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Wieder Zwischenfälle mit Italien.
Berlin, 2. Aug. Eine Morgenbliitter- meldunst aus Genf zufolge werden von verschiedenen Punkten der schweizerischen Südqrenze Zwischenfälle mit italienischen Erenzbehördcn gemeldet. So berichtet e«n deutscher Tourist, er sei, trotzdem er sich noch auf schweizerischem Boden befunden habe, von einem italienischen Erenzwäch- ter unter Drohungen daran gehindert worden, photographische Aufnahmen zu machen. Von schweizerischer Seite ist eine amtliche Untersuchung eingeleitet worden. Fast alle Pässe zwischen dem St. Bernhard und dem Simpion sind für den Verkehr gesperrt.
Vom internationalen Gewerkschaftskongreß
Starker Nüügmig der Sewerkjchnsten in SeutWmid
SrulkeretweMel der 9. A. z.
Der „vorwärts" teilt mit, ba‘B die D. A. 3. vom 1. April kommenden Jahres ab nicht mehr in der Druckerei der Preußischen Staats- rcgierung, sondern von Sugenberg gedruckt werden wird. Diese Aenderung im Verlag soll, nach den Informationen beg sozialdemokratischen Blattes gleichbedeutend sein mit dem völligen llebergang der D. A. Z. in den Sugenberg-Konzeru.
weigert, so bah er die Fahrt nicht antreten Konnte. Ihm wurde erklärt, daß er wohl das Ausreisevisum, jedoch nicht das Wicder- einreisevisum erhalten könnte, was einer Verweigerung der Wiedereinreise und somit einer Ausweisung gleichkommt An demselben Tage wurde der Frau des Chefredakteurs Leubner, die zur Beerdigung ihrer verstorbenen Mutter heute nach Prenzlau fahren wollte, das Visum verweigert. Bekanntlich waren Chefredakteur Leubner und Redakteur Warn vom „Memeler Dampfboot", sowie Redakteur Brieskorn von der Memelländischen „Rundschau" am 1. Januar 1927 ausgewiesen worden, doch war die Ausweisung auf Intervention der deutschen Regierung vorläufig aufgehoben worden. Eine Aufenthaltsbewilligung ist ihnen trotz Gesuches bisher nicht erteilt worden.
toi® Willkür im Rrmelgebirl
Memel, 2. Aug. Am Dienstag wurde dem Redakteur Warn vom „Memeler Dampfboot", der als Vertreter seiner Zeitung auf Einladung der Hamburg-Amerika-Linie sich zu einer Pressefahrt mit dem Dampfer „Rew- york" nach Hamburg begeben wollte, vom litauischen Gouvernement das Visum ver-
Inzwischen setzen die Pressen der beiden Länder ihre gegenseitigen Befehdungen munter fort. Richt uninteressant ist ein Artikel der „Washington-Post", in dem es heiht: „Ein tröstlicher Gedanke läßt sich aus dem bedauerlichen Zusammenbrust in Genf gewinnen. Amerikaner, die für die Annullierung der Kriegsschulden waren, können sich mit dem Gedanken trösten, daß Großbritanniens Schul- benzahlungen an Amerika immerhin die Vergrößerung seiner Kriegsflotte nicht stört." — Die malitiöse Anspielung des amerikanischen Blattes auf die englischen Kriegsschulden wirft ein bezeichnendes Schlaglicht auf eine der wahrscheinlichsten Folgen des Genfer Fiaskos. England wird für die Zukunft keine Nachsicht seines amerikanischen Gläubigers in finanzieller Hinsicht zu gewärtigen haben.
t e n s sprachen, kam es wiederholt zu Anspielungen auf die Uneinigkeit innerhalb txs Vorstandes. Mertens protestierte u. a. gegen die Eröffnungsrede des Präsidenten Püree l l e, die ein Loblied auf die russische Revolution gewesen sei. Mrrcelle habe jedoch gewußt, daß die Mitglieder des Vorstandes in dieser Frage nicht mit ihm übereinstimmten. Es sei zu hoffen, daß der Kongreß Mittel finden würde, hier eine Aenderung zu schaffen.
