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28. Sept. ISN

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Mr die Smtonlwgreto

Zu der bekannten Rede des Reichspräsidenten von Hindenburg und den Erklärungen Stresemanns äußert das BlattP e u p l e" die Ansicht, daß Deutschland einen allgemeinen Rechtferti- gungsfeldzug zu beginnen wünsche, der je­doch nach Ansicht des Blattes nichts Gutes bringen würde, weder für Deutschland, noch für den Frieden. Deutschland täte gut, die Warnung Barthous, sich Still­schweigen zu Herzen zu nehmen. In ihrem Kommentar zu der Rede Iaspars schreibt dieR a t i o n B e l g e", daß zum ersten Mal seit dem Waffenstillstand ein belgischer Ministerpräsident an Deutsch­land Worte richte, wie sie in Beantwor­tung der deutschen unverschämten Ver­leumdungen (!) angebracht seien Die Rede Zaspars bedeute eine offizielle Feststellung des Bankrotts der Politik, die man Bel­gien nach dem Kriege habe führen lassen.

Die Auslassungen der erwähnten Blät­ter bringen im Vergleich mit den bereits bekannten französischen und belgischen Pressessimmen sowohl in bezug auf die sinnlosen Angriffe gegen Deutschland als auch auf die mehr oder weniger offenen Angriffe gegen Vandervelde so wenig ^eues, daß ein Kommentar sich wohl er- i&rigt.

fe muß gegenüber alle, den Entstellun­gen <inb Verleumdungen doch nur die xnz einfache Frage erhoben werden:

Warum wollen die Belgier und Fran­zosen nicht eine unparteiische Unter­suchung? Warum öffnen sie nicht ihre

Archive?

Oder glaubt man wirklich, daß das Urteil der Geschichte sich mit den B e t e u e r u n - gen Poincarös, der doch der Hauptschuldige ist, zufrieden gibt. Bor der Hand rechnet man wohl wieder einmal auf unsere Linke. Nicht mit Un­recht. Auch Herr Severing hat in einer Rede in Recklinghausen die Ausführungen Hindenburgs als ,,g e f ä h r l i ch" bezeich­net.

Paris, 27 Sevt. DerDemos" wieder- folt noch einmal, das die Rede Hindenburgs ein schwerer politischer Fehler gewesen sei und ba6 man in Berlin wißen müsse, dah Frank­reich und Belgien es dem neuen Deutschland, da» noch zu sehr vom Geiste der Hobenzollern durchdrungen sei, nicht gestatten würden, gegen die endgültigen geschichtlichen festste klungen (!) die Frage seiner Ver­antwortlichkeit aufzuwerlen. Den deutschen Plättern zufolge habe Stresemann es abge­feimt, das von Brüssel vorge'chlagene gemein­same Kommunique, in dem der Verzicht aus die Enquete über die Franktireurfrage be- kannigegeben werde, zu unterzeichnen. Wenn das stimme, das beweise es, daß ein neuer Seift gegenwärtig in Berlin .wehe, dem Etresemann Rechnung tragen müsse. Unter diesen Umständen könne man nickt darüber iberrascht sein, daß die ooIitiW A moftbäre tn Eens am letzten Tage der Dölkerbundsuer- sammlung ein wenig drückend ersckcine.

DerIntransigeant" ist der Ansicht, daß die doppelte Demarche Stresemanns dazu be­nimmt gewesen sei, das durch die Kontroverse der letzten Tage ausgelöste Unbehagen zu »er­freuen. Wenn die nationalistischen deutichen ftieife diese Demarche refüsierten und sogar einen offiziellen Protest Deutschlands gegen die Rede Bartbous forderten, so handele es sich nicht um einen Mangel an Psychologie, sondern um ein Manöver. (!) Alles weise darauf hin, daß Driand nicht unrecht habe, wenn et diese Agitation der deutschen Nationalisten als Wahlmanöoer ansehe. (Man sieht, bis »u welcher Unverfrorenheit sich die Franzosen versteigen!)

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Unterredung Stresemannde Brouckers.

