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Michael * König von Rumänien
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Lukareft. 20. Juli. Di« National, Sammlung hat heute nachmittag de« hronfolger Michael zum König ausgeru, ,, Dem feierlichen Akt wohnten samt, 6t Mitglieder des Königshauses, sowie B Regierung und des diplomatische« «ps. darunter auch der deutsche Ge, ulte von Mutius, bei. Zm Anschl H nun legten die Mitglieder des Regent- «fterates vor dem Metropoliten der loldan den Eid ab. Sämtliche Kirchen- «len läuteten; die Artillerie feuert« eint. Die Nationalversammlung brachte önig Michael, der mit seiner Mutter, rinzessi« Helene, erschienen war, lebhafte nndgebungen dar. Allgemein fiel es anf, i« Ministerpräsident Bratian« kurz vor >t Sitzung der Nationalversammlung auf s Präsidenten der nationalen Bauern- trtei Maniu zuging und mit ihm ein rzts Gespräch führte. Prinz Wilhelm Mt Hohenzollern und König Alexander » Zugoslavien werden zur Teilnahme i »en Beisetzungsfeierlichkeiten in Buka- t erwartet.
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Dachdem der Tod des Königs Ferdinand ngeireten ist, hat gemäß der Verfassung rBegentschaftsrat die Regierung «rnvmmen. Er wird eine Proklamation i das rumänische Volk veröffentlichen, e Trauer des Landes Ausdruck geben p einen Appell an die Bevöl - itung richten, die Ruhe und Ordnung tfW zu erhalten. Außerdem wird er iLeilen, daß er auf Grund der Verfas- ny die königliche Gewalt übernommen ide. Diese Gewalt bleibt gemäß der Erfassung 12 Jahre lang in den ändert des Rates, d. h. bis der inmsolger des 18. Lebenswahr vollendet S. Der Regentschaftsrat besteht aus dem ^riarchen Miron Kriste, dem Bor- ^nden des Kassationsgerichtshofes 'Ugdugan und dem Prinzen Ri- ^aus. Zn Bukarest war bis heute tteg alles vollkommen ruhig. Man Hner weiter damit, daß auch Exkron- iinz Carol nach Bukarest kom- su wird und den Beisetzungsfeierlich- beiwohnen wird.
Armee wurde auf König Michael ^i-igL Das Bukarester Armeekommando Liiert die Verfügungen betreffend den 'klag« rungs zu st and. die seit 1925 * einige Bezirke und die Grenzzone Gel- ?9 haben. Bis zur Beerdigung des wird das Parlament keine neuen ^ngen mehr abhalten.
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glaubt zwar, seine früheren Br- gissten über die Entlastungen ans . ^kichswehr anfrechterhalten zu köu- ? ab«, nicht in der Lage, den amt-
* deutschen Feststellungen, die die ge- Wahlen für die letzten Zahre anfüh-
StuljtMaub an Belgten
^tlin, 20. Juli. Die heute Lberge- deutsche Antwort auf das zweite be- kurz veröffentlichte belgische Memo-
B8-ni hat folgenden Wortlaut:
”$ie deutsche Regierung beehrt sich, auf ** Memorandum vom 18. Juli, in dem königlich belgische Regierung di« Stel- "■tnafjme jljres Wehrministers z« den Wellungen Les deutsche« Memoran- r »om 18. Zuli übermittelt hat, fol-
T*6 tu erwidern:
königlich belgische Herr Wehrmi-
re«. irgendwelche konkreten Angabe« oder Beweise entgegenzustellen. Damit erübrigt sich für die deutsche Regierung ein weiteres sachliches Eingehen auf diesen Punkt. Was die Aufwendungen des deutschen Reichshaushaltes für militärische Zwecke anlangt, so genügt es, zu wiederholen, daß diese Aufwendungen durch den Versailler Vertrag nicht eingeschränkt werden und daß Deutschland daher hierüber den Signatarmächten des Versailler Vertrages keine Rechenschaft schuldig ist. Zm übrigen enthalten die sachlichen Ausführungen des Grafen de Brocqueville über diesen Punkt nichts, was die Darlegungen des
deutschen Memorandums vom 18. Zuli entkräftete. Die deutsche Regierung muß hiernach die Verwahrung, die sie gegen das Vorgehen dse königlich belgischen Herrn Wehrminfterg eingelegt hat, in vollem Umfang aufrecht erhalten."
