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WerWvemrmmgsktüsftrophe in Galizien
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Hhilhrbrli
Prag, 31. Aug. Das tichechaslswaki- sche Pressebüro meldet aus Lemberg: Zn- folge der daueruden Regengüsse der letzten Tage und eines heute nacht niedergegangenen Wolkenbruchs ist der Fluß Tqs- «iencia. der mitten durch die Städte vornslam und Drohb,cz flieht, aus den Ufer« getreten und hat die beiden Städte somie zahlreiche Gemeinden i« der Umgebung unter Wasser gesetzt. Zn Vvrnslaw stürzte« u. a. infolge der Ueber- schwemmung fünf einstöckige Häuser ein, «obri mehrere Personen den Tod fanden. Bisher würben drei Leichen gebor- gen. In Drohobycz wurden die Fabrikanlagen zweier Nazhtaraffinerien unter Wasser gesetzt. Die Eisenbahngeleise bei Drohobycz wurden in einer Ausdehnung non drei Kilometer» fortgeschwemmt, lieber 12000 Personen haben ihr ganze« Hab und Gut verloren, da da, Wasser das gesamte lebende und tote Inoentar «itgerissen hat. Die Ret- tungllaktion wird von Pionierabteilungen unterstützt, von der lleberschwemmung wurde auch die Stadt und der Bezirk Strys heimgesucht. Zu der Stadt stehen iber 120 Wohnhäuser unter Wasser. Auch Hier find mehrere Menschenleben zu beklagen. Zn eine« Dorf find fünfBauern ertrunken.
fk. Marschau, 1. Sept. Zu den Ueberschwemmunge« in Oftgaliziea wird noch gemeldet: Da« ganze ostgalizische Karpathen-Vorland ist von der Katastrophe betroffen. Alle -stgalizischen und ein Teil mittelgalizischer Flüsse sind wegen der anhaltenden Wolkenbrüche über die Ufer gereten. Grosze Strecken Landes find überflutet und Brücken hinweggerissen worden, sodatz der Eisenbahnver- k e hr fast i« ganzen Karpathenvorland unterbrochen «erden mutzte, was selbstverständlich die Hilfeleistung sehr erschwert. Zn der Ortschaft Marzinow bei Stryj konnten angeblich die Bewohner von 300 überflutete» Häusern nicht mehr gerettet werde». Sehr starke Schäden werden aus der Gegend von St anislau und Ko- lonea gemeldet, wo nach den vorliegenden Meldungen etwa 36 Personen ertrunken find, vorläufig ist es noch , ganz unmöglich, die Anzahl der Opfer und den Umfang des angerichteten Schadens abzuschätzen. Der Wolkenbruch war von eine« Wirbelsturm begleitet, der allein in der Ortschaft Markaicz 54 Häuser vernichtete.
Die Regierung hat zur Linderung der dringendste« Rot 500 000 Zloty angewiesen.
Semz. WiMafail
Warschau, 31. Aug. Nach einer Wiluaer Meldung des „Äurjer WarS- zawski" versuchte eine russische Freibeuterbande einen Angriff auf d ie pol nische Grenzwache von Wraza durchzuführen. Nach halbstündigem Kampf wurde die Bande, die hierbei drei Tote verlor, auf das Gckbiet der Sowjetunion zurückgetrieben.
Warschau, 31. Aug. Nach Meldungen de« Krakauer BiattoS „Nova Reforma" yat die politische Polizei in SkaniSkau eine ukrainische, zugunsten Rußlands arbeitende audflefc reitete Spion agevrganika- rion aufgedeckt. In Lewdarg, Smnislau
und in der ostgalizischen Provinz sind zachkreiche Verhaftungen vorgenommen wor- dpn. Unter den Verhafteten befindet sich, abgesehen von einer Reihe von Soldaten, auch ein polnischer Oberstleutnant.
Amerikanisch, Torvedobootszerstörer i« Kiel.
