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fit ,Cte*flW< Sdtung* n> $<fnl sechsmal wöchentlich. De» ^gsprrts monatlich 2 GM. «s» ^te§L Zustellungsgebühr, durch MePostLLL GW.Aür etwa infolge Streiks. Waschtuendefekt, »der ^mentarer Lrrigntff» ausfallend« -Knmnern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag tz. Dr. k. Hitzervth, Druck da Unld.-Vuchdruckerei d. Aoh. Slug. Koch, Mark» 21/23. sternsprech«: Rr. 54. tu Rr. 55. Postscheckkonto r Amt Frankfurt e, M. Rr. 6016. Sprechzeit her Redaktion do» 1011 und »kl1 Uhr.

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fl. » - ft - n. 4. Aug. Der Gouverneur jet die Begnadigung Saccos und Sauzettis abgelehnt.

fk. London, 4. Aug. Der Gouverneur pon Masiachuset» kündigt die Hinrich­tung non Saeco und Banzetti für yächften Donnerstag an.

verbotene Ausreise.

fk. P a r i s. 4. Aug. Wie Havas aus Loulogne-sur-Mer meldet, ist der Schwester Dauzettis, die sich auf ein Tele­gramm ihres Bruders hin, der sie vor leine« Tode noch zu sehen wünscht, an Lord eines holländischen Dampfers nach Seroperl einschiffen wollte, die Ausreise »erböte« worden. Eine endgültige Ent­scheidung über die spätere Genehmigung der Reise werde am Sonnabend getroffen werden.

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Str britische Beischasirr bei Kellogg

fks Wafh rugt en, 4. Bug. Der bei, tisch« Botschafer stattete Kellogg einen Besuch ab. DieUnterhaltung soll leine neue Phase der Besprechungen über die Seeab- röstungsfrage herbeigeführt habe.

Die Genfer Mariuelonfreaz.

fk. London, 4. Aug. Der parlamen­tarische Korrespondent desSaUt> Te - legraph" schreibt: Testern abend wurde in gut unterrichteten Kreisen erklärt, daß die britischen Delegierten um Anweisungen wegen des japanischen Vorschlages er­sucht haben. Die Tatsache, daß eine neue Sondersitzung des Kabinetts für heute Dormittag einberufen worden ist, deutet darauf hin, dcuß die britischen Haupwer- treter in Genf nicht in der Lage sein wer­den, heute der Konferenz die Ansicht der britischen Regierung vorzuschlagen.

Reuter meldet aus Genf um 0,30 Ahr früh: ES ist unmöglich, gegenwärtig daS Ergebnis der privaten Zusammenkunft der drei Delegationsführer festzustellen. Die Zusammenkunft begann um 22 Ahr und dauerte bis Mitternacht. Es verlautet, daß die Hauptdelegierten das Programm der heutigen Vollsitzung erörtern. Ge­rüchtweise verlautet, daß die heutige Kon­ferenz mit einem Mißerfolg enden wird.

Der Korrepondent de«Times" in Senf meldet seinem B atte bestätigend, er habe au, Unterhaltungen «it verschiede­nen Delegationsführern nach Schluß der »estrigen Delegationsführer - Besprechung de» Eindruck gewonnen, daß eine E i n i - lung über die Flottenfrage nicht »öglich sei. Unter diesen Umständen könne es als sicher gelten, daß die Kon­ferenz mit der heutigen Vollsitzung zu Ende gehe« «erde.

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waren nach Deutschland und die Einfuhr von Erzeugnissen der chemischen Industrie Schwierigkeiten bereiten. DasPetit Journal" glaubt zu wissen, daß Deutsch­land auf die Forderung verzichten werde, in Elsatz-Lothringen Handeiskonsulate er­richten zu können. Wenn auch noch kein Tag für die Unterzeichnung des neuen Abkommens vorgesehen sei, so könne doch gesagt werden, daß die Verhandlungen ihrem Ende entgegengehen. Es sei anzu­nehmen, daß in dem nächsten französi­schen Ministerrat am Sonnabend vormittag Handelsminister Bokanowski um die ' Ermächtigung nachsuchen werde, das Ab­kommen für die französische Regierung zu unterzeichnen.

