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Mew:-Amtliches Vevkündigungsblatt fiir dkrrisMarbmg

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Marburger ZagesameisLk

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öberhMsche Zeitung

«tto sechsmal vicheatlich. ®t* «gsprets m-maüich 2 GM. aus- K[jt6L Zustellungsgeblchr» durch ^«Post2LS GM.Für etwa infolge Ptmtks. Maschiaendefekt, oder ^rmeatarer Ereignisse ausfallend« Anmarern wird kein Ersatz go» Mistet. Verlag d. Dr. §. Httzeroth^

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1 Goldmark Dollar. j

Die Amerikaner verlassen Paris

Erntule «nnksebungea Schorle SorlichlSmaßnahmen in SeuMand

®te Blätter berichten ausführlich über hie gestrigen Scicco-Danzetti-Kundgebungen in Europa, Lateinamerika und Australien mit Auszügen aus Leitartikeln aller bedeu­tenden Zeitungen. Besondere Aufmerksam- keit wird den Plänen zum Boykott ameri­kanischer Waren, von denen auS Paris, Buenos Aires und anderen lateinameri­kanischen Städten berichtet wird, gewidmet. Der gestrig« Tag verlief völlig ruhig, ob­wohl noch die starke Nervosität in den Polizeimaßnahmen und der Bombenfurcht ihren Ausdruck findet. In Newyork ver­ursachte eine zufällig aufgefundene alte Leuchtsignalrakete erheblichen Schrecken. In Boston wurden über 150 Teilnehmer, an der Demonstration vom Montag mit fünf bis zehn Dollar bestraft, darunter einige bekanntere Persönlichkeiten. Mehrere ha­ben Berufung bis zum Obersten Gerichtshof de? Staates eingelegt.

DieWorld" meint, das Vorgehen des Staates Massachusetts gegen Saeco '.nd Banzetti schaffe die Notwendigkeit, so 7.ar als möglich Einsicht zu gewinnen in die Gründe, die den Mordprozeß durch sieben Jahre schleppten und schließlich die Staaten vor die Schranken der öffentlichen Mei­nung der Welt brachten. DieTimes" betont die Notwendigkeit der Revision des CtrafprazeßverfahrenS in Massachusetts. Die Tribüne" meint, die Zulässigkeit der To­desstrafe werde offenbar ein äußerst heik­le? Problem, wenn infolge der Unmöglich­keit direkter lleberführung auch nur ein schwacher Rest von Zweifel vorhanden sei.

Paris, 24. Aug. Um eine Wieder­holung ähnlicher Zwischenfälle, wie die von heute nacht zu verhindern, hat die Polizei neue umfassende, sehr strenge Nahnahmen getroffen. Rach neueren Darstellungen sollen etwa 6000 Personen an de« gestrigen Umzügen teilgenommen haben. Unter den Verhafteten, deren Zahl verschieden Angegeben wird einzelne Plätter sprechen von 211 Verhafteten befinden sich mehrere Ausländer. Die Zahl bet verletzten Polizisten beträgt 120.

Heute früh wurde in einer llntergrund- iahnstation eine verdächtige bombenartige Püchfk entdeckt, di« anscheinend nur Sand enthielt, jedoch zur näheren Untersuchung in das chemische Laboratorium gebracht wurde. Bon den im Verlaufe der ver­gangenen Rächt bei den verschiedenen Zu­sammenstößen festgenommenen Personen sind insgesamt 31 in Haft behalten und v»r Aburteilung in das Gefängnis über- geführt worden.

Der Polizeipräfekt erklärte in der ver- Rttneenen Nacht beim Verlassen des Jnw-nminifteriums über die Ausschreitun­gen in Paris anläßlich der Hinrichtung Laclos und Banzettis, daß die Plünderun­gen auf die Beteiligung von Diebes« und Perbrechergesindel zurückzuführen feien.

Unter dem Eindruck der gestrigen «merikafeindlichen Unruhen in Pari« hat heute morgen ein fluchtartiger Abzug der amerikanischen Bergnügungsreisenden ein­gesetzt. Die Schnellzüge find für Tage hin­aus von Amerikaner« ausverkauft worden.

Die Hingerichteten werden eingeäschert.

Boston, 24. Auz. (WTB.) Mehrere Verbände, die mit Sacco und Banzetti sympathisieren, haben einen Aufruf zu einer Rationalkonferenz in Rew- York erlassen, die die Unschuld der Hin­gerichteten Italiener beweisen soll.

Hinsichtlich der Beisetzung SaccoS und DanzettiS ist noch nichts Endgültiges be­stimmt worden. Der Verteilst gungsaus- sthuß für Sacco und Banzetti gibt aber jetzt bekannt, daß eine Aufbahrung

in den Städten der Oststaaten unmögl ich ist. Die Leichen werden am Sonntag in Boston verbrannt wer­den. Banzettis Asche wird von sei­ner Schwester später nach Newyork. Lon­don, Paris, Berlin, Stockholm und anderen Städten gebracht werden, bevor sie in Italien beigesetzt wird.

Verbotene Kundgebungen

in Leipzig, Dresden und Chemnitz.

