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SttafauWub für San- und Banrettl?

stuobgebungen in olitr Wett

fk. Boston, 10. Aug. Ein neuer Strasaufschub für Sacco und Ban. zetti wurde gestern abend in Aus­sicht gestellt, als der Gouver­neur erklärte, daß er den Antrag der Verteidigung aus Strafaufschub in Erwägung ziehe.

Gleichzeitig wurde mitgeteilt, dah die Sitzung des Erekutivrates statt am Donnerstag bereits heute abge­halten werden solle, da der Rat sich in der Frage eines Strafaufschubes zu äußern hat, wen« Gouverneur Füller damit einverstan­den ist.

Streik in Newyork.

Newyork, 9. Aug. Hier ist ei« Protest­streik gegen die Hinrichtung Saccos und Ban- zettis im Gange, dem sich tausende von Ar­beitern angefchlosien haben. Die Führer der Arbeitergewerkschaft Jnduftrieworkers of World, die sich aus Sozialisten und Kommu­nisten zusammensetzt, behaupten, daß über eine halbe Million Mäuner und Fraue« sich noch dem Proteststreik anschliehen würden.

Die Polizei hat Anweisung erhalten, so­fort mit der Schuhwaffe vorzugehen, falls Personen in verdächtiger Weise herumsteben oder sich sonst irgndwie auffällig machen. Das Komitee für Sacco und Banzetti hat an füh­rende Persönlichkeiten in Newyork und vielen anderen Städten der Vereinigten Staaten die Aufforderung gerichtet, sich nach Boston zu be­gehn und an der Demonstration teilzunebmen, die um die Stunde der Hinrichtung vor dem Gefängnis stattiinden soll.

- Semmstrottonsm in Mn

Sieben Zeugen, die seinerzeit im Sacco- Banzetti-Prozeh das Alibi der Angeklagten beschworen hatten, haben nunmehr ein Mein- eidsverfabren gegen sich beantragt mit der Begründung, dah sie durch Verurteilung Saccos und Banzettis als Lügner hingestellt worden seien.

Berliner Kundgebungen für Sacco und

Banzetti.

fk. Berlin, 10. Aug. Vor der Berliner amerikanischen Botschaft sammelten sich im Lause des gestrigen Tages Demonstranten an, um gegen die bevorstehende Hinrichtung von Sacco und Banzetti zu protestieren. Ein Schutzoolizeiaufgebot zerstreute jedoch die Ver­sammlung. In den ersten Nachmittagsstunden wurde ein Demonstrationszug aufgelöst. Zwei Demonstranten wurden verhaftet. Die Kom­munisten veranstalteten zwei Kundgebungen. Die Demonstranten brachten Hochrufe aus Sacco und Banzetti aus und zogen durch die Königsstrahe. Ein Ueberfallkommando drängte sie schliehlich ab, wobei der Zug aufgelöst wurde. Einige Verbastungen wurden vor- gcnommen.

Musiolini zum Fall SaccoBanzetti.

Rom, 9. Aug.Eiornale d' Italia" meldet, dah der Vater des »um Tode verurteilten Sacco an den Premierminister ein Telegramm gerichtet habe mit der Bitte, sich dafür einzu­setzen, dah sein Sohn, von dessen Unschuld er überzeugt sei, nicht hingerichtet werde. Der Premierminister sandte an Podesta, der Heimatgemeinde Saccos, zur Uebermittlung an dessen Vater eine telegraphische Versicherung, dah er sich seit langer Zeit für das Schicksal Saccos und Vanzettrs interessiere und dah er alles getan habe, was mit den internationalen Gebräuchen vereinbar sei, um sie vor der Exekution zu retten.

