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Lbevhessische Zeitung, Marburg a. L. Kveltag, de» 12. August 1927

Xt. 187

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Attentat

wurde gestern auf der Durchreise von Bukarest

Graz, Tagespost' ehemalige

Wetterbeobachtunsen am 11/12. M

Höchste Temperatur am 11. August 22,2 teil.

Niedrigste Temperatur letzte Natzt 10,3 (Tjfl‘

Pef<'5bie«',t d-r Israelit. P^melnM.

Sonnabend, den 13. August.

Dorabend 19.15 Uhr: morgens 8 Uhr: nach» mittags 16 Ahr: Ausgang 20.40 Ahr' Ar Wochentagen: morgens 6.45 Ahr: abends 19 Ahr.

die anderen, seiner Partei angehörcnden, Minister verließen den Sitzungssaal der Ministerrates. Dieser Schritt ist erfolgt wegen einer Meinungsverschiedenheit mit einem Plan des Finanzministeriums, der darauf hinauslief, der Nationalbank das Recht der Ausgabe von Banknoten zu ent­ziehen. um eine neue Nationalbank zu schaffen.

BrieAasten bet Schriftleit,n,.

Wette. Die allgemein verbreitete An­sicht, daß die Biene bei Vertust ihres Stachels zugrunde geht, ist durch vielfache Versuche längst widerlegt worden. Man hat Bienen eingefangen, sie zum Stecken veranlaßt und festgestellt, daß sie nach Ta­gen, wenn man ihnen die Freiheit gab, sehr vergnügt davonflogen.

Regierungskrise in fk. Athen, 12. Aug. der Royalistenpartei Koalitionskabinetts hat

Notlandung dreier polnischer Flieger.

fk. Dübendorf, 12. Aug. Die drei polnischen Flieger, die gestern hier ein» Affen sollten, um am internationalen Flug^Meeting teilzunehmen, mußten in. folge des schlechten Wetters in ver­schiedenen Orten notlanden. Zwei der Flieger werden heute weiter fliegen während die Maschine des dritten Fliegers abmontiert werden muß.

Da, amerikanissch, Flottenbauproqramm.

ff. Rewqork, 12. Aug. Das Marine­amt beabsichtigt, dem Kongreß oorzuschla- gen, außer den bereits bewilligten acht 10 000 Tonnen-Kreuzer 10 weitere zu ge­nehmigen. Als Bauzeit find je 5 Jahre vorgesehen, sodaß diese 18 Kreuzer 1935 vollendet wäre«. Außerdem sind 10 Kreuzer zu je 7000 Tonnen ge­plant. Die Zahl der Kampfflug­zeuge soll erheblich vermehrt wer­den, nämlich bi, auf 1000

und gemeistert werden. Das aber heißt Demo­kratie, und echte Demokratie heißt, die Besten unter uns, die geistige Aristokratie, an lei­tende Stellen zu bringen und sie durch die Stabilität des Vertrauens zur vollen Auswir- kung gelangen zu lassen.

Das „ReichsbannerNed" unterbricht den Festredner.

Halle, 11. Aug. (MTB.) Bei der Der- faffungsfeier in dem überfüllten Thaliasaal wurde der Festredner, Professor Dr. M e n z e r, der über „Universität und das deutsche Volk" sprechen sollte, schon nach den ersten einleiten­den Sätzen von Zwischenrufen und Pfeifen unterbrochen. Ein großer Teil der Anwesen­den erhob sich auf Aufforderung eines Teil­nehmers und sang das Reichsbanner­lied. Darauf verließ Prof. Menzer das Red­nerpult. Der Führer des Reichsban- ners hielt dann eine Ansprache, woraufhin, als er von dem „verfluchten alte Regime" sprach und die deutschen Universitäten als Horte der Reaktion bezeichnete, Rektor und Professoren der Universität den Saal verließen. Der größte Teil der Vertreter der Behörden folgte ihnen, sodaß der Saal fast leer war. als das „Deutschlandlied" den Schluß der „Feier" bildete.