Sein Besuch LbambrrtaiaS In Berlin
ff. London, 21. Juli. Zm Unterhaus erklärte gestern E h a m be r l a i n auf ei«e Anfrage, er beabsichtige nicht, in nächster Zeit in Berlin einen offiziellen Besuch abzustatten.
Die Beisetzung der roten in Wien
Äunbeebungen für
Wien, 20. Juli. Während im Zentrum der Stadt von der Beisetzung der Opfer wenig zu bemerken ist, setzt gegen mittag auf der Zufahrtsstraße zum Friedhof ein Rrefenverkehr ein. Gegen 1 Uhr fährt ein Strahenbahnzug hinter dem anderen, überfüllt mit Angehörigen der Gewerkschaften und sozialistischen Parteiorganisationen. An den Seiten der Wagen hängen Kränze, meist mit roten Schleifen. Bon den Dächern, aus den Fenstern der Häu'er hängen schwarze lange Trauer- t ü ch e r, die städtischen Gebäude haben Trauerfahnen gehißt. Die Trauer feierlich- feit findet auf dem großen Platz vor dem Hauptportal des Friedhofes statt. Die Zahl der Teilnehmer ist beschränkt worben. Die Mauern rechts und links des Portales, überragt von den beiden riesigen Obelisken, sind mit schwarzem Tuch aus geschlagen, davor auf einer ebenfalls schwarz ausgeschlagenen Empore die lange Reihe der 57 silbergrauen Särge, von denen jeder den Namen des Toten trägt. In der Mitte sind die zahlreichen Kränze aufgeschichtet.
Bei den Beisehungsfeierkichkeiten vor dem Zentralfr ied Hof führte zunächst Stadtrat S p e i ß e r in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters aus: Hier an dieser Stelle wollen wir nicht von den Verani- wortungen der Vergangenheit reden. Hier wollen wir das Gelöbnis eblegen, daß wir, die Zurückbleibenden, alle Kräfte einsetzen werden zum weiteren Aufbau unserer Sadt. Wir wollen alle zusammenarbeiten, daß sich niemand mehr rechtlos und schutzlos fühle und in unserem Wien nie mehr ein so schreckliches Unglück wiederkchrt. Die Stadt werde sich der Hinterbliebenen nach Kräften annehmen. Für die Sozialdemokratische Partei sprach Abgeordneter Dr. Ellenbogen. Er sagte, was auch einzelnes Verurteilenswertes begangen sein möge, dir Volksmasse sei doch vom edelsten Bestreben beseelt gewesen. Recht müsse Recht bleiben. Die ganze Bevölkerung in der Stadt, soweit sie Rechtsgefühl in sich trägt, sowie die ganze internationale Arbeiterschaft trauere mit den Angehörigen.
Ein Vertreter der Kommuni st ischen Partei beschäftigte sich mit dem Schattendorfer Urteil und den ganzen Dor-
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gangen und die Rede gipfelte darin, daß die Kommunistische Partei sich ohne Vorbehalt zum 15. und 16. Juli bekenne.
Als letzter Redner hob Dr. Adler hervor, daß die sozialdemokratische Arbeiterschaft Deutschlands und ebenso daU Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold ihre Kränze gesandt haben. Auch für die Sozialisten Frankreichs, der Tschechoslowakei und anderer Länder, wie überhaupt der sozialistischen Arbeiterinternationale, spricht Dr. Adler der Stadt Wien das Mitgefühl aus. Aus den Ereignissen müsse die Lehre gezogen werden, den bisherigen Wegweiterzugehen mit Besonnenheit und Verantwortungsgefühl.
