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Anzeiger für <»aS früher kurhessische) Sbecheffea - Verkünbisungsdlatt für Stadt und Kreis Marburg

der Wind, sie

Sonnabend.

den Z. 6M Ito

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Nr. 206 62. Mrs. Mlllbiug o. Lahn

ohne weitere« Folge leisten önnett. Deut­scherseits wird man vor genauer Kennt­nis von Form und Inhalt eines derarti­gen Vorschlages keine Stellung nehmen könne«, da mit dem Vorschlag eine« allge­meine« Nichtangriffspaktes viel u«b wenig gesagt sein kann, je nach dem wie der Gedanke formuliert wird.

Elm ErklSrimg St. SlnlenmmiS

ff. Genf. 3. Sept. Zu dem von der bel­gischen Telegrapbenngentur gestern über die Einsetzung einer internationalen Enquete- kommisfion veröffentlichten Kommunique gab der deutsche Außenminister einigen hiesigen Pressevertretern folgende Erklä­rung ab:

3d) bin von dem Kommunique auf da» äuberste befremdet. Der wirkliche Sach­verhalt ist vor kurzer Zeit, nämlich am 19. August, in einem mit der belgischen Regierung vereinbarten Kommunique gleichzeitig in

-er Änzeigenpreiv beträgt fin­den IvgespaU. Zellenmillimeter 0.08 S92L, kleine Baranzeigen

Brüssel und Berlin bekannt gegeben worden. Aus diesem Kommunique geht klar hervor, dah die belgische Regierung die Ini­tiative ergriffen hat, indem sie in einer amtlichen Rote die Aufmerksamket der deut­schen Regierung darauf lenkt, dab die belgische Regierung mit einer Untersuchung der deutsch-belgischen Streitfrage einver­standen sei. Die deutsche Regierung hat dieses Angebot selbstverständlich angenom­men, ohne dab sie ihrerseits irgendwelche Anträge oder Anregungen auf diesem Gebiet an die belgische Regierung gestellt hätte. Es ist deshalb unverständlich, wenn in dem neuen belgischen Kommunique von einer deut­scherseits angestrebten Ausdehnung auf andere von der belgischen Regierung nicht ins Auge gefabte Fragen gesprochen wird. Ich kann diese Behauptung des neuen belgischen Kom­muniques nur auf eine Verkennung des wahren Sachverhalts seitens des bel­gischen Kabinett« zurückführen.

werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er- v füllungsort Marburg.

Ml Goldmark = '/.Dollar. .

Revision -es Dawesvlanes!

gorttrunsen des RtichsvetbmideS ter teuttotn Industrie

machen, sie in unfern Dienst zu zwingen. Die Clemente sind doch stärker als der Menschi und was er ihnen abringt, das ist eben nicht mehr als das Vermögen, sie zu beherrschen, wo sie dienen wollen. Da läßt einer von den Winden sich tragen und fliegt über das Meer. Das Wagnis ge­lingt. Ein anderer, ein dritter^ folgen, und nun

Belgien fürchtet -Le Wahrheit!

Sie neutrale UnterMune des gtantoreotfriegei auf nichtigen «timten abgefeimt:

Wieder In Sens

Wir Menschen ruhen und rasten nicht, die Elemente unserm Willen gefügig zu

nicht wollen. Denn auch das Mögliche zu tun, ist schon eine Kunst.

Auch wenn ost der Mensch glaubt, mit Menschen zu kämpfen, kämpft er im Gründe mit einem Element. Nicht umsonst reden wir von der elementaren Kraft nationalen Widerstandes, nationalen Has­ses, nationalen Willens. Dem einen mag es einmal gelingen, sich in kühnem Schwung darüber hinwegzusetzen. Denn Menschen­wille ist, auch gesammelt und vertiefte nicht unangreifbar, oft träge. Vielleicht duldet er die Willkür des einen, der ihn aufrüttelt. Doch den nächsten erschlägt er. Am gesammelten Menschenwillen in seiner elementaren Kraft zu lenken zu lenken, nicht zu vergewaltigen dazu gehört die Kraft einer Persönlichkeit. Da reicht eben die Macht eines Amtes nicht aus.

