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Nr. 188 SLMrg. Marburg a. Lahn

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M1 Uhr.

Zum Start -er Aunkersfluszeuse

-ein Slort »er morgen früh SKieckie WetteraWKien

Sonnabend, UW». Ang«« 19N

Dessau, 12. Aug. Werden die Junkers- Maschinen morgen abend fliegen? Das ist die grobe Frage, die in Dessau und wahr­scheinlich auch anderswo heute abend eifrig er­örtert wird. Die Flugzeuge sind am Sonn­abend vormittag startbereit. Alles ist noch­mals nachgeprüft, alles in bester Ordnung be­funden. Die Motors, der Kompaß, die Empfangsanlage für Radio arbeiten ausge- «ichnet. Die Piloten strahlen, sie sind mit der Generalprobe der heutigen Schlußflüge zufrieden. Sie haben das Vertrauen, daß ihre Maschinen ste sicher über den Ozean tragen werden. Und doch steht der Starttermin noch nicht fest. Im letzten Augenblick zeigt sich der Wettergott wieder ungnädig. Es ist sinnlos, beim Orkan zu fliegen. Das Schicksal, die Tragödie von Nungesser und Coli schrecken und die Leitung der Junkerswerke steht auf j dem Standvunkt, daß die Piloten und Ma­schinen zu wertvoll sind, um leichtsinnig einer sicheren Gefahr vreisgegeben zu werden. So allerdings stehen die Dinge nicht, wie be- «bauotet wird, daß nämlich auf keinen Fall am Sonnabend abend gestartet werde. Richtig ist vielmehr, daß die Piloten die morgigen Wettermeldungen prüfen und darnach ihre Entscheidungen treffen werden. Gerade in U diesen Tagen wechseln die meteorologischen Verhältnisse auf dem Atlantik sehr schnell. Wären die Flieger eher gestartet, so hätten ße vorgestern den seltenen Fall gehabt, einen Stoßen Teil des Fluges mit Rückenwind »urllcklegen zu können. Wie sich der Rückschlag rum schlechten sehr schnell vollzog, können i ebenso gut in den nächsten 18 Stunden -t günstigere Nachrichten der Hamburger See­warte eingehen. Jedenfalls ist in Dessau alles : fertig das Weitere steht beim Wetter.

Wenn es sich besiert, wird gestartet.

Der bevorstehende Ozeanflu«.

Dessau, 12. Aug. DieBremen" hat im Laufe des heutigen Tages noch einen Flug 1 ausgefübrt, der aber keine besondere Be­deutung mehr bat. da die Maschinen aus­gezeichnet intakt befunden worden sind. In der Pressekonferenz wurde heute abend der Kurs der Flugzeuge bis rur Südküste von Irland mitgeteilt, wie er von uns bereits beute vor- ; mittag gemeldet wurde. Sie geht über Wolf- ienbüttel HannoverRheineRotterdam Tchuween, deren Leuchtturm die Orieniierung erleichtert Crovdon Südküste von Ir­land. Für diese erste Strecke des Fluges ' wird die Orientierung auch dadurch er­leichtert, daß von überflogenen Flusvlätzen and anderen Stellen aus ein System von Be­leuchtungssignalen organisiert ist. Außerdem bleibt es dabei, daß die Lotsenmaschine D. 31 die Führung übernimmt. In Croyden wird das Lotsenflugzeug landen. Die D. 31 wird oon dem Piloten Schnäbele geführt, der Ditb große Erfahrungen im Nachtslugverkehr j durch seinen Pekingflug bekannt geworden ist bat. Außer einigen Pressevertretern wird von Junkers Direktor Sachsenberg oder der Leiter der Presseabteilung, Herr von Fischer, ferner Frl. Junkers mitfliegen, die in der Leitung der Junkersgesellschaft in Newyork tätig ist, aber augenblicklich in Desiau zu Besuch weilt. Ferner haben die Junkerswerke der Amerika- aerin Knicketboker Gelegenheit gegeben, ihren Mann bis zur Südküste Irlands zu begleiten. Das Begleitilugzeug führt Betriebsstoff für l; 1112 Stunden mit sich und wird in Croydon landen und sväter von dort aus den Rückflug nach Desiau antreten. Ob die Route bis Fastens Rock an der Südküste von Irland so »erläuft, wie sie jetzt festgelegt ist, hängt von ; den Witterungsumständen ab, die natürlich «eine Ausbiegungen erforderlich machen können.

Vorbereitungen für de» Ozeanflug.

