Pnzeigerjurldasstuher kwchGML)Gbrchessew:>Kmtliches VeMüMMltzMüMdkreislRarbmg
Utafetdtt
AgeSmmwr
Sim-tag, MB 19. 8uii 1927
öberheUche Zeitung
»11 ^Vberhrsflsch« Sdhrng* re- sechsmal wöchentlich. 6e» pgiyttW monatlich 2 DM. «s- Meßl. ZustellungSgebLhr, durch httPestLLS GM.Für etwa infolge Streiks. Waschin en defekt« oder ^emenkarer Lreigniss« ausfallend« Stemmern wird Ma Ersatz gestiftet. Verlag S. Dr. ft. -ktzerottzo Druck der Unid.-Vuchdruckeret d» ged. Bug. Koch. Markt 21/23. Aer»sprecherr Nr. 54. «. Rr. 65. Postscheckkonto! Statt Frankfurt e. W. Str. 6016. — Sprechzeit der Redaktion von 10—11 und »/,!—1 Uhr.
durch di« Geschäftsstelle und WMVMÜMS Zusendung der Angebot«. 6p füllungsoxt Marburg.
1 Goldmark rs st/^,Dollar.
«r. M 82. Mrs. Rarbmg o. Mn
vo> Anzeigenpreis beträgt für HM ".10 g, spalt. ZeUenmilltmet« 0^06 GM, Vein« Vsranzeigeu L.0S SM, amtlich« und ans- zpärtig« Anzeige« 0.10 ®$». B«i Mvierig«, Satz ftioie bei Platz« ^Vorschrift 60% Aufschlag. —
Samm^arrzeige« .100 % Autz lschla^ Reklamen der fflittta A.40 «SR. 5«6«i Rabatt Mt al-
Varrabatt. Ziel 6 Tag«. Beleg« derben berechnet, ebenso Auskunft
BedinsmigSIestk Abbruch des Bcrkchrsstrclks
Snr Ausland zm innernMsche» «rite In Srilemlch
Wien, 19. Juli. Der Abbruch « B e r k e h r s ft r e i k, ist, wie der ^ldrrberichterftatter des WTB. meldet, J* Weisungen der Sozialdemokratischen ^tei entsprechend, am Mitternacht in Umfange durchgeführt worden. 2^ den bisherigen Meldungen ergaben «ur in Tierol Schwierigkeiten, wo die '/knbohner auf einigen Bahnhöfen den ^stantritt verweigerten, weil die San,
In den politischen Äretfen der einstigen Gegner der Mittelmächte haben die Vorgänge in Wien nicht nur alarmierend ge- wirkt, sondern man darf darüber hinaus die Feststellung machen, daß selbst noch durch die gewundenen Ausflüchte auch der nattonalisttschen Pariser Presse diesmal sich eine Art Menetekel-Stimmung bemerkbar macht, die man kurzer Hand als das dechüllte Eingeständnis einwerten kann, bah der Vertrag von Saint Germain sich «l einem hoffnungslosen Fiasko gestaltet hat. Freilich treibt man auch in Paris so- fort wieder die beliebte Dogel-Strauh- Politik, nachdem der erste amtliche De- richt des Wiener französischen Gesandten mitteilt, daß die Wiener Anruhen beendet seien. Man stellt daraufhin fest, daß internationale Verwicklungen nun nicht mchr zu befürchten seien, wobei man jedoch jetzt offen eingesteht, daß man namentlich von Seiten Angarns und Italiens Inter- denttonen zur Wiederherstellung der Ord- Wng in Oesterreich und dadurch selbstverständlich die schwersten außenpolitischen Komplikationen für sehr naheliegend angesehen hatte. Festzustellen ist, daß selbst linksstehende locarnofreundliche Blätter Vie „®re Rondelle« und „Volonte" sich ganz entschieden gegen einen Anschluß Oesterreichs an Deutschland aussprechen. As Heilmittel kommt immer wieder bas alte Rezept der wirtschaftlichen Donau» föveration, wobei man sich allerdings andererseits ebenso entschieden gegen alle italienischen Einmischungsversuche wendet, die, wie „Ere Rouvelle" eingesteht, noch Veit weniger Berechtigung hätten als die österreichischen Anschlußwünsche.
Cs ist in diesem Zusammenhänge bemerkenswert. daß die „Agenzia Stefani" dir Meldung der italienischen Drohung, den Transitverkehr von Italien nach Deutschland unter militärischer Bedeckung erzwingen zu wollen, nur recht matt dementiert. In Wirklichkeit stellt sich heraus, daß eine solche Drohung von dem italienischen Armee-Kommando am Bren- «rr in Form einer „Verlautbarung" in dem Corpsbereich des italienischen Kommandanten erfolgte.