Kiel, 31. Aug. Die amerikanischen Tor- pedvbvvtzerstörer .Whipple" und .Barker" find, von Edingen kommend, heute vormittag im hiesigen Hafen eingelaufen und werden bis 6. September hier Aufenthalt nehmen. Während ihres Aufenhaltes sind verschiedene Der- anstrcktunoen geplant, u. a. Ausflüge in die HolHeinsche Schweiz. Der Magistrat der Stadt Kiel wirb den Offizieren im Ratskeller ein SrLMck ssben.
Befatzungsvemimdemns um ioioo Mann
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Die offizielle Mitteilung liegt vor.
Berlin, Die offizielle Benachrichtigung des Auswärtigen Amtes von dem Leschlutz der alliierten Regierungen über die bevorstehende Truppenreduzierung im besetzten Gebiet ist nunmehr auf dem üblichen diplomatischen Wege erfolgt. Einer der diplomatische« Vertreter der Ente«- temächte hat die offizielle Nachricht dem Auswärtige« Amt übermittelt. Die jetzt erfolgte offizielle Mitteilung bestätigt, datz sich die Zahl der zurückziehenden Truppen auf 10100 Ma«« belaufen soll.
Freiing Abreise «riands.nach Senf?
ft. Paris, 1. Sept. Die Abreise Briands nach Genf dürfte wahrscheinlich mn Freitag abend erfolgen, nachdem er noch am Bormittag an dem Minister- rat teilgenommen haben wird. Bis zu seiner Ankunft in Genf wird Frankreich Bei dxm BölkerbundSrat bekanntlich durch Paul B o n c o u r vertreten sein, der zusammen mit L o u ch e u r , dem Grafen Elauzel und dem Sekretär der Botschafterkonferenz, Massigli, in demselben Zug wie thamberlain und der Direktor des Zniernationalen . Arbeitsamtes, Albert Thomas, gestern abend Paris verlassen hat.
fk. Gens, 1. Sept. Die deutsche Delegation ist gestern abend in Genf eingetroffen.
Die Pariser Presse |«t letzte« Rede Briands.
fk. Paris, 1. Srvt. Die „Action 8 r a n e a i f e" schreibt zur Rede des franzö- stschen Außenministers auf dem Schlußbankett der Interparlamentarischen Frieden-Union: Briand hat vor dem kleinen internationalen Parlament ein ziemlich vernünftiges Plaidoyer gehalten. Allerdings beeinträchtigt der Rücktritt des französtschen und auch des englischen Delegierten den Kredit des Völkerbundes. Man fei überrascht gewesen, 8U erfahren. daß Briand in seiner Rede den westlichen Sicherheitspakt und den deutsch - polnischen Schiedsgerichtsvertrag auf eine Stufe gestellt habe. Dadurch, daß Briand die Unnützlichkeit eines östlichen Paktes habe beweisen wollen, habe er die britische These angenommen, «nd er habe dadurch hinsichtlich des Werkes Mn Locarno eine ziemlich beunruhigende Frage aufgeworfen.
„Paris Rational" schreibt: Briand «reift stets mit großem Eifer jede Möglichkeit auf, wenn es sich darum handelt, rasch den Frieden zu schaffen. In Deutschland erkennt Van schon das frische und leuchtende Gesicht des neuen Deutschland, das eben denke, es babe das Recht unduldig zu sein, ja sogar die Pflicht, es zu sein. Friede bedeutet guten Willen, aber auch fortgesetzte Arbeit in diesem toten Willen zu »eigen.
