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L. Lug- Koch. Mark, 21/23. »Nsprech«! SXt. 54. u. Slt. 65. «^{»«ftortt»: Sott Frankfurt I^gg. Nr. 6015. Sprechzeit ttt Redaktion von 1011 oud kl1 Uhr.

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Mm aus dem RMsbanner ausgetreten

Dir Frage der Nachfolge für Serliug Nicht Severtag. ioudera Landsberg

Berlin, 25. Juli. Wie dieSema, jta mitteilt, hat Reichskanzler Dr. j Marx in folgendem Schreibe« an den Hrndesvorstand des Reichsbanners feinen »tritt aus dem Reichsban- ,er mitgeteilt:

.Mit Rückficht auf verschiedene Bor- l hmmnisse der letzten Zeit, insbesondere «f die Kundgebung des Borstandes des Reichsbanners an den republikanischen Schutzbund in Wien, die eine unberechtigte Ksmischung in die politischen Ve'bft »"' 1 de- befreundeten Oesterreichs und eine Kwere Herabsetzung und Beleidigung der Drildesregierung enthält, erkläre ich Weinen Austritt aus dem Reichsbanner".

Die der Zentrumspartei angehörenden ihreuden Mitglieder sind zu einer Be- rrchung im Laufe dieser Woche nach Ber- bt berufen worden.

Hebet das Verhältnis des Zentrums iun Reichsbanner dürfte diese für Mitt- wch nach Berlin einberufene Besprechung in führenden Zentrumsmitgliedern des eichsbanners Klarheit bringen. Dem ieilinei Tgaeblatt" zufolge wird ange- mmen, daß in der Besprechung eine «he n Forderungen aufgestellt werden illen. von deren Annahme oder Ableh- Mng durch den Bundesvorsitzenden Hör- Wl das Verbleiben der Zentrumsmitglie- Mr im Reichsbanner abhängen dürfte.

i

! Herr Hörsing begründet sein Rücktritts- ksuch damit, daß es ihm in der Hauptsache arauf ankomme,sich frei auszusprechen : können und zu handeln als Führer des «lchsbanners, Lessen Grundlagen niemals ßessen werden dürften". Nach dieser ärung des Herrn Hörsing hat man an»

Nehmen, daß er nun, befreit von der «antwortung eines StaatSamtes, mit ^doppelter Energie das tun wird, was, Ados offizielle Organ des Zentrums, die Sermania, vor einigen Tagen zu sagen *Bte,den Zcntrumsmitgliedern wohl übel schlechterdings unmöglich machen ^rde, beim Reichsbanner zu bleiben", i schrieb im Zusammenhang mit der Hvrsing-Eskapade das Organ des Mnischen Zentrums, dieKölnische ^«kszeitung":Das Reichsbanner hat sich °A>ußr auf einseitig sozialistischen Boden ^irllt. Herr Hörsing hat jeden Kredit bei

1 Zentrumspartei verloren." Die letzte §Hlacht-Androhung" HörsingS gibt jetzt i Zentrum einen Vorgeschmack davon, 6cs es hinfort von den Taten Les Reichs- °Dner-HerzoZs zu erwarten hat.

«rvering nicht Nachfolger HSrfings.

K^ie mir von zuständiger Seite erfahren, ?S$ das Abschiedsgesuch des Oberpräsi- Eten der Provinz Sachsen zwar bereits Preußischen Znnenminister vor, das L^otsministerium hat jedoch keine Ent- xvidAng über das Gesuch gefällt. Theo- es zwar möglich, daß das preu- Staatsministerium das Abfchiedsge- Horfings ablehnt. Tatsächlich ist diese Wx aber nicht zu erwarten, da Hör- M wie man sich erinnern wird, sein Ab- K/^fiefud) erst eingereicht hat, nachdem dem preußischen Mmrsterpräsiden- K.r.?raun und dem preußischen Innen- Mluer Erczesinski darüber gesprochen

den Nachfolger Hörfings auf dem ktzE^burger Oberpräsidentenposten be- Mist: fo dürfte, wie wir erfahren, das Molche Staatsministerium kaum vor dieser Woche darüber Beschluß Die Nachricht von der Berufung

Ehemaligen Ministers Severing als

Nachfolger Hörsings ist inzwischen bereits überholt. Es dürfte zwar richtig sein, daß sich die Preußische Staatsregierung darum bemüht hat. Minister a. D. Severing zur Annahme des Magdeburger Oberpräsiden­tenposten zu bewegen, indessen hat Scve- ring, wie uns von ganz zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, die Üebernahme dieses Amtes bereits endgültig abgelehnt.

