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Milas, Hfl 19. August 1927

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Dl» Stadt Köln

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Set der BeWeßung Nankings

S ch a u gh a i. 18. Aug. Man glaubt hier zu wissen, dah die Rordtruppen ein Ultimatum abgesandt haben, dah. wenn

Köln, 18. Aug. (WTB.) Die Tatsache, daß die erste Ueberquerung deS Atlanti­schen Ozeans in Richtung Ost-West durch einen deutschen Flieger von Köln aus beabsichtigt ist, hat die Kölner Stadtver­waltung und die Internationale Presse- auSstellung veranlaßt, den Flug Könneckes auch ihre^eits zu unte r stütz en. Der Flieger wird eine Anzahl Briefe des Deichskommissars und des Präsidenten der Pressa an führende Persönlichkeiten der Bereinigten Staaten, die an der Kölner Presseausstellung interessiert sind, mitneh­men und außerdem dem Borsitzenden des vorbereitenden amerikanischen Ausschusses der Pressa, John Clyde-Oswald in Rew- york, persönlich die Grüße des Präsidiums überbringen. Er soll ferner Begrü­ßungsschreiben der Kölner Stadtver­waltung an die Bürgermeister von Phila­delphia und Rewyork übermitteln.

Chefpilot Sh do von den Caspar-Wer­ken ist soeben mit dem neuen Propeller aus Frankfurt a. M. auf dem Kölner Flug­hafen eingetroffen. Der neue Propeller ist bereits anmontiert und die Versuch« mit ihm sind im Gange. Sein letzterStart- versuch wird morgen früh stattfinden, worauf dann noch die Frage des mitzu­nehmenden Bordfunkers erledigt wer­ben soll.

In einer Presfebesprechung machte heute Direktor Moll von den Casparwerken Mit­teilungen über den geplanten Flug Kön­neckes, denen zufolge die Verhandlungen mit der Stadt Köln und der Pressa zum Abschluß gekommen sind. Die Bezeich­nung „Pressa-Köln 1928“ wird auf der Seite des Flugzeuges schon hier angebracht. Dor übermorgen dürfte keine wesentliche Aenderung in der Witterung zu erwarten sein. Zur Funkerfrage erklärte Di­rektor Moll, dah jetzt zwei Funker an­wesend seien, die beste Prädikate als Bord­funker aufzuweisrn hätten. Außerdem lie­gen aber noch etwa

40 Angebote von Funkern

und Funkoffizieren aus dem ganzen Reiche vor. Es sei beabsichtigt, die vorläufig in Dettacht kommenden Funker bei den Probeflügen mitzunehmen und zu prüfen und ihnen dadurch auch Gelegen­heit zu geben, sich mit der Bordanlage Der» traut zu machen. Die Zeugnisse der bei­den in die engere Wahl kommenden Funker werden noch im Verkehrs- und im Post­ministerium überprüft. Es liegt die Absicht vor, den Zeitpunkt des Ozean­fluges in die Morgenstunden zu legen, und zwar käme dafür die Zett von 6—7 Uhr in Frage. Mit dieser Zeitbestimmung verfolgt Könnecke den Zweck, eine evtl. Rotlandung bei Tageslicht vor­nehmen zu können. Das Flugzeug wird bei seinem endgültigen Start 2000 Kilo­gramm Benzin und 100 Kilogramm Oel eintanken.

Die Bersicherungsfrage.

Köln , 18. Aug. Die mit einem Ver­treter von Lloyd, London, geführten Ver­handlungen über die Dersi cherungS- frage beim geplanten Ozeanslug Kön­neckes sind zum Abschluß gelangt. Die Stadt Köln und die Pressa werden die Kosten der Versicherung übernehmen.

Von den Probeläufen des neuen Pro­pellers auf dem Prüfstand ist Könnecke sehr befriedigt. Der Flieger sprach die Ge­wißheit aus, mit ihm die Maschine in ihrer schweren Belastung sicher in die Lust zu bringen. Der Direktor des meteoroligi- schen Observatoriums in Aachen, Prof. Dr. P o l i S, der als eifriger Förderer des Wetterdienstes und der Wetterbeobachtung für die Luftfahrt und auch durch seine zahlreichen Freiballonfahrten bekannt ist, ttaf freute im Kölner Flughafen ein und .stellte sich in den Dienst des Ozegnsluges

Könneckes. Seine Beratungen mit Kön­necke ergaben die Ditte des Fliegers, bis zum Abflug hier anwesend zu bleiben und ihn zu beraten.

Könneckes letzte Vorbereitungen.

ft. Köln, 19. Aug. Heute früh unternahm der Flieger Könnecke kur, nach 6 Ubr einen weiteren Probeflug. Außerdem stieg er sviiter noch mit einem der beiden in Aussicht genom­menen Funker zu einem Berfuchsflng auf. Der Start wird für morsen erwartet.

ft Paris, 19. Aug. Der heute vor, mittag unter dem Vorsitz de« Staats­präsidenten stattfindende Ministerrat wird sich nach de« Ausführungen des offiziöse» «Petit P a r i ] i e n“ vor allem mit der Tagesordnung der bevor­stehenden Bölkerbundstagung beschäftigen. Außerdem wird die Frage der Ber- miuderun« der Besatzungstruppen zweifel. los beraten werde» und zwar diesmal in entscheidender Form. Alle bisher in Deutschland und England veröffentlich­ten Zahlen würde« nach de« Aus­führungen des Blattes weit über jener Verminderung stehen, die tatsächlich vorgenommen werden könnte, wenn der Marschall P^tain und General Guilleauwat endgültig zustimmen.

