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1 Goldmark == Dollar.
Die Sparkaffenauftvtttuag in Preußen
Einheitlicher Auswertung^ von 151.
Berlin, 1. August. Der preußische Minister des Innern hat im unmittelbaren Anschluß an di« Rebe seiner Vertreter im Aerchs-- ausschuh des Reichstages bei der Beratung der Novelle zum Auswertungsgesetz eine er* ?ebliche Verbesserung der Sparassenaufwertungin Preußen durch eine neue preußische (4.) Durchführungsbestimmung zum Aufwertungsgesetz herbeigeführt.
Wie der Amtliche preußische Pressedienst mit teilt, erfolgt die Aufwertung der Spar* kafsenguthaben bei allen öffentlichen oder unter Staatsaufsicht stehenden Sparkassen Preußens zu einem
einheitlichen Aufwertungssatz von 15 Prozent
(bisher 121/, Prozent). Sofern ein Sparkassenguthaben nach der bisherigen Regelung aufgewertet und durch Erfüllung der entsprechenden Aufwertungsleistung erloschen ist, gilt es nach ausdrücklicher Vorschrift der neuen Verordnung gleichwohl hinsichtlich einer Rachtragsaufwertung von 21/« Prozent als fortbestehend. Während nach der bisherigen Regelung ein Drittel des Aufwertungsguthabens am 1. 6. 1930 kündbar war und die weitere Kündbarkeit späterer Regelung Vorbehalten blieb, wird jetzt je ein Sech st e l des 15 prozentigen Auswertungsbetrages am 1. Januar 1928, am 1. Januar 1929 und am 1. Januar 1930 kündbar, so daß bis zu - dem letztgenannten Termin bereits 7,5 Prozent
kündbar gemacht sind. Die Kündbarkeit der weiteren 7,5 Prozent bleibt Vorbehalten. Die
vorzeitigen Ausschüttungen an Personen mit einem geringen Jahreseinkommen werden insofern verbessert, als sie nicht, wie bisher, nur Personen mit einem Einkommen bis 800 RMk., sondern Personen mit einem Einkommen bis zu 1000 RMk. zugute kommen.
Der früher vorgesehene Ausgleichsstock, in den über den Einheitssatz aufwertende Sparkassen die Halste des Mehrbetrages abzuführen hatten, wird beseitigt und durch einen anderen Ausgleichs st ock ersetzt, in den die Äeberfchüsse derjenigen Sparkassen abzuführen sind, deren ausgewertete Sparkassenvermögen ihre Aufwertungsverbindlichkeiten übersteigen, und aus dem entsprechende Zuschüsse an diejenigen Sparkassen gegeben werden, deren aufzuwertendes Sparkassenvermögen nicht a u s r e i ch t, um die letzten 2V-2 Prozent ihrer Aufwertungsverpflichtungen zu erfüllen.
Zur Deckung der Derwaltungskosten darf weder das aufgewertete Sparkassenvermögen noch der Sparkassenausgleichsstock in Anspruch genommen werden.
In einem besonderen Erlaß weist der Minister besonders noch darauf hin, daß die Sparkassen besondere Härtefälle freiwillig berücksic^igen sollen.
