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Marburger

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Anzeiger für <-as früher kurhessische) Sherhessen - Aerkündigungshiatt für Stadt und Kreis Marburg

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oberhrlsische Zeitung

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^7 Verlag b. Dr. §. Hiheroth, TL» bet Univ.-Suchdruckerei b. TTaeg. Koch, Markt 21/23. ^spiecher: Rr. 54. n. Rr. 65. ^scherkkonto: Amt Frankfurt 7» St. 5016. Sprechzeit Id Ae-aktton von 10*11 «md

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1 «oldmark //«.»Dollar.

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W U. StvI. 1927

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Milt für Luftfahrt in Schleiz an. Sie ^gönnen sofort mit der Untersuchung der z^Zzeugtrümmer, um die Ursachen des Glücks aufzuklären. Bis jetzt läßt sich 7® Tagen, daß die Untersuchung außer« schwierig ist, da die ganze Ma« eigentlich nur einen wüsten Trüm« ipwufen bildet. Besondere Aufmerksam« C widmet die Kommission naturgemäß abgebrochenen Tragfläche des Flug«

zum Sete een Milzau

Beileid des Reichspräsidenten zum Tode des Botschafters v. Maltzan.

B e r l i n, 23. Sept. Reichspräsident v. Hin­denburg hat an Freifrau v. Maltzan folgen­des Telegramm gerichtet:

An dem schweren Unglück, das Sie so plötz­lich betroffen hat, nehme ich herzlich Anteil­nahme und bitte Sie', den Ausdruck meines tiefempfundenen Beileids entgegenzunehmen. Das Deutsche Reich verliert in Ihrem in so tra­gischer Weise ums Leben gekommenen Gatten einen der fähigsten Diplomaten und hervor­ragendsten Vertreter, dem ich stets ein ehren­des Gedenken bewahren werde.

gez. v. Hindenburg, Reichspräsident." Reichskanzler Marx hat an Freifrau eben­falls ein Beileidstelegramm gerichtet.

Reichsminister Dr. Stresemann zum Tode von Maltzan's.

Genf, 23. Sept. In einer Sitzung der deutschen Delegation widmete Reichsaußen­minister Dr. Stresemann dem Gedächtnis des verstorbenen Botschafters von Maltzan warme Worte.

Amerika zum Tod« Maltzans.

fk. Washington. 24. Sept. Die deutsch« Botschaft wurde vom Bekanntwerden des töd­lichen Unfalles des Frhr. v. Maltzan bis in die späten Abendstunden von offiziellen Vertretern der amerikanischen Regierung und des diplo­matischen Korps aufgesucht. Präsident Coo- lidge sandte seinen Adjutanten, Staatssekretär Kellogg und sämtliche Referenten des Staats­departements gaben Beileidskarten ab. Unter den ersten Kondulenten erschien der französische Botschafter auf der deutschen Botschaft und sprach dem Geschäftsträger Dr. K i e p, zugleich mit der Bitte um Uebermittelung an die Gat­tin des Botschafters v. Maltzan und an die deutsch« Regierung seine ernste Teilnahme aus. Der britische Botschafter sandte ein herzlich ge­haltenes Beleidstelegramm. Senator Borah rühmte die Popularität v. Maltzans und be­dauerte den großen Verlust, den beide Länder durch seinen Tod erlittest haben.

.Vm < (Foiljesuna siede Seit« 2.) _ ,

Flügel heruntergestürzt sei. Das würde das Unglück noch rätselhafter machen, denn die Tragflächen der Dornier-Maschine sind durch vier Srreben befestigt und außerdem besonders stark verbolzt. Schleiz liegt be­reits jenseits des Fichtelgebirges in mehr oder weniger ebenem Gelände. Aach fach­männischer Ansicht war also eine Notlau« düng, falls sie dem Piloten erforderlich er­schienen wäre, durchaus möglich gewesen. Sofort nach dem Bekanntwerden des Un­glücks in Berlin sind drei Flugzeuge zur Untersuchung der Ursachen des Unglücks nach Schleiz abgeflogen und zwar eins von der Deutschen Versuchsanstalt für Luft­fahrt und zwei Maschinen der Deutschen Lufthansa.

Diese Auffassung der Leitung der Deut­schen Lufthansa von der Anerklärlichkeit des Unglücks wird in anderen Berliner Lustfahrtireisen geteilt. Wan äußert nur die Vermutung, daß es sich vielleicht um Sabotage handelt.

