Einzelbild herunterladen
 

flWwßO»

Htl L 6t$l. 1927

ffr ^VberheMH« Settang* et- f^etnt sechsmal lvöchrnklist^ Se* «gSprcis monatlich 2 GM. anS- Meßl. ZustellmigSgebühr. durch tzt«Post2^5 SMMr etwa infolge ßtrtttd, Maschinendefekte oder ilementarer Ereignisse ausfallende Kümmern wird kein Ersatz ge» leistet. Verlag b. Dr. §. Httzeroth, Druck der Untv.-Buchdrnckerei v. Kch. Ang. «och, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 54. u. Rr. 55. Postscheckkonto: Statt Frankfurt «. W. Rr. 5015. Sprechzeit (et Redaktion von 1011 und *1,11 Uhr.

Äbech elfische

Rmimm 14p& Echt

? AgtSmukisn / H H H || H a ZA wtww

Rk. 295 62. Mrs. Marburg tu Bahn

Der Anzeigenprett beträgt für den - lo gespalt. Zeilenmillinreter 0.08 GM., kleine Baranzeize» 0.06 GM., amtliche und au» wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz» Vorschrift 5O»J, Aufschlag. Sammelanzeigen 100 el* Stuf* schlag. Reklamen der Millim. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt ab Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle and Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Soldmark */«,,Dollar.

Anzeiger für i-as früher kurhessische) Sberhesfen - Berkünöigmtssdlstt für Statt unö Kreis Marburg

Die englischen Dzeanftiegee verschellen

-eine RackrMn von der -61. Raphael" IrrBlaue Bogel" zurülkgckehrt

ff. London, 2. Sept. Wie »Ex­change Telegrap* heute früh 4.30 Uhr aus Otowa berichtet, ist das kana­dische Luftfahrtsministerium im Besitze einer nicht amtlichen Meldung, nach der die englischen Ozeanflieger Hamilton und M i n ch i n wegen Benzinmangels ge­zwungen wurden, 700 Meilen östlich von Quebec zu landen. Nutzer die­sem unbestätigten Bericht ist bis in die srühen Morgenstunden hinein keine Ra ch r i ch t über den Verbleib derSt. Raphael" in England eingetroffen. Sin bereits gestern nachmittag eingegan­gener Reuterbericht besagt, datz ein Agent der kanadischen Rational-Eisenbahn bei Pigeon River ein Flugzeug gesichtet habe, ohne es aber identifizieren zu können. Bis um 8 Uhr heute vormittag liegt eine B e st ä t i g u n g der Nachricht nicht vor.

Keine Landung derRaphael".

ff. London, 2. Sept. Bis 9 Uhr heute vormittag ist das FlugzeugSt. Raphael" »rcht gelandet. Da das Flugzeug nur für 43 Stunden Betriebs­stoff bei sich führt, hat man wenig Hoff­nung. datz es noch in Kanada landet. In Luftfahrtskreisen hält man das Flug­zeug für verloren.

Start desBlauen Vogels.

fk. Paris, 2. Sept. Um 6.32 Uhr heute früh ist das Farman-Flugzeug »Blauer Vogel" mit Eivon und L o r b u an Bord zum Ozeanflug auf dem Flugplatz Le Bourget gestartet.

Nach einer nachts von Havas herausge­gebenen Nachricht gedenken die Flieger zunächst nach Brest zu fliegen und von dort aus den 48. Breitengrad zu erreichen, um dann Kurs auf Neufundland zu nehmen.

Der FarmanapparatBlauer Bo­gel" hat ein Leergewicht von 4000 Kilo­gramm und ein Gewicht mit Belastung »on 11500 Kilogramm. Er ist ein F a r - «an-Doppeldecker mit zwei Mo­toren von ie 500 PS. Der Apparat führt 9600 Liter Benzin und hat eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 140 Kilo­meter und einen Aktionsradius von 7000 Kilometer. Er kann sich 60 Stunden in der Luft halten. Zeder der beiden Flie­ger hat einen Fallschirm und Stets tu'ngsringe. Es war noch nicht in Erfahrung zu bringen, ob eine Funkan­lage an Bord ist.