RuWcht Rüstungen

Riga, 3. Aug. Aus Moskau wird ge­meldet, daß der Arbeits- und Verteidi­gungsrat beschlossen habe, im nächsten Wirtschaftsjahr 18 neue Artillerie- und Munitionsfabriken in Zentralrußland und Sibirien zu errichten. Zu diesen Bauten werden inländische und ausländische Sach­verständige der Metallindustrie herange­zogen werden. Der Arbeits- und Verteidi­gungsrat hat die nötigen Mittel für diese Neubauten bereits bewilligt.

Wen für ihren sztnnflug

Rtstirz legt 3250 Mimt» in 22 Munitn zurück

Berlin, 3. August. Zu de« zahlrei­chen Nachrichten über Ozeanflüge mit Sportmaschinen und einem Transozcan- luftverkehr verbreiten der Norddeutsche Lloyd und die Zunlerswerle ein gemein­sames Lommünique folgenden Inhalt«!

Die Presse beschäftigt sich in den letzten Tagen lebhaft mit der Frage des Ozean- fluaes und knüpft daran allgemeine Erör­terungen über die voraussichtliche Art der Bearbeitung dieses Projektes im Großen. Alle diese Kombinationen find irrig. Rich­tig ist. daß Junkers im Auftrage privater Unternehmen die Versuche nach Vorarbei­ten für einen Ozeanflug eiugeleitet hat. Wenn diese Versuche erfolgversprechend verlaufen, soll der Flug mit Zwei Maschi­nen. die die NamenEuropa" undBre­men" erhalten sollen, gestartet werden.

Die Garantie für die Finanzierung des Fluges haben der Norddeutsche Lloyd und die Darmstädter- und Nationalbanl ge­meinsam übernommen. Vereinbarungen über die Auswertung des Fluge- im Sinne der Schaffung eines regelmäßigen Ver­kehrs find nicht getroffen. Die Hearstprefie hat nach entsprechenden Verhandlungen mit den deutschen Partner« den einzigen vorhandenen Pafiazierplatz belegt. Die endgültige Besatzung der F.ugzeuge für den Fall eines Ozeanstartes steht noch nicht fest."

. Erneuter Probeflug.

Dessau, 3. August. Heute früh 5.25 Ahr sind die beiden Rekordflieger Loose und R i st i c z mit je einem Degleitflieger in Junkers-Maschinen mit Junkers-Mo­toren auf dem Dessauer Flugplatz zu einem Angriff auf den von Amerika gehaltenen Weltrekord von 51 Stunden gestartet. Da­bei wurde die neue Zementstartbahn zum ersten Mal benutzt. Beim Start Looses

blieb der Startwagen an der Maschine hängen. Er fiel später bei Köchstedt ohne Störung des Fluges ab. Da man aber auf dem Flugplatz befürchtete, daß die Maschine doch irgendwelchen Schaden ge­nommen haben könnte, erhielt Loose vom Flugplatz her den Landungsbefchl signali­siert. Infolgedessen ging er bald wieder auf dem alten Flugplatz in der Rühe der Iunkerswerke bei Dessau nieder, wobei die Maschine leicht beschädigt wurde. Loose und sein Begleiter, der Flieger Kohl, blieben unverletzt.

Das Flugzeug Risticz, das Don dem Flieger Rig ard begleitet wird, kreuzte zunächst zwischen Dessau und Leipzig. Es führt Betriebsstoff fiir 55 Stunden mit sich. Am 14 Ahr gab es vorübergehenv auf Weisung der Iunkerswerke seinen Pendelflug auf und ging für kurze Zeit zum Kreisflug über Dessau über. Dann setzte es jedoch den Pendelflug zwischen Leipzig und Dessau wieder mit größter Regelmäßigkeit fort. Aach 14 stündigem Fluge um 20 Ahr abend hatte Risticz bei einer Stundengeschwindigkeit von 125 Km. bereits 1750 Km. zurückgelegt.