Die rätselhafte Ursache der Flugzeugkatastrophe

fk. B e r l i n, 24. Sept. Die Blätter beschäf­tigen sich eingehend mit der Frage, welche Ur­sache das furchtbare Flugzeugunglück gehabt haben könnte. Die gestern ausgetauchte Ver­mutung, es könnte ein Sabotageakt oder gar elti Attentat im Zusammenhang mit der Sareo- V-nzetti-Afsör« vorliegen, wird von den Blät­tern als unglaubhaft erklärt. In einem Blatt wird es für wahrscheinlich gehalten, daß der Flugzeugführer durch plötzliches Unwohlsein oder sogar Herzschlag die Herrschaft über den Apparat verloren hat. Von dem Dornier- Metallwerk in Friedrichshafen wird es als aus- geschlosien gehalten, daß das Unglück durch einen Tragflächenbruch verursacht worden ist.

Verl in, 23. Sept. (WTB.) Aus bisher un- bekannten Gründen verunglückte das Augzeug D 585 auf der Strecke BerlinMün­chen in der Nähe von Schleiz. Der Flug­zeugführer und vier Paffagiere sind tet, der Bordmonteur Peiler ist schwer ver­letzt. Die Namen der Toten sind, Botschafter gtefljerr o. Maltzan. Roll von der Reichs- tetzndirektion in Berlin. Prokurist und Ber- »chrsleiter der Deutfchen Lufthansa v. Arnim md Flugzeugschüler der Verkehrsfliegerschule Vemers. Der Flugzeugführer Charlett ist Frie- tensflieger. hat viele Hunderttausende von Wometern auf Streckenflügen zurückgelegt mb Ist in letzter Zeit besonders viel auf der Eittdte BerlinMünchen geflogen. Das Flug­zeug, eine Maschine des A^ps Merkur, wurde Sitte Mai d. Is. nach Prüfung durch die leutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt von den .ten Dornierwerken an die Deutsche Lufthansa liefert und ha. s-ftdem ohne jeden Zwischen-

SoWastw von «Ultimi toi auf dem Erdboden zersplittert sei. Dafür sprechen auch durchaus die starken Erd­massen an den gefundenen Propellerteilen. Da es gegen 19 Ahr bereits stark dunkelte, muhte die Antersuchung abgebrochen wer­den. Sie wird morgen fortgesetzt. Irgend etwas endgültiges läßt sich nach der An­gabe der Sachverständigen vor morgen überhaupt nicht sagen, wenn es überhaupt gelingt, die wirkliche Arsache des Anglücks aufzuklären. Staatsanwaltschaft und Po­lizei haben die Trümmer des Flugzeuges mit Beschlag belegt, bis die Antersuchungen der Sachverständigen abgeschlossen sind. Im Laufe des Abends wurde die An­glücksstelle von der Polizei in weitem Kreis durch einen provisorischen Zaun ab­gesperrt.

S ch l e i z, 23. Sept. (WTB.) Das De- lände, auf dem sich das furchtbare An­glück ereignet hat. liegt zwischen Schleiz und Heinrichsruh. Die Trümmer der Ma­schine, die ein furchtbares Bild der Zer­störung bilden, liegen etwa auf der Mitte eines Abhangs von etwa 1,5 Kilometer Länge auf einem Stoppelfeld, das von Wald umgeben ist. In den Abendstunden sind Arbeiter dabei, das Vorderteil der Maschine freizulegen. Die Polizei hat Mühe, die große Schar der Neugierigen in angemessener Entfernung zu halten. Aus nah und fern sind sie herbeigeeilt, sodaß auf der Landstraße, die etwa 150 Meter neben der Anglücksstelle verläuft, eine lange Reihe von Autos und Motorrädern steht. Ortseinsässige erzählen, daß, nach­dem sie das Flugzeug kurz vorher in nor­malem Fluge gesehen haben, plötzlich ein furchtbares Detöse hörten, das offenbar von dem schweren Aufschlag herrührte. Natürliche wollen, wie immer, alle mög­lichen Leute alles mögliche gesehen haben. Die Sachverständigen nehmen aber Den größten Teil der Angaben mit großer Skepsis. Zur Stunde läßt sich jedenfalls nur sagen, daß die Arsache des Anglücks noch genau so rätselhaft wie heute mittag ist. Kein Zweifel aber, daH die Luftfahrt selbst das größte' Interesse hat. die Ar- sache aufzuklären. In dieser Richtung werden deshalb auch alle Anstrengungen morgen mit der größten Sorgfalt fort­gesetzt werden.

