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Die amtliche BerWunMier im Reichstag
Ernste Mahnung an Frankreich
Reform der Serfastung
Weimarer
Grundlagen Hand dann
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Marburg a. Lohn
staat und über
Die Reformbedürftigkeit der Verfassung.
Hierzu führte er aus: „Unter Festhaltung ihrer wird man die reformierende
Srestag. den 1L August 1927
V« Anzeigenpreis t«tilgt für p«n 10 grspalt. SeUemniaimette 0.08 GM., Vein« Bar-mzeigen 0.06 GM., amtliche und auswärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz- Vorschrift 50«/, Aufschlag. — Sammelanzeigen 100«/, schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 GM. Jeder Rabatt g«t als Varrabatt. Ziel 5 Tage. Beleg« werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebot«. Er« MungSott Marburg.
1 Goldmark — Dollar.
an sie legen müssen, wenn ihre Bestimmungen mit den staatlichen und wirtschaftlichen Interessen des deutschen Volkes nicht mehr rm Einklang stehen.
Richt diejenigen find di« wahren «nd wirklichen Hüter der Versafiung, die sich grundsätzlich gegen jede Aenderung sträuben, sonder« sehr vielmehr diejenigen find die wahren Verfafiungs- freunde, die aus den Erfahrungen lernen, die man mit dieser oder jener Verfafiungsvorschrift gemacht hat, und die gewillt find, wo es Rot tut, die befiernde Hand an fie zu legen."
Zm Anschluß an diese Erklärung legte der Redner dagegen Verwahrung ein, daß Preußen gegen das Reich — oder — wie es ja auch einmal denkbar ist — das Reich gegen Preußen regiert werde. „Heute", so meinte er, .„brauchen wir eine Stärkung der Reichsgewalt, und vor allen Dingen eine klare Abgrenzung der Machtbefugnisse von Reich. Ländern und Gemeinden in verwaltungsrechtlicher und finanzieller Hinsicht. Das Nebeneinander und Durcheinander muß aufhören. Der dadurch bedingte Leerlauf der Reichs- und Staatsverwaltung muß ein Ende finden. Aber darüber hinaus brauchen wir auch eine Vereinfachung des Behörden-Apparates, wie wir ihn aus alter Zeit übernommen haben. Und wenn wir auf eine Stärkung der Reichsgewalt gegenüber den Ländern Wert legen, so glaube ich, daß wir gut daran tun werden im Reiche, die Stellung des Reichspräsidenten, der vom Volke gewählt ist, zu heben und zu stärken ... Ich habe das Gefühl, das Volk will nicht von anonymer Fraktionsmehrheit regiert werden. es will nichts wißen von einer Souveränität der Fraktion, die man neuerdings versucht hat, zu proklamieren.
Es will von Männern regiert werde«, die den Mut der Verantwortung tragen gegenüber den Parteien und den Wählern, die sie gewählt haben.
Und dieses Ziel ist zu erreichen, wenn wir den Weg der Reformierung der Reichsverfassung im Sinne einer Stärkung der Stellung des Reichspräsidenten."
Nach dieser innenpolitischen Einleitung wandte sich der Redner nun
unserer außenpolitischen Stellung zu, zu der er sehr beachtenswerte Darlegungen machte. Er sagte hierbei u. a.:
„Deutschland mit seinen offenen Grenzen und mit seinen Strömen, deren Quellen im Auslande liegen, ist das Herz von Europa. Die Staaten Europas sind heute aufeinander angewiesen und hängen in
et, «OtaWPW« Sdtmtg* er» fHewl sechsmal wichentlich. Be- plg-preis monaUlch 2 EM. au* schließt. Zustellungsgebühr, durch diePostLLi GM.Für «Uva infolge Streiks, Maschinen defekt« oder «iementarrr Eretgniff« ausfallend« Rmmnern wird kein Ersatz geleistet. Verlag d. Dr. S. Hitzeroth, Druck der Unid.-Buchdruckerei 6.'-’ Job. Aug. Roch, Markt 21/23/ Fernsprecher: Nr. 54. u. Rr. 55/ Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. M. Nr. 5015. — Sprechzeit d« Redaktion den 10—11 und
»1,1—1 Uhr.