Während ein Männerchor das „Lied von der Arbeit" sang, neigten sich über den Särgen die Fahnen. Dann wurden die Särge unter den Klängen der Trauermusik einzeln zum Kirchhof" oder zum Krema« torium getragen. Zwischenfälle haben sich nicht ereignet.
Kundgebungen für die Regierung.
Wien, 20. Juli. In einer gestern veranstalteten Vertrauensmännersitzung der Christlichen Gewerkschaften kam eine sehr scharfe Stimmung gegen die So- zialdemokrarischen und die Freien Gewerkschaften und eine warme Verteidigung der Haltung der Regierung und der Polizei zum Ausdruck. Der Hauptreferent betonte, daß der Schattendorfer Spruch kein Ätaffennrteil gewesen sei, weil die Geschworenen zum großen Teil Arbeiter waren. In einer Entschließung wurde von einem Mitzbrauch der Gewerkschaften durch den Generalstreik gesprochen, und die Auflösung der Gemeindeschutzwache und Bestrafung der Schuldigen am Streik gefordert. Der Gewerkschaftsbund der Angestellten richtete an die Privatangestelliten eine Aufforve- rung, „sich in ihren Gewerkschaften nicht länger zu polirischen Machenschaften mißbrauchen zu lassen." Die Frontkämpserver- einigung versendet eine Erklärung, die in ähnlichem Sinne gehalten ist. Die Nieder- österreichische Landwirtschaftskammer hat die Bundesregierung in einer Kundgebung versichert, daß sie die gesamte Bauernschaft und das übrige Landvolk geschlossen hinter sich habe.
24 > StunbrnrüWng in Preußen
Berlin, 20. Juli. (WTB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst einem zugleich im Aamen des Ministerpräsidenten und sämtlicher Dtaatsminister ergangenen Runderlah des Ministers oes Innern an die Nachgeordneten Behörden aller Zweige der preußischen Staatsverwaltung entnimmt, hat das preußische Staatsministerium beschlossen, für die gesamte Staatsverwaltung die 2 4- Stundenzählung einzuführen.
Kos geht in Rußland vor?
Warschau, 20. Juli. Rach Meldungen aus Moskau nimmt die A u f - standsbewegung gegen die Sowjetregierung in den westlichen Sowjetprv- vinzen immer größeren Amfang an. In den letzten Tagen sind zahlreiche A e b e r f ä l l e auf Militärpatrouillen verübt worden. In der Stadt ZWino - g r o d sollen 25 Kommunisten von der Ortstscheka von Aufständischen erschossen worden sein. —■ .t- - —
König Ferdinand von Rnmünten
Das Ableben König Ferdinands von Rumänien kommt niemandem überraschend. Am allerwenigstens den augenblicklichen Machthabern Bukarests, den Dratianus, die es noch vor wenigen Wochen verstanden, durch Deeinfluhung der Wahlen sich die nötige Parlamentsmehrheit zu beschaffen, um im Augenblick des Todes des Königs gewappnet zu sein. Die monatelange Krankheit des Königs hat schon seit einer geraumen Zeit die Weltöffentlichkeit in eine ernste Besorgnis versetzt, weniger aus dem Gefühl des Mitempfindens als mehr in der sicheren Annahme, daß der Tod des Königs in diesem Augenblick Rumänien den schwersten Erschütterungen entgegenbringen müßte. Cs bleibt das »Der- dienst" des augenblicklich amtierenden rumänischen Ministerpräsidenten Bratianu, diese Besorgnisse zu einem wesentlichsten Teil wenigstens beseitigt zu haben. Denn es läßt sich nicht leugnen, daß es diesem gerissen dsten, aller Balkandiplomaten gelungen ist, feine Machtposition in Rumänien für eine absehbare Zeit zu stabilisieren. Man hat sich in den letzten Monaten reichlich mit der Frage der Thronfolge in Rumänien beschäftigt. Man mußte sich aber allmählich an die Erkenntnis gewöhnen, daß es in Rumänien rechtlich wenigstens im Augenblick überhaupt keine Thronfolgefrage gibt, alldieweilen sie längst zu einer politischen Machtfrage geworden ist. Die politische Macht ist in der Stunde des Todes König Ferdinands fest und unbeftriten in den Händen Dratianus.