G e n f, 26. Sc-t. K:rz nach der Unter­redung zwischen Dr. Stresemann und Driand sand im Hotel Metropole die an- gekündigte Unterredung zwischen Dr. Stresemann und dem belgischen Senator de Brouckere statt. Die Unterredung dauerte nur eine Viertelstunde» k ,

Kehraus in Genf

Die üBtftesnclolteiiftoge verlas!

Genf, 27. Sept. Der Völkerbunds­rat hat heute nachmittag nach zweistündi­ger Debatte die Frage der Exterrito­rialität der Westerplatte aus Antrag von Reichsaußenminister Dr. Stresemann bis zum Dezember ver­tagt und beschlossen, daß der Berichter­statter Villegas unter Zuziehung von zwei von ihm zu bestimmenden Juristen die beiden grundlegenden juristischen Fragen (Zuständigkeit der Freien Stadt Danzig zur Kontrolle der Sicherheitsvorschristen, die für Transport und Lagerung von Ex­plosivstoffen vorgesehen sind, und Zustän­digkeit der Danziger Beamten für die zollamtliche Kontrolle der ein- und aus­gehenden Güter auf der Westerplatte) nochmals eingehend prüfen und dem Rai für feine nächste Tagung einen neuen Be­richt vorlegen soll. In der Debatte er­klärte Reichsaußenminister Dr. Strese­mann, daß er im Falle einer Ab- stimmung nicht für den vorlie- gendenBerichtstimmenkönnte.

In längerer Aussprache behandelte der Rat dann den vom Reichsaußenminister Dr. Stresemann erstatteten Bericht über die Umbildung des ständigen Wirtschaftsausschusses des Völkerbundes, in dem künftig auf Vorschlag Dr. Stresemanns auch die Ver­einigten Staaten als 13. Mitglied vertre­ten sein sollen. Alle Vorschläge des Be­richts fanden nach längerer Aussprache die Zustimmung des Rates

Vor dem Völkerbundsrar legte Senats­präsident Dr. S a h m den Danziger Standpunkt dar: Es sind zwei durch Ver­träge und frühere Ratsbeschlüsse gesicherte Rechtsbegriffe sire'ag auseinanderzuhal­ten, erstens die Festlegung und be­sondere Hervorhebung der Nichtexterritorialität der W e st e r p l a t t e, zweitens die Zubilli­gung und Ausübung eines bestehenden Nutzungsrechtes auf einem Teil des Danziger Staatsgebietes durch Polen Aus dem Wortlaut des grundlegenden Abkommens vom Juni 1921 geht klar her­vor. daß lediglich die Zusicherung der Nicht- errerrktorialität den Abschluß des Abkom­mens ermöglicht hat. Dr. Sahm betonte insbesondere, daß die Ausübung der Kon­trolle der Sicherheitsvorschriften, die-für Transport und Ladung von Explosivstof­fen festgesetzt sind, durch Danziger Beamte nicht dadurch überflüssig wird, daß Polen eine zivilrechtliche Verantwortung bei ein­tretenden Explosionsschäden trifft. Die Danziger Regierung, die für die Sicher­heit und öffentliche Wohlfahrt des Staa­tes und seiner Bürger zu sorgen hat, muß auch die Möglichkeit haben, die Erfül­lung der Si cher h eitsvor schr i f- ten zu kontrollieren und kann das nicht dem Militär einer fremden Regie­rung überlasten. Dr. Sahm wies dabei auf den nur 200 Meter von den Muni­tionsanlagen entfernten dichtbevöl­kerten Arbeitervorort Neu - fahrwaffer und auf die unersetz­lichen Werte an Bauten und Kun st schätzen Danzigs selbst h i n. die auf dem Spiele stehen. Zur Re­gelung des Zolldienstes hob Präsident Sahm hervor, daß nach den bestehenden Verträgen zwar eine Zollunion zwischen Danzig und Polen besteht, daß aber

die zollamtliche Kontrolle der Güter jeder Art, welche die im Bersaikler Vertrag festgesetzten Grenzen der Freien Stadt passieren, ausdrücklich und vorbehaltlos von Dan, ziger Zollbeamten ausge, übt

werden soll. Jede andere Regelung, bei der die Danziger Zollversammlung nicht erfährt, was aus der Westerplatte in das Danziger Staatsgebiet eingeführt wird, ist ein ganz unmöglich er Zustand, der die Westerplatte zum Zollausland also