Das muß neben anderen -auch einer der man darf wohl sagen edelsten Vorkämpfer für den Friedensgedanken und die Versöhnung der feindlichen Mächte, B r i a n d, erneut verspüren. Was dieser Außenminister des ftanzösischen Volkes an Arbeit geleistet hat, um seiner Politik der Einhattung bestehender Verträge zum Siege zu verhelfen, was er an Schmähungen auf sich genommen hat, um sein Amt und damit seinen Einfluß nicht aus den Händen . zu geben, das steht in der Geschichte der Nachkriegszeit wohl einzig da. And doch haben diese Opfer nicht vermocht, sein Werk auch nur in einem Punkte sicherzu» stellen, geschweige denn zu vollenden. Die Persönlichkeit, die Frankreichs Po­litik, auch die Außenpolittk, beherrscht, ist P o i n c a r e, er ist man mag urteilen über ihn, wie man will für Frankreich in mehr als einer Hinsicht der Retter ge-. worden.

Es kann nicht geleugnet werden, daß die Hoffnungen, die ein großer Teil des deut­schen Volkes auf die Locarno- und Völker­bundspolitik gesetzt hat. zum großen Teil gestützt waren auf die Erwartung, daß das stanzösische Volk, der kriegerischen und überhaupt aller gewaltsamen Maßnahmen müde, einen Poincare auf die Dauer nicht mehr enttagen werde. Das war mehr als Opttmismus, das war eine Illusion. De Iouvenel, gewiß kein nattonalistischer Heißsporn, hat sich als Nachfolger Briands gerade dadurch empfohlen, dah er sich dessen Devise:Nichts mehr von Ka­nonen!" n i ch t zu eigen machte, sondern in der Aufrechterhaltung der Befatzung, in denKanonen am Rhein" die beste Bürg­schaft für den Frieden erblickt.

In dieser Frage steht aber nicht etwa Meinung gegen Meinung, sondern gegen die Politik BriandS steht der entschlossene Machtwille der französischen Militärs und Politiker, auch soweit sie nicht gerade An­hänger Poincares sind, und schon aus die­sem Grunde sollte man uns mit der neuen Illusion verschonen, die Wahlen würkson bestimmt den Sturz Poincarös herbei­führen. Diese Art, ein enttäuschtes Volk zu verttösten, ist noch schlimmer und ge­fährlicher, als eS über die selbstverständ­lichen Rückschläge unserer Versöhnungs- Politik hinwegzutäuschen.

Es i s t ein Rückschlag, wenn die deutsche Delegation darauf verachtet, die Frage der

SberlMsche Zeitung

rufen sie allesamt: Das Meer und d, sie sind unser. Doch, da höhnt der Wind, da lacht das Meer, und die nächsten verschlingt eS. And diese Opfer erst machen den Menschen besonnen, er lernt wieder warten und das Anmögliche

Brüssel, 2. Sept Der heutige Minister­in, an dem Bandervelde, der besonders H diesem Zwecke aus Genf zurückgekebrt war, teilnahm, hat die Veranstaltung der Franktireur-Enquete abgelehnt. Die Entschliebung wird, wie verlautet, gröbere politische Folgen haben.

Aeber den heuttgen belgischen Kabi-, nettsrat veröffentlicht die b e l g i s ch e T e- legraphenagentur folgende Mittei­lung:Bezugnehmend auf die am 13. Juli 1927 von Bandervelde abge­gebene Erklärung über die Annahme einer internationalen, wenn auch späten Antersuchung über den angeb­lichen Franktireurkrieg in Belgien die Reichsregierung am 22. August ihren Gesandten in Brüssel beauf- ttagt, der belgischen Regierung mitzu- teilen, daß sie diese Antersuchung an- nehme und vorschlage, sie auf alle Fälle auszudehnen, die den Krieg Betref­fen. Die Reichsregierung verhehlte übri­gens nicht, daß nach ihrer Meinung die gleichen Methoden auch in Bezug auf die anderen Länder angewendet werden könnten. Bandervelde nahm Kenntnis von der Mitteilung des deutschen Gesandten und sagte ihm, er werde sie dem nächsten Ministerrat unterbreiten. In der heutigen Sitzung des Rates wurde die Meinung einmütig vertteten, daß man diese Anregungen nicht berücksichttgen könne. Es scheint außer Zweifel, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen eine An­tersuchung dazu angetan sein könnte, die Leidenschaften zu erregen und Konsequenzen nach sich zu ziehen, die den gemeinsamen Wunsch beider Regierungen «ach Befriedung und nach Besserung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern entgegengesetzt wären. Bandervelde wird diese Erwägungen in den Anterre- düngen darlegen, die er während der Ta­gung der GenferDersammlung mit den Vertretern der Signatarmächte von Locarno zu führen beabsichtigt.