Berlin, 23. Sept. Zu dem Absturz. des Verkehrsflugzeuges erfährt dasB. T." aus Schleiz: Kaum hatte das Flugzeug die Stadt überflogen, als der Führer ver­suchte, etwa 1 Kilometer südlich auf der Sttaße nach Hof zu landen. Ehe dies Äfing das Flugzeug plötzlich an zu

Das Flugzeug stürzte aus 100 Meter Höhe ab und grub sich mit dem oberen Teil nach unten tief in den Erd­boden ein, während der abgebrochene linke Flügel unbesädigt etwa 22 Meter abseits von der Anglücksstelle liegen blieb.. Da bei dem Sturz auch eine Feuersäule ge­sehen und ein heftiger Knall gehört wurde, so ist nicht ausgeschlossen, daß das Anglück durch eine Motorexplosion hervor« gerusen wurde. Was den Piloten plötz­lich zur Notlandung gezwungen hat, ist noch nicht geklärt. Möglich ist auch, daß der eine Flügel schon während de« Auges beschädigt war und der Pilot sich deshalb zur Notlandung entschließen mußte.

Die Deutsche Lufthansa über das Flugzeug­unglück.

Berlin, 23. Sept. (WTB.) Direktor Merkel von der Deutschen Luschansa er­klärte einem Vertreter des WTB., daß das Flugzeugunglück bei Schleiz in seinen Ar- sachen vollkommen unerklärlich ist. Die Maschine ist technisch ausgezeich­net geprüft und seit Mai im Dienst, also noch verhältnismäßig neu. Auch der Typ der Maschine ist gut. Er wird bereits seit 5 Jahren geflogen. Der erste Augenzeuge des Anglücks war offenbar ein Förster. ES wird berichtet, daß die Maschine o hn e

Das letzte Opfer des Flugzeugunglücks gestorben.

Sertin, 23. Sept Nach einer bei der Kutschen Lufthansa eingegangenen Meldung H^Mischen auch der BordmonteurFei- »8ee heute vormittag bei Schleiz verunglück­tet FltNzeuges seinen Verletzungen liegen, so daß nunmehr sämtliche sechs tzPffeu d s Flugzeuges tot sind.

Alle Verunglückt« geborgen.

i «chleiz, 23. Sept. Gegen 7 Uhr abends stÄng auch den Piloten und den Bord- ternteur des rerunglückten Flugzeuges aus di" Srüir...:rn herauszuziehen, sodaß nun« alle Leichen geborgen sind. Die Leichen wurden auf einem mit Stroh bedeckten Wa­it» gelegt und werden im Laufe des Abends der städtischen Leichenhalle in Schleiz ge- Die Polizei ist gleichzeitig damit be- ^tftigt, die bei den Tot.n gefundenen perfön« Ausweis' und Wertsachen zu o ;:n.

^.Schleiz, 24. Sept. Gestern abend sind Opfer des Flugzeugunglücks in die hiesige Mische Leichenhalle übergeführt worden. Niet hat sich noch keine einwandfreie 2luf« Jätung ergeben. Die Frage ob tatsächlich in Luft ein Flügelbruch erfolgt ist, bleibt ^tchaus offen. Ein körperliches oder geisti- Versagen des Flugzeugführers ist mehr als wahrscheinlich.

-Schleiz, 23. Sept. (WTB.) Nachdem ^its im Laufe des Nachmittags Mini« Mühlig-Hofmann vom Reichs« ^chrsminifterium an der Anglücksstelle ^troffen ist, kamen gegen abend auch *** Vertreter der Deutschen Versuchs«

Die envu dib ou zzteier vdtti Mtteil des Flugzeuges entfernt liegt, lieht jedoch schon fest, daß die Augen- T^enberichte, wonach der Flügel bereits Luft abgebrochen sei, mit großer Mcht ausgenommen werden müssen. Ie- .?1°lls hat der bisherige Befund der ^verständigen einen Beweis für diese -^"ahme noch nicht erbracht. Die Ma» ist offenbar aus einer Höhe, für die graben zwischen 150 und 300 Metern abgestürzt, sie hat sich dann mit j^Tpitze mit einem furchtbaren Auf- in den Boden eingegraben. Auch Berichte, daß der Propeller in der iS1 Zersplittert sei und eine Strebe zer- tZ?9en habe, werden zunächst als nicht L «f«n angesehen. Man neigt vielmehr Auffassung zu, daß der Propeller erst