Simlsstm mit Slaggtnfrage - sich beit Weltmarkt erobert. Diese Flagge war geliebt von der Heimat und geachtet von der ganzen Welt. Wir werden ein einheitliches Volk nur werden, wenn wir uns gegenseitig achten, begreife« «nd verstehen lernen. Mit der Liebe zu dem Deutschland von heute müßen wir die Achtung für das Deutschland der Vergangenheit verbinden. Ich würde es für ein schweres Verhängnis halten, wenn wir je die Verbindung mit der Vergangenheit ablehnen wollten." Die Ausführungen des Redners galten dann weiter der Forderung nach konfessionellem und sozialem Frieden, Betrachtungen über Deutschlands Weg zum Einheits
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ihrem wirtschaftlichen Gedeihen von einander ab.
Dieses Europa wird nur dann gesunde«, wenn in seiner Mitte ein gesundes Herz schlägt. Darum fordern wir von der Welt im eigene« Interesse und im Interefie vo« Europa unser
Recht auf Freiheit.
Wir wollen den Frieden mit allen Mäch^- ten, wir sind immer ein friedliebendes Volk gewesen, wir wollen den Frieden schon darum, weil wir wehrlos und ent* waffnet find...
Wir haben ">
unteren Friedenswille« bewiesen dadurch, daß wir in den Völkerbund eingetreten sind, daß wir den Friedensvertraq nochmals anerkannt haben, und wenn wir dann berücksichtigen, daß wir entwaffnet sind, daß unsere Entwaffnung anerkannt ist, und unsere Reparationslasten im Dawesplan geregelt find, weit über die Grenzen der deutschen Leistungsfähigkeit hinaus, dann haben wir ein Recht, bitterste Beschwerde vor der Welt darüber zu führen, daß noch heute fremde Befa tz u ngs trup Pen in der 2. und 3. Zone stehen. Man hat seit dem Frieden von Versailles Schmach ■'ifier Schmach über uns gehäuft, zahlreiche Versprechungen sind nicht gehalten worden ... Aber wenn wir mit tiefer Bitternis an die Schmach denken, die man uns angetan hat, dann lassen Sie mich folgendes in voller Offenheit sagen:
Rach meinem Dafürhalten ist vor der Welt «nd der Geschichte die Schmach derer, die eine« entwaffnete« Bolle fortgesetzt und dauernd diese Schmach antnn, größer als unsere Schmach, die wir über «ns ergehe« lasse« müssen, weil wir wehrlos «nd entwaffnet sind.
Es hat auch einmal eine Zeit gegeben, nach dem Jahre 1871, wo eine deutsche Okkupationsarmee Teile von Frankreich besetzt hielt. Damals haben wir bewiesen, und das haben die französischen Staatsmänner dankbar anerkannt, daß wir ein edles Volk sind, das nicht f/hia ist, den am Boden liegenden Gegner zu schmähen. Die Geschichte dieser Okkupation ist geschrieben worden und jeder Deutsche kann darauf stolz sein, mit welcher Rücksicht und mit welcher Humanität damals die deutsche Armee, die deutschen Besatzungstruppen ihr« Aufgabe erfüllt ha- ben. K
Den besiegten Feind z« ehren ist das ' Zeichen großer Kultur, «nd wo sehe« wir diese Zeichmi der Kultur der
Grande Ratio« ««S gegenüber?
Die Geschichte des Ruhreinfalls, die Geschichte der Besatzung der Besatzung am Rhein wird auch einmal geschrieben werden, und dann wird die Welt darüber staunen, mit welcher beispiellosen Rücksichtslosigkeit dort die Besatzungstruppen geglaubt haben, ihres Amtes walten zu dürfen, und ich sage eS noch einmal:
Schmach über «ns, daß wir das erdulden müsse«, Schmach aber auch über jeue, die u»S das zugefügt habe« «nd heute noch zufügenk
Tie französischen Staatsmänner wühlen noch heute in alten Wunden, und es vergeht keine Woche, wo nicht jenseits der Vogesen Reden gehalten werden, die für die Ehre Deutschlands in höchstem Maße beleidigend sind, und wenn uns neulich gesagt wurde, von einem französischen Staatsmann, daß solche Reden dem Frieden dienen sollten, so kann ich nur sagen,
Deutschland hat von einem wahren und Einern wirklichen Frieden, von der Befriedigung Europas eine höhere «nd eine sittlichere Auffassung., als fie aus jenen Reden spricht, wie fte Fortgesetzt gehalten werden!
