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rn den letzten Jahren nicht einmal "bie tnt Bersoiiller Vertroo zugesdamdenr Quote von bie bie deutsche Rüstungsindustrie bis auf eine Gewshrfabrik, 2 GeschützfaHrifen und wenige Muarrionsfabriken vernichtet wor­den pei, sehr verteuert, ba die wenigen ge­statteten Rüstungswerke ohne Konkurrenz seien und daher bie Preise diktieren könn­ten.

3m übrigen sei bie belgische Angabe, bah bie gegewärtigen Ausgaben für die deutsche Reichswehr 6/io der von 1913 betrügen, auch sachlich unrichtig. Die in ben Etat für 1927 eingesetzten 479 Mill. Mark betragen vielmehr nur 7, der entsprechenden Etatsposition von 1913 in der Höhe von 1,534 Millionen Mark.

Zusammenfassend stellt die deutsche Rote fest, dah keine der Behauptungen des belgischen Ariegsministeriums einer näheren Nachprü­fung habe standhalten können. Sie seien um so bedauerlicher, als sie Deutschland, das erst jüngst durch die Zulassung einer nochmaligen Kontrolle der Zerstörungen an den Ost- sestungen seinen aufrichtigen Willen zur Ab­rüstung zu erkennen gegeben habe, in der Welt grundlos verdächtigen und von der Regie­rung eines Staates herrührten, mit dem Deutschland den auf gegenseitiges Vertrauen aufgebauten Loca-novertrag abgeschlossen hätte. ' j

(Vergleiche Spalte. 4).

Str MeuWzug »es 6eWcn KrltMWttrs

Str Malt W deutsch - belgischen Resenwechselö Bregueville W die Wemik fort

Tie Reichsvegierung hat am Montag der detzischen Regierung eine Note überreichen kmen, der folgende Vorgeschichte zugrunde Legt. Am 7. Juli hielt der belgische Knegsminister, Graf BrocqueviNe, in der beigischen Kammer eine Rebe, in der er ein« Reihe sensationeller aber unrichtiger , Behauptungen über deutsche Rüstungsver- ! sehkungen aufstellte. Die deutsche Re- i cierung wurde daraufhin in Brüssel vor­herig und richtete an die 'belgische Re- merung zunächst ein Ersuchen, die Be- hMptungen des belgischen Kriegsministers zu fixieren und der deutschen Regierung bann zuzuleiten. Nach ungewöhnlich langem Zögern entschloß sich die belgische Re­gierung erst Ende vergangener Woche, dem deutschen Wunsche nachzukommen. Die ent« s st rechende belgische Note ist am letzten Steitag in Bervin eingegangen. Der In­halt sollte auf Wunsch der belgischen Re- oierutg bekannt gegeben werden, wenn bte deutsche Antwortnote in Brüssel Vor­tag. Dies ist am Montag mittag geschehen. Tre belgische Regierung hat jedoch, wie uns i von zuständiger Seite mitgeteilt wirb, s wiederum gebeten, von einer Veröffent­lichung sowohl der belgischen wie der deut­schen Antwortnote abzusehen und die deut­sche Regierung hat sich diesem Wunsche wiederum nicht versagt.

. Dir sind aber glücklicherweise in der &®e, auf Grund unserer Informationen mabsolut zuverlässiger Quell» immerhin

t wesentliche Einzelheiten aus dem , Malt sowohl der belgischen Note sowie - 8ch der deutschen Antwort mitzuteilen.