Redemng irr BvittgesnnOOeii

Berlin, 9. Aug. Im ständigen Ausschuh des preußischen Landtages wurde am Dienstag mit den Stimmen der Regierungsparteien die preußische Ausführungsverordnung zum Reichsgesetz zur Bekämpfung der Ge­schlechtskrankheiten angenommen. Da­nach soll für die Durchführung der im Gesetz vorgesehenen Maßnahme die Ge­sundheitsbehörde zuständig sein, wenn in ihrem Bezirk der Verdacht der Weiter­verbreitung der Krankheit hervvrtritt. D i r Kosten haben dieStadt-undLanö- gemeinden zu tragen. Die Durch­führung der den Landkreisen zustehenden Aufgaben kann Gemeinden und Gemeinde- Verbänden von mehr als 10 000 Einwoh­nern übertragen werden, wenn die ord­

nungsmäßige Bekämpfung der Geschlechts­krankheiten dadurch nicht gefährdet wird. In diesem Falle haben die Landkreise sieben Zehntel von dem sächlichen Auf­wand beizutragen. Die Verordnung soll am 1. Oktober 1927 zugleich mit dem Reichsgesetz in Kraft treten.

In der Aussprache wurde von ver­schiedenen Rednern bemängelt, daß der Staat nicht selbst die Kosten übernehmen will. Angenommen wurde ein Zusatz­antrag. wonach zur Durchführung der Aufgaben fachlich vorgebildete Aerzte heranzuziehen seien. Ferner wurde be­schlossen, bestehende, den behördlichen Anforderungen genügende Beratungsstel­len heranzuziehen und anteilmäßig mit Mitteln auszustatten.

Nrei 3unftrsflug$tiiot fliegen nach Amerika

Ein BeMsttigzeng bis Irland Samrilug MneikeS Sie heutige MlmttSbemrechmig

Ser Kekinsfiieger Schnäbele

fl.D e s s a u, 10. Aug. Zn einer Bespre­chung mit Vertretern der in- und auslän­dischen Presse teilte der Leiter der Zunkers-

, «erke mit. daß sich die Zunkerswerke mit km Gedanken tragen, ein drittes ziugzeug über den Ozean nach Amerika p schicken. Als Pilot ist der bekannte Pekingflieger Schnäbele in Aussicht ge­nommen worden.

Die Tatsache, daß die Postsendungen nach Amerika für den Transozeanflug sich ge- nmltig anhäuften, ist mitbestimmend ge- »esrn für diesen Entschluß. Dir Zunkers- flngzeuge werde« nicht den kürzeren Weg ober Südirland nach Neufundland nehmen.

ß londern aus Gründen der größeren Sicher- neit d i e Schiffahrtsroute ent, Dlang fahren. Die Dampfe, des Nord, | deutschen Lloyd und der Hapag werden den

I Flugzeugen bei ihrer Begegnung Tag und Sadrt den Standort bekannt geben. Es ist

1 «zunehme«, daß alle 400 Kilometer testensfall, alle 200 Kilometer ein Schiff i tztsichtet wird.

ff. Berlin, 10. Aug. Die für heute ange­kündigte Beratung der Reichsregierung, die nachmittags 4 Uhr beginnen soll, wird nicht die Gestalt einer Kabinettssitzung haben. Es werden nur Reichskanzler Dr. Mar x. Reichs- autzenminister Dr. Stresemann und die vier deutschnationalen Mitglieder der Reichs­regierung, Hergt, Schiele, v. Keudell und Koch teilnehmen. Ob Reichsvostminister Sch ätz le anwesend sein wird, ist noch nicht bestimmt.

Erkrankung des Reichsarbeitsminifters.

ff. Berlin, 10. Aug. Reichsarbeitsminister Dr. Braun ist, wie dasBerliner Tageblatt" erfährt, an einem Rlinddarmleidcn erkranft und fann an der für heute festgesetzten Minister- besvrechung über die auhenvolitischen Fragen und an der morgigen Verfasiungsfeier nicht teilnehmen.

fk. Paris, 10. Aug. Nach dem »M a - t i n hat der gestrige Ministerrat einmütig die Vorschläge Briands über die Zahl der im besetzten Gebient beizubehaltenden B e - satzungstruppen gebilligt. Auch Marschall Pötain und General Gail, l e a u m a t sollen mit der Regierung in allen Pun'ten übereinstimmen.