Reben dem Angriff auf den Weltrekord sollten oie beiden Flüge vor allem der genauen Prüfung der technischen Grund­lagen für den geplanten Ozeanflug dienen. Deshalb waren Looses und Risticz Ma­schinen mit verschiedenartigen Motoren ausgeftattet. Namentlich Loose hatte den Auftrag, das Funktionieren verschiedener Betriebsstoffe und die Auswirkung be­stimmter Belastungsverteilungen , auszu­probieren. Dadurch hat nun seine auf Befehl erfolgte vorzeitige Landung einen kleinen Strich gemacht.

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fk. DeUau, 4. Aug. Um 6,02 Uhr heute früh hatten die beiden Junkersflieger Sdgard und Risticz 22 Runden mit insgesamt 3250 Kilometer zurückge­legt. Der Motor arbeitet zur Zufrieden­heit.

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fk. Paris, 4. Aug. Eine anscheinend Handelsministerium inspirierte Infor­mation besagt, die deutschen und französi­schen Delegieren setzten die Arbeit fort, »m so rasch wie möglich zu einem Wirt- Aaftsabkommen zu gelangen. Der gestrige lag fei besonders arbeitsreich gewesen, eine gewisse Anzahl von Fragen habe im Saufe der Verhandlungen geregelt werden Mnen. Im großen und ganzen könne ge- §gr werden, daß nur noch die Frage der «urfuhr französischer Seiden- und Woll­

Die Grußpflicht im Saargebiet eingeschränkt.

ff. Berlin, 4. August. Die Regie­rungskommission in Saarbrücken hat, an» scheinend auf Grund der zahlreichen Proteste, sich veranlaßt gesehen, die Grußpflicht der Pvlizeibeamten und Land­jäger gegenüber den Offizieren des inter­alliierten Bahnschutzkommandos einzu- schränken.

Ausschreitung eines französische» Offiziers.

Trier, 3. Aug. Als eine Radfahrer- Abteilung des hier in Garnison stehenden französischen Alpenjäger-Regiments gestern

an einer verkehrsreichen Ecke Lwei Fahr­zeuge überholen wollte, kam ihr ein schwe­res Pferdefuhrwerk entgegen, das in der ordnungsmäßigen Verkehrsrichrung fuhr. Auf Zurufe des die Abteilung führenden Offiziers wich der Fuhrmann nicht aus, weil es keine Möglichkeit dazu gab. Darauf­hin schlug der Leutnant nach dem auf dem Bock sitzenden Kutscher, und als er ihn nicht erreichte, kam er auf den Wagen und ohrfeigte den Kutscher mehrere Male. Rach dieserHeldentat" schwang er sich wieder auf sein Rad und fuhr mit seiner Abteilung weiter. Die Un­tersuchung über den Zwischenfall ist bereits eingeleiter.

Seelttgc kandidiert nicht wieder

Die Aussichten der übrigen Kandidaten.

N e w h o r k, 3. Aug. Der Derzrcht Coolid- ges für seine Wiederwahl hat große Aeberraschung hervvrgerufen. Mich der ersten Erregung glaubt man jedoch, daß sich Coolidge dem Auf seiner Partei nicht ent­ziehen könne, denn er sei der einzige Kandidat, der die überwiegende Mehrheit der Wähler hinter sich haben werde. Der linfe Flügel der Republikaner und die demokratische Oppo­sition halten die Aussichten ihrer Kandidaten für gebessert. Als besonders wahrscheinliche Ersatzkandidaten werden u. a. genannt: Han­delssekretär Hoover, Dizepräsident Da­wes, Erstaatssekretär Hughes. Hoover hat sich durch die Leitung der Flughilfe große Be­liebtheit erworben, hat aber gegen das Farm­hilfsgesetz gestimmt, während Dawes das Ge­setz unterstützte. Rach Ansicht der .Washing­toner Post" haben sich die Aussichten für di e Demokrat i sche Parteinicht ge­bessert, da diese den Zwist im eigenen Lager haben. Die Erfolge der republikanischen Regierung seien zu offenkundig, als daß da» Volk einen Wechsel wünschte.

