeder Begründung bezeichnet. Es ist natürlich schwer ersichtlich, ob dieses prompte Dementi Primo de Riveras auf Grund der Aufregung in London und eines politischen Druckes des Foreign Office erfolgte, oder ob tatsächlich die Mitteilungen, die der englische Journalist seiner Zeitung drahtete, auf Erfindung be­ruhten. Die Worte, die der englische Jour­nalist in seinem Interview Primo de Rivera hat sprechen lassen, sind so allgemein gehalten, so unklar in dem Sinn, den sie haben sollen, so widersprechend mit allem, was der spanisch« Diktator bisher als eines der wichiigsten po­litischen Programme seines Landes bezeich­nete. daß man sie nur mit einem großen Er­staunen als eine Willenskundgebung Primos aufnehmen konnte. Immerhin wird das Rätsel der Zusammenkunft Chamberlains mit dem spanischen Diktator durch die Presse­kommentare der letzten Tage nicht, durch- sichtiget. Wenn man sich an seine Lösung be­geben will, so muß man sich jetzt nach Vor- liegen des Dementis wieder der alten An­nahme »uwenden, daß die Tanger-Frage in der Erörterung zwischen den beiden Staats­männern nicht nur eine große Rolle gespielt, sondern auch zu einer Annäherung der bis­herigen Meinungsunterschiede Englands und Spaniens »u diesem Problem oder zum min­desten zu einem Versuch zu einer solchen ge­führt bat. Angesichts des großen Wirrwarrs, den die Minister-Zusammenkunft und beson­ders ihr Drum und Dran in der politischen Weltpresse angerichtet bat, wäre es vielleicht doch jetzt angebracht, wenn Herr Chamberlain oder Herr Primo de Rivera ihrerseits etwas zur Beruhigung der aufgeregten Gemüter bei­steuern würden.

Eine albanische MilitärmiMon in Rom.

fk. Tirana, 12. Oft. Der Präsident bet Republik unterzeichnete em Dekret, das die Errichtung einer Mrlitärnriffion in Rom ver­fügt.