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oberhessische

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Mittwoch.

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®te »Oberbesslsch« Zeitung" er­scheint sechsmal wöchentlich. Be- «gSprrtS monatlich 2 GM. aus- fchließl. Zustellungsgebühr, durch HwPost2LL GÄLFür etwa infolge 'Ctettt* Maschinen defekt« »der jstementarrr Ereigntss« ausfallend« -kmmnrr» wird kein Ersatz ge­mistet. Verlag d. Dr. §. Hitzeroth, Druck d«r Untd.-Duchdrmkerei 6. Zeh. Ang. Koch, Mark! 21/23. Krrnshrecherr Nr. 64. n. Rr. 65, Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. M. Rr. 5016. — Sprechzeit der Redaktion von 10—11 und

1,1—1 Uhr.

z»rttu ZranklllK ein Sst-Lomme?

SttsprMngra BrtaM dir zu nichts orrpstichirn — Ser «Mandel am die VriatzungSverminderung

ff. Paris, 24. Slug. Perlinar greift i« „Echo de Paris- den Pariser Korre­spondenten der „Times- an, weil er be­kanntlich in einem Artikel erklärte, FranKeich hab« Unrecht, wenn es die Besetzung der Rheinland« für seine Sicherheit verwenden wollte. Auch „Manchester Guardian- gefällt Pertinar nicht, weil er darauf hinwies, hast Locarno den Franzosen alle Sicherheit ge­geben habe und zu einer Fortsetzung der Rhein- landbesatzung aus Sicherheitsgründen Frank­reich kein Recht mehr besitze. Pertinar sagt, di» Unkenntnis und Gleichgültigkeit der Eng­länder in europäischen Augelegeaheten sei un­erhört. Die Schuld mist er den improvi­sierten Erklärungen Briands ZU, die aber zu nichts verpflichteten. (!!) Nichts veranlasse Frankreich, das Rheinland früher, als es der Versailler Vertrag verlangt, zu räumen, auch nicht der Locarno-Vertrag.

Frankreich sehe sich gezwungen, die Wieder- erftarkung der Germanen soweit als möglich zu verhindern und den kleinen aus dem Krieg geborenen Staaten Zeit 3U ihrer Befestigung zu geben.

*

Die Enthüllungen de? „M a n ch e st e r Guardian" über einen neur» P.an Poincarös. die Herabsetzung der Be­satzungstruppen von der ausdrücklichen Anerkennung der deutschen Lstgrenzen auf ewige Zeit, also von dem Abschluß eines sogenannten Ost-Locarno abhängig zu machen, haben in Berliner politischen Kreisen um so stärkere Beunruhigung aus- gelöft, als bis zur Stunde keinerlei Nach­richt aus Paris vorliegt, aus der etwa hervorgehen könnte, daß die französische Regierung Wert darauf legt, den Be­hauptungen des englischen Blattes ent- gegenzutreten. Bisher fehlt nicht nur jedes offizielle Dementi, auch die sonst jo geschwätzige französische Regierungspresse verhält sich merkwürdig still. Sie hat von den Veröffentlichungen des „Manchester Guardian" überhaupt nicht Notiz genom­men. Aus all diesen Anzeichen glaubt man in Berliner politischen Kreisen mit Ge­wißheit schließen zu können, daß ein der­artiger Plan bei der französischen Regie­rung tatsächlich besteht oder zumindestens bestand.

Er fragt sich nur noch, ob man in Paris auch jetzt noch, d. h. nach den Enthüllungen des „Manchester Guardian", an der Ver­quickung her Rheinlandfrage mit der Frage der deutschen Ost^renzen fefthält. Die Beantwortung dieser Frage dürfte im wesentlichen von der engliichen Regierung abhängen. Verschiedene deutsche Blätter glauben bereits aus der Tatsache der „Manchester Guardian" - Veröffentlichung schließen zu können, daß die englische Re­gierung hinter diesen Veröffentlichungen stehe und nichts anderes bezwecken wolle, als den französischen Bestrebungen ein klares Nein entgegenzusetzen. Die Ver­treter dieser Auffassung vergesien, daß es sich bei dem „Manchester Guardian" nicht um ein englisches Regierungsorgan, sondern um ein Blatt der liberalen Oppo­sition handelt, desien Alarmruf ebenso sehr der französischen wie der englischen Re­gierung gegolten haben kann, von der die englische Opposition, vielleicht nicht mit Unrecht, befürchtet, daß sie sich den fran- Mschen Ost-Locarno-Wünschen schließlich doch geneigt zeigen könnte. Diese Tendenz tritt auch aus den inzwischen aus London vorliegenden Stimmen anderer englischer Oppositionsblätter deutlich hervor. So glaubt „Daily News" Chamberlain daran erinnern zu müssen, datz sein in der Frage der deutschen Ostgrenzen seinerzeit sd. h. in Locarno) gegenüber Deutschland eingenommener Standpunkt aktenmäßig festgelegt sei. Merkwürdig ist auch, daß in Berlin noch keine Stimmen der englischen