Landsberg Nachfolger Hörsings?

fk. Berlin, 28. Juli. Als Nachfolger Hörfings auf den Posten des OberprLsiden- ten von Sachsen ist den Blättern zufolge der langjährige Reichs'agsabseordnete Otto Landsberg in Aussicht genom­men.

Britischer Protest gegen dieantibritische Propaganda" in Amerika.

fk. London. 26. Juli. Der diploma­tische Korrespondent desDaily Tele­graph" erfährt, daß der britische Bot­schafter in Washington angewiesen worden ist, bei der amerikanischen Regierung ge­gen dieunerhörte" antibritische Propa­ganda in der amerikanischen Presie ener­gischen Protest einzulegen.

Dem diplomatischen Korrespondenten der Morning-Post" zufolge, hat der britische Botschafter in Washington bereits den gemeldeten Protest eingelegt. Der Korrespondent bemerkt, dieser Schritt wurde ungern unternommen.

Das Anglück auf W Auguste Nirtma

Re tincmtolUnen vnÄkule verloren

Essen, 25. 3ult. Nach den Angaben über die furchtbare Gewalt des Wasserein- bruchs auf der ZecheAuguste Viktoria" muh leider als sicher angenommen werben, baß die fünf eingeschlossenen Berg­leute durch die Wasser- unö Dchlammassen überrascht wurden und den Tod gefun­den haben, ehe sie sich der Gefahr bewußt wurden . Die Leichen zu bergen, besteht vor­läufig keine Aussicht.

Verursacht wurde der Unglück, wie noch mitgeteilt, wird, durch einen Bruch der T ü b b i n g s ä u l e, die auS gußeisernen Ringen von 61/. Metern Durchmesser be­steht und durch die Schwimmsandschicht in festes Gebirge führt. Der Bruch ist wahr­scheinlich auf eine Bewegung deS Gebirges zurückzuführen . Bei Beginn der Katastrophe gegen 7 Uhr früh befanden sich ein Steiger und ein Mann im Schacht. Sie hörten das Rauschen des Wassers und riefen um Hilfe. Rach schrecklichen Minuten wurden sie hoch- gezogen, während oben die Bühne schon zu versinken begann. Hm 8.30 Ahr versank der Bohrturm, eine halbe Stunde später war von den Anlagen nichts mehr zu sehen. Der Quer­

schlag und die Sohlen 3 und 2 der Schachtan­lage !/H füllten sich im Augenblick mit Wasser und Schlamm .Sohle 3 ging bei der Ka- histrophe zu Bruch. Die SHlammassen drangen nun in den Schacht, in dem sich fünf Bergleute befanden. Die Bedauernswerten sind bei der furchtbaren Gewalt des von oben hereinbrechender: Wassers und Schlammes zweifellos sofort zu Tode gekommen. Die Rettungskolonen drangen gestern in die ver­schlammten Teile vor, muhten aber die Arbeit aufgeben, da sie bis zu den Armen im Schlamm versanken. Heute früh versuchten sie erneut vorzudringen, aber vergeblich. Schacht III gilt als verloren. Ebenso wird es vorläufig nicht möglich sein, Sohle 3 von Schacht I/II wieder in Betrieb zu nehmen. Die Förderung der Zeche wird sich ent­sprechend von 3200 To. auf 2400 To. ver­ringern.