«Petit Journal" da» berichtet, die englische Antwortnote i« der Frage der Herabminderung der Besatzungstruppen im Rheinland sei gestern nachmittag in Paris noch nicht eingetroffen, glaubt, daß die von den Franzosen im Auge gefaßte Ziffer 4000 Manu sei.

Frankreichs Vorschläge.

London, 18. Aug. Wäbrend in den zu­ständigen britischen Kreisen über die franzö­sische Antwort auf die britischen Noten über die Herabsetzung der alliierten Militärstrett- kräfte im Rbeinlande äußerste Zurückbaltung beobachtet wird, eriäbrt Reuter von zuverläs­siger Seite, daß die französische Regierung vor-

zum fianbtiitftrtrng

Bokauowski und Eerruqs zum vertrag.

Paris, 18. Aug. Handelsminister Bo- kanowski hat gestern vor seiner Ab­reise nach Amerika einem Dertteter des „Excelsior" gegenüber folgendes geäußert: Im Laufe der Verhandlungen haben wir schwierige Tage und angstvolle Stunden verleben müssen. Man muh anerkennen, daß das Ergebnis befrie­digend ist, bas Abkommen beweist von beiden Setten einen erfreulichen Geist der Versöhnlichkeit. Das ist bester Locarno- Geist, denn er begibt sich auf den Weg der praktischen Stiftung.

Ministerialdirektor SerruhS erklärte: Astes in allem haben die liberalen Grund­sätze, die bei der Genfer Wirtschaftskon­ferenz vorherrschten, in dem Abkommen ge­siegt. Ich habe die feste Ueberzeugung, dah das neue Abkommen dadurch, daß es den WirtschastSaustaufch zwischen Frank­reich und Deutschland fordert und regel* mäßig gestaltet, viel zu der erwünschten Annäherung zwischen den beiden Ländern beitragen wird.

Ozeanflug der Robrbach-Werke.

Berlin, 18. Aus. Wie eine hiesige Kor- resvondenz meldet, sind die Vorbereitungen der Robrbachwerke für einen Ozeanflug, für den man mit dem Flieger Übet in Ver­bandlungen getreten war, nunmebr so weit gediehen, daß in den nächsten Tagen, die für das Unternehmen bestimmte Maschine, ein dreimotoriges Landflugzeug vom Typ Rohr­bach-Roland von Staaten nach dem Halle- Leivriger Flugplatz Schtaditz übergeführt wer­den wird, um von hier aus die Probe- flüge mit hoher Belastung durchzuführen.

geschlagen habe, ihre Truppen, di« r. '3t. etwa 55 000 Mann stark sind,

«m 5000 Mann zu verringern.

Gleichzeitig hat es den Anschein, als ob die französische Regierung erwarte, daß die bri­tische und die belgische Regierung ebenfalls Truppen in einer Gesamt­stärke von 5000 Mann zurückziehen, so daß also eine gesamte Herabsetzung der Be- satzungstruvven um 10 000 Mann stattfinden würde. Die französischen Vorschläge werden gegenwärtig von der britischen Regierung ge­prüft. Möglicherweise wird man den Eindruck haben, daß di« vorgeschla«ene Zurückziehung britischer und belgischer Truppen unverhält­nismäßig sei, da die Gesamtstärke der franzö­sischen Sreitfiäfte int Rheinland die britischen und belgischen Streifräfte um 40000 Mann übersteigt.

Es muß daran erinnert werden, daß die Botschafterkonferenz in ihrer Rote vom No­vember 1925 der deutschen Regierung verspro­chen bat, im Rheinlande die Zahl der allner- ten Truppen möglichst herabzusetzen. Sett diesem Zeitpunkt hat die deutsche Regierung bei feder möglichen Gelegenheit die Nicht­erfüllung des Versprechens durch die Alliierten als Deschwerdegrund vorge­bracht. Um ähnlicher Beschwerdegründe bet der deutschen Regierung zu beseitigen, wird die britische Regierung ietzt darauf bedacht sein, die von der Botschafterkonferenz verspro­chene mögliche Zurückziehung von Truppen durchzuführen. Während in der Note der Botschafterkonferenz keine be­stimmte Zahl genannt ist und noch keine Ge­neigtheit besteht, in unnötige Einzelheiten der Frage einzutreten, solange die Angelegenheit noch erörtert wird, glaubt man doch allgemein, daß die Herabsetzung der gesamten alliierten Truppen im Rheinlande auf 56 000 die Billi­gung der britischen Regierung finden würde.