Regierungspresse vorliegen, in denen sich diese Organe zu den Forderungen des „Manchester Guardian" etwa in zustim­mendem Sinne äußern. Man dürfte da­her in Berlin gut tun, will man sich nicht unangenehmen Ueberraschungen aussetzen, die Haltung der englischen Regierung in dieser Frage noch keineswegs als gegen den französischen Plan festgelegt an­zunehmen, und dementsprechend muß natürlich auch damit gerechnet werden, datz Herr PoincarS an seinen Plan auch heute noch festhält.

Was die Stellung der deutschen Re­gierung betrifft, so ist sie von vornherein gegeben: die Idee eines Ost-Locarnos, d. h. einer freiwilligen Anerkennung der Rechtsmäßigkeit der deutschen Ostgrenzen,

für immer und dementsprechend ein end­gültiger Verzicht auf jede zukünftige Re­visionsmöglichkeit, eine derartige An­erkennung und ein derartiger Verzicht sind und bleiben für Deutschland un­diskutierbar. Noch viel weniger ist die deutsche Regierung gesonnen, einer Ver­quickung der Ostfragen mit der Frage der Truppenherabsetzung irgendwelchen Vor­schub zu leisten. Die Herabsetzung der Besatzungstruppen im Rheinlande ist ein Deutschland durch die bekannte Note der Botschaftskonferenz feierlich garantierter Rechtsanspruch, dessen Erfüllung unter gar keinen Umständen von neuen deutschen Gegenleistungen abhängig gemacht werden darf.

Sarro - Bmmttl - Kundgebungen

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ff. Boston, 24. Aug. Wie der Sacco- und Vanzetti-Verteidipungsausschuki mitteilt, beab­sichtigt er, die Leichen Sacco» und Ban- z e 11 i», die in besonders konstruierten Sär­gen untergebracht werden, in den Städten der östlichen Bereinigten Staaten öffentlich zur Schau zu stellen.

Die letzten Stunden Saccos und Vanzettis.

N e w y o r k, 23. Aug. Wie jetzt erst be­kannt wird, hat V a n z e t i t am Don­nerstag einen Selbstmordversuch verübt, in der Absicht, sich aufzuhängen. Er wurde aber von den Wächtern daran gehindert. Am Abend der Hinrichtung wurde Sacco noch von seiner Frau und Vanzetti von seiner Schwester dreimal nacheinander besucht. Die beiden Verur­teilten sollen, nachdem sie ständig die Fassung bewahrt hatten, am Nachmittag in Tränen ausgebrochen sein. Als ein Priester erschien, um den zum Tode Ver­urteilten das Abendmahl zu gehen, wiesen Sacco und Vanzetti dies ab und erklär­ten. sie wünschten zu sterben, wie sie gelebr hätten: außerhalb der Gesellschaft.

Alle Drei waren äußerlich ruhig, nur Sacco schien ein wenig erregt. Bei Sacco wurde die höchste Stromstärke eingestellt und zwar zwischen 1800 and 2000 Bolt, bei Vanzetti zwischen 1400 und 1900 Volt. Bei der Hin­richtung wurden die üblichen Formalitäten gewahrt. Die Leichen der Hingerichteten sol­len heute vormittag den Verwandten übergeben werden.

Die Aufregung in Amerika.