9t. «Mold über hen Sawesvlan
Williamstown, 1. Aug. In einem Interview mit einem Vertreter der „Assozia- ted Preß" gab der frühere deutsche Reichs- finauzminister, Dr. Reinhold, dem Zwei- f e I Ausdruck, ob Deutschland imstande fein werde, die durch den Dawesplan auferlegten Zahlungen zu leisten. Es sei nicht vorherzusehen, ob die deutsche Wirtschaft die nötigen hohen Steuern tragen könne; nach der Ansicht Sachverständiger sei.dies zweifelhaft. Gegenwärtig, so führte Dr. Reinhold weiter aus, bestehen keine Schwierigkeiten, auch wird jede deutsche Regierung nach besten Kräften die Erfüllung anstreben. Doch ist zu berücksichtigen, daß Deutschland gemäß dem Dawesplan um die Hälfte mehr zahlen mutz, als die gesamten anderen Schuldnernationen an Amerika zahlen sollen. Die Zahlungen können nicht aus dem Kapitalbesitz, sondern müßen aus dem Nationaleinkommen geleistet werden. Die Frage lautet daher weniger, was Deutschland produzieren, als was es verdienen kann. Der Dawesplan hat indessen die Beziehungen zu Amerika befestigt, da er amerikanischen Vorschlägen entsprungen ist und mit amerikanischem Geld finanziert worden ist. Dr. Reinhold sprach die Ueberzeugung aus, die G e - wissenhaftigkeit, mit der Deutschland
den Dawesplan erfülle, werde in Amerika anerkannt werden.
Sie heuW-fkamöMen
SWofßetthanMungtn
Paris, 1. Aug. Havas nerbereitet folgende Mitteilung über die deutsch-französischen Wirtschaftsoerhandlungen: Die abgelaufene Woche ist für den Fortgang der Verhandlungen anscheinend entscheidend gewesen. Handelsminister Bokanowski hat den gestrigen Sonntag im Ministerium verbracht, ebenso wie die deutschen und französischen Unterhändler, die eine gemeinsame Grundlage der noch bestehenden Divergenz suchen. Dem Vernehmen nach dürfen entscheidende Ergebnisse für Ende dieser Woche zu erwarten sein.
Rede des polnischen Staatspräsidenten.
ff- Marschau, 2. Aug. Der polnische Staatsvräsident hielt gestern auf einem von der Stadt Thorn ihm zu Ehren veranstalteten Bankett eine Rede, in der er die Einwohner Pommerellens aufforderte, dem Gerücht keinen Glauben zu schenken, als könnte der Boden Pommerellens ie Gegenstand von Unterhandlungen der internationalen Politik werden.
Die SMMtNtttM) m htm AMuch
Amerika zW sich zurück — Stlteienmintertlftn als «iMM cher üinterarunb
di« gegenwärtig zwischen London Und Washington herrscht, noch andere, inan kann beinahe sagen, tiefere Gründe hat als die Weigerung Englands ,den Bau seiner leichten Kreuzer einzustellen.
Donnerstag Vollsitzung der Marinekonferenz, ft (Senf, 2. Aug. Die Vollsitzung der gtrinefonferenj ist endgültig auf Donnerstag «mittag angesetzt worden. Die Versuche der »mischen Delegation, zu einem Koorpro- ith zu gelangen, haben zu keinem Er- thnis geführt.
Zn Konferenzkreisen wird ausnahmslos da- at gerechnet, dah dies die Schlußsitzung er Konferenz sein wird. Die Erklärung, die dtschafter G i b f o n für die amerikanische Negation in der Donnerstagsitzung abgeben nrb, hat bereits die Zustimmung C o o I i b • es erhalten. Die gestern abend von der aerikanifchen Delegation veröffentlichte lausel, die in das Abrüstungsabkommen chenommen werden soll, hat
licht die Zustimmung der englischen Delegierten gefunden.
iglischerseits wird besonders betont, daß die uerikanische Klausel das Zustandekommen ins Abkommens voraussetzt, wofür je- ch bisher alle Voraussicht fehlt. Unter die- n Umständen erscheint eine Weiterführung i Verhandlungen kaum mehr möglich, 1 hafi, wenn nicht bis Donnerstag völlig un- rhergefehene Umstände eintreten, mit dem bbtudj der Konferenzverhandlungen Ende k Woche gerechnet werden muh.
„Diebstahl" handelt, so bedeutet das Auftreten amerikanischer Erdökinteressenten am Kaukasus doch zweifellos einen Eingriff Amerikas in früher rein britische Interessengebiete, die den Amerikanern vor dem Abbruch der engkisch-rufsischen Handelsbeziehungen ziemlich verschlossen gewesen waren.