Es kam noch mehrfach zu persönlichen Auseinandersetzungen. Der Sekretär des Vorstandes, Vrowon (England), gab in Erwiderung der Angriffe gegen den Vorstand zu, daß die Leitung der Amsterdamer Internationale zu sehr ins Schlepptau des Völkerbundes gekommen sei. Der Verband muffe ein eigenes Wirtschaftsprogramm haben. Der französisch« Generalsekretär der Trade-Union, Citrin, griff I o u h a u r an, weil dieser den Präsidenten Purcelle wegen seiner Ausführungen über den Kommunismus angegriffen habe, ohne sich vorher mit den Vorstandsmitgliedern ru verständigen. Citrin erklärte ferner, daß die Eeroerkschaftsvolitik des Verbandes gegenüber den Ruffen immer entgegenkommend gewesen sei, aber, so schloß er, was unsere nationalen Angelegenheiten betrifft, lehnen wir jede Einmischung von außen ab.— Die Weiterberatung wurde auf morgen vertagt.
120 Simlchstmflkn kn MIM ,
Warschau, 2. Aug. Wie aus Maska« berichtet wird, stad dort wiederum zwölf Personen, zum größten Teil frühere zaristische Offiziere, zum Tode verurteilt worden. Mit diesen Opfern beträgt die Zahl der im letzten Monat in Mosk«, Hinge- richteten 120 Personen. " :
91t MlWIlte »er englischen Lmtmariue
Einsetzung der llntersuchungskommisfion.
L o n d o n, 2. Aug. Di« „Daily Mailverlangt aus Anlaß des 40. tödlichen Um gliicksfalles, der sich in diesem Jahre in der englischen Kriegsluftflotte ereignet hat, die Einsetzung einer vom Luftministerium unabhängigen Untersuchungskommisfion. Das Blatt begründet seine Forderung mit dem Hinweis, daß in der zivilen Luftfahrt eine wesentlich niedrigere Unfallzahl zu verzeichnen sei, und weist dabei darauf hin, dah die Deutsche Lufthansa im vergangenen Jahre nur einen tödlichen Unfall bei vier Millionen zurückgeleglen Flugkilometern hatte.
Paris, 2. Aug. In der heutigen Vormitt rgssiyung des Internationalen Gewerkschaftskongresses wurde der von dem Schatzmeister des Bundes, S a s s e n b a ch, erstattete Tätigkeitsbericht verlesen. Diesem Bericht zufolge ist der Mtgliedcrbestand der Gewerkschaften von 16 530 000 int Jahre 1923 auf 13 500 000 zurückgegangen. Ein starker Rückgang ist insbesondere in Deutschland zu verzeichnen. Der Bericht erwähnt die Leistungen zugunsten von Lohnbewegungen in den verschiedenen europäischen und außereuropäischen Ländern, für die im ganzen 4 328 497 holländische Gulden gesammelt wurden, sowie die Bemühungen um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Hinsichtlich der Beziehungen zu den kommunistischen Gewerkschaften wird darauf hingewiesen, daß der Internationale Gewerkschaftsbund nach wie vor bereit ist. den Zentralrat der Allrussischen Gewerkschaften unter den gleichen Bedingungen, wie die Eewerkschaftszentralen anderer Länder aufzunehmsn, daß jedoch die Haltung der russischen Gewerkschaften jede Annäherung bisher unmöglich gemacht habe. Der Bericht zählt rum Schluß die Maßnahmen auf, die zur Bekämpfung der Reaktion und des Faschismus, sowie zur Förderung der Arbeiterbildung getroffen wurden.
