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abzuschließe« und in Kraft zu
Zur Erdbebenkatastrophe in Palästina.
ff. Jerusalem, 14. Juli. Die Liste der Toten steigt stündlich. Der materielle Gesamtschaden läßt sich noch immer nicht genau einschätzen, da immer noch Häuser einftürzen. Man spricht von 250—300 000 Pfund Sterling. Infolge der Tatsache, daß Palästina sehr wenig natürliche Hilfsquellen hat. ist die Aufgabe der Wiederherstellung des Schaden- sehr schwierig.
Dresden, 13. Juli. Im Müglitz- und Gottleuba-Tal find weitere Tote nicht mehr gefunden worden, so daß man au- nehmen kann, dah die Zahl von 145 die endgültige Totenzifser ist. Die Wieder- herftellungsarbeiten, für die zwei Jahre vorgesehen find, werde« nach einem Ge- neralbauungsplan durchgesührt werden. Die letzten Opfer der Katastrophe wurde« am heutigen Mittwoch beerdigt.
Weitere Berichte aus dem Unwettergebiet im Müglitz- und Gottleuba-Tal schildern die Lage der von der Katastrophe heimgesuchten Ortschaften und ihrer Bewohner a.s geradezu trostlos. Angefichts der Zerstörung der Straße« und Brücken ist ein fahrplanmähiger Personenverkehr mit Kraftwagen vorläufig unmöglich. Zunächst soll deshalb eine einigermahen einen Verkehr ermöglichende Wiederherstellung der Berkehrswege in Angriff genommen werden. Es wird jetzt angenommen. dah insgesamt etwa 100 Millionen Mark nötig sein werden, um die Zerstörungen zu beseitigen.
8mu Bowbin freigtlniftn
Peking. iz. Juli. Frau Borodin ist von Marschall Tschangtsolin in Freiheit gesetzt worden.
Senat.
Paris, 14. Juli. Der Senat hat Nachtsitzung einstimmig den Ge-
! Die Vollmachten für Bokanowski genehmigt.
!k. P a r i s, 14. Juli. In ihrer gestri- * Aachtfitzung nahm die Kammer mit * gegen 20 Stimmen die Vorlage an, die die Regierung ermächtigt wird, tzrend der Parlamentsferien die
Perlin. 13. Juli. Die mehrtägigen tzeratuuge« des Reichskabinetts über den chüwurf des Reichsschulgesetzes find heute pm Abschluh gelangt. Die Vorlage fand fir einmütige Zustimmung des Kabinetts, geziiglich der Behandlung der südwest, temichen Simultanschule (Artikel 174 der tzeichsversassung) erklärten die Reichs- «inister Dr. C u rt i u g und Dr. S t r e s e- xsnn nach Ablehnung des von ihnen d-M gestellten Antrages, ihren Stand- Mkt in dieser Frage aufrecht zu erhol- tat. Die Veröffentlichung des Eesetzent- «rfes wird noch in dieser Woche erfolgen.
Die „Tägliche Rundschau" melkt: Bei den Bestimmungen über die ßimult anschule handelt es sich um men der wichtigsten Teile des Gesetzes. Der Artikel 174 der Verfassung sieht vor. kß in dem Reichsschulgesetz die Reichs- Gebiete, in denen die Simultanschule ge- Wch besteht, „besonders zu berücksich- pn“ sind. Daraus sei zu folgern, dah ie Bestimmungen des Reichsschulgesetzes if Baden, Hessen und Nassau, in denen k Simultanschule gesetzlich eingeführt sei, acht die selbe Anwendung finden soll, wie
die übrigen Teile des deutschen diches. Das Zentrum habe während orr Widerhandlungen über das Gesetz die kffassung vertreten, daß das Antrags- tcht der Eltern auch der Simultanschule igmüber gelten soll. Nach dieser Qtuf- flung hätten die Eltern auch in Baden, tfien und Nassau die Möglichkeit, die krichtung'von Bekenntnisschulen 1 beantragen.
ft. Berlin, 14. Juli. Die altmärki- schcn Elbevorfluten zeigen nach dem letzten schweren Gewitter ein starkes Anschwellen. In Salzwedel steht das Wasser über 1 Meter hoch in den Kellern. Zwischen Oebisselde und Salzwedel sind über 50 Prozent der Ernte vernichtet.
In Anterfranken hat eine schwere Unwetterkatastrophe gehaust. Die gewaltigen Wassermassen unterspülten kurz vor der Station Rentweinsdorf den Bahndamm, sodaß auf einer Strecke von 50 Metern die Schienen frei in der Luft hingen. Im nördlichen Franken wurden mehrere Personen durch Blitzschlag getötet und verschiedene Gebäude eingeäschert.