Rückkehr desBlauen Vogels".

fk. Paris, 2. Sept. Das Flugzeug »Blauer Bogel", das heute vormittag 6^2 Uhr nach Amerika gestartet ist, ist «m 9.40 Uhr nach dem Flugplatz Le Bourget lurückgekehrt. Nach einer Meldung ist der Benzintank undicht gewor-

Roch keine Nachricht von Redfern.

ft. Para, 2. Sept. Dis Meldung, wonach der auf dem Fluge Nordamerika- Brasilien verschollene FNeger Redfern bei Alemquer am Amazonenstrom in Brasilien gelandet sei, bestätigt sich nicht. Der Gon- berneur von Ärt Me BÄivKen An-i

gewiesen, die Suche nach dem Flieger im Innern des Landes fortzusetzen.

'Sir John Carlings" notgelandet.

fk. L o n d o n , 2. Sept. Wie aus Cari- bou (Maine) berichtet wird, ist der Ein­deckerSir John Carlings", der sich auf dem Wege London (Ontario) nach London (England) befand, infolge dichten Nebels in der Nähe von Caribou (Maine) notge­landet. Die Insassen waren unverletzt. Sie teilen mit, daß sie ihren Flug morgen vormittag wieder ausnehcken wollen.

fk. Paris, 2. Sept. Aus der Linie von Paris nach der südfranzöfischen Stadt Bor­deaux ist gestern nacht ei« Schnellzug entgleist. 3 2 Personen wurden dabei getötet und zahlreiche Per­sonen verletzt. Einzelheiten fehlen noch.

----

Sie RimetterkMIrvOe in iSoiizien

Die Nachrichten aus den ostgalizischen Ueberschwemmungsgebieten gestatten nur einen teilweisen lieberblick über den Umfang der angerichteten Verwüstungen. Sehr bedeutend scheint der Schaben im Petroleumgebiet zu sein, wo eine Reihe von Äaphtagruben über» schwemmt worden ist. 3n dec Umgebung von Dorhslaw sind einige Zehn­tausend Menschen obdachlos. Wie aus Meldungen aus dem übrigen Ostgalizien hervorgeht, wurde in vielen Gegenden, wo die Feldfrüchte noch nicht eingebracht worden sind, die Ernte vernichtet. In Lemberg rechnet man nach den bisherigen Feststellungen mit 39 Toten, doch fürchtet man, datz die Zahl der Opfer in Wirklichkeit viel größer ist. Vize­ministerpräsident Bartel berief auf 6 Uhr abends einen außerordentlichen Ministerrat

SB Ergebnis der WohmmgS- Mlnng

Berlin, 1. Sept. Das Statistische Reichs­amt veröffentlicht bas vorläufige Ergebnis der Wohnungszählung vom 16. Mai 1927. In die Zählung find sämtliche Gemeinden mit über 5000 Einwohnern und eine große Anzahl kleinerer Gemeinden, insgesamt 68,6 Prozent der gesamten Reichsbevölkerung ein* bezogen worden. Besonderes Augenmerk wurde dabei darauf gerichtet, die in einer Wohnung zusammenlebende Haushaltungen und Fa­milien zu erfassen, um Anhaltspunkte für die Beurteilung des Bedarfes an Woh­nungen zu gewinnen. Die Zahl dieser sogenannten »zweiten und weiteren Haus­haltungen" beträgt in den Gemeinden mit über 5000 Einwohnern rund 591 000 oder 6,4 Prozent sämtlicher Haushaltungen. Am stärksten tritt diese Erscheinung in den Groß­städten hervor.

Dazu kommen noch diejenigen Fälle des Zusammenwohnens, in welchem weder eigene Hauswirtschaft noch eigene Wohnung vorliegt, das sind beispielsweise Fälle, in denen ein junges Ehepaar zu den Eltern des einen Teiles gezogen ist. Die Zahl dieser soge­nannten »weiteren Familien" ist zwar er­heblich geringer, umfaßt aber immerhin in den Gemeinden mit über 5000 Einwohnern rund 185000 Fälle. 3m Gegensatz zu den »zweiten und wetteren Haushaltungen" ist der Anteil der weiteren Familien" in den Kleinstädten . etwas tzphU. Als in den Großstädte. ST^f_

Auch derR»yal Windsor" notgelandet.

fk. N e w h o r k, 2. Sept. Nach einer Meldung aus St. Johns ist auch derRo- hal Windsor", der bekanntlich zum Fluge nach England gestartet war und nach der St. Raphael" Ausschau halten sollte, in­folge ungünstigen Windes bei Neufundland zur Landung gezwungen worden.