Wer die engen Zusammenhänge zwischen Politik und Wirtschaflt kennt, und sich dann noch einen Begriff macht von dem außerordentlichen Einfluß, den so bedeutende Kapitalmächte, wie die beiden eng» l'ischen und amerikanischen Truste nun einmal schon an und für sich infolge der engen Verkettung der wirtschaftlichen und politischen Interessen eines Landes auf die Politik ihrer jeweiligen Regierungen ausüben müssen, wer dres berücksichtigt, wird kaum noch zweifeln, daß die Verstimmung,
Rücktritt Amerikas von der Genfer Konferenz?
fk. P a r i s. 2. Aug. Wie der Genfer Korrespondent der „Chicago Tribüne" meldet, soll der Vorsitzende der amerikanischen Delegation der Seeabrüstungskonferenz gestern unmittelbar aus Washington die Weisung erhalten haben, sich von dieser Konferenz unverzüglich zuückzuziehen.
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Setoiffc Anzeichen sprechen dafür, daß R setzt auf der Genfer Konferenz zuinge retenen Gegensatz zwischen England und »rrka nicht bloß militärpolitische Mei- ügsv-rschiedenheiten, wie z. B. über den ’4 3'wßer oder kleiner Kreuzer, zugrunde ?en, sondern daß dabei in starkem Maße tz wirtschaftspolitische Gründe eine Rolle
kämen. Die Aufregung b-er Eng- °er ist immerhin begreiflich, handelt es , °och bei dem Russischen Petro.'eumge- eines der ertragreichsten der Welt, ?*icht sogar um das augenblicklich er» Weichste, da die Felder in Mexiko und dem Vernehmen nach vielfach erschöpft ls sollen. Gerade aus diesem Grunde, die Texas- und Mexiko-Oelfelder gv- der Standard Oil Corporation, wird die amerikanische Gesellschaft hauptfach- oeranlaßt gesehen haben, sich nunmehr ^chrssischen Petroleums zu bemächtigen. ^1 es sich dabei natürlich keineswegs, * die Engländer behaupten, um einen
iE; ' .toenlt diese letzteren auch nach ;Mn hin in Genf durchaus nicht in Er- .HNnung treten. Jedenfalls verfolgt man «Kreisen der Berliner Diplomatie und großen Wirtschaftsführer schon seit »ger Zeit mit starkem Interesse die u-einandersetzungen, die sich gerade in ' letzten Wochen wieder zwischen den iachen und amerikanischen Petroleum- tte’jenien ab spielen. Es handelt sich da- > um die beiden größten Erdöltrusts der u, die unter ausschließlichem englischen stehende „Royalg Dntch Schell Cor- wtwn" und die amerikanische „Stan» ° Oil Corporation", und zwar geht -Kampf zwischen diesen beiden Jnier- «igruppen im Augenblick um die 9?er» wng oder Wiederverleihung der Aus- -mngsrechie für die reichen russischen ^toleumfelber am Kaukasus. Vor dem J ^uch der englisch-russischen Handelsbe- l^ogen wurde das russische Petroleum von der genannten englischen . feft ersaßt. Als die Ausbeutung ^.ruiirschen Felder naturgemäß durch den ruch der Handelsbeziehungen unterbun- ' wurde, erließ die englische Gesellschaft ’e recht merkwürdige öffentliche Erklä- *8, wonach von nun ab alle aus Ruß» w exportierten Petroleumerzeugniffe als ^whlenes britisches Gut" zu betrachten An diese Forderung, der juristische s^chiigung kaum zugesprochen werden 7 scheinen sich nun die Amerikaner ^ gehalten zu haben. Jedenfalls rich- der Präsident der englischen Petro- 'wgeiellschaft, Sir Henry Deterding, vor l?9en Sagen einen sehr scharfen Angriff ,n. die amerikanische Standard Oil Cor- ^kwn, der er den Abschluß von Veo- Mn mit Rußland vor warf, Verträgen, Nwem „Diebstahl" an englischem Eigen-
Ist Sage in China
Anhaltender Rückzug Tschangkaischeks.