Die Wle-eraus-auarbelten in Sachsen Ammer neue Unwetterverheerungen
W ReWkabinttt stimmt dem ReWsAulgM zu
Annahme les Ermächtigungegesehes für ManewSki in Kammer und Senat
Annahme ter Stfoltemgtetform tn ter Kammer
Pari,. 13. Juli. Die Kammer hat heute abend unter Ablehnung verschiedener Gegenanträge de« Artikel 1 des Ee- I fetzentwurfes über die Befoldungsrefotm i« der vo« der Regierung gewünschte« I Fafiung mit 347 gegen 200 Stimmen angenommen, ebenso Artikel 2 mit 325 gegen I 198 Stimmen. Mit entsprechenden Mehr, Heiken erfolgte auch die Abstimmung über die beiden letzten Artikel und den gesam- I ten Gesetzentwurf. Gegen die Regierung stimmten die Sozialisten, die Kommunisten, einige Radikale und die Sozial, republikacker. sowie einige rechtsstehende Abgeordnete. Nach dem nunmehr angenommenen Gesetzentwurf wird für das Finanzjahr 1926 ein Kredit vo«
I 898 831 000 Franks und für das Finanzjahr 1927 ein solcher von 2 029 500 009
| Franks bereitgestellt. Poincard hatte die 1 Vertrauensfrage gestellt. 1
einbarungen über die Reparationszahlungen bilden, welche Vereinbarungen viel zu kompliziert seien, als dah sie bei Beantwortung einer Anfrage bärgelegt werden könnten. Die Ueberweisung der Besatzungskosten erfolg« aber aus dem Reparationsfonds. Der Arbeiterabgeordnete Trevelyanfragte weiter, ob sich aus den obigen Zahlen eine Herabsetzung der Besatzung s» truppen gegenüber dem Vorjahre ergebe, was der Staatssekretär bejahte mit dem Bemerken, daß er die genaue Zahl der Verringerung der gesamten Desatzungsstärke nicht angeben könne. Der Arbeiterabgeordnete Kirkwood wollte wissen, wie es komme, dah die Arbeiter in Deutschland unter besseren Verhältnissen lebten, obwohl Deutschland im Krieg geschlagen worden sei. Unter dem Lachen des Hauses antwortete der Staatssekretär, daß er zu dieser Frage nichts sagen könne.
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London, 13. Juli. Im Unterlaufe richtete der konservative Abgeordnete Sir Fre- deric Wist an den Staatssekretär im Kriegsministerium die Frage, ob er die Gesamtstärke der alliierten Truppen im besetzten Rheinland und die Truppenzahl der drei Besatzungsmächte angeben könne. Sir L. Worthing- ton-Evans antwortete, dah nach dem letzten Bericht England am 1. Juli 7318 Mann, Frankreich am 1. Juni 56 569 Mann und Belgien am 10. Juni 6381 Mann im besetzten Rheinland unterhielten. P o n - sonby (Arbeiterpartei) fragte, in welchem Verhältnis diese Gesamtstärke der alliierten Truppen zu der Stärke der deutschen Garnisonen im Rheinland vor dem Kriege stehe. Der Staatssekretär antwortete, er könne darüber nichts sagen. Auf eine weitere Anfrage, wer die Kosten der Besatzung trage, erklärte er, dah sie einen Teil der Der-
i Sie Schulden Europas
Von Arthur Z m a r z kh - Breslau.
Die Verschuldung der europäischen Staaten erstreckte sich vor dem Kriege mit AuS* I nähme Rußlands, Italiens und Spaniens I auf die innere Schuld. Diese Schulden I entsprachen, soweit sie in der Form »om I Anleihen wirtschaftlichen Zwecken dienstbar gemacht wurden, dem Grundsatz einer ge- I sanden Finanzgebarung. Die Anleihepoli- I tik einzelner Staaten ließ sich aber nicht immer von volkswirtschaftlichen Gesichts- I punkten leiten. Große Teile bas aufge- I nomine neu Gelder wurden zum Aufbau der Wehrmacht verwandt oder in bett 1 Dienst der Außenpolitik gestellt. Kapital- arme Länder erhielten von Staat zu I Staat Anleihen bewilligt oder das Recht, I als Geldnehmer auf dem fremden Ka- I Pitalmarkte aufzutreten. Der Gläubiger I ist immer in der Lage, einen gewissem I Druck auf den Schuldner auszuüben und I dessen Staatspolitik zu beeinflussen. Durch I die Kenntnis der Schuldverhältnisse! zwischen den einzelnen Staaten wenden I oft undurchsichtige Vorgänge in der I Außenpolitik erst verständlich.
I Die Rüstungs- und Bündnispolitik vor I dem Kriege hat die Schulden der auro-, päischen Staaten schnell anwachsen lassen.