2 k Berlin, 12. Aug. Die Deutsche Luft­hansa wird auf Wunsch der Iunkerswerke die Besatzung der Ozeanflugzeuge insofern unterstützen, als sie für die Dauer des Fluges über deutsches Gebiet ihre gesamte Bodenorganisation zur Verfügung stellt, insbesondere wird sie in Zusammenarbeit mit den Flughafengesellschaften für Nacht­beleuchtung der Häfen Magdeburg, Vraun- j schweig, Hannover und Osnabrück sorgen, ba ja die Flugzeuge voraussichtlich in den Abendstunden in Desiau starten werden. Um der ersten MaWne den Kilometerab- ftanb der zweiten Maschine bekannt zu

geben, wird die Deutsche Lufthansa außer­dem auf den Häfen große beleuchtete Schrift auslegen. In derselben Weise wird den Flugzeugen Windstärke und Windrich­tung bekannt gegeben.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Deutschen Lufthansa, Herr Dr. E. E. von Stauß, sandte den Besatzungen der drei OzeanflugzeugeEuropa",Bremen" und Germania" je ein Telegramm folgenden Inhalts: Namens des Aufsichtsrates und d-s Vorstandes der Deutschen Lufthansa zurufe ich der Europa (bezw. Bremen, Eermaniaj und ihrer kühen Besatzung aus tiefstem Herzen Glückauf und Glückab. (gez.) von Stauß.

Dessau, 12. Aug. Der gestrige Frei­tag ist der letzte Tag der Vorbereitungen für den Ozeanflug. Die Maschinen sind nunmehr, nachdem sie noch einmal gründ­lich überholt wurden, wieder zusammenge­setzt und machen heute

die letzten Probeflüge.

um nach der allgemeinen Prüfung nament­lich das Funkgerät auszuprobieren. Uebri- gens sind die in den letzten Tagen von an­derer Seite verbreiteten Nachrichten, daß die Flugzeuge auch Sender an Bord führen, falsch. Sie führtzn vielmehr nur Empfangsgerät mit.

Alarmbereitschaft auf dem Desiauer Flugplatz.

ff. Dessau, 13. Aug. Wie die Iun- kerswerke mitteilen, ist von Sonnabend Mittag an Alarmbereitschaft für dieOzean- maschinen. Bessert sich das schlechte Wetter über dem Atlantik, dann erfolgt heute abend die Abfahrt von Desiau. Meldet die Hamburger Wetterwarte weiter Sturm, so wird am heutigen Abend nicht gestartet.

Kein Start vor Sonntag vormittag.

fk. D e s s a u, 13. Aug. Die Besprechung der Piloten über den Start hat ergeben, daß sich das Wetter wohl gebesiert hat und der Wind von 5060 Kilometer auf 30 Kilometer in der Stunde gelegt hat, aber der Nebel und die Wolken sehr tief über dem Ozean liegen. Aus diesem Grund ist der Start auf morgen vormittag verscho­ben worden.

Die Flugroute der Iunkersflugzeuge.

Berlin, 12. Aug. Wie dieNacht­ausgabe" mitteilt, geht die Flugroute der Iunkersflugzeuge über Magdeburg, Han­nover. Osnabrück, Rotterdam nach Croy­don. Von Croydon geht der Kurs weiter über die Südspitze Irlands, die nördliche Damperroute entlang bis zur sogenannten Ecke", wo die Flugzeuge den Dampferkurs verlasien, um einen mehr nordwestlich ge­richteten Kurs einzuschlagen. Im Verfolg dieses Kurses werden sie dann die Südaus­läufer von Neufundland und damit den amerikanischen Kontinent erreicht haben. Die letzte Etappe ihres Fluges geht über die Küste entlang bis Newyork. Für die Landung ist das Mitchell Field (Minefota) in Aussicht genomen.

Berlin, 12. Aug. Die Deutsche Luft­hansa wird in Zusammenarbeit mit den Flughafen-Gesellschaften für Nachtbeleuch­tung der Häfen Magdeburg, Braunschweig, Hannover und Osnabrück sorgen, da die Flugzeuge voraussichtlich in den Abend­stunden in Desiau starben werden. Um der ersten Maschine den Kilometerabstand der zweiten Maschine bekannt zu geben, wird die Lufthansa außerdem auf den Häfen große beleuchtete Schrift auslegen. In derelben Weise wird den Flugzeugen Windstärke und Windrichtung bekannt ge­geben.

Amerika in Erwartung.

