Einzelbild herunterladen
 

greitog, W 5. Allguil ISN

fü »Sbrrhesflsch« Zeitung^ ef

sechsmal wöchentlich. De»

«onaUtch 2 GM. auS- Zießl. Zustellungsgebühr, durch ^ostLLS GM.Für etwa «»folg« gttttt». Maschinen befette oder ^«entarer Ereignisse ausfallend«, ffgBtmttti wird keta Ersatz ge». y^tet Verlag d. Dr. §. Httzervih, pesck der Unid.-Vuchdruckerei b. a^, Slug. Koch, Martt 21/23, prnshrecher! Nr. 54. a. Nr. 65, ^»flscheckkontor Ami Arankfurl

Rr. 6016. — Sprechzeit iy AedaNion hon 10—11 und

‘hl—1 Uhr.

SelMe

Marburger raseSanzeiger

ÄbeehMsche

Zeitung

Rr. m «LZatzrs. Marburg a. Lab»

«er Anzeigenpreis betrSgt für den 10 gespalt. Zeilenmilltmet«/ 0.08 GM., kleine Baranzeigen 0.06 GM., amtliche und au»! würtige Anzeigen 0.10 GM. Del schwierigem Satz, sowie bet Platz- Vorschrift 50»/, Aufschlag. -» Gammelanzeigen 100 •/, Auf schlag. Reklamen der Millim.

0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Darrabatt. Ziel 5 Tage. Beleg« werde« berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er- > füllungSort Marburg.

1 Goldmark = V«,,Dollar.

flnzeigerjuridasfrüher kuchessM e) GderhMrv-> Kmtlichrs Verkünürgungsblatt für dKreisMwbMtz

MbrWrtiukteS Wettrüsten ru Lande mb zu Wasser!

Auch bte SeeabrüstungRonserem endgültig gescheitert — .Ans unbestimmte zeit vertag? — Rußland srvb'orkt

Denn nach der Revolution von 1918 ein deutscher Soldat, der bis zum letzten Augen­blick an der Front gewesen war, zu bezweifeln wagte, dah mit einem Schlage die neue Zeit des ewigen Friedens und der Völkerversöh­nung angebrochen sei, dann wurde er ge­schmäht, verprügelt, aus Versammlungslokalen hinausgeworfen. Wilson hatte doch verspro­chen, und die deutschen Demokraten hatten es unterwürfigst nachgebetet, dah, wenn nur erst Deutschlands „Militarismus" beseitigt sei, der ■ \ Welt der ewige Friede beschert werden könne, denn Amerika, England, Frankreich würden ihre Mannschaften entlasten und eine Abrüst­ung allergrößten Stiles betreiben.

Es sind einige Jahre darüber hingegangen, die Feinde haben von ihren Versprechungen nichts, aber auch garnichts gehalten, und die deutschen Pazifisten haben unentwegt weiter den guten Willen der Franzosen«und Englän­der gelobt und das Ausbleiben der Abrüstung, wenn es nur irgend zu machen war, auf die Hetze" der deutschen „Nationalisten" zurllck- Seführt.

Bis es schließlich gar nicht mehr zu über- l-h-n war, daß der „gute Wille" doch nur bei einem kleinen, nicht einmal maßgebenden, Ifalls nicht ausschlaggebenden Teil der lichen Völker vorhanden war. Sodaß wir vor der Tatsache stehen, daß Deutschland tten Glauben die Abrüstung vollendet hat, end die Franzosen. Italiener, Engländer, t usw. sich die Armee geschaffen haben, ie sie uns früher beneidet haben. Und em gibt es noch heute in Deutschland :, ja große Zeitungen, die dieses eklatante tern der Mrüstung der Alliierten auf die eilige Schwäche der demokratischen Volks- 1 zurückführen, gibt es Leser, die immer nod) dieser Irreführung mit parteipolitischen i Zwecken Glauben schenken. Doch die Tatsachen ivrechen eine so beredte Sprache, daß man ihnen einen weiteren Kommentar nicht vor- «Ezuschicken braucht.