Anmerkung des WTB: Bon unterrich­teter Seite werden wir darauf hingewiesen, datz in dieser Angelegenheit am 19. August eine Ileichlautende Mitteilung von deutscher wie von belgischer Seite veröffent­licht worden ist. Soweit die vorstehende Ver- «sientlichung hiervon abweicht, könnte sie rn dem Mitzverftändnis Anlab geben, dah die deutsche Regierung Fordernn- »en gestellt habe, die über den in der Be- lanntmachung vom 19. August vorgesehenen Nahmen hinausgehen, was bekanntlich nicht der Fall gewesen ist.

Mn toläat einen .MlamrM DaN vor

fk.E e «f, 3. Sept. In Genfer Kreisen «regte gestern abend die Meldung Des -Petit Parisien" Aufsehen, tvonach Polen die Einbringung eines Vorschla­gs vor die Bölkerbundsversammlung be­rüchtigt. einen allgemeine« Nicht­angriffspakt z« schließe». Nach Er- b»ndigu«ge« in den verschiedenen inter­nationalen Genfer Lagern erscheint die Feststellung angebracht, daß eine Bor- kühlung über einen solchen Vorschlag kaum ftattgefunden hat; trotzdem >i«mt man hier an, daß Pole« mit einem Elchen Vorschlag hervortritt und damit «ine Eesamtaktio« des Pölkerbundes her- i«i,«führen suchen wird. Die Großmächte »eiben einet improvisierten Aktion von sicher Traaweite allerdings schwerlich

ren 1925 und 1926 insgesamt 4 Milliar­den, und wird im laufenden Jahre allein auf über 4 Milliarden anschwellen. Die­ses Defizit konnte bisher nur durch Aus­nahme ausländischer Anleihen ausgeglichen werden. Wenn auch Anleihen an sich nicht bedenklich sind, so gibt doch

die gegenwärtige Verschuldung Deutsch­land» zu ernster Sorge Anlaß.

In den letzten drei Jahren sind int ganzen 10 Milliarden neuer Schulden ausgenom­men worden, von denen 6 Milliarden auf das Inland und 4 Milliarden auf das Ausland entfallen. Hinzu kommt noch die Verschuldung der Landwirtschaft, die auf rund 9 Milliarden angewachsen ist. Ein­schließlich der Aufwertungsschulden ergibt sich eine Kapitalverschuldung Deutschlands von 23,1 Milliarden RM., die eine jähr­liche Zinsenlast von rund 2 Milliarden be­deutet. Rechnet man dazu die DaweSlasten, die vom nächsten Jahre an 2,5 Milliarden betragen, so werden die jährlichen Zinsverpflichtungen Deutschlands auf mindestens 4,5 Milliarden stei­gen. Das ist mehr als das Doppelte der Vorkriegszeit. In diesen Zahlen aber ist noch nicht die kurzfristige Verschuldung ein­begriffen, die namentlich gegenüber dem Ausland gefährlich ist. Es muß in Deutsch­land das Verständnis für die Gefahren einer z u großen kurzfristigen Verschuldung geweckt werden, um die bisherige fehlerAfte Kreditwirtschast ab­zustellen. Eine Gesundung unserer Wirt­schaft kann auf dem Wege der Kreditpoli­tik allein überhaupt nicht erreicht werden. Nur eine umfassende Wirtschafts-, Sozial­und Finanzpolitik kann hier Abhilfe schaf­fen. Ein weiteres Zeichen dafür, daß die deutsche Wirtschaft noch nicht gesun­det ist, zeigt eine Betrachtung der Rentabilität. Von einer auch nur einigermaßen auskömmlichen Rente kann nicht die Rede sein. Im Jahre 1926 haben von den 850 an der Berliner Börse no­tierten Aktiengesellschaften 309 überhaupt keine Dividende verteilt, das sind 36,4 Prozent. Die Durchschnittsdividende aller dieser Aktiengesellschaften betrug nur 6,88 Prozent gegenüber 10,02 Prozent im Jahre 1913, ist also gegenüber der Vor­kriegszeit um annähernd '/- gesunken. Demgegenüber ist die Lohnhöhe der ge­lernten Arbeiter feit 1913 um 47 Prozent, die der ungelernten Arbeiter um 81 Pro­zent gestiegen.

