Sonnabend, gn 6. Ausuji ISN
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Nächste Woche ein brnlscher SzemstW
Ar ZunkrrSmaichinrn „Eurova" und „Bremen" ob Moniag ilarlbereil
Dessau. 5. August. Nach de« letzte«
Mliisie«, die in Dessau auf Grund des affe Erwartungen übertreffenden Nekord- fl»-es der Zunkers-Maschine 3311 getroffen wordeu sind, werden die beiden Ma- Men „Europa" «nd "Bremen" nach Bol- ' sesdung des Probcfluges Looses von Mon- m, den 8. d. M., ab zum Ozeanflug ftart-
I bereit sein. Alles Weitere wird nunmehr Em Wetter über den Atlantic abhängen. Me Zunkerswerke werden von der Ham- Mrger Seewetterwarte von jetzt ab fort» Misend über die atmosphärischen Berhält- Me über dem Ozean unterrichtet und jtanf) einen besondere« Sachverständigen
Wr ihre etwaigen Maßnahme« berate«. M Sie zweite Zunkersmaschine unter Füh- Mmg von Loose wird ihren Dauerflug zur Wprobung des Motors wahrscheinlich Won Sonnabend unternehmen. Der Flug Mrd jedoch nur von mittlerer Dauer und MiM so lang sein, wie der von Ristrz und Mzard, mit mit deren Rekordftug der Mgzcugtyp als genügend erprobt betrach- M wird.
i Edzard und Ristiez.
IDer Weltrokorbflieger Edzard ist in Wremen geboren und heute 29 Jahre alt. M trat als Kriegsfreiwilliger in das 18. Msgonerregiment ein und ging 1917 zur Wiegerei über. In den letzten beiden 1 rirgSjahren war er als Flieger an der i Westfront tätig. Aach dem Kriege wurde r Landwirt. 1924 kehrte er zur Fliegerei »rück und beteiligte sich hervorragend ei der Gründung der Bremer Lustver* | Hrs-Ges. m. 6.\ H. Edzard ist ver- eiratet, sein Dater war Rechtsanwalt in Bremen, sein Bruder ist ein bekannter Baler in München.
A: sticz war früher österreichischer Militärflieger und tat während der Kriegs* Äre an der italienischen Front Dienst. M> dem Kriege hat er die vom Luftverkehr Fokker betriebene Linie Budapest ^Dien beflogen, dann kam er nach einem i erzen Gastspiel in Holland zu Junkers.
r flog längere Zeit die Strecke Wien— f Mchuk und war in letzter Zeit als ^erk-Pilot bei den Iunkerswerken in bfsau tätig,. Dort hat er zahlreiche ^korde aufstellen können. Risticz steht
j 8 32. Lebensjahr. )
insgesamt haben die Flieger bei vorsichtiger Atzung mindestens 6000 Kilo* r zurückgelegt. Die beiden Pi* waren nach Beendigung ihres von ganz ^au stürmisch gefeierten Fluges in glätt* ^bster körperlicher Verfassung. Gegen 10,10 ihr, als der Flieger wieder unter den tosen* Hurrarufen der begeisterten Menge in Leidiger Kurve über den Platz lag, hörte plötzlich, wie der Motor abgestellt wurde. Tosen der Menge wurde zum Orkan, der L» ein Wirbelsturm über den Platz fegte.
sah. wie das Flugzeug in kurzer Schleife Zerging und im nächsten Augenblick, bevor das Flugzeug den Boden berührt halte, 8rchbrach die nach mehreren Tau* s8d«n zählende Menschenmenge FJe Absperrungen und stürmte über 2? Feld, um die Piloten zu ihrer Tat zu be* ^ckwünschen. Aachdem sich die Aufregung gelegt hatte und es den angestrengten Glühungen der Flugleitung allmählich ge* einigermaßen die Ruhe wieder herzu* : kU?n, begann ein kleiner, schnell inszenierter Pftatt. Als erster sprach Professor Sun» der vor Rührung kaum sprechen konnte 8° zuerst immer nur den Fliegern, die seine Mchine so wacker geführt hatten, die Hände **6te. Sr dankte dann den Diloten und
dem gesamten Arbeiter* und Angestelltenstab für das, was sie geleistet hatten und betonte, daß dieser Erfolg nicht nur das Werk ehre, sondern auch das deutsche Doll in seiner Gesamtheit. Er schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf das deutsche Dater- land, woraus die Menge das Deutschlandlied anstimmte.