Zu den Besprechungen im gestrigen Mi- nifterrat über die Frage der alliierten Streitkräfte im Rheinland will dasPetit Journal" ergänzend mitteilen können, daß die vom französischen Eeneralstab gemach­ten Vorschläge es Briand gestatten würden, bei der nächsten Genfer Konferenz zu be­weisen. daß Frankreich eine Politik der Entspannung und Verständigung verfolge.

An Begleitflugzeug für die Junkers» ozeanflieger.

ft. Dessau, 10. Aug. Die Zunkers- vrrke haben sich entschlossen, die Uebersee- ekpedition nach Amerika von einer großen T. 31-Maschine bis nach Irland be» ßleiten zu lasten. Das Begleitflugzeug W 18 P e r ] o n e n. Es soll eine be- Gränkte Zahl von Plätzen für die Preste strigegebe« werden. E. 31 führt einen kende-Apparat mit. der es ermöglicht, in stiuernder Verbindung mit den Land- htionen zu bleiben.

Dessau, 9. Aug. (WTB.) Wie wir ftderlässig erfahren, werden heute die bei­den Ozeanmaschinen der Iunkers- verke vollkommen auseinanderge- «vmmen werden. Es soll eine genaue Nachprüfung der einzelnen Teile statt- sinden und eS sollen hierbei bei dem gro­ben Probeflug gesammelten Erfahrungen m weitgehendstem Matze technisch ver­wertet werden. Aus diesem Grunde wer­den bis zum Donnerstag irgendwelche Pr v b e f l ü g e mit den beiden Maschinen Vicht stattfinden. Das Betreten des Flugplatzes ist bis Donnerstag für jeder­mann verboten.

Koennekes Start »um Ozcan.

Travemünde, 9. Aug. Zu einen 29- teifcigen Probeflug ist Dienstag abend um ^40 Uhr im Flughafen Lübeck - Travemünde Flieger Koennecke von der deutschen drstbansa mit einem von den Caspar-Werken "bauten Ozeanstug,eng gestartet. Koennecke die Nacht zwischen Lübeck-Parchim und Warnemünde kreuzen. Wenn dieser Flug gut *rläirst, wird Koennecke nach Berlin fliegen, ** dort die letzten Formalitäten rum Ozean- ru erledigen. Der endgültige Start soll, *« Koennecke hofft, noch in dieser Woche in tiln erfolgen. Wege« der besteren atmosphäri- *» Verhältnisse soll die südliche Route über Azoren eingeschlagen werden.

.Jt Travemünde, 10. Aug. Der "ieger Könnecke, der, wie gemeldet, Astern um 18,30 Ahr mit dem Ozeanflug. Aag zu einem Dauerslug aufgestiegen war, scheint fast stündlich über Travemünde.

Nacht war sehr dunkel, die Wolken ~9en tief und es regnete. Könnecke gab Tischreden« Male Lichtsignale und warf ^Ederhoft Meldungen ab, dah sich an Ard alles wohl befinde. Zur Zeit (10 Ar) befindet sich Könnecke noch in der

Die neue 8M gegen die Reichswehr

Don parlamentarischer Seite wird uni aus Berlin geschrieben:

Die jüngsten Veröffentlichungen in einem Teil der deutschen Presse gegen das Reichswehrministerium wegen angeb­licher Subventionierung bestimmter Film- Unternehmen aus Geheimfonds des ReichS- wehrministeriums haben in hiesigen po­litischen Kreisen den Eindruck aufkommen lassen, als sei dieser Dorstoß geführt worden, um eine neue Reichswehrdebatte im Reichstag vorzubereiten, nachdem der seiner Zeit von sozialdemokratischer Sette eingebettete parlamentarische Feldzug gegen die Reichswehr mit einer restlosen Nieder­lage der Sozialdemokraten geendet hat, Man weist daraus hin, daß zur Dorberei- tnng der damaligen parlamentarischen Aus­sprache über die Reichswehr in der reichK- wehrfeindlichen Presse Behauptungen gegen die Reichswehr erhoben worden sind, die später einer scharfen Kritik nicht Stand hielten. Etwas Aehnkiches vermutet man hinsichtlich der neuen Beschuldigung gegen das genannte Ministerium dort. Aus einer Mitteilung einer Berliner MittagsblatteS läßt sich entnehmen, daß der neue Feld­zug gegen das Reichswehrministerium in erster Linie gegen den Reichswehrminister Dr. Geßler richtet, dem nachgesagt wird, daß er gemeinsam mit dem früheren Reichs­kanzler Dr. Luther in erster Linie für die SubventionSpolilik des Reichswehrministeri­ums verantwortlich sei.

Unter diesem Gesichtspunkt gesehen, er­scheint tatsächlich der jetzige Vorstoß gegen das Reichswehrministerium als Fortsetzung der damals wirkungslos gebliebenen Kam­pagne. Damit würden auch die Hinter­männer des neuen Kampfes gegen bi« Reichswehr nicht all zu schwer ausfindig zu machen fein. Daß sich das Reichswehv- ministerium in diesem Kampfe in sicherer Position zu befinden scheint, könnte man aus der Tatsache entnehnstn, daß der Chef der Marineleitung, in Vertretung des be­urlaubten Reichswehrministers Dr. Geßler, den Herrn Reichskanzler gebeten hat, durch einen Beamten des Reichsfinanzministeriums die ganze Angelegenheit untersuchen zu lassen. Auch in ber Öffentlichkeit stark angegriffene Kapitän Lohmann, dem u. a. unlautere Manipulationen zu seinem per­sönlichen Vorteil nachgesagt worden sind, hat gegen die betreffenden Zeitungen Straf­antrag gestellt und gleichzeitig gebeten, ihn bis zur Erledigung des Verfahrens vom Dienst zu suspendieren. Diesem Antrag ist stattgegeben worden.

In hiesigen politischen Kreisen ist die Mutmaßung aufgetaucht, daß die neuesten Veröffentlichungen gegen die Reichswehr in Zusammenhang stehen mit den berüchtig­ten Veröffentlichungen derMenschheit. Sollten sich diese Mutmaßungen bestätigen, dann wäre die Annahme berechtigt, daß die Zeitungen, die die letzten Deröffent- lichungen gegen die Reichswehr brachten, einer Fälscher-Organisation zum Opfer ge­fallen sind, die in Zusammenarbeit mit gewissen Kreisen derMenschheit" das Agi- tationsmateriak gegen die Räumung der Rheinlande auftragsgemäß zu liefern hat. Die näheren Untersuchungen hierüber sind im Gang« und werden hoffentlich baD Klarheit über alle diese Dinge bringen.

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Gifte Setiammlung bei AttWMen

Berlin, 9. Aug. Die am 15. Juli 1927 von August Winnig und Bernhard Rausch begründete Ortsgruppe Grvh-Derlin der AU- sozialisten hielt am Montag ihre erste Der- sammlung ab. Bernhard Rausch sprach über das Thema »Ration und Staat", und wies darauf hin, daß sich aus den Trümmern des alten verfallenen Reiches im 19. Jahrhundert der deutsche Nationalstaat herausgelöst habe. Die weltpolitische Anreife des deutschen Volkes fei von jeher das Verhängnis gewesen. Ein 70 Millionen-Volk, VVdessen Lebensgrundlage durch Versailles in katastrophaler Weise eingeengt werde, und dessen Devölkerungsüberschutz nur vom in­dustriellen Export leben könne, muffe seine Blicke aus dem engen Gesichtsfeld des inneren StreiteS erheben und Ausschau halten nach n,uem 'Lebensraum. Die Hin­wendung des Arbeiters zu Staat und Ration, die Opferbereitschaft für ihre Freiheit und ihre Größe, das sei der Kern altsozialistischer Aus- faffimg. , - - - -