König Ferdinand von Runkänien ist im Alter von 63 Jahren gestorben. Sein Leben war getragen von einer schicksalsschweren Tragik. Er war Deutscher von Geblüt. Und mußte fein Deutschtum den Staatsnr-twendig- feiten opfern, muhte im Weltkrieg zum Feinde Deutschlands werden, obgleich ,n seinem Herzen alles deutsch war. König Ferdinand hat sich zum zweiten Mal der „StaatSratfon“ beugen müssen, als er dem Drängen des Parlaments nachgab und seinem ältesten Sohne das Recht der Thronfolge absp« -ch . Diese zwei wichtigsten Ereignisse in dem Leben König Ferdinands sind für das Wirken seiner Regentschaft und feiner Persönlichkeit fhm- tomatisch. Das Schicksal schritt stets über ihn hinweg, ihn meisternd, der es niemals zu meistern verstand.
Als in den Dezembertagen des Jahres 1914 der damalige Kronprinz Ferdinand den Thron seines verstorbenen Oheims Carol bestieg, da hatte er sicherlich das ehrlichste Bestreben, das pvlittsche Erbe seines Dorgängers zu verwalten und auszubauen. Aber wie immer in seinem Leben griff auch hier die Staatsraison wieder ein, und zwang ihn, im Gegensatz zu seiner Dündnispflicht auf die Seite derjenigen zu treten, die Deutschlands Riederbruch wollten. Als Verbündete der Entente marschierten Königs Ferdinand Truppen gegen die Mittelmächte. Generalfeldmars cha ll von Mackensen eilte den bedrängten Oesterreichern zuhilfe, warf die rumänischen Truppen aus Siebenbürgen heraus, säuberte fast ganz Rumänien in wenigen Wochen von der Wehrmacht des Hochenzollernkönigs Ferdinand und zwang ihn, der sich an die äußerste Grenze seines Deiches zu retten versuchte, zu einem recht demütigenden Frieden. Doch diesmal meinte es das Schicksal gut mit dem ,Residenten von Jassy". Es entschied gegen die Mittelmächte, allerdings ohne Zutun Rumäniens. Und so ward aus dem Zusammenbruch Deutschlands und seiner Derbündeten! Rumänien die Verdoppelung seines Gebietes und seiner Macht, dem König Ferdinand" der schöne und ehrende Titel: „Mehrer seines Volkes, Beherrscher Groh-Rumäniens". Aus Schicksalsfügung, mcht aus dem Ingenium einer politischen Tatkraft, eines zielbewuh- teir Wollens des Königs. ;
Der verstorbene König Ferdinand von Rumänien war eine liebenswürdige Matur, die in ihren Grundzügen schüchtern, leicht äußeren Einflüßen zugänglich war. Wenn ihm nicht das .®Tüd“ zuteil gewesen wäre, mit der ehrgeizigen und tatkräftigen Königin Maria verheiratet zu fein, so hätte man m den Jahren feiner Regentschaft recht wenig von einer Politik des Bukarester Könighofes sprechen können. Was Ferdinand versagt blieb .die leidenschaftliche Passion nach poltti- schem Spiel, das war dieser gebürtigen Prinzessin von Coburg in überreichem Maße gegeben. Sie handelte, band Fäden und zerriß sie, wenn sie ihrem »königlichen Ehrgeiz" nicht dienlich waren. Sie verband sich mit Bratianu, als es galt den revolutionäre« .Kronprinzen" Carol unschädlich zu machens Sie setzte sich für die Einsetzung eines Regent-' schaftsrates für ihren kleinen unmündiger^