In der heutigen Nachmittagssitzung des Kongresses, in der der englische Delegierte Hirt und der belgische Delegierte Mer-
Das Fiasko -er Seea-rWunsskonfermz
9er .3leHentou-geferlair zur Beruhigung bet effcnllitben Meinung
Eens, 2. August. Nach wie vor ist die japanische Delegation zur Mariuekoufe- «az bemüht, zwischen England und Amerika zu vermitteln. Nach mehrtägigen Beratungen hat sie den Entwurf eines .provisorischen Abkommens ausgearbeitet, kn sie am Montag abend der amerikani- 1 scheu Delegation vorgelegt hat. Heute vormittag begab sich Eibson, begleitet von Wmiral Zone», zum Chef der japanischen Delegation. Saito. Nach der Unterredung, Jet Viscount Zshii beiwohnte, nahm der 'i letztere Fühlung mit Bridgeman über die Möglichkeit eines Kompromisses. Ueber die Beratung wird strengstens Stillschweigen gewahrt. Erst dann, wenn sich im Laufe ks Tages die Möglichkeit eines Kompro- uiffes ergeben würde, könnten die Zapa- ler aus ihrer reservierten Stellung «rauskommen. Für den Augenblick han- dt es sich um Sondierungen.
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■ In Berliner diplomatischen Kreisen herrscht kein Zweifel mehr, daß die Genfer See- irüstungskonferenz voraussichtlich noch in efer Woche ergebnislos zu Ende gehen wird, kn sucht in Genf zwar noch nach einer For- iel, um wenigstens nach außen hin den Gin. ruck eines allzu unfreundlichen Abbruches zu erwischen, in der Sache aber stehen sich die ieinungen in England und Amerika nach wie er schroff gegenüber, dem Anschein nach sogar oMschroffer als bisher. Wenn der Tirnes- vrrespondent aus Washington meldet, daß um in amerikanischen Regierungskreisen den edanken erörtere, „einige der unerwünschten »lgen des Genfer Mißerfolges durch eine Art lottenbau-Feiertag zu beseitigen", so steht rs in einem gewissen Widerspruch zu einer kutermelbung, wonach im amerikanischen rwatsdepartements erklärt wurde, daß kei- «rlei neuer amerikanischer Vorschlag für Genf »Aussicht stehe und daß, wenn der britische ktschafter gestern nach Washington gekom- *en sei, >er zu diesem Besuche jedenfalls licht aufgefordert worden sei. Gerade die letzte Bemerkung aus offiziellen amerikanischen >unde zeigt den Grad der Verstimmung sehr kllich.
Was nun den angeblichen Vorschlag über n Flottenbau-Feiertag betrifft — mag er nun Mell zur Diskussion gestellt worden sein >rr nicht —, so scheint er darauf hinzulaufen, "flland zu einer Erklärung zu veranlassen, l nicht über eine bestimmte Periode hin- I P seine Seemacht verstärken würde gegen entsprechende Erklärung, daß auch Ame- über eine bestimmte Flottenstärke hinaus ^>i bauen werde. Der „Times"-Korrespon- 61 fügt jedoch gleichzeitig hinzu, daß der ^tausch solcher Erklärungen keine rechtlich Reiche Abmachung sein würde. Worauf es 1 Grunde genommen nur bei dem Vorschlag k>mmt, geht aus derSchlußbemerkung des !Mes"-Korrespondenten hervor, wonach die tobe einer solchen Erklärung durch England 1 »günstiger Wirkung auf die amerikanische Etliche Meinung" sein würde. Mit anderen °Aen: Auch dieser neue „Kompromißvor- ™9“, mit dem sich übrigens bisher die ameri- ^ische Regierung noch nicht identifiziert hat, ® gar keine praktische Bedeutung, denn bei Austausch der erwähnten Erklärun- ? nicht vertraglich rechtliche Bindungen nach ^.Ziehen soll, so bleibt es also den beiden ^®rungen auch in Zukunft nach wie vor um ”°mmen, sich nicht an diese Erklärungen zu "etl und auf- oder abzurüsten, wie es ihnen jk’e beliebt. Es handelt sich also — um ein aber treffendes Wort zu gebrauchen —, ; leine Spiegelfechterei, und wenn der Mßanische „Flottenbau-Feiertag-Vorschlag" Mißlich die Formel werden sollte, mit bet T’bas Katastrophale Fiasko der Genfer Kon- kaschieren wird, so wäre das bezeich.
