Einzelbild herunterladen
 

Sonnabend, gn 6. Ausuji ISN

ftt ^Vberhesstsch« Zeitung" et» .Lfat sechsmal wöchentlich. Be- ^«preiS monatlich 2 GM. au«» ttHepL Zustellungsgebühr, durch

GM.Für etwa infolge gttelf<< Maschinen defekte oder ^gtctttatee ttretgntffe ausfallende jtonnetn wird kein Ersatz go» Mistet. Verlag». Dr. § Hitzeroth, frgä der Unid.-Buchd tuckeret d. a^h. Aug. Koch, Markt 21/23. «^sprechet: Rr. 54. n. Rr. 55. Postscheckkonto! Amt Frankfurt M. Rr. 5015. — Sprechzeit Mt Redaktion von 10—11 und

*M—1 Uhr.

StMA LmdMitung

Marburger raaesamelm

öberhMfche Zeitung

Nk.M S L Mrg. Marburg a. 8abn

Der Anzeigenpreis beträgt füs den 18 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM., kleine Baranzeigen 0.06 ©5Rm amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz- Vorschrift 50%, Aufschlag. — Sammelanzeigen 100 ’/» Aust schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 SM. Zeder Rabatt gilt alS Barrabalt. Ziel 5 Tage. Belege werden derechnet.ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark — Dollar.

Mel8erMrtdasMevkwchMÄe)MttlEm/--MMchesVerkündiMigsbWjWdkreisMwlMg

Nächste Woche ein brnlscher SzemstW

Ar ZunkrrSmaichinrn „Eurova" und „Bremen" ob Moniag ilarlbereil

Dessau. 5. August. Nach de« letzte«

Mliisie«, die in Dessau auf Grund des affe Erwartungen übertreffenden Nekord- fl»-es der Zunkers-Maschine 3311 getrof­fen wordeu sind, werden die beiden Ma- Men „Europa" «nd "Bremen" nach Bol- ' sesdung des Probcfluges Looses von Mon- m, den 8. d. M., ab zum Ozeanflug ftart-

I bereit sein. Alles Weitere wird nunmehr Em Wetter über den Atlantic abhängen. Me Zunkerswerke werden von der Ham- Mrger Seewetterwarte von jetzt ab fort» Misend über die atmosphärischen Berhält- Me über dem Ozean unterrichtet und jtanf) einen besondere« Sachverständigen

Wr ihre etwaigen Maßnahme« berate«. M Sie zweite Zunkersmaschine unter Füh- Mmg von Loose wird ihren Dauerflug zur Wprobung des Motors wahrscheinlich Won Sonnabend unternehmen. Der Flug Mrd jedoch nur von mittlerer Dauer und MiM so lang sein, wie der von Ristrz und Mzard, mit mit deren Rekordftug der Mgzcugtyp als genügend erprobt betrach- M wird.

i Edzard und Ristiez.

IDer Weltrokorbflieger Edzard ist in Wremen geboren und heute 29 Jahre alt. M trat als Kriegsfreiwilliger in das 18. Msgonerregiment ein und ging 1917 zur Wiegerei über. In den letzten beiden 1 rirgSjahren war er als Flieger an der i Westfront tätig. Aach dem Kriege wurde r Landwirt. 1924 kehrte er zur Fliegerei »rück und beteiligte sich hervorragend ei der Gründung der Bremer Lustver* | Hrs-Ges. m. 6.\ H. Edzard ist ver- eiratet, sein Dater war Rechtsanwalt in Bremen, sein Bruder ist ein bekannter Baler in München.

A: sticz war früher österreichischer Militärflieger und tat während der Kriegs* Äre an der italienischen Front Dienst. M> dem Kriege hat er die vom Luft­verkehr Fokker betriebene Linie Budapest ^Dien beflogen, dann kam er nach einem i erzen Gastspiel in Holland zu Junkers.

r flog längere Zeit die Strecke Wien— f Mchuk und war in letzter Zeit als ^erk-Pilot bei den Iunkerswerken in bfsau tätig,. Dort hat er zahlreiche ^korde aufstellen können. Risticz steht

j 8 32. Lebensjahr. )

insgesamt haben die Flieger bei vorsichtiger Atzung mindestens 6000 Kilo* r zurückgelegt. Die beiden Pi* waren nach Beendigung ihres von ganz ^au stürmisch gefeierten Fluges in glätt* ^bster körperlicher Verfassung. Gegen 10,10 ihr, als der Flieger wieder unter den tosen* Hurrarufen der begeisterten Menge in Leidiger Kurve über den Platz lag, hörte plötzlich, wie der Motor abgestellt wurde. Tosen der Menge wurde zum Orkan, der L» ein Wirbelsturm über den Platz fegte.