*

5 e n f „ 4. August. Die Drei-Seemiichte- j Äonfetens ist heute nachmittag um 4 Uhr to einer öffentlichen Vollsitzung ergebuis- ds abgebrochen worden. Zn der heutigen ; Aachmittagssitzung, bie einen rein sormel­ier Charakter trug, gaben die drei Dele- Kitionsführer, für England Lord Bridg- *ht. für Japan Admiral Saito und für $e Vere nigtrn Staaten der Botschafter Gibson Erklärungen ab, in denen der be- • kante Standpunkt der Regierungen der Nei Delegationen in der Abrüftungsfrage tottgelegt und begründet wird. Zn einer ! ßrmeinsamen Erklärung aller drei Dele- Ationen, die als Beschlutzfassung der Kon- 1 irren; gilt, wird daraus hingewiesen', dah to einigen Fragen eine Verständigung er- i>elt werden konnte, in der Hauptfrage der Beschränkung der Kreuzerklaste sei jedoch ‘'ne Einigung nicht möglich geworden. Die Delegationen empfehlen in der gemeinsa­men Entschliessung ihren Regierungen eine eingehende Prüfung der auf der Konferenz erörterten Methoden einer Beschränkung

Flottenrüftungen. Zum Schluß wird i r* Einberufung der Washingtoner Ab- eistungskonferenz zu einem früheren Ter­min als dem in Aussicht genommenen ^luft 1931 empfohlen. Nach Abgabe der Erklärungen der Delegationen wurde die Inferenz von dem Präsidenten formell •Stoffen. . „ _

* •

Aus ter «Mn Sitzung

Der Leiter der japanischen Delegation, Admiral Saito»

erinnerte an die vor einigen Tagen zwischen der japanischen und der britischen Delegation zustande gekommene Verständigung.

Mit sehr großer Enttäuschung habe Japan die zwischen den Regierungen der Ver­einigten Staaten und Großbritanusien be­stehenden Meinungsverschiedenheiten sest- gestellt.

Ein von ihm in letzter Stunde eingereichter Kompromißvorschlag habe nicht die Zustimmung der Delegationen gefunden. Man hätte-fid) niemals denken können, so schldß er, daß drei durch Freundschaft so eng verbundene Länder auf einer Abrüstungskonferenz sich nicht würden verständigen können.

Der amerikanische Delegierte Gibson

legte den amerikanischen Standpunkt in allen Einzelheiten dar und gab die Gründe an, wes­halb seine Delegation, dem Bestreben, die größtmöglichste Herabsetzung der Tonnage und dadurch auch die größten Ersparnisse zu er­zielen, nicht zustimmen konnte, daß die Ver­einigten Staaten im Bau von jenen Kreuzern, die sie für nötig hielten, behindert wür­den, während die britische Flotte über große Kreuzer, die mit acht Zoll-Geschützen bewaff­net seien und über Hilfskreuzer verfüge, die der Flotte der Vereinigten Staaten weit über­legen seien. Gibson sprach der japanischen Delegation die Anerkennung der amerikani­schen Delegation für die von Admiral Saito eingebrachten Vorschläge betreffend die Be­grenzung der Tonnage aus. Wie seine eng­lischen und japanischen Kollegen, gab Gibson seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß

ein „Deutsches hetzt gegen Deutschland

LügeumelöunMA tes NazMea Mitt

Berlin, 4. August. Bon unterrichte­ter Seite erfahren Nir: Die in Wiesbaden crsch?in»nde Zeitung „Die Mensch­heit" hat am 29. Zuni über angebliche Besprechungen, die Zwischen Angehörigen des Reichswehrministerfums, insbesondere dem Rittmeister Freiherrn von Freyberg- Allmendingen. und verabschiedeten Offizie­ren unter Führung des Majors a. D. von Stephani im Flugverbandhaus in Berliu stattgefunden haben sollen, Mitteilungen veröffentlicht, die sich auf keinerlei Beleg stützen und sich nach Form usid'Inhalt ohne weiteres als freie Erfindung kennzeichnen. Da nun die französische Preste, und zwar in sensationeller Aufmachuna, diese Ver­öffentlichung der „Menschheit" nicht nur abgedruckt, sondern zum Anlatz der selt­samsten politischen Betrachtungen genom­men hat, erscheint es angezeigt, auf Grund der a« den beteiligten Amtsstellen einge- zogeuen Erkundigungen festzustellen, datz der Rittmeister (jetzt Major) Freiherr von Freyberg-Almendingen an einer derarti­gen Zusammenkunft niemals teilgenom­men und sich auch an anderer Stelle über die angeführten Themen nicht geäutzert hat und datz ihm der Major a. D. von Ste­phani überhaupt nicht bekannt ist. Diese Feststellung genügt, um den sogenannten „Berhandlungsberichi" der „Menschheit" als das zu kennzeichnen, was er ist, näm­lich eine glatte Fälschung. Es erübrigt sich deshalb, auf die Einzelheiten dieses Be­richtes einzugehen. Es sei lediglich daran erinnert, datz in Uebereinstimmung mit den der Botschafterkonfereuz bekannten deutschen Bestimmungen keinerlei Be­ziehungen zwischen Reichswehr und Stahl­helm oder ähnlichen Verbänden bestehen. Auch wird an zuständiger Stelle mit aller Entschiedenheit betont, datz die Behauptun­gen der „Menschheit" über Pläne oder Vorbereitungen des Reichswehrministeri­ums völlig aus der Luft gegriffen sind.

♦

Zu den Ausführungen der „Menschheit" schreibt die offiziöse „Deutsche Di­plomatische Korrespondenz": „Am Auffallendsten ist an der Polemik,

dieser Veröffentlichung entfesselt worden ist, die Tatsache ihres Zeitpunktes und ihrer Gleichzeitigkeit. Der „Temps" je­denfalls hat seine Veröffentlichung nicht aus der „Menschheit" selbst, sondern, wie er gestern selbst nachträgt, aus „ver­trauenswürdiger privater Quelle" sts recht­zeitig in die Hand gespielt bekommen, daß er fast gleichzeitig mit der Herausgabe des deutschen Artikels diesen bereits be- handeln konnte. Der gute Freund, der dem „Temps" hierzu die Möglichkeit bot, dürfttz der, gleiche sein, der die „Menschheit" selbst mit dem Material ver­sehen hat und der auch die französische Presse von links bis rechts darauf aufmerk­sam machte. Wenn von einzelnen fran­zösischen Blättern aus dieser Veröffent­lichung kurzerhand die Tatsache übernom­men wird, daß die an der Regierung be­teiligte Deutschnationale Volks - par tei von solchen Plänen unterrichtet sei und mit ihnen übereinstimmte, und daß solche Beweggründe für ihre Be­teiligung an der Reichsregierung und für Kompromisse, die sie geschlossen habe, maß­gebend gewesen sei, so können wir dem­gegenüber feststellen, daß alle maßgeben­den Instanzen dieser Partei dieses angeb­liche Projekt als Hirngespinst be­zeichnen und auf das feierlichste erklären, daß ihnen bisher nie irgend etwas davon bekannt gewesen ist."

Reue französische Hetze gegen Deutschland.

Paris, 4. August. Der 13. Erinne­rungstag an den Ausbruch des Weltkrieges gibt der Pariser Presse Anlaß zu Be­trachtungen militärtechnischer und politi­scher Ratur. Die nationalistischen Blätter ziehen natürlich wieder gegen Deutschland zu Felde, um es als den Störenfried Europas hinzustellen. Die „Victoire" wende» sich scharf gegen die Pazifisten, die das Vergessen des Vergangenen predigen. Einem Deutschland, das auf­richtig sein Verbrechen anerkennt und seinen Wiedergutmachungswillen bewiesen hätte, würde Frankreich bewegten Herzens seine Arme geöffnet haben, aber einem Deutsch­land gegenüber, de ssen Geistesver- fassung ein Grund für euro - pä ische Verwicklungen sei (!), könne man ni cf) t verzeihen. Man müsse jede Gelegenheit wahrnehmen, um an seine Urheberschaft an dem furchtbaren Krieg zu erinnern. Das sei eine ewige Wahrheit und ein Ver­brechen, das nie gesühnt werden könne.