Leipzig, 24. Aug. Das Leipziger Polizeipräsidium hat im Hinblick auf die bei der Demonstration gegen die Hinrichtung Saccos und Banzettis am 23. August erfolgten schweren Aus­schreitungen bis auf weiteres alle

London, 24. Aug. Ei« Personenzug der Südbahn ist bei Sevenoaks in Kent entgleist. Sämtliche Personenwagen bis auf drei stürzte« um. Reu« Fahrgäste wurden getötet, zwanzig schwer verletzt. Die Ursache der Entgleisung ist «och nicht feftgeftellt.

fk. London, 25. Aug. Während der ganzen Nacht waren Bergungskommändos damit beschäftigt, die Eisenbahnlinie Southern Railway, auf der fich das Unglück gestern ereignete, frei zu machen. Die Zahl der Toten hat fich auf 15 erhöht. Dag Unglück soll auf die Senkung des Bahndammes durch die langen Regenfälle zurückzuführen lein.

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Der MäumungiHreit

DieTimes" gegen die vufrollung der Minderheitsfrage.

fk. London, 25. Äug.Times" weifen heute in einem Leitartikel auf die für die Verminderung der Rheinland­truppen maßgebenden Richtlinien hin.

Ruhige Kundgebung in Berlin.

Berlin 24. Aug. Die beute abend von der K. P. D. in Gemeinschaft mit dem Roten Frontkämvierbund und den anderen Organi­sationen veranstaltete Trauerkundgebung für Sacco und Banzetti im Lustgarten nahm unter starker Beteiligung einen ruhigen Verlauf. Der Abmarsch der einzelnen Züge vollzog sich in vollkommener Ordnung.

Zusammenstöße in Holland.

Amste rdam, 24. Aug. Auf dem großen Platz vor dem Königlichen Schloß kam es gestern abend im Anschluß an eine Sacco- und Vanzetti-Protestversammlung mehrmals zu Zusammenstößen zwi­schen einer hauptsächlich aus jungen Bur­schen bestehenden Menge und der Polizei, die von SäbelundDummiknüppel Gebrauch machte, wobei mehrere Personen Verletzungen erlitten. Die Zusammenstöße wiederholten sich später auf dem nahe ge­legenen Nieuwendhk, der schließlich von der Polizei vollkommen abgeriegelt wurde. Im Zusammenhang mit den wiedecholten Ordnungsstörungen der letzten Ta« und im Hinblick auf die noch bevorstehenden Protestkundgebungen befindet sich die Wi- litärpolizei des Bezirks Amsterdam in Alarmbereitschaft, während die mil itärische Besatzung der Kaser­nen von Watergraassmeer und Sloten verstä rkt wurde. Das amerikanische

Versammlungen unter freiem Himmel sowie alle Amzüge und Demonstrationen aus öffentlichen Straßen und Plätzen ge­mäß Artikel 123, Absatz 2 der Reichsver­fassung verboten. Auch das Polizei­präsidium Dresden hat die für die nächsten Tage in Aussicht genommenen Kund­gebungen gegen die Hinrichtung von Sacco und Vanzetti mit Rücksicht auf die in Leipzig und anderwärts vorgekommenen Tumulte mit sofortiger Wirkung ver­boten.

Das Polizeipräsidium in Chemnitz hat die für heute abend auf dem hiesigen Theaterplatz geplante Kundgebung gegen die Hinrichtung Saccos und Danzettis verboten.

Das Blatt geht dabei vo« der Feststell'Vg aus, daß die englisch-französische« Ver­handlungen in dieser Frage befriedigend verlaufe«. Dem französischen Standpunkt setzt das Blatt de« englische« entgegen, der unter Berufung auf Artikel 428 des Versailler Vertrages an einer inter­alliierten Besatzung festhält, weil diese und nicht die französische Be­satzung als »eine Garantie für die Durch­führung des gegenwärtigen Vertrages durch Deutschland" zu gelten habe. Frank­reich habe durch die Aufrollung der Min­derheitsfrage einen neuen Gesichts­punkt zur Debatte gestellt, die weit vorn Locarnopakt entfernt fei. Die Unterhal­tung von Truppen auf deutschem Gebiet würde außerdem das im Versailler Ser«

. Konsulat, von dem gestern eine Fenster­scheibe mit Steinen eingeworfen wurde, wird auch heute von der Polizei wieder streng bewacht.

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inÄlbegno»igungtn zu Sinzenburgs SeburMag

Wie wir erfahren, dürste ein allge­meiner Amnestieerlaß zum Geburtstag des Reichspräsidenten von Hindenburg nicht zu erwarten sein. Die Preußische Regie­rung dürfte sich in dieser Frage dem Vor­gehen der Reichsregieung anschlietzen, die eine Reihe von Einzelbegnadigungen aus- . sprechen wird. Man erwartet, daß fich auch die übrigen deutschen Länder der Haltung Preußens anschließen. Bei den Enaden- akten werden lediglich politische Straf­taten Berücksichtigung finden, mit Aus­nahme einiger Fälle, in denen die Tat in . schwer sozialer und wirtschaftlicher Not­lage begangen worden ist. " Bestimmte Vorschläge hat der Reichssustizminister bisher noch nicht gemacht. Die Namen derer, die begnadigt werden sollen, werden erst kurz vor dem 2. Oktober veröffentlicht. Die Entlastungen aus der Strafanstalt dürften am 1. Oktober erfolgen.