sah. wie das Flugzeug in kurzer Schleife Zerging und im nächsten Augenblick, bevor das Flugzeug den Boden berührt halte, 8rchbrach die nach mehreren Tau* s8d«n zählende Menschenmenge FJe Absperrungen und stürmte über 2? Feld, um die Piloten zu ihrer Tat zu be* ^ckwünschen. Aachdem sich die Aufregung gelegt hatte und es den angestrengten Glühungen der Flugleitung allmählich ge* einigermaßen die Ruhe wieder herzu* : kU?n, begann ein kleiner, schnell inszenierter Pftatt. Als erster sprach Professor Sun» der vor Rührung kaum sprechen konnte 8° zuerst immer nur den Fliegern, die seine Mchine so wacker geführt hatten, die Hände **6te. Sr dankte dann den Diloten und

dem gesamten Arbeiter* und Angestelltenstab für das, was sie geleistet hatten und betonte, daß dieser Erfolg nicht nur das Werk ehre, sondern auch das deutsche Doll in seiner Ge­samtheit. Er schloß mit einem begeistert auf­genommenen Hoch auf das deutsche Dater- land, woraus die Menge das Deutschlandlied anstimmte.

Die Konkurrenten.

Aewhork, 5. August. Chamber* lin erklärte, er beabsichtige, den von Deutschland errungenen Dauerflugrekvrd wieder an sich zu bringen. Aach seinen Mitteilungen wird er versuchen, mit einer m Amerika gebauten Maschine 60 bis 70 Stunden in der Luft zu bleiben.

„Eveniug Bulletin" hat 25000 Dol­lar für den Flieger ausgesetzt, der den ersten ununterbrochenen Flug von einer europäischen Hauptstadt nach Philadelphia innerhalb eines Jahres durchführt.

----*----

Neuer Start M „Blauen Bogels"

ff. Paris. 6. Aug. Der für den Ozeanflug bestimmte „Blaue Vogel" hat nach Ausbesserung seines Schadens gestern abend die Probeflüge wieder ausgenom­men.

Eine überstürzte Notverordnung Preußens Sie Beflaggung der AenflgrbSude Sache ter Laabesverwallung

Berlin, 5. Aug. 3m preußischen Staats­ministerium ist der Entwurf einer Beiord­nung über die Beflaggung der kommunalen Dienstgebäude und der Schulgebäude soeben fettiggestellt worden. Die Derordnung enthält einen einzigen Artikel,, der den folgenden Wortlaut hat:

.Die Beflaggung der Dienstgebäude der Gemeinden und Gemeindeverbände gehört zu den örtlichen Geschäftxn der All gern. Landesverwaltung. Das Gleiche gilt in Ansehung der Schulge­bäude für die Lnterhaltsträger. der nicht vom Staate allein unterhaltenen öffentlichen Schulen."

Diese Rotverordnung wird dem Ständigen Ausschuß des Preußischen Landtages am Montag nachmittag beschäftigen. 3n der dem Entwurf beigegebenen Begründung heißt es u. a„ daß nach den Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichtes in Sachen der Magistrate in Potsdam und Hohenstein (Ostpreußen) eine so­fortige Aenderung der bestehenden Rechtslage geboten sei, da, wenn auf Grund dieser Ent­scheidungen das Flagaen in den verfassungs­mäßigen Farben des Reiches und des Landes, insbesondere an dem bevorstehenden Der* fassungstage, unterlassen würde, ein solches Verhalten von weiten Schichten der Bevölke­rung als politische Demonstration aufgefaht wird und zu Zwischenfällen führen könnte, deren Derhütung dringende Staats­notwendigkeit sei.. Die Kürze der bis zum Derfassungstage zur Verfügung stehenden Zeit lasse den Erlaß einer Rotverordnung gerechtfertigt erscheinen, die inhaltltch einer

zu dem Entwurf einer neuen Landgemeinde* orbnung gestellten Anfrage der Sozialdemo­kraten, des Zentrums und der Demokraten entspreche.