9ic Stier in Preußen

Berlin, 11. Aug. (WTB.) Bei der heu­tigen Verfassungsfeier der preußischen Staats­regierung führte Staatsminister Professor Dr. Becker u. a. aus: Das Werk von Weimar ist die erste große staatsrechtliche Schöpfung der endlich Wirklichkeit gewordenen deutschen Demokratie. Die neue Verfassung ist die Drücke, die die Vergangenheit und die Zu­kunft verbindet. Man nenne das keine Schwäche der Verfassung: es ist ihre Stärke, denn neue Gedanken setzen sich selten durch, wenn sie mit einem radikalen Bruch mit der Vergangenheit beginnen. So war es sehr weise, daß man nicht radikal den Einheits- staat schuf, sondern nur einen großen, selbst dem partikularen Empfinden noch erträglichen Schritt zum Einheitsstaat der Zukunft hin tat. Der formelle Einheitsstaat muß die letzte Auswirkung der ein- heits staatlichen Gesinnung sein. Unsere Reichsverfassung ist eine große Erziehe­rin zum staatsbürgerlichen Denken der auf- steigenden Generation. Die Differenziertheit der heutigen Verhältnisse kann nur durch die Differenziertheit unserer Bildung und durch verantwortliche Mitarbeit aller überwunden

Griechenland.

Die Obstruktion innerhalb des

Ausland

aus den ehemaligen König von Griechenland.

11. Aug. fWTB.s Die „Grazer meldet aus Maria Theresiapol: Der König Georg von Griechenland

SruWeS Reich

Abreise des Reichspräsidenten.

fk- Berlin, 12. Aug. Der Herr Reichs- vrastdent hat sich gestern abend nach Bayern begeben, um dort einen vierwöchigen Er­holungsurlaub auf dem Lande zu verbringen.

Hilfsaktion für die preußischen Beamten.

fk. Berlin, 12. Aug. Im preußischen Finanzministerium sind laut „Vorwärts" ent­brechend die vorhandenen Mitteln für die Beamten der Gruppe 4 ohne Antrag, für die Gruppen darüber aus Antrag 50 <M. und 10 M für ledes Kind gezahlt worden. Das Finanz­ministerium hat den anderen Ministerien an- be>m gegeben, mit den vorhandenen Mitteln ähnlich zu verfahren. Wie das genannte Blatt hört, ist die llnterstutzungsaktion für otc Beamten auch in den übrigen Ministerien bereits geregelt.

?N-ljrrdesjckl.

fk. Wettervorhersage bis Sonn* abend abend: Vorwiegend kühl, einzelne Schauern. vornetzmlich westliche Winde.

nach Feldes in Kikinda an der rumänische. Grenze von einem rumänischen Journalisten überfallen. Als der Zug hielt und der frühere König ans Fenster trat, feuerte der Täter mehrere Revolverschüsse auf ihn ab, die jedoch fehlgingen. Bei der Fest­nahme fand man bei ihm noch einen zweiten Revolver und zahlreiches kompromittierendes Material.

Eisenbahnunglück in Jugoslawien.

ff. Belgrad, 12. Aug. In der ver­gangenen Nacht stieß ein von Belgrad aus­gehender Personenzug mit einem Eüterzug zu­sammen. Zwei Personen wurden getötet, iz verletzt, darunter 7 schwer.

unser Leitstern sein, in diesen Kämpfen dürfen wir nicht vergessen, daß der poli­tische Gegner unser deutscher Volksgenosse ist, darum fort mit dem Massen-, Klassen- und dem Rassenhasse, fort mit dem Kasten« und dem Cliquenwesen, das uns Deutschen tief im Blute liegt.

Wenn wir in den großen Lebensfragen der Ration einen einheitlichen nationalen Willen ausdringen, wenn wir das Tren­nende zurückstellen und das Einigende be­tonen, dann wird das deutsche Volk den

Wog in die Freiheit finden.

Noch sind wir kein freies Volk. Die deutsche Republik trägt schwer an den Fesseln, in die sie der Friede von Ver­sailles geschlagen hat. Der Weg zur Frei­heit ist lang, steil und steinig. Wir waren vielleicht übermütig im Glücke, seien wir nicht kleinmütig im Anglück. Seien wir stark im Glauben an Deutschlands Zukunft, auch ein solcher Glaube ist Kraft, Macht und Stärke und kann Berge versetzen, wenn es sein muß.

Ein neuer Bölkerfriihling wird uns nieht von heute auf morgen beschiedon sein. Aber wenn wir stark sind im Glauben an" das Deutschland von heute und in der Liebe zu unserem Volke, das der Liebe wert ist, wie kein anderes Volk der Erde, dann wird und mutz der Tag komme«, — und in diesem Glauben soll uns die heutige Berfassungsfeier bestärken —, wo ein freies und geachtetes Deutsches Reich seinen gleichberechtigte» Platz einnimmt unter den Völkern der Welt, aus de» es als grotze Kulturnation einen berechtigte»

Anspruch hat.