Berlin, 12. Aug. Nach einer Meldung derVoss. Zeitung" aus Newyork gibt die Steuben-Gesellschaft, der Bürgermeister Walker die Vorbereitungen zum Empfang der deutschen Flieger übertragen hat, das Pro­gramm, soweit es fertiggestellt ist, bekannt. Es ist eine Begrüßung vorgesehen in Mit- chelfield durch die Vertreter des Deutschen Rei­ches, der Vereinigten Staaten des Staates und der Stadt Newyork und der Steubengesell- schaft. Am folgenden Tage soll ein E m p f a n g in City Hall durch den stellvertretenden Bürgermeister, ein offizielles Banketi im Astor-Hotel und ein Empfang durch die deutsche Bevölkerung Newyorks im KlubhausLiederkranz" stattfinden. An diese bereits festgelegten Hauptpunkte des Pro­gramms dürften sich zahlreiche weitere Be- grützungsakte anschließen.

Schlechte Weiternachrichten vom Ozean.

Dessau. 12. Aug. Wie der Sonderbe­richterstatter des WTB. von der Leitung der Zunkerswerke erfährt, sind heute nach­mittag außerordentlich ungünstige Nach­richten über die Wetterlage auf dem At­lantik einqetroffen und zwar herrscht ein Sturm von 5060 Stundenkilometern. Unter diesen Umständen ist der Start zu-- nächst MS morgen mittag ausgeschlosien. Die beiden Flugzeuge stehen jedenfalls von morgen früh an startbereit. Zm Laufe des Freitags werden neue Wettermeldungen erwartet, von denen dann die Entschei­dung darüber abhängt, ob der Start am Sonnabend abend noch erfolgt. Zm Augenblick scheinen die Aussichten dafür jedenfalls nicht sehr günstig.

Die beide« Ozeanmaschmen find im Laufe der ersten Nachmittagsstunden von ihren Probeslügen wieder gelandet. Die Piloten sprechen sich dahin aus, daß beide Maschinen, einschließlich der Radioanlage, ausgezeichnet funktionieren.

Start der IunKersmaschinen zum Alpenwett­bewerb.

Dessau, 12. Aug. Wie der Sonderbe­richterstatter des WTB. berichtet, sind die Iun- kermaschinen, die an dem Alpenwettbewerb teilnehmen werden, heute vormittag gestartet.

Das Internationale Flugmeeting in Zürich.

Zürich 12. Aug. Am Freitag, dem offi­ziellen Beginn des Internationalen Flugmee­ting auf dem Flugplatz Dübendorf, sind die Mannschaften von Holland, der Tschechoslowa­kei, Polen und Italien vollständig eingetrof­fen. Auch einige deutsche Flieger sind an­wesend. Besondere Beachtung erregte das von Waldemar Röder gelenkte dreimotorige Iun- kersflugzeug, in welchem 16 Erwachsene und ein Kind Platz genommen hatten. Der Appa­rat hatte Dessau morgens 10 Uhr verlassen, war in 13/4 Stunden nach Dübendorf geflogen. Am Montag um 10,30 Uhr wird durch Bun­desrat Haab der Kongreß der Föderation Aero- nautic International eröfnet werden. In der Eröffnungssitzung soll dem Weltflieger De Pinedo die Goldene Medaiqe überreicht werden.

Start Könneckes verschoben.

Berlin, 12. Aug. Infolge des schlech­ten Wetters findet der Start Könneckes nach Kol« heute nicht statt. Er wird vor­aussichtlich morgen erfolgen.

Empfang Könneckes beim amerikanischen Botschafter.

Berlin, 12. Aug. Der amerikanische Botschafter Surman empfing- heute vor­mittag den Ozeanflieger Kontierte und dessen Begleiter Graf Solms. Ter Bot­schafter erkundigte sich mit großem Inter­esse nach den von Könnerte getroffenen Vorbereitungen für den Flug und erklärte, er beabsichtige, dem Start des Flugzeuges von Berlin beizuwohnen, um dem Flieger persönlich Lebewohl zu sagen und seine besten Wünsche für ein Gelingen des Flu­ges auszusprechen.

Mn aS MwbmMat

In einer feiner letzten Reden bat Mussolini seine Zuhörer und Leser eindringlich darauf hingewiesen, daß Italien wir geben den italienischen Wortlaut möglichst genau wieder mehr den Charakter des platten Landes aufweisen müsse". Er erweckte damit den Ein­druck, als ob die Apenninenhalbinsel im Be­griffe stände, ein zweites England zu werden, wo die prächtigen Landgüter in Gefahr stehen, von den Bauplätzen verschlungen zu werden. Diese beunruhigende Vorstellung hat alsbald die Sachverständigen auf den Plan gerufen, die sich und anderen über den wahren Stand der Dinge Rechenschaft geben wollen. So gibt F. Coletti imCorriere della Sera" eine Dar­stellung des Verhältnisses der ackerbautreiben­den »ur Eefamtbevölkerung und ihrer Verschie­bungen, soweit diese aus der Statistik erkenn­bar sind. ,