Die Konkurrenten.
Aewhork, 5. August. Chamber* lin erklärte, er beabsichtige, den von Deutschland errungenen Dauerflugrekvrd wieder an sich zu bringen. Aach seinen Mitteilungen wird er versuchen, mit einer m Amerika gebauten Maschine 60 bis 70 Stunden in der Luft zu bleiben.
„Eveniug Bulletin" hat 25000 Dollar für den Flieger ausgesetzt, der den ersten ununterbrochenen Flug von einer europäischen Hauptstadt nach Philadelphia innerhalb eines Jahres durchführt.
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Neuer Start M „Blauen Bogels"
ff. Paris. 6. Aug. Der für den Ozeanflug bestimmte „Blaue Vogel" hat nach Ausbesserung seines Schadens gestern abend die Probeflüge wieder ausgenommen.
Eine überstürzte Notverordnung Preußens Sie Beflaggung der AenflgrbSude Sache ter Laabesverwallung
Berlin, 5. Aug. 3m preußischen Staatsministerium ist der Entwurf einer Beiordnung über die Beflaggung der kommunalen Dienstgebäude und der Schulgebäude soeben fettiggestellt worden. Die Derordnung enthält einen einzigen Artikel,, der den folgenden Wortlaut hat:
.Die Beflaggung der Dienstgebäude der Gemeinden und Gemeindeverbände gehört zu den örtlichen Geschäftxn der All gern. Landesverwaltung. Das Gleiche gilt in Ansehung der Schulgebäude für die Lnterhaltsträger. der nicht vom Staate allein unterhaltenen öffentlichen Schulen."
Diese Rotverordnung wird dem Ständigen Ausschuß des Preußischen Landtages am Montag nachmittag beschäftigen. 3n der dem Entwurf beigegebenen Begründung heißt es u. a„ daß nach den Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichtes in Sachen der Magistrate in Potsdam und Hohenstein (Ostpreußen) eine sofortige Aenderung der bestehenden Rechtslage geboten sei, da, wenn auf Grund dieser Entscheidungen das Flagaen in den verfassungsmäßigen Farben des Reiches und des Landes, insbesondere an dem bevorstehenden Der* fassungstage, unterlassen würde, ein solches Verhalten von weiten Schichten der Bevölkerung als politische Demonstration aufgefaht wird und zu Zwischenfällen führen könnte, deren Derhütung dringende Staatsnotwendigkeit sei.. Die Kürze der bis zum Derfassungstage zur Verfügung stehenden Zeit lasse den Erlaß einer Rotverordnung gerechtfertigt erscheinen, die inhaltltch einer
zu dem Entwurf einer neuen Landgemeinde* orbnung gestellten Anfrage der Sozialdemokraten, des Zentrums und der Demokraten entspreche.
Rach einer sozialdemokratischen Korrespvn* denzmeld^ng dürste der Ständige Ausschuß dieser Verordnung seine Zustimmung geben, so daß der preußische Innenminister in die Lage versetzt werde, noch vor dem Der* fafsungstag die Gemeinden zum Flaggen mit der schwarz*rot*gol* denen Fahne und den preußischen Staatsfarben zu verpflichten.