Nachdem der Sprechchor das .Shmbolum" von Goethe vorgetragen hatte, ergriff

Reichskanzler Dr. Marx bas Wort zu folgender Ansprache: Herr Reichspräsident, sehr verehrte Damen und Heinen I

Als ich heute vor einem Jahre an dieser Stelle zur Feier des Dersafsungstages zu Ihnen sprach, gab ich der Hoffnung und dem Wunsche Ausdruck, daß daS deutsche Volk aus dem Boden der Verfassung sich im gemein­samen Dienste am Vaterlande zusammenfinden möge. Ein Jahr, reich an Arbeit, ist seither vergangen. Blieben auch manche Gnttäuschun- gen nicht aus, manche Hoffnungen unerfüllt, eines dürfen wir heute mit Befriedigung fest» stellen: Das Verständnis für das Der- fassungswerk von Weimar beginnt auch in den Kreisen unseres Volles zu wachsen, die ihm bisher innerlich gleichgültig, wenn nicht gar ablehnend gegenüberstanden, und die Erkenntnis, daß nur auf dem Boden dieser Verfassung Deutschlands Wiederaufstieg er­reicht werden kann, ist heute Allgemeingut des deutschen Volkes geworden. Der Reichs« regierung als der berufenen Hüterin dieser Verfassung obliegt nicht nur die Pflicht, die Verfassung gegen jeden ungesetzlichen Angriff zu verteidigen: sie hat auch dafür zu sorgen, daß das Grundgesetz des neuen Volksstaates im Volke selbst die gebührende Achtung und Anerkennung genießt . Wir wollen in dieser festlichen Stunde dem Verfassungswerk von Weimar aufs neue die Treue geloben und in diesem Sinne darf ich Sie, Herr Reichs­präsident, und Sie, meine Damen und Herren, bitten, mit mir einzustimmen in den Ruf: .Unser geliebtes Vaterland und das in der Republik geeinigte deutsche Dolk — sie leben hoch!

Der gemeinsame Gesang der' ersten unb letzten Strophe des Deutschlandliedes vildete den erhebenden Schluß der Feier im Saale.

Run begab sich der Reichspräsident, kezle,tet von den Herren, die mit ihm in der Loge ge­sessen hatten, durch das große Hauptportal des Reichstagsgebäudes, über die Freitreppe, I zum Platz der Republik. Minister des Reiches I und Preußens, die Vertreter der Länder, die I Staatssekretäre, der Reichspressechef Dr. Zech- I Im und andere Herren von der Regrerungs- I estrade schlossen sich an. I

Franz Böhler, Svtiker, Ä'ft" SvezlalhauS für Sollt und Vdoto

gestern abend zu einem Zerfall des Kabinetts ge­führt. Der Minister des Aeutzeren und

Ser Slug über den Lzcnn Sie letzten Sorberettungen

Englische WirlschnWvesm

Aus der englischen Industrie ist man in letzter Zeit wahrlich Klagelieder gewöhnt, aber das Ausmaß, das dieselben augenblicklich an­nehmen, übersteigt doch das bisher Dage­wesene. Abgesehen von Berichten, die sich damit begnügen, die mißliche Lage der eng­lischen Unternehmungen allgemein zu schildern, werden j\t Zahlen veröffentlicht, die den Engländern wirklich Anlaß zu Besorgnissen bieten können. Während die Aussuhrzissern fallen, steigt der Wert der eingeführten Güter, und dies auch auf solchen Gebieten, in denen England früher ganz unabhängig war. So ist der Wert der Tektileinsuhr seit dem Jahre 1913 um nahezu 50 Prozent gestiegen. DaS Ergebnis ist natürlich ungenügender Auftrags­bestand für die englische Industrie, Sie ihre Arbeiter nicht beschäftigen kann. Aehnlich liegen die Derhältnisse auf dem Stahl- und Eisenmarit. Roch int Jahre 1923 führte Eng­land nur 560 000 Tonnen Eisen- und Stahl­waren ein. In der gleichen Zeitspanne des Jahres 1927 schwoll die Einfuhrzisfer aus 2 237 000 Tonnen an, während sich die eng­lische Ausfuhr in derselben Branche um 269 000 Tonnen verringerte. Es ist klar, daß diese ungünstigen Ziffern als Grund und Folge für andere wirtschaftliche Einbußen zu betrachten sind, und es ist sehr wohl ver­ständlich. wenn die dortigen Wirtschastspoli- trker zu der Einsicht kommen, daß England all« seine Arbeitslosen beschäftigen könne, wenn di« Aksatzverhältnisse günstiger lägen. Aus dieser Erkenntnis heraus ist auch daS allge­meine Bestreben zu erklären, dem englischen Bolle die einheimische Ware anzupreisen. Dis große Werbeausstellung in London soll ja in erster Linie ixuu dienen, die Verbraucher dahin zu bringen, daß sie beim Einkaus zuerst fragen, ob die Ware englisches Erzeugnis ist. Selbst wenn die heimischen Streichhölzer teurer find als die einaeführten. soll der Engländer das eigene Fabrikat bevorzugen. And so ist es auch mit anderen Waren, die der eng­lische Fabrikant heute nicht mehr so billig an« bieten kann wie der ausländische Konkurrent. Ob man große und vor allen Dingen dauernd« Erfolge mit dieser Erziehung des Publikums haben wird, steht noch dahin. Tatsache ist es jedenfalls, daß das ..made in Germany" nicht mehr genügt, Abscheu vor einer Ware zu erregen. Jetzt geht man den, Fehler psychologisch zu Leibe, indem man sich an das Rationaloefühl wendet.