In London möchte man gern nach dem Strohhalm greifen, da es sich bei Den Diener Vorgängen um Moskauer Eingriffe handele. Rur „Manchester Guardian" bringt gegenüber dieser Geste scheinbarer Aninteressiertheit den Mut der Wahrheit auf und hebt hervor, daß Die Diener Ereignisse eine eklatante Destäti- Kg derjenigen Reden auf oer Genfer ltwirtschaflskonferenz gewesen seien, in denen vor den furchtbaren Gefahren eines §ßen andere Länder sich abschließenden Wirtschaftsnationalismus gewarnt wurde. Wenn Oesterreichs Wirtschaftsnot außerhalb Oesterreichs erörtert würde, spiele 9lQ>t immer nur zwei Rezepte gegeneinander aus: Dvnauföderation und An- Mutz. Bis jetzt hätte Frankreich als Befürworter einer Donauföderation nichts gastliches unternommen, um Oesterreichs Nachbarn zur Riederlegung der Zollwälle veranlassen. Es hieße sich zu einer rückschrittlichen Auffassung der europäi-
Lage bekennen, wenn man das aus tiefsten deutschen Volksgefühl emp- stuidene Anschlußgefühl bekämpfe.
desregierung diese Stationen von Militär und Gendarmerie hatte besetzen lassen. Es ist aber anznnehmen, daß diese Verfügung nicht von langer Dauer ist. Zn einer Mitteilung der Eeneraldirektion der Bundesbahnen wird ausgeführt. daß von Dienstag früh an alle fahrplanmäßigen Schnell- und Personenzüge wieder verkehren. Der Ansturm, namentlich auf Telephon und Telegraph, ist außerordentlich stark.
Seipels antwort nn die Wal- tomakraltscho Abordnung
Wie von einer der Regierung nahestehenden Seite mitgeteilt wird, habe Bundeskanzler Seipel geäußert, baß es die dringendste Aufgabe sei, eine Wiederkehr der Ereignisse und Vorkommnisse der letzten Tage zu vermeiden. Weiter gab
Bundeskanzler Seipel heute mittag der Auffassung Ausdruck, daß es ausschließlich dem Parlament zustehe, Vorkehrungen und Untersuchungen zu beschließen. Die Sozialdemokraten müßten daher dort ihre Anträge stellen. Feierlich protestiere er dagegen, daß die Polizei und ihre Organe als die Schuldigen hingestellt werden. Zunächst müsse der Verkehrsstreik vollständig abgebrochen werden, um dem Nationalrat die Möglichkeit zu geben, daß er in voller Freiheit zusammentreten könne.
Gleich nach der Rückkehr der sozialdemokratischen Abordnung vom Bundeskanzler Dr. Seipel traten der Parteivorstand und die Eewerkschaftskommission zusammen. um den Bericht ihrer Führer entgegenzunehmen. Es wurde die Situation in Oesterreich geprüft und die Gefahren wurden erwogen, die aus dem gegenwärtigen Zustand der Republik und der Demokratie drohen. Die Besprechung führte zu dem Beschluß, den Streik der
EnslW'japanische Einigung in Gens
Die Sonftrtn) auf tont tnWbtnOen Punkt
Genf, 18. Tuli. Auf der Deeabrüstung ist insofern eine Wendung eingetreten, als zwischen der englischen und j a p a n i - s ch en Delegation in den Verhandlungen der letzten Tage eine Aebereinkunft in den hauptsächlichsten Prvgraminpunkten der Konferenz zustandegekommen ist. Die Verhandlungen, die zwischen Lord Robert Cecil und Lord Bridgemann einerseits und dem Grafen Jshii und Admiral Saito anderseits stattfanden, ergaben eine weitgehende Hebet» ein ft im mung in beinahe sämtlichen Punkten. Die Aebereinkunft ist auf neue Instruktionen zurückzuführen, die die japanische Delegation im Laufe des Sonnabends aus Tokio erhalten hat und bezieht sich auf folgende Punkte:
England erhält für die Kreuzer- und Zerstörerklasse eine Gesamttonnage von 500000 Japan von 315 000 Tonnen. Die Anzahl der großen 10 000-To.°Kreuzer, der Hauptstreitpunkt der Konferenz ,wird nach einem Stärkeverhältnis von 12 für England, 12 für Amerika, und 8 für Japan festgesetzt. Für die übrigen Kreuzer soll eine Höchsttonnagegrenze von etwa 5—6000 Tonnen angenommen werden. Das Kaliber der Schiffsgeschütze für die Kreuzer von 10 000 Tonnen wird auf 8 Zoll, für die kleinen Kreuzer auf 6 Zoll beschränkt. Das Lebensalter der Kreuzer wird auf 16—20 Jahre festgesetzt. Ferner ist eine Aebereinkunft über die Berechnung der veralteten Kriegsschiffe erzielt worden, die nur zu einem geringen Prozentsatz in die für die einzelnen Flotten festgesetzte Gesamttonnage eingerechnet werden sol-
'ten. In der Frage der Anterfe ebovte hat die englische Delegation gegenüber Japan weitgehendes Entgegenkommen gezeigt und zwar soll Japan die gleiche Tonnagezahl zuerkannt werden wie England.