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Amerika hat in diesen Sommertagen feine große politische Sensation. Am vier­ten Jahrestage seines Amtsantrittes hat Präsident Coolidge den Pressevertretern eine kurze, schriftlich niedergelegte Erklä­rung in die Hand gedrückt, nach der er auf seine Kandidatur für die im nächsten Jahre fälligen Wahlen zur Präsidentschaft ver­zichte . Das Staunen der Journalisten über diese Mitteilung, die selbst für die nähere Umgebung Coolidges eine lleberraschung bedeutetes dürfte auch bei den an unbv- grenzte Möglichkeiten gewöhnten amerikanck- schen Journalisten groß gewesen sein, zu­mal Coolidge sich geweigert hat, seinen an­scheinend sehr plötzlich gefaßten Entschluß irgendwie zu begründen. Presse und Po­litik stehen bisher dieser neuen Tatsache ziemlich ratlos gegenüber. Ja, es gibt Kreise, die in dem Entschluß des bisheri­gen Präsidenten und besonders in der Form, in der er an die Oeffentlichkeit gebracht worden ist, nur ein geschickürS Wahlmanöver sehen wollen.

Daß die Aussichten Coolidges die denk­bar günstigsten sind, und daß seine Parier gerade durch ihn die größten Chancen für den Wahlkampf hat, wird nirgendwo bestritten. Immerhin hatten sich gewisse, zunächst mehr theoretische Bedenken erho­ben, ob durch eine neue Kandidatur nicht die seit George Washingtons Zeiten gehei­ligte Tradition durchbrochen werde, daß kein amerikanischer Präsident länger al» zwei Amtsperioden am Ruder sein dürfe. Coolidge hat seine erste Amtszeit allerdings als Nachfolger Hardings und damaliger Vizepräsident nur kurz verwaltet. Senator Borah hat sich kürzlich noch zum Sttmin- führer der durchweg herrschenden An­schauung gemacht, indem er erklärte, daß in Coolidges Kandidatur für 1928 keine Verletzung derThird-Term"-Tradition zu sehen sei. Man hält es für möglich, daß Cooltdge durch seine Erklärung noch mehr derartige Meinungsäußerungen hervorra­gender Parteigänger hervorlocken will und daß er vielleicht seine Partei zu einem starken Gegendruck veranlagen und daß er dadurch seine Stellung von "vornherein nach allen Seiten unangreifbar machen will.

Reben diesen, die Sachlage taktisch wer­tenden Meinungen finden sich auch Begrün­dungen sachlicher Natur. Vizepräsident Dawes, nach Coolidge wohl der aussichts­reichste Kandidat feiner Partei, hat die Coolidge-Erklärung durchaus ernsthaft aus- gefaßt. Es lassen sich auch für die Ernst­haftigkeit des Entschlusses allerlei Gründe anführen. Zunächst einmal bringt man, was sich ja auch aus dem Zeitpunkt erklärt, den Beschluß des Präsidenten mit dem Scheitern der Abrüstungs-Verhandlungen in Zusammenhang. Ist doch die Ab­rüstungs-Konferenz Coocidges ureigener Ge­danke gewesen, und die vom englischen Standpunkt aus durchaus verständliche Hartnäckigkeit der britischen Llnterhändler, die auch durch die Vermittlungsversuche Japans im besten Falle nur zu einem Ver­schleierungszwecken dienenden Abkommen führen kann, hat Coolidge um einen gerade für den Wahlkampf sehr bedeutungsvollen Erfolg gebracht . Eine Ausgestaltung der amerikanischen Rüstungs-Politik, wie sie sich trotz des bisher eingelegten Vetos unter dem Druck der öffentlichen Meinung und