DaS „Deuter e" schließt feine Aus­führungen wie folgt: Bakanowfki hat ge< fegt, daß er ein wirtschaftliches Locarno vorbereitet habe. Einige seiner Freunde würden ohne Zweifel erklären, daß fei für sie kein Kompliment. Wir möchten ihnen sagen, daß der Vergleich ambitiös ist; trotz­dem muß man aber feststellen, daß Boka- nowffi viel Nützliches geleistet hat.

Die „Ere 91 oute eile" erklärt, man dürfe nicht mit Stillschweigen den aktiven guten Willen PoffeS übergehen, der eS ver­standen habe, die Instruktionen aus Berlin den Erforderniffen der schwierigen Lage anzupaffen. Man habe von einem wirt­schaftlichen Locarno gesprochen. Die Formel ist verführerisch, aber nicht durchaus richtig. ES i[t richtiger zu erklären, daß das Ab­kommen im Geiste von Locarno abgefaßt ist. Zum ersten Male bei einem Ver­trage, der nur materielle Interessen in Frage stelle, wage man eS, sich auf die locale Auffaffung zu berufen, der der Völkerbund seine Existenz verdanke. DaS Abkommen bedeute einen Beweis für einen neuen Geist in den wirtschaftlichen Be­ziehungen zwischen den örlben Völkern. Ein neues Hindernis auf dem Wege zum Frieden sei niedergelegt worden.

Ter „Paris Matinal" schreibt: Gestern hat man geschrieben, daß man vor einem wirtschaftlichen Locarno ftefre. Die

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sich Nanking heute nicht ergebe« wirb, es stark beschösse« werden soll. Der Befehls­haber von Nanking soll mit den Nordtrup- pen i« Verhandlung getreten sein, um Regelung zu finden, durch die eine Se» schießung Nankings verhindert werden könnte. Man glaubt, daß die Bevölkerung Nankings auf Seite« Sun Tschuan-fuangs stehe und daß zwei Divisionen der Nan­king-Truppe« bei dem Versuch der eine« Division, sich mit den Nordtruppen zu ver-Hndeu, zusammengestoßen seien.

Ar vermißten 6enelifln< Stieget

San Franzisko, 18. Aug. Der Kommandant bet amerikanischen Linien­schiffsflotte im Großen Ozean, Admiral Jackson, hat zehn Torpedobootszerstörern Befehl erteilt, an bet Suche nach den ver­mißten Honolulu-Fliegern teilzunehmen. Jachson selbst befindet sich mit einem Tor» püwbootszerstörer 600 Meilen von San Franzisko ebenfalls auf der Suche. Kapi­tän William Erwin aus Dallas, der an dem Flugwettbewerb hatte teilnehmen wollen, aber nicht zum Start gekommen war. beabsichtigt heute, mit Benzinvor- räbe« für 36 Stunden aufzusteigen und einen Zickzackkurs einzuschlaaen, um nach den Verlorenen zu suchen. Oberst Eafler- wood aus Dallas hat ihm telegraphisch für einen Flug nach Honolulu einen Preis von 25 000 Dollar angeboten.

Rewyork, 18. Aug. Das Marineamt hat alle im Stillen Ozean verfügbaren Kriegsschiffe, das sind etwa 39 Schiffe ver, schiedener Typen, angewiesen, nach den vermißten Flugzeugen „Golden Eagle" und „„Miß Doran" zu suchen.

Hohe Belohnungen.

st. Honolulu. 19. Aug. Ein ameri­kanischer Millionär hat eine Belohnung von 10000 Dollar für die Auffindung der Besatzung eines der beiden vermißte« Flugzeuge oder 20000 Dollar für die Auffindung der Besatzung der beide» Flugzeuge ausgesetzt.

Sir Flugzeuge gesunden?

fk. San Franzisko, 19. Aug. Dem Korrespondenten des «E x a m i n e t“ i» Honolulu zufolge, ist das vermißte Flug» zeug «Miß D o r a i n" auf der Insel Maui gefunden worden. Fräulein Doran und die übrige Besatzung des Flugzeuges sind wohlauf.

Während nach dieser Zektungsmeldung aus Sau Franzisko das Flugzeug «Miß Doran" angeblich bereits aufgefunden sein soll, ging eine Meldung aus Saia auf der zur Hawai-Eruppe gehörende« Insel Maui ei«, wonach da» Flugzeug ledig­lich gesichtet worden ist und zwar 5 Meilen seewärts von Steanae auf Maui. Es fei unmöglich gewesen, die Verhältnisse an Bord des Flugzeuges festzustellen.

Eine weitere Meldung besagt: «M i ß Doran und «Solde« Eagle« find gestern auf gefunden and sämt­liche Insassen in Sicherheit ge- bracht worden. Somit ist kein Teil­nehmer am Flug verunglückt. An den Nachforschungen nach den beiden nieder» gegangenen Flugzeugen beteiligten sich praktisch die gesamte amerikanische Flotte, unterstützt von Marine« ug£ Zivjlflug- 1 zeuge«.

BMungSvermtnderung und Ratstagung Wie Frankreich feine Srrivrechnnsen erfüllt