N e w y o r k, 23. Aug. In Newyork fand auf dem Union-Square eine haupt­sächlich von Kommunisten besuchte Massen­demonstration statt. Es wurden Reden gegen die Wallstreet und den Kapitalismus gehalten und dabei Worte gebraucht wie: „Nero geigt, während Röm brennt". Be­rittene Polizei ritt in die Menge, die auf 7000 Personen geschätzt wird und hieb mir Gummiknüppeln auf die Demonstranten ein. PanzerautoS mit Polizec erschienen, und schließlich löste sich die Menge in wil­der Flucht auf. Bei den Demonstrationen vor der Hinrichtung wurden zwei Per­sonen getötet, viele verletzt und etwa 150 verhaftet.

Auf der Gouverneurinsel sind 6 Kom­panien Infanterie und 2 Ma­schinengewehrabteilungen in der Gesamtstärke von etwa 900 Mann bereit- gestellt worden, um im Notfälle sofort zusammen mit der Polizei in Tätigkeit treten zu können. In mehreren Städten find direkte Telefonverbindungen zwischen der Garnison und dem Polizeipräsidium hergestellt worden. In San Francisco wurden 127 Demonstranten festgenominen. Auch aus Washington und Chicago werden kleinere Demonstrationen aemeldet.

Riesenkundgebungen in Moskau.

■ Aiga, 23. Aug. Wie aus Moskau ge­meldet wirb, haben heute etwa 120 000 Demon­stranten gegen die Hinrichtung Saccos und Vanzettis protestiert. Vertreter der kommunisti­schen Internationale wie der Sowjetregierung haben in ihren Ansprachen die Hinrrchtung als schlimmsten Justizmord gegeißelt und immer wieder betont, daß dieser Mord nicht u n g e s ü h n t bleiben dürfte. Ss fei für Rußland ein Glück, daß die Beziehungen zu Washington noch nicht wieder hergestellt seien, denn die Sowjetregierung hätte jetzt bei der Erregung des russischen Volkes jede Garantie für die Sicherheit der amettkamschen Diplo­maten ab'ehnen müssen.

Das VollzugSkomitee der Kommunistischen Internationale veröffentlicht einen Aufruf, in dem betont wird, daß dieser Justizmord der amettkamschen Justiz nicht verziehen werde. Der Mord beweise, datz das gegenwärtige bürgerliche Regime in Amerika n r ch t mehr sest genug fei, um Trotzzügigkeit walten zu lassen . Die Arbeiterorganisa­tionen in Moskau, Leningrad und anderen großen Städten haben halbmast geflaggt.

Schwere Zusammenstöße in Paris.

ft. Paris, 24. Aug. Die Protest­kundgebung gegen die Hinrichtung von Sacco und Vanzetti auf den Boulevards hat zu mehreren ziemlich ernsten Zusam­menstößen mit der Polizei geführt. Auf beiden Seiten gab es eine Reihe von Ver­letzten. Auch wurden verschiedene Ver­haftungen vorgenommen. Die amerikani­sche Botschaft ist durch eine starke Polizer- stbteilung abgesperrt.

Bis 10 Uhr abends sind nach einer Mel­dung der Polizeipräfektur im ganzen 5 7 Verhaftungen vorgenommen worden.

Gegen 10.30 Uhr abends sind die Zu- gangsstraßen zur amerikanischen Botschaft von einer dichten Menschenmenge belagert, ebenso die Gegend des Triumphbogens. Polizeiliche Verstärkungen sind eiligst dahin befördert worben. Der Versuch, an einer anderen Stelle der Stadt Barrikaden zu bauen, führte zu einem scharfen Kampf mit der Polizei. ES gab zahlreiche verletzte. Viele Verhaftungen wurden vorgenommen. In der Nähe der großen Boulevards und an verschiedenen anderen Stellen der Innenstadt sind wei­tere Zusammenstöße zu verzeichnen, bei de­nen die Polizei von ihren Revolvern Ge­brauch machen mußte. Mehr als 20 Po- lizeibeamte sollen nach den bisherigen Fest­stellungen Verletzungen erlitten haben. In Rouen ging berittene Polizei gegen die Demonstranten vor.

ft. Paris, 24. Aug. In den späten Abendstunden des Dienstags ist es in Pa­ris zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und den gegen die Hinrichtung SaccoS und Vanzettis Demonstrierenden getommen. Die umfangreichen Maßnahmen der Polizei verhinderten die Aebeitermaff- >en, ihre Protestlundgebungen im Innern der Stadt und vor der amerikanischen Bot- jchW voll durchzuführen, gab dafür aber

Roch kein Stark KönntlkeS

Wieder ungültiges Wetter. 1

Köln, 23. Aug. (WTB.) Könnrckr erklärt heute, daß die Hamdurger See­warte auf Grund der vorliegenden Wetter­berichte die Durchführung des Ozeanfluges z. Z. für ausgeschlossen halte.