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Es ist natürlich völlig ungerechtfertigt, einer solchen Verordnung den Charakter einer Notverordnung zu geben und die Beschlußfassung über ihre Durchführung dem Parlament selbst zu entziehen. Alber nach solchen Dingen fragt mau heute in Preußen nicht mehr. Dort regiert im Augenblick nur Parteipolitik, die sich aber stolz Staatspolitik nennt. Im übrigen ist es doch recht bezeichnend, daß man glaubt, zu solchen Zwangsmaßnahmen schreiten zu müssen, um den einzelnen Gemeinden das Flaggen in den Reichsfarben auszuzwingen. Daß man sich mit solchen Machenschaften selber ein Armutszeugnis ausstellt, das scheint man im Schoße der hohen preußischen Regierung nicht zu begreifen. In der Tat ,die Republik ist in Gefahr. Nur daß die, die sie zu Grunde richten, nicht rechts sitzen, sondern links, gerade in den Reihen derer, die stets mit ihrem Geschrei das Kapitol zu retten vermeinen.
Sunbgtbungcn für Sotto und Bomrtfl
Paris, 5. August. Gestern fand im Cirque d'Hiver in Paris eine von den Kommunisten veranstaltete Kundgebung zugunsten der nationalen und internationalen Gewerkschaftsvereinigungen statt, in deren Verlauf ein amerikanischer Vertreter einen Brief von Dacco und Danzetti verlas. Es wurde zugunsten einer Begnadigung einstimmig eine Entschließung angenommen, in der bestimmt wird, daß sämtliche Gewerkschaften sich bereithalten sollen, am 8. August einen 24stündigen Streik durchzuführen, wenn das Todesurteil nicht zurückgenom- men wird . Während der Versammlung kam es laut „Petit Journal" zu einem Zwischenfall. Sie Polizei wollte einen Artillerie-Feldwebel, der die Versammlung besuchen wollte, daran hindern, was ihr aber nicht gelang. Ein darauf den Sicherheitspolizei erteilter Befehl, alle anwesenden Militärpersvnen nach Beendigung der Versammlung zu verhaften, hatte fein Ergebnis. Cs kam Dann noch zu einem Zusammenstoß zwischen Polizei und Teilnehmern der Versammlung. Eine Anzahl von Teil
nehmern wurde verwundet und von ihren Kameraden fvrtgeschafft.
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Wieder ein WWensoll in Bmflmiglio
ft Paris, 6. Au«. Nach einet Meld««« des „Journals" ans Nizza ist schon wieder ein französischer Zug an der italienischen Grenze beschossen worden. Der Eisen- bahnzng, der gestern abend von Bentiwiglia nach Broeca bei Cannes abfnbr, wurde kurz nach dem Verlaßen des Bahnhofes durch Italiener beschoßen. In Kreisen der französischen Eisenbahner herrscht «roße Erregung.
Explosionen in der Rewyorker Untergrundbahn.
ff. Newyorf, 6. Aug. In der vergangenen Nacht, furz vor 24 Uhr, erfolgten in der Untergrundbahn vier Explosionen, durch die die Bahnsteige zertrümmert und in mehreren Häuserblocks sowie in Broadway und dem Eeschäfts- viertel die Fensterscheiben zertrümmert wurden. Unter den Gästen der weltbekannten Hotels entstand infolge der Explosionen eine furchtbare Erregung.
Jahre nach dem
Atmosphäre schaffen, die erfüll Feindseligkeit und Verleumdung Ferienstimmung in der großen P
Partei gbt,& für diese Landesverräter fersÄ äs räter im eigenen Lande vermutet. ]
Und doch war der Kronzeuge" für unsere Gegner ein deutscher Pazifist, ein Dorkämpfer" für eine neue Ethik, Pro- feüor Wilhelm Förster, Herausgeber der Wiesbadener Zeitschrift „Die Menschheit". Er hat, anstatt beim Reichsanwalt eine Anzeige gegen die nach feiner Ansicht Schuldigen zu machen, ein, wie amtlich
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Staatsminister, die sehr biet, arbeiten, sehr viel reisen und reden müssen, haben natürlich einen Anspruch auf große Ferien. Bon kleineren Erholungen im Frühjahr ab* gesehen, pflegt in den schönsten Sommermonaten, Juli und August, der große Urlaub angetreten zu werden. Das ist die Zeit der großen Seeschlange und der sauren Gurken, die Zeit, in der nichts passieren darf; denn sonst ist es mit der Erholung vorbei.