Coletti beschäftigt sich mit den Volkszählun­gen von 1911 und 1921 und entnimmt ihnen die Zahl der Personen, die wirklich Landwirt­schaft treiben. Im erstgenannten Jahr sind es 9 086 000 oder 34,2 Prozent der Eesamtbevöl- kerung, zehn Jahre sväter dagegen 10 264 000 oder 33,2 Prozent. Diese Zahlen sehen auf den ersten Blick durchaus nicht beunrubigendi aus: mehr als ein Drittel der Bevölkerung über zehn Jahre dies ist die untere Grenze der Arbeitsstatistiken mit der Gewinnung von Erzeugnissen des Ackerbaues beschäftigt, die verhältnismäßige Abnahme in den zehn. Jahren trotz des stets wachsendenUrbanis­mus" äußerst gering. Die Sache gewinnt aber noch ein weit vorteilhafteres Aussehen, wenn man, wie Coletti dies tut, die Zahlen analy­siert. Zunächst kann man getrost sagen, daß die untere Grenze mit zehn Jahren zu hoch an­genommen ist. Jeder, der ländliche Verbält- nisse kennt, weih, daß selbst kleine Knirpse von erheblich weniger als zehn Jahren schon ganz kräftig mithelfen. Coletti schätzt ihre Zahl auf mindestens- eine halbe Million. Dieser Fehler nun, so bedeutend er an sich ist, ver­schwindet gegenüber einem zweiten. Ueberall, wo Landwirtschaft nicht in der industriellen Form reiner Tagelöhnerarbeit betrieben wirds sondern als Pacht (sei es gegen Geld oder Naturalien), Verteilung der Ernte zu gleichen Teilen, Kleingrundbesstz oder als mit Tage­lohn kombinierter Stellenbesitz die Wirt­schaftsformen schwanken stark je nach der Land­schaft und der Größe der Betriebe Überall dort bat die Frau einen großen Anteil an der Produktion. Sie erfüllt J>ann in der Familie die doppelte Aufgabe der Hausfrau und der landwirtschaftlichen Hilfskraft. Die Volks­zählungen lassen nunmit beinahe maschinen­artiger Starrköpfigkeit" die zweite dieser Funk­tionen nicht erkennen, wie nachstehende Zahle« beweisen.

Während in 1911 47,4 Prozent der männ­lichen Bevölkerung in der Landwirtschaft be­schäftigt waren, werden für die Frauen nur- 21,7 Prozent angegeben. 1921 ist es noch schlimmer: 47,1 Prozent Männer und nur 19,7 Prozent Frauen. In den Provinzen, wo fast ausschließlich das System dermezzadria" herrscht d. h. die Ernte wird zwischen bent Grundbesitzer und Besteller zu gleichen Teilen geteilt versteht es sich von selbst, daß der mezzadro" seine ganze Familie, also in erste« Linie seine Frau, bei der Arbeit helfen läßt. In Toskana nun, wo so gut wie gar keine an­dere Wirtschaftsform in der Landwirtschaft vorkommt, sind nach der amtlichen Statistik 45,3 Prozent Männer und nur 16,3 Prozent Frauen in der Landwirtschaft beschäftigt. In den Marken lauten die entsprechenden Zahlen 59,1 und 35,2 Prozent. Dagegen geben die Sta­tistiken in beiden Provinzen einen ungewöhn­lich hohen PriHentsatz vonHausfrauen" an. Coletti versucht den gemacht«, Fehler in Bausch und Bogen zu berechnen und kommt für 1911 zu dem Schluß, daß in der Landwirtschaft beschäftigt waren: 10 700 000 Personen ydev 40,26 Proz. der Eesamtbevölkerung, d. s. 17,78 Prozent mehr, als die amtlichen Quellen an» geben. Coletti meint, daß der richtigste Weg, die ackerbautreibende Bevölkerung zv schätzen, der sei, anzunebmen, daß die ganze Fa­milie jedes als Landwirt aufgeführten Haus- baltungsvorstandes in der Landwirtschaft mit« hilft. Er kommt bann su bent Ergebnis, baß sowohl in 1911 wie 1921 52 Prozent ber italienischen Bevölkerung ihr Land bebauen. Wohl zieht die Industrie einen Teil der länd­lichen Bevölkerung in die Städte, aber meist gelingt es ihr nicht, sie dort festzuhalten,' aber selbst wenn man annimmt, daß auf diese Weise eine halbe Million dem platten Lande ver­loren geht, so wird dies weit aufgewogen da­durch, daß alle die, welche sich in Kasernen, Krankenhäusern, Gefängnissen usw. der Land- bestellung widmen, nickt mitgezählt find.