Sttonb ctffi mMg ab tatsächlich exterritorial macht. Zum Schluß wies der Danziger Senats­präsident auf die wachsende Unruhe der Danziger Bevölkerung wegen , des Be­stehens des polnischen Munitionslagers auf der Westerplatte hin und gab der Hoff­nung aller Kreise Danzigs Ausdruck, daß der Rat einen Weg finden möge, der Ent­scheidung ihren Gefahren in sich schließen­den Charakter zu nehmen.

Im Anschluß an die Ausführungen Dr. Sahms betonte der polnische Delegierte Straßburger, daß Polen die Westerplatte niemals als exterritorial betrachtet habe, daß es sich aber für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Sicherheit auf der Wester- platte verantwortlich halte

Dr. Stresemann unterstrich seinerseits, daß kein Zweifel über die Nichtexterritorialität der Wester- platte bestehen könne und daß deshalb die Danziger Beamten,zur Aus­übung ihrer Funktionen das Recht haben, die Westerplatte zu betreten. Auch die Anwesenheit polnischen Militärs auf der Westerplatte könne daran nichts ändern, und es wäre ganz unmöglich, daß Präsident Sahm auf eine Anfrage im Senat über die Sichsr- heitsvcrhältnisie auf der Westerplatte etwa antworten würde, er sei für die be­stehenden Gefahren nicht verantwortlich, obwohl die Westerplatte zum Gebiet der Freien Stadt Danzig gehöre.

Dr. Strefemann gab schließlich die bereits geme.bete Anregung.

Villegas stimmte al» Berichterstatter dem deutschen Vorschlag zu, desgleichen Se- natspräsident Dr. Sahm, der gleichzeitig betonte, doch die beste Losung der heiklen Fraae in der Verlegung des Mu­ni tZonSdepots bestehen würde. Schließlich wurde, to:e bereits gemeldet, die Frage der Exterritorialität der Westerplarte unter vollkommener Offenlasiung ber äugen» lafsung der augenblicklich umstrittenen Ein­zelfragen bis zum Dezember vertagt.

Briand wieder in Paris.

Genf. 27. Sept. Der französische Außenminister Briand verläßt uner­warteterweife bereits heute mittag 12 Uhr (f f, um nach Paris zurückzulrehre«.

Die Gründe für d-e plötzliche Abreise Briands sind bisher noch nicht bekannt geworden, doch besteht die Vermutung, daß seine Abreise nach Paris gewünscht wor­den ist.

Die Abreise der deutschen Delegation aus Genf.

Genf. 27. Sept. Die deutsche Dele­gation verläßt morgen abend Genf und trifft am Donnerstag nachmittag in Ber­lin ein. ReichSaußenminister Dr. Strese­mann beabsichtigt, auch dann von Gens abzureisen, wenn der Rat auch morgen nachmittag noch eine Sitzung abhallen sollte.

Wie aus Berlin gemeldet wird, findet in dieser Woche keine Kabinettssitzung mehr statt. Dr. Stresemann wird erst An­fang nächster Woche dem Kabinett feinen eingebenden Bericht über Genf geben.

Unterredung Briand-Stresemann in Genf.

Genf, 26. Sept. Zu der Behauptung, daß einige Genfer Berichterstatter gestern beobachtet haben wollten, daß die Mi­nister Stresemann und Briand eine persönliche Begegnung zu vermeiden schie­nen, wird jetzt von den verschiedensten Seiten übereinsttmmend berichtet, dah die beiden Minister gestern nachmittag in dem kleinen Salon des HotelsViktoria", der den Zugang zum Reformattonssaal bildet, sich wie zufällig getroffen und zu einer längeren angeregten Unterhal­tung an einem Tische Platz genommen hätten.