$ # I f e u, 11. Aug. Wie die „Telegraphen- Unton“ erfährt, ist damit zu rechnen, daß bet gleichbleibenden Wind- und Wetterverbält- uificn der Start zum Ozeanflug am Sonn­abend nachmittag oder Sonntag früh erfolgen wird.

Die beiden Flugzeuge, mit denen der Ozean- flug unternommen werden soll, sieben zur Zeit abmontiert in einer Halle, wo alle ein­zelnen Motoiteile noch einmal durchgevriist werden. Außerhalb der Hall« steht das dritte Flugzeug, das vielleicht mit den beiden an­deren starten soll, voraussichtlich aber nur benutzt wird, falls eines der beiden anderen Flugzeuge im letzten Augenblick versagen sollte. Man ist der Ansicht, daß

voravsfichtfich nur zwei Flugzeuge starten werden. Beide Flugzeuge werden nicht, »wie das sonst bei Junker üblich ist, mit der sil- b-rnen Aluminiumfarbe bestrichen, sondern erhalten nur einen leichten Lackanstrich, der keine besondere Eewichtserschwernis bedeutet.

Eine Besichtigung des Kabinenraumes »eigt. daß die Führer der beiden Oreanflug- zeuge während der ganzen Fahrt voraussicht­lich auf ihrem Sitz verbleiben müssen da in den Kabinen nur wenig Raum vorhanden ist.

Die Jnftrumentenausstattaug

der Flugzeuge ist, was zunächst überrascht, nicht übermäßig groß. In den Flug­zeugen befindet sich der übliche Höbensteuer und der übliche Kompaß, sowie ein Eeschwin- digkettsmesser. Auch der gewöhnliche Kühl­wasser-Temperaturmesser, der sich vorn auf der Motorhaube befindet, ist genau wie bei allen anderen Flugzeugen gebildet. Die Pumven- anlage befindet sich an dem hinteren Paffa­gierraum, in den man durch einen schmalen, schulterbreiten Gang gelangt und zu dem man nur gebückt hindurchkommt. Links und rechts von diesem Gang befinden sich große Benzin­tanks, in denen die größte Menge des Benzins aufbewahrt wird. Diese Benzintanks, die fast dreiviertel Mannsgröße haben, nehmen in den Flugzeugen den meisten Platz ein. Die Passa­giere dürften es in ihren Räumen nicht be­sonders be.uem haben, da dort noch die Post und das Eeväck untergebracht worden ist.

Außerordentlich groß ist

Zahl der Postsendungen,

die für den Ozeanflug in Drffau eingegangen sind, insgesamt 4000 Stück, die die vorgesehene Menge für Postsendungen ganz erheblich über­schritten haben, sodaß man nicht weiß, ob alle Briefschaften befördert werden können Die Sendungen sind zum Teil an offizielle Persön­lichkeiten, wie Coolidge, Dawes, Ford und andere Amerikaner gerichtet. Im allge­meinen sind sie offenbar zu Sammelzwecken aogesandt, und verschiedene Briefe sind über Amerika an die eigene Adresse des Absenders gerichtet.

Di- Motore der Flugzeuge sind die waffer- gefullten Motore der Junkersflugzeuge. Durch besondere Vorrichtung ist Sorge getragen, daß ste eine gnügende Menge von kühlender Luft erhalten. Der Sporn wird wie üblich den Spornwagen erhalten, der inzwischen ver- beffert worden ist, sodaß er nicht mit in die Luft gebt, wie das bei dem Weltrekord der Fall war.