. Die „Libert 6" schreibt: Man darf nicht vergessen, daß Dinge, wie sie Briand Stmgt hat, in Anwesenheit von Deutschen stesagt wurden, die von ihrem Standpunkt MS die praktisch« Schkußfolgerung aus dem Aegime der Wieder verföhnung und bei Vertrauens ziehen. ES ist vielleicht sogar etwas gefährlich, bei ihnen den Eindruck |u erwecken, daß man in Frankreich ganz beruhigt ist. So, wie di« Deutschen nun einmal sind, und unter der Voraussetzung eines guten Glaubens kann ein vollständig elngeschlafener Nachbar für sie unbewußt eine Versuchung bilden. ES ist besser, ^enn man niemals jemand in Versuchung führt. Vor dem Krieg« von 1914 hat der Paseler Kongreß stattgefunden, auf dem «kutsche und französische Abgeordnete sich Umarmten; wer weiß, inwieweit diese Um- »rmungen in Deutschland den Eindruck verbreitet hatten, daß man „es wagen könne" (?).
S« beutwe «Mirs im Meimigetzirt
Am Dienstag sind di« Wahlen im Me- Utelgebiet vollzogen worden, ohne daß sich besondere Zwischenfälle ereignet hätten, vbwohl von den Gegnern bis zum letzten
Augenblick der Wahlkampf in der skrupel- losesten Werse geführt wurde, die nicht vor anonymen Verleumdungen zurückschreck- obwohl während deS ganzen Wahlkampfes eine rigorose Pressezensur ausgeubt wurde, haben die Parteien der Einheitsfront wiederum die Schlacht siea- rerch zu End« geführt. Im großen und ganzen kann nach den bis jetzt vorliegen>- den Ergebnissen aus Stadt und Land gesagt werden, daß sich wesentliche Ver- schrebungen gegen die Wahlen im Oktober 1925 nrcht ergeben werden. Sehr ins Ge- wrcht fiel die Wahlmüdrgkeit, die in einer wesentlich geringeren Wahlbeteiligung, wenigstens in der Stadt Memel zum AuS- druck kam. Es gingen nur 73 Prozent der Wähler an die Urne gegen 85 Prozent un Jahre 1925. Auch auf dem Lande durfte das >chöne Erntewetter der Wahl- handmng Abbruch getan haben. In der Ltadt Memel entfielen auf die Volkspartei 8548 Stimmen gegen 12 179 im Jahre kO-5- Dreier Rückgang ist der geringeren Wahlbeteiligung zuzuschreiben, ferner aber auch dem Umstand, daß sich die Hausbesitzer diesmal aus Gründen der Aufwer
tungsfrage auf die Seite der Landwirtschaftspartei geschlagen haben. Bemerkenswert ist auch der Rückgang der sozialdemokratischen Stimmen von 2948 auf 1349 Stimmen, die wohl in der Hauptsache den Kommunisten zugeflossen sein dürften. Nicht unwahrscheinlich ist eS, daß diese zwei Abgeordnete durchbringen. Auf litauischer Seite wählten diesmal di« aus Litauen zu- gezogenen Bürger mit, die nach der Genfer Vereinbarung mitwählen dürfen. Trotz alledem haben es die großlitauischen Parteien nur auf 1230 Stimmen gegen 564 bei der letzten Landtagswahl gebracht. Auf der anderen Seite sind durch Abwanderung der Optanten Stimmen für die Memel- ländischen Parteien verloren gegangen.
Alles in allem läßt sich sagen, daß die Hoffnungen der Kownoer Zentralregierung aus eine anders geartete Zusammensetzung de» memelländischen Landtages sich völlig zerschlagen haben. Die deutsche Kulturgemeinschaft hat sich auch diesmal wieder als der stärkere Faktor erwiesen, und die litauische Regierung wird bei ihren weiteren Maßnahmen mit dieser Tatsache unbedingt rechnen müssen.
Ser Nug England-Kasaba
Kanada i« Erwartung der englischen .