Al» schwerste Fessel d-e Wirtschaft wirkt sich der DaweSPla» an».

ISortsetzung Rebe Seite 2.)

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glug. Koch, Markt 21/23. M^isprecher: Rr. 54. u. Rr. 55. «ostscheckkonto: Amt Frankfurt.

Rr. 5015. - Sprechzeit tu Rehaktton von 1011 und 1,1-1 Uhr.

Frankfurt a. M., 2. Sept. Die große diesjährige Tagung des Reichs - verbände» der deutschen In-- d u st r i e wurde am Freitag nachmittag eröffnet, nachdem am Donnerstag eine ge­meinsame Sitzung des Präsidiums und Vorstandes und am Freitag eine Sitzung des Hauptausschusses vorangegangen wa­ren. Die Tagung war außerordentlich stark besucht. ES waren etwa 2000 Gäste und Mitglieder aus dem ganzen Reich er­schienen, darunter der Reichsfinanzminister Dr. Köhler, der ReichSwirtschaftSmi- nister Dr. Ku r t i u 5 , der bayerische Mi­nisterpräsident Held, der preußische Han­del-Minister Dr. Schreiber, sowie die Vertreter der übrigen Reichs- und Staats­behörden und der in- und ausländischen Presse.

Der Vorsitzende,

Geheimrat Professor $r. TniSberg, eröffnete nach einem einleitenden Musikstück die Mitgliederversammlung und begrüßte die erschienenen Gäste. Mit dem Wunsche, daß die Tagung einen an Eindrücken reichen Verlauf nehme und mit der Ver­sicherung, daß auch die Industrie ihre In­teressen stets der Erhaltung und Festigung des Staates unterordne, leitete Geheimrat Dulsberg zu einem Treuegelöbnis auf den Reichspräsidenten über. Unter den Glück­wünschen, die sich in wenigen Wochen zum 80. Geburtstag Hindenburgs zusammen- finden, stehe mit in vorderster Linie die deutsche Industrie. Zum Ausdruck der dankbaren Gesinnung, die die gesamte deut­sche Industrie dem Reichspräsidenten ent- gegenbringt, wurde beschlossen, ein De- grüßungStelegramm an Hindenburg abzu­senden. Bevor Geheimrat DuiSberg das Wort zu den angekündigten Vorträgen er­teilte, nahm er selbst in großen Zügen Stellung zur gegenwärtigen deutschen Wirt­schaftslage. Er führte aus, daß bereits bei der Dresdener Tagung im vorigen Jahr eine Belebung der Wirt­schaft eingetreten war, die im wesent­lichen bis heute angehalten hat. Einen Gradmesser für diese Entwicklung bildete die Zahl der Arbeitslosen, die im Laufe der lebten zwölf Monate von über l1/* Millionen auf annähernd 576 000 gefallen ist. Aber die Belebung der deutschen Wirt­schaft erstreckte sich in der Hauptsache fast ausschließlich auf den Binnenmarkt. Die Ausfuhr deutscher Waren konnte kaum ge­steigert werden. An den BorkriegSwer-- ten gemessen, liegt der deutsche Export noch immer etwa um Vs unter der Aus­fuhr des JahreS 1913. Das Defizit der deutschen HandelSdilanL betrug in den Iah-