Der Flug desStolz von Detroit."

fk. Konstantinopel, 2. Sept. Das FlugzeugStolz von Deroit" konnte, da gestern 2 Uhr nachmittag die Ermächtigung zum Heber fliegen türkischen Gebietes noch nicht eingetroffen war, noch nicht wieder aufsteigen.

ein, der sich mit der Finanzierung der in Ostgalizien erforderlichen Aolstandsarbeiten befassen wird.

ff. Prag, 2. Sept. Das tschechoflottza- kiftze Presfebüro meldet «. a.: Zn dem Kurort Knty wurde« 600 Wohnhäuser unter Wasser gesetzt. Die Zahl der To­desopfer im Bezirk Kassow beläuft sich auf etwa 100 Personen und in der Wonwodschaft St a n i s l an schätzungs­weise über 200. Die Ernte ist vollstän­dig vernichtet worden. Zahlreiche Naphta- schächte stehen unter Wasser. Militär ist zur Rettungsaktion mobilisiert worden.

fk. Warschau. 2. Sept. Auf Grund der Berichte aus der Woywodschaft Stanislan ergibt sich, datz in dieser Woywodschaft in 12 Kreisen 186 Ge­meinden ganz und 49 Gemeinden teil­weise überschwemmt sind. Zn der Woywodschaft L e m b e rg sind in 10 Krei­sen 132 Gemeinden gänzlich oder teil­weise überschwemmt. Zn der Woy­wodschaft Krakau nux 8 Gemeinden im Kreise Pilsen.

gesamt sind in den Gemeinden mit Über 5000 Einwohnern, d. h. für mehr als die Hälfte der Reichsbevölkerung, auf je 100 Wohnungen 8.9 Haushaltungen und Familien ohne selbständige Wohnung fest- «gestellt worden. 3n den Gemeinden mit unter 5000 Einwohnern liegen die Verhält­nisse im allgemeinen bedeutend günstiger. Erfahrungsgemäß wird jedoch mcht von jeder Haushaltung und Familie ohne selbständige Wohnung wirklich eine Wohnung beansprucht. Für die Abschätzung des tatsächlichen Woh- nungsbedarss werden weitere Feststellungen nähere Anhaltspunkte ergcken.

*

Berlin, 1. Sept. Wie dem Amtlichen Preußischen Pressedienst aus dem Wohl­fahrtsministerium mitgeteilt wird, ent­spricht die von einigen Zeitungen gebrachte Rachricht über eine Steigerung der Wohnungsmieten auf 150 Prozent ab Oktober und auf 180 Prozent ab 1. 3anuar 1928 in keiner Weise den Tatsachen. Ebenso haben keine diesbezüglichen Verhand­lungen zwischen dem Reiche und Preußen statt- gefunden.

Die Beratung der Besolvnngsveform.

ft. Berlin, 2. Sept. Nachdem die Finanzminister der Länder vom 28. bis 30. August in Dresden über die Besoldungsre­form beraten Haden, soll am 8. Septemfier eine Besprechung der Vertreter der Be­amtenverbände mit dem ReichsfinqnzM- uister.fwtMbe^t

ZmAdmS EWMmmgM

Ser Schnellzug WrMsrdea« entgleist

Polnisches Altimalum an Litauen

sk. Warsch - u, 2. Sept. Wie ans W i l n a gemeldet wird,, hat eine polnische Delegation de« litauischen Erenzbehördrn im Zusammen­hang mit der von Pole« verlangten Anslie- ferung des kürzlich von einer litauischen Wache anf polnischem Boden verhafteten polnischen Grenzsoldaten ein 48ftündiges Ulti­matum gestellt und erklärt, dah Polen die Berantwortnng für alle Folgen ablehnen müsse, falls Litauen der Forderung nicht nach, komme. Wie jetzt aus Kowno gemeldet wird, hat die litauische Regierung gestern den ausländischen Vertretungen in Kowno Mit­teilung von dem Verlaus der Ereignisse ge­geben und gleichzeitig mitgeteilt, datz sie gegen das polnische Vorgehen Protest eingelegt hat. AasMWmbnis im Memelland