Ozeanflieger.
ft. London, 1. Sept. Das kanadische Lustfahrtministerium hat. wie aus Ottawia berichtet wird, alle drahtlosen Stationen an der atlantischen Küste angewiesen, Ausschau nach den britischen Ozeanfliegern zu halten und alle Schiffe von den Fliegern zu unterrichten. Auf dem Flugplatz von Ottawia sind alle Vorbereitungen für den Empfang der Flieger getroffen, die man 9 Uhr (mitteleuropäische Zeit) erwartet. Von Kap Race werden ziemlich dichte Rebel gemeldet, ebenso von anderen Tel« len der Ostküste. Auf dem Flugplatz in Ottawia sind große Scheinwerfer aufge- stellt worden, und von einer beftimmten Zeit ab werden Leuchtraketen abgeschossen, um den Fliegern die Orientierung zu erleichtern. Der Prinz von Wales und Prinz Georg haben die Absicht ausgesprochen, im Falle eine« günstigen Der- laufes des Fluges die Flieger in Ottawia zu begrüßen. Von den Fliegern selbst hegen neuere Nachrichten bisher nicht vor.
9,30 Uhr vormittags:
Ueber den gegenwärtigen Standort des englischen Flugzeuges „R a v a e l". an dessen Bord sich Oberst Minchin und Snauptmann Hamilton und Prinzessin Loewenstein-Wercheim befinden, liegen keine neueren Berichte vor. Einen Funk- apparat hat das Flugzeug, nicht an Bord. Die Wetterberichte sind nicht besonders günstig. Schon an der westirischen Küste hatten die Flieger mäßigen Gegenwind. Auf dem Ozean soll der Gegenwind noch stärker fein. /Aus Neufundland wird starker Nebel gemeldet. Der Flug ist auf 32—36 Stunden berechnet. Die Flieger haben indessen für 43 Stunden Betriebsstoff mitgenommen.
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SÄ Setter auf dem Szem
Hamburg, 31. Aug. (WTB.) Nach einer Mitteilung der Deutschen Ssewarte über die Wetterverhältnisse auf dem Atlantischen Ozean liegt das Tiefdruckgebiet noch unverändert zwischen Grönland und Irland und erstreckt einen Ausläufer südwestlich bis zum 45. Breitengrad. Es herrscht auf seiner Ostseite lebhafter Südwestwind mit einer Geschwindigkeit von 25 bis 40 Kilometer die Stunde, während auf seiner Rückseite starke nordwestliche böige Winde mit Geschwindigkeiten von 50 bi« 60 Kilometern die Stunde herrschen. Ein weiteres Tiefdruckgebiet befindet sich auf der Westseite von Grönland, so daß jetzt noch nicht mit dem Abzug des Tief« gerechnet werden kann. Auf dem westlichen Teile des Atlanttschen O z e ans befindet sich ein Hochdruckgebiet, das langsam nach Osten vorrückt. Sein Kern liegt jetzt auf 43 Grad nördlicher Breite und 45 Grad westlicher Länge. An der amerikanischen Küste herrschen auf der Rordseite dieses Hochdruckgebietes frische Südwestwinde. Ueber dem amerikanischen Konttnent liegen verschiedene neue Tiefdruckausläufer, so daß auch dort mitschl echtemWet-, ter zu rechnen ist. Infolge des starken Gegenwindes, der sich fast auf der ganzen Strecke Europa—Amerika findet, dürfte ein Flugzeugstart noch nicht möglich sein.
Die »Bremen" zum Abflug bereit.
Dessau, 31. Aug. (WTB.) Um 16,55 Uhr ist die »Bremen" zur Startbcchn gerollt worden. Ein Wagen mit Benzin fuhr ihr voraus. Am Startplatz wird das Flugzeug getankt. Wie zuverlässig verlautete, wird die »Europa* an bgn Amerikaflug nicht teilnehmen. Äe Besatzung der »Bremen" bestdht aus den Piloten Loos und Köhl und Freiherrn v. Hunefeld. Vor einer den Junkers- werken nahestehenden Seite wird auf Anfrage versichert, daß diese Vorgänge noch keineswegs bedeuten, daß der Start dicht bevorsteht. Der Start bet »Bremen" zum VrecmfluL J^anb Leiche -flott. Da«