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Dienstag,

M S. AUgUst 1927

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Nr. tS4 82. Am. Marburg a. Lahn

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fk. Dessau, 9. Aug. Die Iunkerswerke erkären jetzt offiziell, datz der Ozeanflug jestimmt nicht vor Sonnabend dieser Woche stattfinde« kann, weil der 1 Pilot KShl sich bei einer Notlandung Verbrennungen durch Benzin, dämpfe zugezogen hat, deren Heilung ihn erst Ende der Woche in die Lage ver­setzt, die lange Ozeanfahrt zu unternehmen. i Die Elektrolux - Gesellschaft hat einen 1 Preis von 50 000 J*. für die erste deutsche Ozeanüberquerung gestiftet. Nach den letz­te« Meldungen herrscht über dem Atlantik ««günstiges Wetter, Heber Irland lagert ei« ausgedehntes Tief, an der amerikani- j schen Küste herrscht Nebel von Neufund- i laud bis Newqork. Auch die W i« d v e r, 1 t S l t n i s s e scheinen im Augenblick nicht j günstig. ,

j Berlin, 8. Aug. 3n einigen Teilen des Reiches sind Gerüchte verbreitet, wonach die f beiden Ozeanflugzeuge der Junkerswerke i «reits Montag früh gestartet sein sollen. Diese Nachrichten sind vollkommen falsch. Es bleibt vielmehr dabei, datz der Start erst in er zweiten Hälfte der Woche erfolgen wird. » den Kreisen der Veranstalter des Fluses Ät man auf dem Ctandvuntt, daß nur unter birrerungsverhältnissen aufgestiegen werden l oll. die nach menschlichem Ermessen ein Ge­lingen des Fluges gewährleisten. Die Quali- ] fc der Piloten wie der Maschinen stehe zu i-ch, s daß sie sicheren Gefahren der 'Art 1 visgesetzt werden dürften, die die Tragödie brr französischen Ozeanflieger zur Folge bat- fcn. In Dessau ist man überzeugt, datz der (Ina bei dieser sorgfältigen Vorbereitung ge­lingen wird.

Ein neuer Probeflug.

Berlin, 8. Aug. Eine Berliner Korre- peudenz meldet aus Dessau, datz Risticz beute abend einen zweiten Versuchsslug mit Tasserballaft unternommen habe, um Brenn- sstsi'mesiungen vorzunehmen. Der Start er- islgte nicht von der Startbahn, sondern vom älugvlatzgelände aus. Rach verhältnismäßig brzer Zeit kam das Flugzeug vom Boden ab, «»bei sich der Svornwage« vorschriftsmätzig Wie. Dienstag werden mit beiden Maschinen - «rsuche stattfinde«, um die Instrumente und «T.-Einrichtung zu prüfen. Die Flugzeuge m mit Askania-Luftfernkompasieu, die im rotteten Teil des Flugzeugrumvfes eingebaut | Ri. ausgerüstet. Der Pilot hat bei diesem srjtrument vor Beginn des Fluges genau den *»ts einzustellen. Autzerdem sind im Flug- st»s zwei weitere Kompasie für den Piloten s rod seinen Begleiter eingebaut. Heute nach- «ittag wurden Belastungs- und Dichtigkeits- Proben mit den beiden Gummibooten vorge- rowmen. Das eine Boot, das Risticr mit- >i«mt, ist etwa vier Meter, das andere etwa p Meter lang. Sie vermögen eine Be- l>Ü«ng von 700 bzw. 500 Kilogramm zu tra- " bro und sind mit Paddelrudern ausgerüstet.

j bereits gemeldet, werden beide Ma- Mnen lediglich mit Funkenempfangs- y>t>araten ausgerüstet, um jederzeit die Wettermeldungen empfangen zu können. Die Rufzeichen sind folgendermaßen festgelegt: « 1167 (Bremen) erhält die Aufzeichen K. A. E. B. m. D. 1167 (Europa) K. 4 A. 1 : «. Solange die Maschinen noch im Bereiche europäischen Kontinents find er» g:ten sie die Wettermeldungen von der teilt» *n Küstenfunkstelle Norddeich, lieber ^E Ozean selbst soweit als möglich von den schiffen und bei ihrer Annäherung an die ronrikanische Küste von ter amerikanischen Mikstation Bar Harbvr. Bon dem Ein» *Qu einer Sendestation hat man Abstand ge» TOtinen, um Gewicht zu ersparen.