®2# letztere betrifft, so widerlegt sie Punkt fir Punkt die belgischen'Behauptungen und ; uefirr dadurch einen ausgezeichneten Be­weis für die stellenweise geradezu unge­heuerliche Leichtfertigkeit der befischen Ar- Sumentation. So wurde z. B. in der velSisthen Note auf eine angebliche Note «7. Interalliierten Militärkontrollkom- ®ifft©n angespielt, bie im Februar 1925 her deutschen Regierung zugegangen und w der von der Interalliierten Kontroll- wrnmiffion festgestellt worden sein soll, daß

, im Versacller Vertrag für zulässige Entlassungen und Neueinstellungen bei der Jüpchen Reichswehr festgesetzte jährSiche ? SJJ von 5 Prozent von DeutschLand in 5*'*n Fällen nicht respektiert Worden sei. demgegenüber stellt die deutsche Antwort­et^ fest, daß eine derartige Note der Sri«-alliierten Kontrollkommission vom Fe- -v»ar 1925 der deutschen Regierung über« ,^svr nicht zugegangen ist. Lediglich am Zuvi 1925 habe die deutsche Regierung «ne Mitteilung der Kontrollkommission er- in der behauptet wurde, daß in der 5'^>»ehr noch einzelne Einstellungen für - Frist stattfäniden. Auf diese Mit- "Ung der IRKK, hat die deutsche Re- «iening abermals sofort in einer Not« »'antwortet, in der sie sich von vornherein . den Standpunkt stellie, daß sie nicht denke, die öprozentige Jahresquote vorzeitige Entlassungen zu über« ^-fiiten. An diese deutsche Note hat sich ZS LlR diplomatischer Schriftwechsel an- Q^vssen, bie bis zum Dezember 1926 ^Erte. Am 31. 12. 1926 wurde bann k.^.^ri'onbere Verfügung des Herrn Reichs- l^wenten er Lassen, in welcher die Frage

*ntiaifungen und Neueinstellungen m »p Reichswehr noch einmal im Sinne der

Kimmungen des Versailler Vertrages ge- t Nn geregelt Wurde.

raraufhi» hat die votschafterko«. ^vstrenz iu einer Rote vorn Januar 127 ausdrücklich die befried,- **»>e «ereiuiguug djeseS Pro,

blems anerkannt.

^.Anspielungen des belgischen Kriegsun- 5tyT\ ®Mf bie überhaupt nicht existierende lS$n Kontrollkommission vom Februar

ti fit also absolut hinfällig.

der belgischen Note stellt G-ri Urvrlle weiter bw Behauptung aui, 5t^utschlan0 im Augenblick Entlafiün- iu 25 Prozent des Reichswehrbe- m v?5pro Jahr vornehme und deShako in Lage fei, fein Heer binnen kurzem ttidlll^efiachen.. In der deutschen Er- fcteke?5 darauf wird feftgestellt, daß die ^Wrng«n in der d«Ufchen Reichsweh.

5 Prozent erreicht habe. So leiert vom Aprit 1925 bis April 1926 1 9 0 Mann weniger und vom April 1926 bis 1927 sogar 9 7 0 M a n n weniger ent« teilen Worden, als nach dem Versailler Vertrag erlaubt ist. Im übrigen ;nen die Behauptungen BroequeviWes über die Ver­dreifachung des deutschen Heeres ichon des­halb sinnlos, weil Deutschland üheragupr kein« Einrichtungen zur Sluhteitung von Reserveeadres besäße und noch vier weni­ger die Möglichkeit, derartige Formationen zu bewaffnen und auszurüsten.

1 Die belgische Note glaubt ferner zur Berechtigung ihres Standpunktes eine Rede des demokratischen Abgeordneten Rönne- burg im Reichstag heranziehen zu kön­nen, wonach dieser Abgeordnete gesagt habe, man müsse für bessere Unterbringung der jährlich zur Entlassung kommenden 15 000 Reichswehranwärter sorgen. Demgegenüber verwe-st die deutsche Note auf den amt­lichen stenographischen Bericht über die 299. Sitzung des Reichstages vom 29. 3. 1927, Seite 10105, woraus ausdrücklich hervorgehe,

daß Abgeordneter Rön uriburg keines­wegs von einer jährliche» Entlassung von 15 000 Reichswehrangehörigen ge­sprochen hat, sondern nur von 15 bis 20 000 Anwärtern, die seit langem als schon seit vielen Jahren ans An­stellung im Zivildienst warten.