Rach einer sozialdemokratischen Korrespvn* denzmeld^ng dürste der Ständige Ausschuß dieser Verordnung seine Zustimmung geben, so daß der preußische Innenminister in die Lage versetzt werde, noch vor dem Der* fafsungstag die Gemeinden zum Flaggen mit der schwarz*rot*gol* denen Fahne und den preußischen Staats­farben zu verpflichten.

*

Es ist natürlich völlig ungerechtfertigt, einer solchen Verordnung den Charakter einer Notverordnung zu geben und die Be­schlußfassung über ihre Durchführung dem Parlament selbst zu entziehen. Alber nach solchen Dingen fragt mau heute in Preußen nicht mehr. Dort regiert im Augenblick nur Parteipolitik, die sich aber stolz Staatspolitik nennt. Im übrigen ist es doch recht bezeichnend, daß man glaubt, zu solchen Zwangsmaßnahmen schreiten zu müssen, um den einzelnen Gemeinden das Flaggen in den Reichsfarben auszuzwingen. Daß man sich mit solchen Machenschaften selber ein Armutszeugnis ausstellt, das scheint man im Schoße der hohen preußi­schen Regierung nicht zu begreifen. In der Tat ,die Republik ist in Gefahr. Nur daß die, die sie zu Grunde richten, nicht rechts sitzen, sondern links, gerade in den Reihen derer, die stets mit ihrem Geschrei das Kapitol zu retten vermeinen.

Sunbgtbungcn für Sotto und Bomrtfl

Paris, 5. August. Gestern fand im Cirque d'Hiver in Paris eine von den Kommunisten veranstaltete Kundge­bung zugunsten der nationalen und inter­nationalen Gewerkschaftsvereinigungen statt, in deren Verlauf ein amerikanischer Vertreter einen Brief von Dacco und Danzetti verlas. Es wurde zugunsten einer Begnadigung einstimmig eine Ent­schließung angenommen, in der bestimmt wird, daß sämtliche Gewerkschaf­ten sich bereithalten sollen, am 8. August einen 24stündigen Streik durchzuführen, wenn das Todesurteil nicht zurückgenom- men wird . Während der Versammlung kam es laut „Petit Journal" zu einem Zwischenfall. Sie Polizei wollte einen Artillerie-Feldwebel, der die Versamm­lung besuchen wollte, daran hindern, was ihr aber nicht gelang. Ein darauf den Sicherheitspolizei erteilter Befehl, alle anwesenden Militärpersvnen nach Beendigung der Versammlung zu verhaften, hatte fein Ergebnis. Cs kam Dann noch zu einem Zusammenstoß zwischen Polizei und Teilnehmern der Versammlung. Eine Anzahl von Teil­

nehmern wurde verwundet und von ihren Kameraden fvrtgeschafft.

----*----

Wieder ein WWensoll in Bmflmiglio

ft Paris, 6. Au«. Nach einet Meld««« des „Journals" ans Nizza ist schon wieder ein französischer Zug an der italienischen Grenze beschossen worden. Der Eisen- bahnzng, der gestern abend von Bentiwiglia nach Broeca bei Cannes abfnbr, wurde kurz nach dem Verlaßen des Bahnhofes durch Italiener beschoßen. In Kreisen der französi­schen Eisenbahner herrscht «roße Erregung.

Explosionen in der Rewyorker Unter­grundbahn.

ff. Newyorf, 6. Aug. In der ver­gangenen Nacht, furz vor 24 Uhr, erfolgten in der Untergrundbahn vier Explo­sionen, durch die die Bahnsteige zer­trümmert und in mehreren Häuserblocks sowie in Broadway und dem Eeschäfts- viertel die Fensterscheiben zertrümmert wurden. Unter den Gästen der weltbe­kannten Hotels entstand infolge der Ex­plosionen eine furchtbare Erregung.