Memel, 1. Senk Gegen 12 Uhr mittags lagen die Ergebnisse ans alle» Stimmbezirke« vor, mit Ausnahme eines kleine« ländlichen Bezirke», der für die Beurteilung nicht ins Gewicht fällt. Nach d« bisherigen Zusammenstellung sind rund 54 000 Stimmen abgegeben worden. Davon entfallen in runden Zahlen auf die Volkspartei 17 800, Landwirtschaftspartei 18 300, Sozialdemokraten 5500, Kommunisten 3900, Kobrink-Partei 1600, Erotzlitauische Parteien zusammen 7000. Die Mandatsverteilnng dürfte sich voraus­sichtlich folgendermaßen gestalten: Volkspartei 10 (bisher 11), Landwirtschaftspartei 10 (11), Sozialdemokraten 3 (5), Kommunisten 2 (0), Erohlitauer 4 (2), zusammen 29 Mandate. * k

zur SrietenSrede BrinndS

Die Rede, die der französische Außenminister Briand auf der Schlußsitzung der 24. LahreS- konferenz der Interparlamentarischen Frie­densunion in Paris gehalten hat, wird in maßgebenden politischen Kreisen als sehr, be­achtenswert angesehen. Rachdem vor wenigen Tagen ein französischer Politik«:, der bis vor kurzem Frankreichs Vertreter beim Döllerbund gewesen ist, Senator Henry de Svuvenel, auf derselben Tagung eine Rede gehalten hat, die vielfach als eine Absage der jetzigen französischen Regierung an den Kurs von Briand inaugurierten Locarno-Politik ange­sehen wurde, ist es zweifellos von Interesse, datz der Leiter der französischen Außenpolitik jetzt erneut in feierlichsten Worten den Willen bekundet hat, die Politik von Locarno fort­zusetzen. Die Bedeutung dieser Rede liegt vor allem darin, dah sie von Briand in amtlicher Eigenschaft als Vertreter der fran­zösischen Regierung auf einem internationaler. Kongreß gehalten worden ist. Es scheint doch, daß diejenigen Unrecht haben, die behaupten, dah Briand politisch schon ein toter Mann sei und dah ihm jegliche Initiative zur Durch­setzung der von ihm als richtig anerkannten politischen Grundsätze fehle. Briand hat selbst in feiner Rede an verschiedenen Stellen auf die zahlreichen Widerstände hingewiesen, di« er zu überwinden hat. Dah er sich durch­zusehen vermag, hat in gewisser Hinsicht auch der Verlauf der Verhandlungen über die Bo- fatzungsverminderung gezeigt, wo ihm von den ftanzösischen Generälen die größten Schwle» rigkeiten gemacht worden sind. Dah Herr Briand heute in seiner Bewegungsfreiheit außerordentlich gehemmt ist und bah das Tempo der deutsch-französischen Verständigung, seitdem er die Politik Frankreichs nicht mehr, in dem Matze wie früher bestimmt, sich in bedenklicher Weise verlangsamt hat, ist nur allzu bekannt. Das kann uns nicht abhalten, anzuerkennen, dah Briand persönlich immer noch den Kurs einer Politik und Ver­ständigung mit Deutschland ehrlich und auf­richtig verrfolgt. m _ ,

In einer Hinsicht verdient die Rede Briand- besondere Beachtung. Herr de Zouvenel hatte, wie bekannt, in seiner viel erörterten Red« die Forderung nach einem Ost-Locarno erhoben, eine Forderung, die für Deutschland einfach undiskutabel ist. Der französische Außen­minister hat ziemlich deutlich zum Ausdruck gebracht, dah diese Forderung außerhalb des Rahmens der bestehenden Verträge liegt Briand hob hervor, daß sich die Sicherungen des Locarnovertrages auf alle Grenzen be­ziehen, sowohl auf. die SBeft« als aus die Ost- «vertteL