Frankreich fordert Sicherheiten. Ich glaube, wenn irgend ein Land der Welt dar Recht hat,
S icherheiten»
zu fordern, dann ist es das entwaffnete Deutschland mit seinen offenen Grenzen, umgeben von einer feindlichen Welt, die in Waffen starrt. Wenn ich mir vergegenwärtige, mit welcher Emsigkeit und welchem gleiße von einzelnen französischen Staatsmännern immer und immer wieder _bte Leidenschaften gegen Deutschland aufgepeitscht werden, so kann ich mich des Ern-» drucks nicht erwehren, daß aus diesen Reden und aus dieser Politik nichts anderes spricht als die Stimme des schlechten Gewissens^ Unwahre Behauptungen werden dadurch nicht wahr, daß man sie immer und immer wiederholt. Und diese Behauptungen, die fortgesetzt und dauernd dem französischen Volke über deutsche Greueltaten erzählt werden, gehören ruhig alle zu denjenigen Dingen, von denen der Deutsche zu sagen pflegt, daß sie kurze Beine haben. ,
Die deutsche Außenpolitik ist ihren Leidensweg gegangen und sie wird und sie muß ihn weitergehen, weil kein anderer Weg uns die Aussicht auf die Freiheit des Rheins gibt. Man bat gesagt: durch Opfer zur Freiheitl
Die Opfer haben wir gebracht, die Frei, h e i t ist «ns zum großen Teile versagt oe»; blieben. Wohl ist manches erreicht wor- den, aber das grobe Ziel, die Befreiung
desRbei«s,fieift nicht erreicht." 1
Der Redner schloß diesen Teil feiner Aus. führungen mit der Feststellung, daß sich heute alle gröberen Parteien zu der von Dr. Strese* mann geleiteten Außenpolitik bekannt hätten. Dann gedachte er aller der besonders schwer leidenden Deutschen, in erster Linie der Bevölkerung des besetzten Gebietes und der Saar. „Je härter der Druck war, dem sie ausgesetzt war, desto inniger und fester hat sie sich mit der Seimat verbunden gefühlt, das werden wir nie vergeßen", so konnte er fest- stellen. ,,Wir wollen geloben, im Rahmen des Möglichen jedes Opfer zu bringen, das ihre Leidenszeit verkürzt.
„Und dann", fuhr er fort, „denken wir heute in tiefer Wehmut der deutschen Minder» beiten. In erster Linie dabei derer, di« das härteste Schicksal erlitten haben, das dem Menschen beschieden fein kann, sie durch den Friedensvertrag von Versailles ihr Vaterland verlöre» haben. Sodann aber aller derer, die deutsch sind und deutsch fühlen.
Die Gemeinsamkeit der Sprache, der Sitte, der Kultur, der Geschichte, die Gemeinsamkeit des Blutes, fie bilden ein viel zu enges Baud, als daß dieses Band durch Eren,, pfähle und Grenzziehungen zerrißen wer? de« könnte. Sie gehöre« zu ans, wirgehörenz «ihnen.
Das Mutterland hat die Pflicht, diesen deutschen Volksgenosien seine -moralische Unterstützung zuteil werden ru lasten, und wir können sicher sein, daß die Deutschen im Auslande im Kampfe um ihr Volkstum um so zäher und härter sein werden, je reiner und einheitlicher unser Staatsleben ist, je bester deutsche Art und deutsche Bildung im Mutterlandc gedeihen."