(Fortsetzung siehe Seite 2.) . ,> --

Die tu!fiitb'Bo!nlith?n Wtongriffsettbanbluiigen

Warschau. 27. Sept. Das polnische Außenministerium teilt mit. daß die letz­ten Besprechungen zwischen Tschitscherin und dem polnischen Gesandten in Moskau zur Uebereinstimmung in einzelnen Punk­ten des Nichtangriffpaktes geführt hatten. 3m Laufe der Besprechungen sei auch ein Verzeichnis der Punkte, in denen keine Uebereinstimmung erzielt wurde, ausge­stellt worden.

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Sie Seiictong des Behchaslers von Stalton

Großluckvw (bei Vollrathsruhe) 27. Sept. Heute mittag gegen 1 Uhr fand im Schloß die Trauecfeier für Botschafter Freiherrn Dön Maltzan statt. Auf bringenden Wunsch bes Vaters des Verstorbenen hatte sich nur ein kleines Trauergefolge eingefunden. Als Vertreter der Reichsrogierung und des Reichskanzlers war Reichsjustizminister Dr. Hergt in Begleitung des Ministerial­direktors in der Reichskanzlei, Dr. von Ha ge n o w, »IS Vertreter des Reichspräsi­denten und gleichzeitig des ReichKautzrn- ministers, Ministerialdirektor Dr. Köpke, mit drei Aoteilungsdirigentcn und dem Chef des Protokolls erschienen. Das Reichs­verkehrsministerium war vertreten durch Ministerialrat Brandenburg, die Reichs­presscabteilung durch Geheimrat Bali« gant). Vom diplomatischen Korps hatte tich der amerikanische Botschafter Dr. Shurman eingefunden. Bor Beginn der Tvauerfeier ließ der Reichspräsident durch seinen Vertteter einen prächtigen , Kranz aus weißen Rosen und weißen.Lilien am Sarge des Verstorbenen niederlegen. Weitere kostbare Kranzspenden wurden am Sarge niedergelegt im Auftrage des ameri­kanischen Präsidenten Coolr'dge, des amerikanischen Staatssekretärs Kellogg, der Mecklenbnrg-Schwerinschen Staatsregie­rung, des früheren Mecklenburg-Schwerin- schen Grotzherzogvaares und des Prinz­gemahls der Stiebet Laube. Die Trauer­andacht hielt Pastor Hoyer-Kirch-Gruben» Hagen. Ter -Kriegerverein bes Gutes unb Dorfes bildete Spalier. Im Trauergcfolge bemerkte man auch zahlreiche Mitglieder der Kriegervereine aus den umliegenden Ortschaften mit ihren Fahnen.. Die Bei­setzung erfolgte aus dem Familienfriedhofe im Park zu Großluckvw.

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Sie WMM fitot togorstl

ff. Warscha », 28. Sept. Bon Katta, witz und Krakau aus ist ganz Polen mit einer anonymen Flugschrft überschwemmt worden, die den Titel trägt: »Die Wahr, beit über den Fall Zagorski" und nach der der General nach seiner Haftentlassyng in Wilna in einem, in der Nähe von War« schau gelegenen Fort von einige« Offi­zieren ermordet und seine Leiche in die Weichsel geworfen worden sei. Die Re­gierungspresse stellt fest, daß es sich hier­bei um eine abscheuliche Berlenmung han­delt. Bon der Opposttionspresse wird je. doch verlangt, daß die Behörden ihr Schweigen breche» um sich mit den Vor­würfen der Flugschrift auseinander 3» setzen.

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Könnrikt neck nicht abgeflogen?

Angora, 27. Sept. Die Anatolische Telegraphenagentur teilt mit. daß Köu« necke am Sonnabend nicht gestartet isi. Das Flugzeug, dessen Abflug am Sonn« abend gemeldet wurde, war ein Junkers« apparat. Ob und wann Könnecke gestartet ist, geht aus der offenbar uneoCjtänbit eingetrosfeuen Meldung nicht Hervar.