Beim Postamt Dessau laufen inzwischen ^*8 allen Teilen Deutschlands, aber auch aus j?8* Auslände zahlreiche Sendungen zur De» Äderung mit den beiden Flugzeugen ein ^0 zwar in solchen Mengen, daß das

vorgesehene Quantum bereits längst j i überschritten

£ Insgesamt werden nur 10 Kilogramm ggö und zwar 5 Kilogramm auf jeder Ma- ^iue mitgenommen . Die beiten Passagiere,

der Bertreter der Hearstpresse und der Ver­treter des Norddeutschen Lloyd, werden im hinteren Aaum ter Kabine ihrer Maschine Platz nehmen und zwar benutzen sie die hier aufgehängten Hängematten als Sitz. Sie haben zu beiten Seiten Ausblick durch ein kleines Fenster. Wenn die Piloten die Hänge­matten zur kurzen Nuhe aufsuchen wollen, begeben sich die Passagiere in der Zwischenzeit auf den freigewordenen Pilotensitz.

Die Leitung der Iunkerswerke teilt mit, datz die Ozeanflieger voraussichtlich am Dienstag noch einen längeren Probeflug aus­führen werden. Beite Maschinen werten zum Ozeanflug zu gleicher Zeit starten, den Flug aber einzeln und selbständig durchführen, da ter Flug die volle Konzentration auf die Maschine verlangt.

Die französische Preffe ist über die bevor­stehenden deutschen Ozeanflüge stark be­unruhigt. da sie fürchtet, datz die Deutschen den Ozean vor den Franzosen überqueren. Andererseits fehlt es nicht an warnenden

Stimmen, die behaupten, daß die französischen Flieger nicht vorbereitet wären, um mit Aus­sicht auf Erfolg sich am Weitflug zu beteiligen. Midi" fordert von ter Regierung, die Flüge nur zu gestatten, wenn die Flieger einen Probeflug von mindestens 48 Stunden rurllck- gelegt hätten. '

Levins und Drouhiu. . '

Paaris, 8. Aug. Levins und Drouhin haben einen endgültigen Vertrag betreffend den Ozeanflug unterzeichnet. Darin bewilligt Levins Drouhin für den Flug und feine Aus­beutung während eines Jahres 100 000 Fran­ken. Außerdem verpflichtet er sich, bei der Bank von Frankreich 300 000 Franken zu hinterlegen für den Fall, daß Drouhin bei dem Flug sein Leben einbüßen würde und 100 000 Franken Schadenersatz unter Abzug der bereits geleisteten Zahlungen zu ge­währen, falls er vom Vertrag zurücktveten oder Drouhin ohne testen Verschulten durch einen anderen Flieger ersetzen sollte.

Neuer Protest -er Caarveruarbetter

St«» die skMMche BwMerksverwllttung

Saarbrücken, 8. Aug. Unter ter ParoleGegen Feierschichten, Lohnabbau und Arbeiterentlaissungen" veranstalteten die beiden Bergarbeiter-Ver­bände am Montag in Saarbrücken auf dem Sportplatz im Ludwigs park eine Pro- testveranstaltung. Die Freien und die Christ­lichen Gewerkschaftsvertreter sprachen vor

etwa 25 000 bis 30 000 Bergleute», die aus dem gesamten Saargebiet herbei gekommen waren. Sie wandten stich gegen die in den Gruben herrschenden Arbeits- Verhältnisse und gegen die Maßnahmen der Bergverwaktuna, gegen die Einlegung wei­terer Feierschichten und gegen Masstenent- lwstfurgen. Sie sprachen für den Schutz ter Opfer der Arbeit, der Invaliden und der 'm Dienst an ter Allgemeinheit krank gewordenen Bergleute. Folgende Ent­schließung wurde einstimmig angenommen:

30 000 saarländische Bergarbeiter pro­testieren gegen Tauerfeierschich­ten und die rücksichtslosen Mas­se ne n tla s, n » ge» ter franzSsische« Bergwerksverwaltung. Sie ersuche« te« Bölkerbnndsvat, Not nnd Elend iw Sairgcbiet abzuwehren."