Und bann zuletzt lassen Sie uns
unserer Toten
gedenken.' Lassen Sie uns derer gedenken, die in dem letzten großen Weltkriege ihr Leben haben lassen müssen für Volk und Vaterland. 3« diesen Gräbern, deren Steine, — verteilt über die ganze Erde —, für immer ewige Zeichen deutschen Heldentums und deutscher Vaterlandsliebe sein werden, in diesen Gräbern da liegen die Männer aller Parteien, vergessen wir das doch nicht, seie n wir iherer würdig. So lassen Sie mich denn diese meine heutigen Ausführungen ausklin^n in eine Mahnung zur Einigkeit und in ein Bekenntnis des Glaubens an die deutsche Zukunft. Diese Verfassung hat uns zur freiesten Demokrafte der Welt gemacht. Aber Freiheit ist nur ein Segen, wenn ihr als ernstestes Gegengewicht das Pflicht- bewuhtfein gegenüber Volk und Staat gegenübersteht. Aus dem Boden dieser Verfassung muh sich das deutsche Volk einigen; politscher Kampf muß sein, ohne Kampf muß die Liebe zum Vaterland
Ar Srlirrdr v. jtorterfl« —
Berlin, 11. Aug. Am 11.55 Ahr fuhr dex Reichspräsident von seinem Palais in der Wilhelmstrahe zur Verfassungsfeier im Reichstagsgebäude. In dem Augenblick in dem der Reichspräsident von der großen Versammlung im Reichstagsplenum von den Sitzen ehrerbietig begrüßt, mit den ihn begleitenden Herren in der Loge Platz nahm, begann die Feier f mit dem Vortrag von Goethes „Talis- j L man."
Die Hauptansprache im Reichstag hielt J L der volksparteiliche ,
Reichstagsabgeordnete v. Kardorff
L Er betonte eingangs» daß der Verfassungstag kein jubelndes Fest fein soll, sondern ein Tag der Einkehr und der f Sammlung. Als wir 1918 aus grenzenloser Verzweiflung auf der einen Seite, dem Versagen der herrschenden Schichten auf der anderen Seite heraus das erlebten, was viele von uns in tiefster Seele verletzt hat, hätten uns Hindenburg und Ebert vor dem Antergang bewahrt.
[ Hindenburg, der — eine Leistung, die vielleicht ihresgleichen in der Weltgeschichte sucht — unter übermenschlichen Schwierigkeiten die Armeen geordnet in die Heimat zurückführte, Ebert, der die Wahlen zur Rativnalversammlung ausschrieb, die uns die Weimarer Verfassung gab. Zwei t Fragen, die in Weimar verfassungsmäßig i geregelt wurden, ständen noch heute im Mittelpunkte des innerpolitischen Streites:
| Die Frage der Staatsform' und die Flaggenfrage.
Der Redner erklärte zu der ersten dieser beiden Fragen, daß die Liebe zum Dater- t lande, zum Staate, zur Heimat höher stehen müsse als die jeweilige Staatsform.
- Zu der anderen Frage führte er u. a. aus:
„Auch wer wie ich mit heißer Liebe - I an schwarz-weiß-rot hängt, auch wer wie ich den Wechsel der Farben in der Stnnde der Rot ans tausendfachen Gründe« für einen Fehler, vor allem aber darnm für einen Fehler gehalten hat, weil er unser innenpolitisches Leben «m einen anscheinend nniiberbrückbaren
* Gegensatz bereichert hat, der muß das eine bekennen: die gesetzlich festgestellten Reichsfarben Schwarz-Rot-Eold müfien
X [ geachtet werden."
Weiterhin zeigte er, daß die heute geltenden Reichsfarben mit der deutschen Geschichte des vergangenen Jahrhunderts aufs engste verknüpft seien. Er bezeichnete diese 1F Farben als das Sinnbild des großdeutschen Gedankens und brachte im Anschluß hieran die Aeberzeugung zum i Ausdruck, daß auf die Dauer keine Macht j i der Erde stark genug sein werde, zu ver- I \ hindern, daß eines Tages das deutsche i\ Deutsch-Oe st erreich mit dem Heimatlande, in welcher staatsrechtlicher Form j i auch immer, vereint und verbunden sein werde.
Wie vor den schwarz-rot-goldenen Reichsfarben forderte der Redner aber anch das gleiche Maß von Achtnng vor Schwarz-weiß-rot.
„Schwarz-weiß-rot mit der Eösch ist die gesetzlich festgesetzte Handelsflagge, i e unter der die deutschen Schisse die Meere durchqueren. Schwarz-weiß-rot ist das s [ Sinnbild der deutschen Vergangenheit.
Als das Reich geeint, wählte es diese Farben. Wenn während des Krieges stolze Siegesnachrichten nach dem Heimat drangen, da flaggten wir fchwarz, Ü weiß-rot. Unter dieser Flagge hat
die deutsche Ware auf deutschen Schiffen