Als ein Glück ist es zu bezeichnen, daß der Zusammenbruch an einem Sonntag er­folgte, an dem nicht gearbeitet wurde. Sonst hätte die Belegschaft der dritten Sohle in Schacht I/II in Stärke von 200 Mann sicher den Tod gefunden.

SHwmvoliMk 3ulematiili6$e

Berlin, 25. Juli. (TA.) DerMon­tag" meldet aus Mikultschütz: Als die hie­sige Ortsgruppe des Stahlhelms am Sonn­tag ihr Fahnenweihfest feierte, sammelten sich Massen von Kommunisten. Dem Ein­greifen der Polizei gelang es, während des Festzuges Zusammenstöße zu vermeiden. Nachdem sich der Hauptzug aufgelöst hatte, drängten sich zahlreiche Kommunisten um die einzelnen Stahlhelmer. Die Kom­munisten feuerten blindlings in die Stahlhelmgruppen hinein, wo­bei ein unbeteiligter junger Mann ge­tötet wurde. Die Kommunisten schütz­ten chren Rückzug durch weitere Pistolen­schüsse, wodurch eine ganze Reihe Stahl­helmer verletzt wurde. Drei Kom­munisten wurden verhaftet.

Zu dem Zusammenstoß erfährt die Tele- graphen-Anion amtlich folgendes: Die Stahlhelmgruppe Mikultschütz hatte Fah­nenweihe. ®egen 17 Ahr entstand in der Tarnowitzer Straße, in der Nähe des Bar- toch'schen Gasthauses, zwischen einigen Stahlhelmleuten und Mitgliedern des Ro­ten Frontkämpserbundes eine Schlägerei. Die Roten Frontkämpfer hatten zuerst die Stahlhelmleute an- gerempelt und dann angegrif­fen. Im Verlaufe der Schlägerei wurde

ein Stahlhelmmann von einem Roten Frontkämpfer niedergeschlagen und am Kopfe verletzt. Da mittlerweile Derstär- stärkung der Stahlhelmleute hinzugekom­men war. ergriffen die Kommunisten die Flucht nach der Kronprinzenstrahe. Die Ltahlhelmleute verfolgten die Roten Frontkämpfer, und in der Nähe des Mist- häuschens

gab einer der Frontkämpfer (goit) auf feine Berfolger zwei Schüsse ab;

durch einen dieser Schüsse wurde der Schü­ler Johann Schulwald (geb. 24.Juni 1915 zu Mikultschütz und daselbst wohn­haft). der an der Ecke Kronprinzenstraße und Tarnowitzer Straße auf dem Bürger­steig stand, durch einen Schuß in den Kopf getötet. Die Roten Frontkämpfer (vier Mann) flüchteten dann und ver­schwanden in den Privatweg zwischen Kronprinzen- und Klosterstraße. Sie wurden von den inzwischen herbeigeeilten Polizeioberwachtmeistern Kasparek und B o g d o l verfolgt. Als der Polizeiober­wachtmeister Kasparek in den Privatweg aus einer Entfernung von etwa 1520 Schritt den Tätern:Halt oder ich schieße" zurief, wurde von zweien der Täter in der Richtung auf ihn geschossen. (Foit Md Ga- ralius). gelang im weiteren Verlauf der Verfolgung zwei der Täter und zwar

(Fortsetzung Rebe Seite 2.)

Sie WtabrW der SniversW Tübingen

Tübingen, 25. Juli. Zur Feier deS 450jährigen Bestehens der Universität prangte die Stadt in festlichem Gewände. Außerordentlich groß ist die Zahl der aus­wärtigen Gäste. Unter den Ehrengästen befanden sich Reichsminister des Innern von Keudell, das württembergische Mi­nisterium, als Vertreter des Reichspräsiden­ten der Reichslommisjar K u e n z e r und zahlreiche Vertreter von Regierung, Be­hörden und Hochschulen. Das Jubiläum begann gestern mit Festgottesdiensten in der Stiftskirche und in der katholischen Kirche. Vormittags bewegte sich d tnn ein großer Zug unter Vorantritt einer ReichS- wehrmuftkkapelle zum Denkmal der gefal­lenen Dozenten und Studenten, wo eine Gefallenenfeier statt fand. Nachmittags 4 Uhr fand die feierliche Einweihung der neuen, gerade zum UniversitälSjubiläum fertiggewordenen Kinderklinik statt.