Ein Telegramm gleichen Inhalts ging an den Minister für öffentliche Arbeiten in Paris. ' i

Nach ter Versammlung bewegte sich ein DemonstrationSzug durch die Straßen ter Stadt. Die Gebäude der Bergwerksver­waltung und des Regierungsgebäutes wa­ren durch Landjäger und Gendarmerie ab- gesper-t. In ter Nähe der BergwerkSdi- rektion löste Bezirksleiter Schwarz vom Freien Bergarbeiterverband, im Einverneh­men mit den Christlichen Gewerkschaften, nachdem die Landjäger etwas zurückgezogen Worten waren, den DemonstrationSzug auf. Ein Teil ter Demonstranten zog

«»ter kommunistischer Führung 'V zum Hauptgebäude. Auf dem Wege dahin kam es in der Nähe des Schloß Platzes zwi­schen Landjägern und Roten Frontkämpfern zu schweren Zwischenfälken. Er mußte eine ganze Anzahl von Verhaftun­gen vorgenommen werden. Man spricht von sieben Verletzten. Die genaue Zahl der Verletzten konnte noch nicht sestgesteM wer­den, da viele verletzte Arbeiter in der Masse verschwanden, um dadurch der Ver­haftung zu entgehen. Vor tem Regio- rungsgebäute forderten die Demonstranten den Empfang einer Delegation. Der Prä­sident der Regierungskommission wei­gerte sich, mit anderen Vertretern als Gs- werkschaftsführern zu verhandeln.

WtoW und SrwMchüden

Besprechung im Reichsfiuanzministerium.

Berlin, 8. August. Unter dem Vorsitz des Reichsministers der Finanzen, Dr. Köhler, fand am Montag im Reichsfinanzministerium eine Besprechung mit den Vertretern der Spitz en verbände der Wirtschaft Liquidations» und Gewaltgeschä- und der Zn ter e sf en v e rt re tung der digten statt. Die Besprechung diente der Einführung in den nun dem Reichsrat und dem Aeichswirtschaftsrat zugehenden Entwurf des Kriegsschädenschluß»Gesetzes, der den Verbänden sofort zur Kenntnis ge­bracht werden soll. 2m Namen der Verbände sprach Geheimrat Dr. Huber, PrSfidialrnit- glied des Deutschen Industrie- und Handels­tages, dem Reichsfinanzminister den Dank für das von jeher uns insbesondere auch durch diese Besprechung bekundete Interesse aus, das der Minister schon durch die Unter­brechung seines Urlaubs bezeugte. Es wurde vereinbart, daß eine nochmalige Aussprache auf der Grundlage des in der Zwischenzeit von den Verbänden zur Kenntnis genommenen Entwurfs am Montag, dem 15. August, im Neichsfinanzministerium erfolgen soll.

DaS Kriegsschädenschlutzgeseh ist ein reines Abrechnungsgefetz, das unter Beibe­haltung der bisherigen materiellen Grund­lagen die Entschädigungssätze erhöht. Die Schlußentschädigung kann daher im Derwal» tungsverfahren durchgeführt werden. Zur Deckung der Entschädigung kommt nur die Veräußerung besonders verwertbarer Der- mögensgegenstände durch das Reich in Be­tracht. Der durch die Veräußerung dieser Vermögensgegenstände zu erzielende Erlös ein- schfießlich der aus den Vermögensgegenständen fließenden Zinsen reicht gerade aus, um die sich ergebende Belastung mit dem Gesamt­wert von rund einer Milliarde zu decken. Die im Gesetz vorgesehene Stamment­schädigung beträgt für die ersten 2 000 NMk. des Grundbetrages 100 Prozent, für die weiteren 18 000 RMk. des Grundbetrages 50 Prozent, für die weiteren 80000 23 Proz., für die weiterem 100 000 RMk. 18 Proz., für die weiteren 800 000 RMk. 12 Prozent und darüber hinaus 10 Prozent. -

die Relchsfarbm

nm WifWtagc

Berlin» 8. Aug. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, hat die Flag­gennotverordnung ter preußischen Regierung mit ihrer Annahme im ständigen Ausschuß des preußischen Landtages Gesetzeskraft erhalten. Das Staatsministerium hat nunmehr heute für den Verfassungstag folgende Anordnung erlaßen:

Neben sämtliche« staatlichen Dienstgebau- den haben auch die Gebäude ter Selbstver- waltuugskörper am 11. August in de« Reichs­und Landesfarben zu flaggen. Den Ge­meinde» (Eemeindeverbänden) ist es unbe­nommen, neben der Reichsflagge die Stadt- und Pommunalfarben z« ziehen. Dieienigen Schulen, die am Berfassnngstage wegen der Ferien geschlossen find, habe« auch an tem Tage zu flaggen, an dem die Berfafinngs- feietn in den Schulen veranstaltet werden." s

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Beginnende WliMychvie

Wohl im Zusammenhang mit ter be­vorstehenden Tagung des ReichskabinettS nehmen bie innerpolitischen Erörterungen in ter deutschen Presse in letzter Zeit wieder einen größeren Raum ein, als in den Wochen, die sich ter Sommertagung des Reichstages anschlossen. Dabei bewegt sich die Diskussion bezeichnenderweise schon jetzt ziemlich eindeutig um die Frage der Neu- wahlen, obwohl diese erst normalerweise für ten Spätherbst des Jahres 1928 zu er­warten sein würden. Es wird aber allmäh­lich immer klarer, daß keine Partei iir Deutschland damit rechnet, daß sich die Neuwahlen noch so lange hinauSzügern lassen. Alle Aeußerungen, sei es ter Presse, sei es von politischen Persönlichkeiten, deuten zum mindesten varaus hin, daß das innerpolitische Leben Deutschlands bereits jetzt unter dem Zeichen der Wahlen steht, baß also die sogenannte Wahlpsychose be­reits begonnen hat. ,

Dabei ist allerdings sestzustellen, daß eine unmittelbare Krise weder von ten Re­gierungsparteien noch von ter Opposition erwartet wird. Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang ein Artikel desBer­liner Tageblattes", in dem geradezu be­stritten wird, daß die Opposition die Ab­sicht habe, die Regierung jetzt (d. h. wohl bei der nächsten Zusammenkunft des Reichs­tages) zu stürzen. Das genannte Blatt äußert sich vielmehr darüber folgender­maßen:Die Septembertagung des Reichs­tages ist in der Hauptfachs für erste Le­sungen 'bestimmt, an die sich keine un» mittelbare Entscheidung, sondern die Aus­schußberatung knüpft. Auch zum Oktober werden die Regierungsparteien dem Reichs­präsidenten nicht gerate eine Krise als Geburtstagsgeschenk überreichen wollen. Aber dann wie lange noch? In po­litischen Kreisen spricht man davon, daß die traditionelle Weihnachtskrise auch dies» mal nicht vermieten werten wird."

Während sich also nach temBerliner Tageblatt die Krise noch bis Weihnachten hinausschieben wird, geht ter demokra­tische Zeitungsdienst noch Wetter, indem er unter der UeberschriftReichstagswahlen im Frühjahr" schreibt:In den letzten Tagen sind merkwürdige Stimmen laut geworden. In ter Deutschen Volkspartei soll Neigung für die Große Koalition herrschen. Diese Stimmung, selbst wenn sie vorhanden ist, dürfte kaum Gegenliebe finden. Die Sozialdemokraten werten sich wahrscheinlich hüten, im Frühjahr ein schlecht verwaltetes Regierun gserbtum zu übernehmen, wenn im Herbst ordnungs­gemäße Reichstagswahlen stattfinden. Erne neue RegierungSbildung scheint dann un­möglich zu sein. Springt die Deutsche VolkSpartei aus der Regierungskoalition, so ist vielmehr mit einer Auslösung deS Reichstags im Frühjahr zu rechnen."

Länger als bis zum Frühjahr dauert eS also auch nach der Absicht desDemo­kratischen ZeitungSdienstes" nicht mehr. Beite Stimmen, die desBerliner Tage­blatts" und die desDemokratischen Zei- tung-dienstes''zeigen übrigens zur Genüge, daß nur noch eine Krise mit ReichstagÄ- auflösung, keineswegs mehr mit Re­gier u n gs Neubildung in Frage kommt, da die Opposition anscheinend entschlossen ist, die