Schweres EijenvahnungM in England

Dl-her 15 Tote

trag festgelegte System der Entmilitari­sierung verletzen. Gerade darauf seien aber so große Hoffnungen gesetzt worden. Die Rheinland-Okkupation sei als eine zeitlich begrenzte Maßnahme mit be­stimmte« Aufgabe« gedacht gewesen.

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Mui Wbo

London, 24. Aug. Wie wir schon kur» meldeten, ist Zaglul Pascha in Kairo im Alter von 77 Jabren gestorben. Die Trauer und Anteilnahme der ägyptischen Bevölkerung an dem Hinscheiden Zaglul Paschas ist all­gemein. Auch die englische Presse widmet dem Verstorbenen lange Nachrufe. Trotz seiner englandfeindlichen Politik kann man nicht urn- bin, die großen Fähigkeiten Zaglul Paschas bervorzubeben. DieTimes" nennen ibn die bei weitem bemerkenswerteste Persönlichkeit des modernen Aegypten. i'

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Mit Zaglul Pascha ist einer der glühendsten ägyptischen Nationalisten und einer der schärfsten Gegner Englands auS dem Leben geschieden. Ursprünglich anglo- äghptischer Beamter wurde Zaglul Pascha später Abgeordneter und Vizeprä­sident der gesetzgebenden Versammlung Aegyptens, die England dem Lande im LJahre 1912 zugestanden hatte und di« anfang 1914 zum ersten Male zusammen- trat. Hier begann er die Nationallsten, die nach völliger Unabhängigkeit AegyptenS strebten, um sich zu sammeln. Als er im März 1919 mit einer Abordnung der Kammer die Sache Aegyptens vor der Friedenskonferenz vertreten wollte, wurde er kurz vor seiner Abreise verhaftet und nach Malta gebracht. Es kam zu schweren Unruhen in Aegypten und schließlich wurde das Reiseverbot aufge­hoben und Zaglul wieder in Freiheit ge­setzt.

Er setzte nun feine Agitation gegen Eng­land und für die Unabhängigkeit Aegyptens fort, bis er von den Engländern des Lan­des verwiesen wurde. Als er dieser Aufforderung nicht freiwillig nachkam, wurde er Ende 1921 erneut verhaftet und deportiert. Nachdem England im März 1922 das Protektorat über Aegypten für beendet erklärte und den Vizekönig Fuad zum unabhängigen König Aegyp­tens hatte ausrufen lasten, wurde Zaglul 1923 wieder freigelassen.

Er kehrte in sein Land zurück und b'ifr Ldete im Frühjahr 1924 ein Kabinett, um hier zu versuchen, die Engländer zu weiteren Zugeständnissen zu zwingen. An Juli 1924 wurde er durch ein Attentat, das ein Anhänger des extremen Flügels der Nationalisten auf ihn verübte, leicht verwundet. Im November des Jah­res 1925 mußte Zaglul Pascha, aK- bet englische Oberbefehlshaber Sir Lee Stack Lermordet wurde, und er Englands schwere Sühnebedingungen ablehnte, demissio­nieren. Auch später spielte Zaglul Pascha eine führende Rolle in der ägypti­schen Politik, zunächst als Kammer­präsident unter der Regierung Ziwar Pascha und nach einem glänzenden Wahl­sieg im Mai 192(1 unter dem Kabinett Adly Pascha, nachdem er selbst auf den Einspruch Englands hin, auf die Regie­rungsbildung verzichtet hatte. .

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Sie Senser Summa des NlltionalssüIeukengresseS

Genf, 24. Aug . Auf dem Rationalitäten« kongretz erstattete heute der Vertreter der Deutschen in Dänemark, Pfarrer Schmidt- Wodder, zunächst einen Bericht über die inner- und zwischenstaalliche Zusammen- arbeit der nationalen Minderheiten.

Dem Kongreß wurde dann eine Ent­schließung zur Annahme vorgelegt, die es als Aufgabe sämtlicher nationaler Minder­heiten bezeichnet, sich in gemeinsamem Vorgehen auf dem Gebiet der Minder­heiten forderungen gegenseitig zu un» lerstützen. Ferner spricht sich der Kongreß für ein gemeinsames Vorgehen der nationalen Minderheiten auf den internationalen Kongressen und in den Körperschaften, soweit Minderheitsfragen zur Sprache ge­langen. aus.

über die Entschließung entwickelte sich etiie lebhafte Debatte, in der der Vertreter der Deutschen in Polen, Dr. Bant, auf die großen, gegenwärtig noch innerhalb der Minderheitenbewegung bestehenden ®egen- sätze hinwies. Die in der Entschließung geforderte Vereinheitlichung der Wiuderüeitenbew^pmg müll» als^ «ne