Dieses Aebereinkommen zwischen der englischen und japanischen Delegation schafft für die amerikanische Delegation eine neue äußerst schwi erige Lage, da es praktisch zu einer Isolierung Amerikas auf der Abrüstungskonferenz führt. Die amerikanische Delegation wird hierdurch vor die Alternative gestellt, endweber sich dem englisch-japanischen Programm anzuschliehen, oder allein die Verantwortung für ein Scheitern der Konferenz auf sich zu nehmen . Die Stellungnahme der amerikanischen Delegation zu den neuen englisch-japanischen Vereinbarungen ist bisher noch nicht bekannt geworden.
Lord I l l i c o e, der als einer der englischen Delegierten an der Seeabrüstungskon- ferenz in Genf teilnahm, ist nach London zurückgekehrt und hat heute nachmittag zusammen mit Lord Beatty eine mehr als zweistündige Unterredung mit dem Premierminister gehabt; der Besprechung wohnten auch Lord Balfour und Chamberlain bei. Ob Lord Jellicoe nach Genf zurückkehren wird, ist noch unbekannt . Auf jeden Fall kann seine Anwesenheit in London als ein Beweis dafür angesehen werden, daß die Konferenz nunmehr in ein entscheidendes Stadium treten wird . Ob in positiven oder negativem Sinne, läßt sich jetzt noch nicht fesistellen, wenn auch eine Zunahme der Optimisten unverkennbar ist.
Verkehrsbetriebe um 12 Uhr nachts zu beenden. Von sozialdemokratischer Seite wurde betont, daß die Partei entschlossen sei, den Kampf gegen die Regierung auf parlamentarischem Boden fortzuführen, denn die Partei machte die Regierung für das Blutvergießen verantwortlich.
gutibtbott Smikltatkn
Berlin, 18. Juli. Wie der Sonderberichterstatter der „Berl. Lok.-Anz" aus Wien meldet, werden nachträglich über grauenvolle Ereignisse bei dem Ueberfall auf die Polizeiwache in der Lichtenberggasse folgende Einzelheiten bekannt:
Die etwa 15 Mann starke Polizeiwache in der Lichtenberggasse nach d,m Zustiz- palaft wurde in der Wachstube von dem zahlenmäßig überlegenen Pöbel überfallen, vollkommen nackt ausgezogen und im Raum eingesperrt. Die Uniformen wurden vor der Wachstube auf den Laternen
pfahl gehängt und dann dag Haus ange- zündet. Alle Polizisten verbrannten bei lebendigem Leibe.
♦
Die Besetzung des Bahnhofs von Innsbruck vollzog sich folgendermaßen: Um 2.15 Uhr marschierten auf dem Bahnhossplatz Alpenjäger mit Maschinengewehren, Gebirgsartillerie und eine Kompagnie Het- malwehr auf. Der Bahnhof wurde umstellt und unter dem Schutze des Militärs rückten ungefähr 100 Gendarmen auf den Bahnhof ein. Die Streikleitung, ebenso die Mitglleder des republikanischen Schutzbundes, di« den Bahnhof bisher besetzt gehalten hatten, zogen widerstandslos ab. In ähnlicher Weis« vollzog sich die Besetzung aller übrigen Bahnhöfe des Landes vollkommen reibungslos. Bereits in den ersten Vormittagsstunden konnten mit Histe der Technischen Nothilse Personenzüge abgelassen werden.