Jahre nach dem

Atmosphäre schaffen, die erfüll Feindseligkeit und Verleumdung Ferienstimmung in der großen P

Partei gbt,& für diese Landesverräter fersÄ äs räter im eigenen Lande vermutet. ]

Und doch war der Kronzeuge" für un­sere Gegner ein deutscher Pazifist, ein Dorkämpfer" für eine neue Ethik, Pro- feüor Wilhelm Förster, Herausgeber der Wiesbadener Zeitschrift „Die Menschheit". Er hat, anstatt beim Reichsanwalt eine Anzeige gegen die nach feiner Ansicht Schuldigen zu machen, ein, wie amtlich

MdmWm

Staatsminister, die sehr biet, arbeiten, sehr viel reisen und reden müssen, haben natürlich einen Anspruch auf große Ferien. Bon kleineren Erholungen im Frühjahr ab* gesehen, pflegt in den schönsten Sommer­monaten, Juli und August, der große Ur­laub angetreten zu werden. Das ist die Zeit der großen Seeschlange und der sauren Gurken, die Zeit, in der nichts passieren darf; denn sonst ist es mit der Erholung vorbei.

Nach die sei» Regel hat sich früher alle Welt gerichtet. Auch der gewöhnliche Sterb­liche packte da seine Koffer, fuhr an die See» in die Berge oder kletterte daheim tn i die Obstbäume. Er merkte kaum, welche Mühe es die Redaktionen der Tageszeitun­gen kostete, ihren Lesern etwas Interessan­tes vorzusetzen, da er in wohligem Er­schlaffen nach dem Lesen der Romanfort­setzung in den herrlichsten, weltenfernen Träumen versank.

Es war die Zeit, in der ein Selbst­mörder, wenn er nur ein wenig originell! war, eine vierspaltige Ueberschrift und fette Schlagzeilen bekam, ein gestürzter Droschkengaul nicht nur in Berlin Teil­nahme erweckte, und doch selbst diese All­täglichkeiten wie ungehörige (Störungen eines selbstverständlichen Friedens mit mat­tem Unwillen beiseite geschoben wurden, damit sie in ein schläftigeS Bewußtsein nicht polternd eindringen konnten.

Es ist vorgekommen, daß diese amtlichen Ferien gar kein Ende nehmen wollten. Längst büffelte der geplagte Pennäler wie­der über seinen unregelmäßigen Verben, spitzte der Familienvater mit unendlicher Sorgfalt seinen Bleistift, um beruhigt d«w munteren Spiel der ersten Herbstblatt^ zuzusehen, und immer noch herrschte in der großen Politik Grabesruhe. Da wurde dann schließlich eine abscheulich langweilige Reichstagsdebatte über einen winzigen Etatposten zur rettenden Sensation.

Dieser ideale — wenn man so sagen will — und internationale Ferienzustand hatte * nach den ersten Nachkriegsjahren zweifellos wiederkehren können, wenn nicht, mit Rück­sicht auf die Parlamente, die Tagungen des Völkerbundes in den Anfang des Früh­jahrs und den Beginn des September» gelegt werden mutzten. So kommt es, daß die Vorbereitungen der Ratssitzungen 13 Jahre nach dem Kriegsausbruch wieder eine Atmosphäre schaffen, die erfiillt ist von Feindseligkeit und Verleumdung und eine Ferienstimmung in der großen Politik nicht aufkommen läßt.

Man erwartete von der kommenden Sep­temberversammlung endlich die Feststellung, daß Deutschland seinen Abrüstungsverpflich­tungen nachgekommen sei. Daraus hatten sich notwendigerweise zwei Folgerungen er­geben: Die feindliche Besatzung im Rhein­land wäre nicht mehr zu rechtfertigen ge­wesen, da ja dem „Sicherheitsbedurrnis" Frankreichs genüge geschehen ist Die Alli­ierten hätten ferner dem Problem der all* gemeinen Abrüstung erneute Aufmerksam­keit schenken müssen. -1

Die Gegenmaßnahmen setzten sehr früh­zeitig ein. Fast unvermutet und ohne er­sichtlichen Anlaß erhob der belgische Kriegs­minister scharfe Anklage gegen Deutichland wegen verschleierter Rüstungen, wobei er sich auf ein Material stützte, das auch auf wiederholtes Drängen der deutschen Regie­rung nicht bekannt gegeben wurde. Die französische Presse griff die Verleunchmngen auf und schon war dte Welt mit reichlicher Sensation versorgt. Doch, wo waren die Urheber die^s Lügenfeldzuges zu suchen?

Wir haben in Deutschland nach der In­volution gewiß böse Erfahrung«! gemacht mit unentwegten Friedensfreunden, d^für unsere Feinde „aus reinem JbEalisE? Spitzeldienste leisteten. ES ist auch schließ lich kein Wunder, daßbstese Ph^t<stwn von ihrem einträglichen

wxXzrnn» »8 in Deuttchlano eine