Die Wetterlage hat sich gegen Dienstag morgen, wo sie günstiger schien, insofern geändert, als im Raume zwischen Island, Irland und Schottland ein neuesTiefdruckgebiet erschien, das in südlicher Richtung vordringt und auf dem Ozean bis 30 Grad Länge hinaus er­neutes Auffrischen der westlichen bis nord­westlichen bringen wird. Im Südwesten des Atlantischen Ozeans zieht ein Orkan langsam nordwestwärts. Er wird voraus­sichtlich auf ungefähr 33 Grad Nordbreite nach Nordosten umbiegen und auf diese Weise die Flugroute berühren. Die Wet­terlage ist daher recht ungünstig, wenn auch auf der Mitte des Ozeans ein umfangreiches Hochdruckgebiet mit verhält­nismäßig ruhigem Wetter liegt. ,j>

Sie „Ctrmanio"

Flugzeugtype. ' ’

Das von dem bekannten Pour-le-merite- Flieger Otto Könnecke und dem Grafen Solms-Laubach bestellte Flugzeug „Ger­mania" ist ein normales Serienflugzeug der Type E. 32 mit geringen Abände­rungen. Es ist ein von dem Konstrukteur Reinhold Mewes entwickelter, in Holz ge­bauter Rumpf-Doppeldecker mit normalem Fahrgestell, welches bei den Casparwerken A.-G. Travemünde zunächst als Stteuflug- zeug zur Bekämpfung von Waldschäd­lingen in mehreren Ausführungen gebaut worden ist. Auf Grund der außergewöhn­lich hohen Leistungen als Lastflugzeug er­schien das Flugzeug den Auftraggebern für Durchführung größter Langstreckenflüge besonders geeignet. Durch Entfernung der Stteubehülter zwischen Motor und Führer­raum wurde die Möglichkeit gegeben, einen großen kabinenartigen Laderaum ■ zur Unterbringung des Betriebsstoffes zu schaffen, welcher durch eine Tur vom Führerraum aus zugänglich ist. Auch im Vorderteil des Führerraums selbst wurde ein weiterer schrankartiger Raum zum Cin- stapeln von Kanistern eingebaut.

Brennstoff.

Der für einen Flug von 45 bis 50 Stun­den erforderliche Brennstoff wird zum größten Teil in dem Kabinenladeraum und in dem schrankartigen Raum im vorderen Führersitz und zum Teil im Falltank im rechten oberen Tragdeck untergebracht. Im Laderaum befinden sich unten zwei größere Messingtanks von zusammen ca. 1/i Kubik­meter Inhalt. Hebet diesem und im Vorderteil des Führersitzes wird der rest­liche Teil von Bettiebsstoff in Kanistern von ca. 30 bis 40 Kilogramm Inhalt auf­gestapelt. Sämtlicher Bettiebsstoff wird aus den Behällern im Rumpf durch eine Pumpe nach dem Falltank gepumpt, wel­cher für gut 3 Stunden Bettiebsstoff faßt Don hier aus wird der Bettiebsstoff un­ter Dorschaltung von zwei Filtern dem Motor zugeführt. Die leeren großen Tanks, sowie ein großer Teil der entleerten Kanister dienen dem Flugzeug für den Fall einer Notlandung in See als Schwimmkörper. Ein Test der Kanister wird bei Beginn des Fluges nach Ent­leerung über Bord geworfen, um Raum zu schaffen. Diese Kanister werden gleich­zeitig als Flaschenpost Derwendung fin­den. Das Oel befindet sich in einem Fall­tank im linken oberen Tragdeck. der bis M 190 Liter faßt. ,

Motorenanlage.

Als Antrieb dient der bewährte Iun- kers-L-5-Wotor in Normalausführung mit Sum-Vergasern, Sciottlla - Magneten, Boschanlah- und Doschkerzen. Nach vorn« findet der Rumpf seinen Abschluß in einem Stzezial-KKF.'-Stirnkübler. Mittels ein«