Ser brutsche Stubententag In Würzburg
Würzburg, 18. Juli. Die Festlichkeiten am gestrigen zweiten Tage nahmen mit einer Festsitzung in der Aula der Universität ihren Anfang. Rektor Dr. Chieck- Würzburg hielt hier d-ie Begrüßungsansprache. Darauf schritt man zur Weihe des zum Andenken an die im Weltkrieg gefallenen deutschen Studenten errichteten Ehrenmals. Ein über 600 Teilnehmer zählender Festzug, in dem mit etwa 300 Fahnen alle deutschen Universitäten und diejenigen Deutsch-Oesterreichs vertreten waren, umrahmten den Platz gegenüber der Feste Marienburg und dem Käppele, auf welchem ein wuchtiger hünengrabartiger Eranitblock zum Gedächtnis der 20 000 gefallenen deutschen Studenten errichtet ist. Nach einem musikalischen Einleitungsstück ergriff der Vorsitzende der deutschen Studentenschaft, Günter Thon, das Wort zur Weiherede. Drei Kanonensalven verkündeten die Enthüllung des Ehrenmals. Die Schläger und Fahnen senkten sich. Die Gewehre wurden präsentiert. Ergreifend erklang das Lied vom Kameraden. Hierauf nahm Kultusminister Dr. Goldenberg das Wort zu einer längeren Ansprache, in deren Verlauf er die jungen Studenten als Beispiel selbst- verleugnender Mitarbeit im Dienste des Vaterlandes hinstellte. Dann legte ein Vertreter der bayrischen Staatsregierung einen Kranz am Denkmal nieder. Nach weiteren Reden und Kranzniederlegungen von Vertretern deutscher und österreichischer Universitäten nahm Oberbürger, meister Dr. Löffler das Ehrenmal in die Obhut der Stadt Würzburg. Zum Schluß der Feier wurde das Deutschlandlied gesungen.
--♦--
Sie mim KoftgeWrm
Berlin, 18. Juli. Dec Arbeitsausschuß des Derwaltungsrates der Deutschen Reichspost hat heute die Gebührenvorlage der Post erledigt. Dabei hat er die Erhöhung der Ortsbriefgebühr für Orte mit über 100 000 Einwohnern auf 15 Apf. abgelehnt, dagegen das Ortsbriefporto allgemein auf 10 Rpf. (anstatt der vorgeschlagenen 8 Rpf.) festgesetzt. Er hat ferner beschlossen, dem Plenum des Derwaltungsrates folgende wichtigeren Gebühren vorzufchlagen:
Briefe im Ortsverkehr bis 20 Gr. 10 Rpf. Briefe im Fernverkehr bis 20 Gr. 15 Rpf., Postkarten im Ortsverkehr 5 Rpf., Postkarten im Fernverkehr 8 Rpf., Drucksachen in Form einfacher Karten 3 Rpf., Drucksachen bis 50 Gr. 5 Rpf., Geschäfts Papiere. Warenproben und Mischsendungen bis 150 Gr. 15 Rpf., Päckchen bis 1 Kg. 40 Rpf.
Für Pakete werden an Stelle der bisherigen drei Zonen fünf eingeführt. Erste Zone bis 75 Km.; Gebühr bis 5 Kg. 50 Rpf., für jedes weitere Kg. 10 Rpf. Zweite Zone über 75 Km. bis 150 Km.; Gebühr 60 Rpf., für jedes weitere Kg. 20 Rpf. Dritte Zone über 150 Km. bis 375 Km.; Gebühr 80 Rpf., für jedes weitere Kg. 30 Rpf. Vierte Zone über 375 Km. bis 750 Km.; Gebühr 80 Rpf., für jedes weitere Kg. 40 Rpf. Fünfte Zone über 750 Km.; Gebühr 80 Rpf., jedes weitere Kg. 50 Rpf.
Die Bestimmung, daß bei der Benutzung von Wertzeichengebern Postkarten zum kennte ert von 8 Rpf. für 10 Apf. abgegeben werden können, soll dahin abgeändert werde«, daß bei Wertzeichengebern zwei Postkarten zu 8 Rpf. für 15 Rpf. a bgegeben werden.
Im Postfcheckverkehr f ollen die Gebühren betragen: für Einzahlungen mit Zahlkarte bei Beträgen bis 10 AM. wie bisher 10 Apf., von mehr als 10 AM. bis 25 RM. 15 Apf., von mehr als 25 AM. bis 100 AW. 20 Rpf. ,von mehr als 100 RM. bis 250 AM. 25 Apf. In den folgenden Stufen bis 1250 AM. bleiben die Gebührensätze unverändert. Die Aeberweisungen von einem Konto auf ein anderes bleiben gÄmhrenfrei. Die Auszahlungsgebühren bleiben unverändert. Für Briefe der Postscheckkunden an die Postscheckämter in Postfcheckangelegenheiten bei Verwendung der besonderen gelben Briefumschläge wird eine Gebühr von 5 Apf., für daS Ausfertigen eines Kontoauszuges 3 Apf. erhoben. Die Wortgebühr für gewöhnliche Iw- landstelegramme soll im Ortsverkehr 8 Rvst, im Fernverkehr 15 Rpf. betragen.