London, 1. Aug. (Wolfs.) Der Pekinger Korrespondent der „Times" meldet: Der Rückzug Tschangkaischeks dauert an. Es sind aber Verhandlungen wegen eines Dreibundes zwischen Tschangkaischek, Tschangtsolin und dem Militärgouverneur von Schanfi im Gange. Der wichtigste Faktor in der gegenwärtigen Lage ist, wie der Korrespondent schreibt, die Tatsache, daß Tschangkaischek im Besitz der große« Zolleinnahmen von Schanghai ist. ;
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Mussolini gegen den Anschluß
Rom, 1. Aug. Im Ministerrat führte Mussolini aus: Die Wiener Vorgänge haben von neuem die Frage der Lebensfähigkeit Oesterreichs als abhängiger Staat zur Diskussion gebracht. Man hat dabei die alten Thesen zugunsten der Schaffung einer Donau-Konföderation bezw. für den Anschluß an Deutschland ausgegraben. Es ist augenfällig, daß keine dieser Thesen mit den Friedensverträgen vereinbar ist, und vor allem ist es klar, dah der Anschluß Oesterreichs an Deutschland die durch den Versailler Vertrag und den Vertrag von St. Germain geschaffene politische Karte Europas von Grund auf ändern würde. Italien ändert seine Haltung nicht. Die Gerüchte, oie anläßlich der Wiener Vorgänge über die Haltung Italiens aufkamen, waren widersinnig und tendenziös. Die faschistische Regierung hat niemals daran gedacht, in die inneren Angelegenheiten Oesterreichs einzugreisen, und der italienische Gesandte in Wien hat keine Schritte in die- sem Zusammenhang unternommen. Auch ist keine Truppenzusammenziehung an der österreichischen Grenze erfolgt.
Die Militärkontrollkommifsio« und die - Wiener Eemeiude-Schutzwache.
fk. Wien, 2. Aug. Zu den Blätter- meldungen über einen Schritt der Großmächte gegen die Rüstungen der Gemeinde, schutzwache erfahrt die „Freie Presse , daß die interalliierte Militärkontrollkommisfion sich an das Bundeskanzleramt mit einem Einspruch gegen diese Wache gewendet hat und besonders die Frage beantwortet zu missen wünscht, ob es sich um eine vorüber, gehende oder eine dauernde Institution handelte.
Sozialistische Masienkundgebungen «egen „Krieg »nd Kriegsgefahr".
fk Berlin 2. Aug. Die Sozialdemokratische Partei veranstaltete am Montag abend auf dem Wittenbergervlatz im Westen der Stadt eine Massenkundgebung unter der Parole „Gegen Krieg und Kriegsgefahr, für Frieden und Sozialismus". In den Ansprachen sagte man, diejenigen Kräfte, die den Krieg von 1914 mit seinen, ungeheuren Opfern verschuldet hätten, seien wieder am Werk, um neue Konflikte heraufzubeschwören. Zu irgend welchen Zusammenstößen ist es nicht gekommen. . !
Probeflug Kömreckes.
fk Berlin, 2. Aug. Das für den Ame- rifaflug in den Kaspar-Werken in Travemünde erbaute Großflugzeug ist gestern mit Könnecke als Führer »um Dauerflug von Travemünde aus gestartet. Könnecke hat den Flug nach 8 Stunden abgebrochen.
Grubenunglück bei Glasgow.
fk. Glasgow, 2. klug. In einem Bergwerk in der Nähe der Stadt wurden 10 Bergleute infolge einer Erubenexvlosion eingeschlossen. Nach siebenstkindiger Arbeit gelang es, die verschütteten 10 Bergleute zu bergen.- Zwei waren tot, die übrigen schwer verletzt.