Zum Start des Junkersflieger.

fk. Dessau, 12. Aug. Der Start der Verden Ozeanflugmaschinen der Z««- Ee " Ee wird, günstige Witterungs­verhaltnisse vorausgesetzt, nunmehr be« stimmt Sonnabend vormittag oder Sonnabend abenderfolgen.

Der Ozeanflug Könneckes.

fk. Travemünde. 12. Aug. Der Start zum Ozeanflug Könneckes wird wahrscheinlich erftEndeAugust statt« ft ni)en.

nerstag nachmittag mit der „Germania* nm 1.21 Uhr vom Flugbasen Travemünde nach Berlin gestartet und 3.30 Uhr dort aus dem Flugplatz Temvelhos gelandet.

Könnecke wird bis Freitag nachmittag in Berlin bleiben und dann gegen 4 Ubr nach Köln starten. Inzwischen wirb der Motor noch auseinanbetgenommeen unb gründlich überholt werden, nachdem er zuvor etwa 60 Stunden gearbeitet bat. Da der Flug nach Köln etwa vier Stunden in Anspruch nimmt, trifft die Maschine gegen 8 Ubr abends auf dem dortigen Flugplatz ein. Äoennede wird in Köln noch einige Belastungsflüge machen. Hierfür sind zwei bis drei Tage angesetzt, so­daß der Start nach Amerika nunmebt in den ersten Tagen der nächsten Woche erfolgen wirb. Äoennede wirb bie sübliche Route fIre- gen unb zwar vielleicht nach etwa 400—500 Kilometer südlicher als bie Dampferlinie läuft.

Das Ziel ist Philadelphia.

da diese Stadt Äoennede cingelaben bat, dort 8u landen. Außerdem bat sie mitgeteilt, daß der Preis von 25 000 Dollar, der für das erste Flugzeug ausgesetzt ist, das von einer europäi­schen Hauptstadt aus in Pbiladelvbia landet, auch für die „Germania“ gilt, da Äöln in weiterem Sinne als europäische Hauptstadt gerechnet wird. Äoennede rechnet mit einer Flugbauer von etwa 50 St unb en. Die Durchschnittsgeschwindigkeit während seines 19-Stundenfluges betrug 188 Äilometer.

Die „Germania“,

mit der Äoennede den Flug über den Ozean macht, ist einDopveldeder derCaspar- werke. Die Maschine ist tn ihrem größten Teil gelbbraun, das Vorderteil weiß lädiert. Au beiden Seiten des Rumpfees ist in roter Schrift der Name „Germania" angebracht. Sie tft eine Solzkonstruktion im Gegensatz zu den Junkersmaschinen. Die Maschine bat einen Junkersmotor L 5, der eine Spitzenleistung von 310 PS. hat. Sie wirb etwa 2500 Älgr. Betriebsstoff mitführen, ber durch Trag» flächen-Tanks zugeführt wirb. Tanks unb Kanister finb nach Profil bes Flugzeuges ge­baut Die kleineren von ihnen werben nach der Entleerung als Flaschenpost übet Borb geworfen. Mit ben großen bat Äoennede im Notfall eine luftdicht verschließbare Schwirnrn- unterstutzung von 2% Äubikrneter an Bord, Die Maschine führt auch Funkgerät mit sich unb zwar Senber unb Empfänger. Die Be­dienung bes Funkgerätst ist im wesentlichen bie Aufgabe bes Grafen Solms. Äoennede M der Auffassung, baß ber Start von Äöln stch recht glatt vollziehen wirb. Der Äölner Fulgvlatz bietet ihm 1600 Meter Startselänbe, bas tadellos fest ist unb eine gntgeoflegte Grasnarbe bat. Der Platz fällt tn ber Start- rtebtung etwas ab, was dem Aufstieg eben­falls zugute kommt.

Ankunft in Berltn.

Lübeck, 11. Aug. Der Ozeanflieget Äoennede und Graf Solms sind Don-

Zeit

Barometer st. reduziert auf N. N.

Tempe­ratur

Relative Lust- leurtitigtei*

11.8. 2 Uhr nadjm.

759,2 mm

217 (Eel|.

55*|.

11.8. 9 Uhr nachm.

758,5 mm

16,4 dell.

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12.8.7 Uhr vorm.

761,3 mm

14,3 (£elj.

87*1.