Tübingen» 25. Juli. Bei der heu­tigen 450jährigen Jubelfeier der Universi­tät Tübingen überbrachte Staatspräsident Dr. Bazille für die Regierung und für den Landtag Württembergs die Glück­wünsche des Württemberger Landes. Nach einem historischen Rückblick auf die Ge­schichte der Universität Tübingen führte er u. a. aus:

Ich freue mich, daß es zur Jubelfeier der Universität möglich gewesen ist, ein nrueS wertvolles Institut, die Kinderklinik, zu übergeben und für die akademische Jugend einen neuen schönen Sportplatz zu beschaf­fen. Sowie es die Finanzlage gestattet, soll die Universität in erster Linie ihr« medizinische Anstalt in den nächsten Jah- ern auf die Höhe bringen, die den Bedürf­nissen und dem Fortschritt der Zeit ent­spricht.

Möge es der Universität Tübingen ke- schieden sein, daß sie, gehegt von der Liebe des Landes, allezeit bleibe ein Bronnen des Geistes für unser Volk, ein Zentrum der Kraft für unser Land und »in Quell der Hoffnungen die uns durch die Wüste dieser Zeit in das gelobte Land einer Rutschen Herrlichkeit geleiten.

Die Glückwünsche des R'ichSPräsi. deuten und der ReichSregierung über­brachte Reichskommissar Dr. Äuenier.

Er verlas folgenden Glückwunsch des Reichspräsidenten:

Zur 450jährigen Jubelfeier ber Eberhard-Karls-Universität in Tübingen spreche ich Eurer Maa-->ftenz, Mn Se­nat und der Studentenschaft meine auf­richtigsten Glückwünsche ans. Der Alma Mater im anmutigen, fruchtbaren Schwa­benlande rufe ich am heutigen Tage ein herzliches Vivat, ercseat, floreat zu."

Tübinger Ehrendottore»

Anläßlich der 450-Jahrfeier der Univer­sität Tübingen wurde eine Anzahl bekann­ter Männer zu Ehrendoktoren ernannt. Un­ter ihren befinden sich fettens der rechts­wissenschaftlichen Fakultät der frühere Staatspräsident Dr. Hieb er und der württembergische Justi',Minister Beherle, seitens der Wirtschaftsfakultet Generalfeldz marschall Herzog Albrecht von Württem­berg, seitens der medizinischen Fakultät Staatspräsident Bazille.

Nach Beendigung des akademischen Fest­aktes in der Stiftskirche trafen sich um 3 Uhr nachmittags zu einem Festessen die Ehrengäste, die Professoren und die Ver­treter der Studentenschaft in dem Ritter­saal auf Schloß Hohenttibingen, der in sei­ner alten Größe wieder freigelegt und fest­lich geschmückt war. Nach einer Be­grüßungsansprache des Rektors Dr. Tren­delenburg hielt der Kanzler der Uni- versitft, Staatsrat Dr. Max Ruemlin, eine Ansprache, in der er auf die Not der Universitäten nach dem Kriege hinwies. Er betonte dabei, daß der Blick nunmehr freigewvrden sei, daß die wissenschaftlichen Kräfte des Auslandes den ftüheren Boy­kott bereuten, der, was auch seine Urheber, die Franzosen, selbst eingestehen mußten, nicht uns, sondern ihnen selbst ge­schadet Vtße. Der Redner schloß mtt einem Hoch auf das schöne Württemberg, feine Re­gierung und seine Volksvertretung. Staats­präsident Bazille brachte in kurzer Er­widerung einen Trinkspruch auf d« Uni­versität aus. Ferner sprachen Landtags. Präsident Körner und General der In­fanterie Reinhardt - Kassel. 3JSt großem SeifaE wurde die Verlesung etneg HuDv-