Sk. Clteitmann

zur Sintenbuegrete

Sin Interview Stresemanns mit demMatia* über die Kriegsschuldfrage.

fk. Paris, 24. Sept. Dr. Stresemann er­klärte dem Autzenpolitiker desSlatin in Genf: Ich bin nicht nur überrascht, sondern erstaunt, dah die vom Reichspräsidenten in Tannenberg gehaltene Rede in Frankreich in diesem Made Aufsehen erregt bat. Zunächst bringt diese Rede nichts anderes, als schon oft ausgesprochene Ansichten. Man mub daran denken, dad in Deutschland viel weniger als in Frankreich Kriegerdenkmäler enthüllt und da­bei Ministerreden gehalten wurden. In Frank­reich ist die Erinnerung an den Krieg und der Rückblick auf die Vergangenheit fast alltäglich. Der Reichspräsident hat, wenn ich mich recht erinnere, seit seinem Amtsantritt noch nie­mals ein Kriegerdenkmal eingeweiht. Abe» Tannenberg ist sein Werk, mit dem Ke Person und seine Erfolge verbünde«

. Er befand sich da auf einem historischen Boden, und alle Kriegsereignisse, die sich an seinen Namen knüpfen, ebenso wie seine spä­tere Tätigkeit als Staatsoberhaupt sind ihm gewissermatzen im Gedächtnis wieder aufge­stiegen. Was er bei dieser Gelegenheit gesagt hat, alles das ist ein für deutsche Gemüter eigenes Gefühl. Der wesentliche, Punkt der Red« des Reichspräsidenten ist, datz ein un­parteiisches Schiedsgericht prüfen und bestim­men soll, was sich int Sommer 1914 im Laufe - des diplomatischen Notenaustausches abgespielt hat und das auch was noch bedeutsamer ist die Ereignisie, die sich in den voraufgegan- genen Jahren abgespielt haben, präzisieren soll. Selbst Briand hat in einer Rede in Senf am Schlutz gefordert, den Frieden durch das Schiedsverfahren zu schaffen. Man f«teert das Schiedsverfahren für wirtschaftliche Fra­gen und für finanzielle Probleme, also für die verschiedenartigsten Konflikte. Wenn dieser Satz der einzig wirkungsvolle ist, um die Be­friedung teer Völker berbeizufiibren, warum soll er nicht anwendbar sein auf Fragen, die auf einem Volke schwerer lasten, als un­günstig« schiedsgerichtliche Entscheidungen in einer Debatte rein materieller Art?

Das deutsche Volk empfindet die These, die allein auf der dentssen Initiative die schreckliche Katastrophe des Weltkriege, lagern läßt, als eine schwere Beleidigung und es ist sehr begreiflich, daß es sich vor seinem Urteil nicht beugen kann, bei dem Ankläger und Richter die gleichen waren. Diese tiefe Empfindung steht nicht im Widerspruch zu der praktischen Politik, die wir im unerschütterlichen Vertrauen fort, setzen. Von dem den Völkerbund be« herrschenden Standpunkt aus kann nie« wand den Gedanken eines derartige« Schiedsspruches tadeln.

Wenn er nicht schon jetzt eine konkrete Form anuimmt. daun wird er durch die Möglichkeit derer, die die Geschichte schrei­ben, erfüllt werden. Vor dem endgül­tigen Urteil de» Geschichte kön­nen und müssen alle Völker sich fügen.

Unterzeichnung der Schiedsgerichtsklausel.

Genf, 23. Sept. Reichsaußenminister Dr. Stresemann hat heute, wie er bereits in seiner Rede in der Bundesversammlung angekündigt hatte, die Klausel über die obligatorische Schiedssprechung des Stän­digen Internationale« Gerichtshofes im Haag unterzeichnet. Wie das W. T. B. hört, ist beabsichtigt, die Unterzeichnung der Klausel noch in diesem Herbst dem Reichstag zur Genehmigung vorzulegen, so daß mit einer baldigen Ratiflkation gerechnet werden kann.

Berlin, 23. Sept. Melden Blättern mit­geteilt wirte, dürfte am Dienstag abend die Vollversammlung des Lölkerbundes geschloßen werden. Die deutsche Delegation wird also voraussichtlich am Dienstag abend oder Mitt­woch vormittag abreisen. Der Reichsautzen- minister wird vielleicht heute die Fakultativ­klausel unterreichnen.