die in der französischen Prelle mit Hilke___

kein Uebereinfcommen zustande gekommen ist, betonte jedoch den tiefen Friedenswunsch der drei Mächte. Er ist überzeugt, baß kein Ge­fühl der Entmutigung die Anstrengungen zur Erreichung aller effektiven Beschränkung be- einträchtigen wird. Gibson dankte auch den Vertretern Frankreichs und Italiens, dem Generalsekretär und allen denen, die an den Arbeiten der Konferenz teilgenommen haben und verlas die von den drei Delegationen aus­gearbeitete Erklärung, die folgendermaßen schließt:

„Die Delegierte» wünschen offiziell ihrer Uederzeugung Ausdruck zu geben, daß die entstandenen Schwierigkeiten nicht al» ein Hindernis aufgefaßt werden dür­fen, das die Anstrengungen zur Erlangung einer neuen Beschränkung der Rüstungen zur See unmöglich machen würde. Im ®e» genteil hoffen die Delegierten, daß jene Punkte, übet die bereits «ine Einigung er­zielt werden konnte und die durchgeführten Arbeiten gestatten werden, nach vorheriger Beratung einen Baden für die Verstän­digung zwischen den Regierungen für die Derfdjiebenen Auffassungen zu finden und zum baldigen Abschluß eines Abkommens über die Beschränkungen der Kriegsschiffe zu führen, eines Abkommens, das vielfache Ersparnisse nach sich ziehen, die nationale Sicherheit gewährleisten und das Gefühl de» gegenseitigen Vertrauens und guten Einver­nehmens fördern werde."

Moskau zum Mitzerfolg der Konferenz.

Riga, 4. Aug. (TA.) Wie aus Mos­kau gemeldet wird, triumphiert diE Abendpresse über das Scheitern der Gen­fer Seeabrüstungskonferenz mit dem Hin­weis darauf, daß sie schon lange den Zusammenbruch der Senser Abrüstungs­konferenz vochergesehen hätte. Eine solche Konferenz sei bei den heutigen Verhält­nissen ein Absurdum, das nur unter der Voraussetzung der Heuchelet Englands und Amerikas hätte zu­stande kommen und über sieben Wochen andauern können. Bemerkenswett ist, daß die Moskauer Presse Iapaans Haltung nur vorübergehend erwähnt. Die Schuld am Scheitern der Konferenz wird England zugeschtteben.

Bor einer Erklärung der japanische« > Regierung.

Tokio, 4. August. Zum Abbruch der Marinekonferenz in Gens äußette der Premierminister Tanaka, die Regie­rung beabsichtige eine Erklärung zu ver­öffentlichen, in der sie sämüiche Tatsachen erschöpfend darlegen werde und ihren auf- richtigen Willen, sich um die Verwirk* lichung des Ideals der . Wettabrüstung nach Kräften zu bemühen, zweifelsfrei nach­weisen werde. Ein Vettreter der Marine­behörden gab der Meinung Ausdruck, dah die Frage, der unter dem Sesichtspuntt der nationalen Verteidigung notwendigen: Forderungen unter den Ursachen für den Abbruch der Konferenz eine wesentlich^ Rolle spiele. Weiterhin verttat er die Ansicht, daß vor Einberufung der Kon­ferenz die Lage nicfrt hinreichend geprüft worden sei.

Coolidge itn» der Zusammenbruch der Genfer Konferenz.

fk. Deadwood (Sübbafota), 5. Aug. Präsident Coolidge nahm die Nachricht von dem Abbruch der Konferenz mit Still- fd)»eigen auf. Die Nachricht ist von ihm erwartet worden, nachdem eS ersichtlich ge­worden war, daß Großbritannien sich nicht in der Lage sah, dem Programm beizu- pflichten, auf dech Präsident Coolidge be-.