Die belgische Note behauptet schließlich, daß Deutschland für sein 100 000 Mann- Heer gegenwärtig sechs Zehntel der Summe ausgebe, die 1913 für das 800 000 Mann- Heer aus gegeben Wurde, demgegenüber Weist die deutsche Antwortnote darauf hin, daß das Deutschland durch den Versailler Vertrag aufgezwungene Söldnerheer schon infolge seiner höheren Ausgabe für Löhne, Kleidung, Unterkunft, Verpflegung und Ausbildung für späteren Zivllberuf unver­gleichlich teurer fei, als das auf der all­gemeinen Wehrpflicht aufgebaute Heer von 1914. Auch die Herstellung der Waffen und Munition habe sich infolge der Be­stimmungen des Versailler Vertrages, durch

100 Tote, 1000 Verwundete ln Wien I«r der eiiMufiiiW btt SHatienaicaK

Wien, 19. Juli. Wie der Sonderbe­richterstatter des W. T. B. erfährt, ist die Zahl der Toten nunmehr auf 100 ange­wachsen. Cs ist auch damit zu rechnen, dah noch eine Reihe von Verwundeten sterbe« kann. Die Gesamtzahl der Verwundeten wird jetzt, nachdem die Feststellungen ge­nauer find, auf etwa 1000 angegeben.

300 Personen in Haft.

W i en , 19. Juli. Wie die »Stunde" meldet, hat der Polizeipräsident angeordnet, daß alle zur Anzeige gelangten Fälle von Beschuldi­gungen gegen Mitglieder der Bundespolizei strengstens untersucht werden. Auf Grund der Anzeigen der Polizei hat die Staatsan­waltschaft nach der gleichen Quelle die lln- tersuchung gegen zahlreiche Personen, die des Aufiuhrs schuldig sind, eingeteitet. Bisher befinden sich

mehr als 300 Personen in Untersuchungs­haft.

Bon den während der Straßenunruhen ver­hafteten Personen sind bis gestern abend dem Landgericht I insgesamt 75 Beschuldigte ein­geliefert piorden. Die Anklage lautet auf die verschiedensten Delikte, auf Verbrechen der öffentlichen Gewalttätigkeit gegen die Polizei, Aufruhr, Aufreizung gegen die Staatsgewalt, Hausfriedensbruch und Brandstiftung. Die Eingelieferien wurden noch gestern verhört und die wegen geringfügiger Delikte Ver­hafteten wurden später freigelassen. lieber die anderen wurde die Untersuchungs­haft verhängt.

Die Verhaftung Piecks.

Wien. 19. Juli. Wie dasNeue Wiener Tageblatt" zur gestrigen Verhaf­tung des deutschen kommunistischen Abge- ordnetn Pieck erfährt, ist noch nicht fest- gestellt, ob die Verhaftung Piecks in Wien mit den blutigen Vorgängen am Freitag

in irgend einen Zusammenhang steht. Von den Ergebnissen der eingeleiteten Perneh­mungen werde es abhängen, ob gegen Pieck eine Untersuchung eingeleitet wird, ober ob man sich damit begnügen wird, ihn an die Grenze abzuschieben. Jedenfalls habe er ohne Sichtvermerk die Grenze überschritten und sich hier unange­meldet aufgehalten.

Die WienerReichspost" teilt mit: Die sozialdemokratischen Führer sind in die ausgebreiteten Netze ihrer kommunistischen Rivalen blind hineingerannt. Was aus dieser Revolte, in die sich ein starker Flü­gel der Sozialdemokratie hineinlocken lieh, gemacht werden sollte, das verraten die wohlausgearbeiteten Aktionspläne, die dem auf dem Wege nach Wien befindlichen kommunistischen Führer Deutschlands, Pieck, abgenommen worden sind. Die Pläne sind Moskauer Eeneralstabsarbeit. Wieder sollte Wien Einbruchsstation des Bolschewismus für Westeuropa werden. Unter den außer Pieck Perhafteten befin­den sich auch bulgarische Studenten, die sich offen als Anhänger der kommunistischen Partei erkennen.