Nach die sei» Regel hat sich früher alle Welt gerichtet. Auch der gewöhnliche Sterbliche packte da seine Koffer, fuhr an die See» in die Berge oder kletterte daheim tn i die Obstbäume. Er merkte kaum, welche Mühe es die Redaktionen der Tageszeitungen kostete, ihren Lesern etwas Interessantes vorzusetzen, da er in wohligem Erschlaffen nach dem Lesen der Romanfortsetzung in den herrlichsten, weltenfernen Träumen versank.
Es war die Zeit, in der ein Selbstmörder, wenn er nur ein wenig originell! war, eine vierspaltige Ueberschrift und fette Schlagzeilen bekam, ein gestürzter Droschkengaul nicht nur in Berlin Teilnahme erweckte, und doch selbst diese Alltäglichkeiten wie ungehörige (Störungen eines selbstverständlichen Friedens mit mattem Unwillen beiseite geschoben wurden, damit sie in ein schläftigeS Bewußtsein nicht polternd eindringen konnten.
Es ist vorgekommen, daß diese amtlichen Ferien gar kein Ende nehmen wollten. Längst büffelte der geplagte Pennäler wieder über seinen unregelmäßigen Verben, spitzte der Familienvater mit unendlicher Sorgfalt seinen Bleistift, um beruhigt d«w munteren Spiel der ersten Herbstblatt^ zuzusehen, und immer noch herrschte in der großen Politik Grabesruhe. Da wurde dann schließlich eine abscheulich langweilige Reichstagsdebatte über einen winzigen Etatposten zur rettenden Sensation.
Dieser ideale — wenn man so sagen will — und internationale Ferienzustand hatte * nach den ersten Nachkriegsjahren zweifellos wiederkehren können, wenn nicht, mit Rücksicht auf die Parlamente, die Tagungen des Völkerbundes in den Anfang des Frühjahrs und den Beginn des September» gelegt werden mutzten. So kommt es, daß die Vorbereitungen der Ratssitzungen 13 Jahre nach dem Kriegsausbruch wieder eine Atmosphäre schaffen, die erfiillt ist von Feindseligkeit und Verleumdung und eine Ferienstimmung in der großen Politik nicht aufkommen läßt.
Man erwartete von der kommenden Septemberversammlung endlich die Feststellung, daß Deutschland seinen Abrüstungsverpflichtungen nachgekommen sei. Daraus hatten sich notwendigerweise zwei Folgerungen ergeben: Die feindliche Besatzung im Rheinland wäre nicht mehr zu rechtfertigen gewesen, da ja dem „Sicherheitsbedurrnis" Frankreichs genüge geschehen ist Die Alliierten hätten ferner dem Problem der all* gemeinen Abrüstung erneute Aufmerksamkeit schenken müssen. -1
Die Gegenmaßnahmen setzten sehr frühzeitig ein. Fast unvermutet und ohne ersichtlichen Anlaß erhob der belgische Kriegsminister scharfe Anklage gegen Deutichland wegen verschleierter Rüstungen, wobei er sich auf ein Material stützte, das auch auf wiederholtes Drängen der deutschen Regierung nicht bekannt gegeben wurde. Die französische Presse griff die Verleunchmngen auf und schon war dte Welt mit reichlicher Sensation versorgt. Doch, wo waren die Urheber die^s Lügenfeldzuges zu suchen?
Wir haben in Deutschland nach der Involution gewiß böse Erfahrung«! gemacht mit unentwegten Friedensfreunden, d^für unsere Feinde „aus reinem JbEalisE? Spitzeldienste leisteten. ES ist auch schließ lich kein Wunder, daßbstese Ph^t<stwn von ihrem einträglichen
wxXzrnn» »8 in Deuttchlano eine