Genug für die wMldhe £a0e. _ --
Wamllfl RMolfltt SörsiM?
Berlin, 2. Aug. (WTB.) Aach der Meldung eines Magdeburgischen Blattes sollte damit zu rechnen sein, dah das preußische Kabinett beute mittag den sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Dr. W a e n t i g zum Oberpräsidenten der Provinz Sachsen ernennen würde. Wh bas Wolffbüro auf Erkundigung an zu» ständiger preußischer Stelle erfährt, ist tzL zwar richtig, daß Professor Waentig für diesen Posten in erster Linie in Frage kommt; doch findet heute keine Sitzung des preuhischen Kabinetts statt, vielmehr dürfte die endgültige Regelung der Aach-^ folge Hörsings erst in den nächste n> Tagen zu erwarten fein. J
Heinrich Waentig wurde am 21. Mär^ 1870 in Zwickau (Sachsen) geboren, ©r, studierte Rechtswissenschaften, insbesondere Volkswirtschaftslehre, und ließ sich dann 1895 als Privatdvzent in Mar*' bürg nieder, bis er 1899 als v. Professor der Volkswirtschaftslehre nach Greifswald berufen wurde; 1902 ging er in gleicher Eigenschaft nach Münster L W. und 1904 nach Halle a. S. Im Zahre 1909 folgt? er einem Auf nach Tokio, von wo er 1914 auf seinem Lehrstuhl nach Halltz zurückkehrte. Während des Krieges war er 1914—1918 in Belgien beim General-' gouvernement Brüssel tätig. Aach dem Krieg trat er politisch als Sozial^ demokrat hervor und wurde 1921 in den Preuhischen Landtag gewählt, dem er seither angehört. Waentig ist bekannt durch zahlreiche Werke und Aufsätze über volkswirtschaftliche Probleme^ Seit 1903 ist er Herausgeber der Sammlung sozialwissenschaftlicher Meister. ■ t.
zur MtiSurflfpende
Ein Aufruf der deutschen Volkspartei.
Die „Nationalliberale Korrespondenz^ veröffentlicht folgenden Aufruf: '
Die Reichsregierung und die Regierung
I gen der Länder haben zum 80. Geburtstag des Herrn Reichspräsidenten zu einer Hin- denburgspende aufgerufen. Dieser Aufruf, hat in den Herzen des deutschen Volkes ; lebhaften Widerhall gefunden. Die Spende soll eine Angelegenheit des ganzen Volkes^ sein Alle diejenigen, die sich tn der 93er* ehrung des Herrn Reichspräsidenten als des verkörperten Sinnbildes deutscher Volksgemeinschaft zusammenfinden, wollen1 durch Darbringung der Spende ihrem aufrichtigen Dank Ausdruck geben, daß er, wie einst als Heerführer, so jetzt als Inhaber des höchsten Amts des Reiches seine ganze Kraft und seine Persönlichkeit für das Vaterland einsetzt und uns ein leuchtendes Vorbild wahrster und treuster Pflichterfüllung ist. Die Anhänger und Freunde, der Deutschen Volkspartei werden. dessen sind wir sicher, in den vordersten Reihen stehen, um der guten Idee der Hindenburgspende zu einem vollen Erfolg zu verhelfen. Es ist eine Ehrenpflicht für uns, uns nach bestem Können an der Aufbringung der Mittel zu beteiligen und darüber hinaus über alle Parteigrenzen hinweg mit allen anderen Daterlands- freunben uns zu vereinigen, um die Durchführung der Spende sicherzustellen. Die Tatsache, daß der Herr Reichspräsident in Aussicht gestellt hat, die aufkommenden Mittel in erster Linie den Kriegsopfern zukommen zu lassen, muß uns ein Ansporn zu besonders eifriger Tätigkeit sein. Die Deuffche Volkspartei.