Einberufung des Rationalrates.

Wie«. 19. Juli. Amtlich wird mitge­teilt: Ueber den Zeitpunkt der Einberu­fung des Rationalrats ist noch keine Ent­scheidung getroffen. Der Bundeskanzler hat mit dem Präsidenten des National­rates. der gestern nachmittag bei ihm er­schienen war, vereinbart, dah nach der tat­sächlichen Wiederaufnahme des Verkehrs mit den Parteien Fühlung genommen werden soll, um den Tag für de« Zusam­mentritt des Nationalrates festzusetzen.

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König Arölnand v»n Rumänien t

fk. Berlin, 20. Juli. Nach einer Meldung aus Belgrad ist König Ferdi­nand von Rumänien heute Nacht ge­storben. '

König Ferdinand stand im 62. Lebens­jahre und hat die Regierung im Jahre 1914 als Nachfolger König Karls ange­treten. .

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Ein knMch'favanHAk Meimverirag?

fk. London, 20. Juli. Der diploma­tische Korrespondent desDaily H e rald" meint heute, dah als Ergebnis der neuen Lage in Genf ein englisch-japani, sches Bündnis durchaus im Bereiche der Möglichkeit liege. Japans Frontwechsel in Genf sei genügend, dies zu erklären. Die Genfer Einigung bildete zweifellos de« Teil einer mit größter Geschicklichkeit er­reichten politischen Verständigung. In politischen Kreise« Londons glaubt man, daß England Japan als Gegenleistung für seine Unterstützung in Genf diploma, tische und möglicherweise auch finanziell« Unterstützung versprochen habe.

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Amerikas Bedenken gegen die Einigung in Senf

Genf, 19. Juli. Nach Erkundigungen der Schweizer Depeschenagentur sind die amerikanischen Marinesachverständigen in verschiedenen Punkten mit der provisori­schen englisch-japanischen Einigung nicht einverstanden. Insbesondere sind sie gundsätzlich gegen die Weiterverwendung von Schiffen, die eine gewisie Altersgrenze überschritten haben, weil du^ch diesen Vor­schlag die britische Marine statt 500 000 Tonnen Kreuzern und Zerstörern 650 000 Tonnen erhielte. Dies würde die Ver­einigten Staaten zwingen, bedeutende Schiffsbauten ausführen zu lassen. Die Amerikaner find jedoch in ganz beschränk­tem Umfange bereit, einer Verwendung der Schiffe zuzustimmen, die eine be­stimmte Altersgrenze bereits überschritte« haben. Die amerikanischen Sachverständi­gen erheben ferner gegen die Bestückung der mittleren Kreuzer von 7500 Tonnen mit nur sechszölligen Geschützen und gegen die Gleichstellung Englands, Japans und Amerikas in bezug auf die Eefamttonnage au Unterseebooten Bedenken.

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Eine neue Aniwoeimie nn SeniWnnd

Brüssel, 19. Juli. Die belgische Re- gierung hat bereits heute auf die gestrige Rote der deutschen Reichsregierung eine Antwort bei Herrn von Keller überreiche» lasten. Darin wird gegen de« Vorwurf, daß Belgien die Locarnopolitik nicht eiy-' halte, protestiert ««d versichert, daß die Informationsquelle« des belgischen Kriegs« Minister» durchaus zuverlässig feien. Graf de BrocquMe halte all, angeführten Zah. len über Entlastungen und Einstellungen bei der Reichswehr aufrecht. Die Note fügt hinzu, daß die Erklärungen der belgi­sche« Regierung auf eine« Beschluß der Botschafterkonferenz vom 15. Februar 1925 rurückainaen. Lrocqueville halte weiter