I Vergleichen wir sie aber mit den häutigen Schuldtiteln, so erscheinen sie uns als ge- I ring, und wir verstehen die Aufregung nicht mehr, die vor dem Kriege wegen der
I Fünf-Milliarden-Schuld des Deutschen | Reiches herrschte. Diese fünf Milliarden I waren zudem noch innere Verpflichtungen I und zum großen Teil in Produktiven Anlagen sestgelegt. Die Schulden, welche die
I meisten europäischen Staaten, die heute für einen Vergleich noch in Betracht
I kommen, auf ihren inneren Märkten auf» I genommen hatten, waren aber auch vor dem Kriege schon beträchtlich. Die erst« Stelle nahm Frankreich ein mit 27y4 Milliarden Mark, dessen Hauptschuldner Rußland mit ZVi Milliarden war. Ihm folgte England mit 14y2 — die zum größten Teil dem Aufbau der Kolonien und dem Wettrüsten zur See dienten —, Italien mit 121/, — der größte Teil äußere Schulden — und Spanien mit S3/« Milliarden. In weitem Abstande folgten dann die übrigen Länder, wie Belgien mit 3%, Holland mit fast 2 und die Schweiz mit über 1V$ Milliarden Mark. Die Nordländer trugen weit geringere Lasten. Der Reichtum der europäischen Kapitalmärkte wurde aber durch diese Inanspruchnahme nicht erschöpft. Zn London, Paris, Zürich, Wien und Berlin bliebey noch genügend Mittel zum wirtschaftlichen Aufbau der außereuropäischen Länder übrig.
Diese finanzielle Vormachtstellung Europas ist durch den Krieg nicht nur gebrochen worden, sondern die einzelnen Staaten sind vielmehr mit äußeren Schulden belastet, welche die inner« Schuld, weit überragen. Dem Zahlenwahnsinn der Inflationszeit ist es zuzuschreüben, daß auch §eüte noch vielen das Gefühl für scharfes und genaues Erfassen einer Millionenzahl fehlt. Während früher eine Milliarde ein kleines Zahlenwunder bar» stellte, besonders wenn es sich um Geld handelte, so sprechen wir, die wir ja alle einmal für kurze Zeit Billionäre waren, heute mit größter Gelassenheit von Milliarden. Erst allmählich kommt uns der Wert der Zahl wieder zum Bewußtse-in und damit auch die Bedeutung der riesigen Verschuldung, die mit dazu Beigetragen hat, Europa aus der Führerstellung in der Weltwirtschaft zu verdrängen.
Daß zum Kriegführen Geld und noch? mals Geld gehört, ist ein aller Erfahrungssatz. Mit Bern, Ausbau der Krie-gstechnik wird die Fortsetzung der Pollrilk mit anderen Mitteln immer kostspieliger. Welche Unsummen der Weltkrieg mit seinem un» geheuren Materialaufwand verschlang, das drückt sich heute in der Verschuldung der europäischen Staaten aus. Zuerst war eS England, das den Krieg gegen die Mittelmächte finanzierte, bis dve Vereinigtem Staaten diese Rolle übernahmen. Sie lieferten den größten Teil des gewaltigen Kriegsmaterials, das natürlich nicht soforü bezahlt, sondern auf deren Schuldkonto verbucht wurde. Auch die Bezahlung der Hilfeleistungen der anderen Gntenieftaaten untereinander wurde gestundet. Die gesamten interalliierten Kriegsschulden erreichen rund 106 Milliarden Mark. Da aber Amerika sein europäisches Guthaben aus dem Kriegsgeschzift aus rund 50 Milliarden Mark beziffert, fo befinden M
flntteWimgSteitrog für Stmnte in Snthirn
fk. Berlin, 14. Juli. Die sächsische Regierung hat nach einem Vorschlag der Regierungsparteien den Anterstützungsan- trag für Beamten erhöht und den Beamten und Behörden-Angestellten eine Unterstützung gewährt, die in Besoldungsgruppe 1—4 gleich 40 v. H.. in Besoldungsgruppe 5—6 gleich 30 v. H., in Be oldungsgruppe 10 und höher 20 v. H. gewährt. Entsprechend wird auch den Wartegeld» und Ruhegehaltsempfängern, sowie den De- amten-Hinterbliebenen eine einmalige An- terstützung gewährt.
Der preußische Landtagsabgeorünete Rade (Dem.) hat ein Schreiben an den preußischen Finanzminister gerichtet, in der eine gleiche Zwischenregelung für die pre»- ßische Beamten gefordert wird.
•'-* -auarq igung eiiqnnunig Den öe* r^Dürf betreffend die Erhöhung oer ^engehälter in der von der Kammer ^^Nvmmenen Form genehmigt; ebenso ig?Cn der Kammer angenommene Gesetzes treffend die auf drei Monate Mankte Ermächttgung zum Abschluß ^Handelsverträgen und zur Derlänge- t? Zollgesetzes in der von der Kam- genommenen Form. Um 3,40 Ahr der Senat feine diesmalige Session.
jSobann erledigten Kammer und Senat Reihe von Gesetzentwürfen; u. a. ^de der Gesetzentwurf über die Anwen- ’S des Zolltarifes auf bestimmte deutsche 6len angenommen, die auf Grund • Naturalien-Lieferungsabkommen in ^kreich eingeführt werden. Da die Mtzung ohne Störung verlief, konnte «Wich Poincarb um 1.45 llhr in ‘Kammer und Justizminister Bor- ,7** im Senat das Schlußdekret An. Damit hat sich die ordentliche ^Mentssesfion ihr Ende gefunden.
* Genehmigung der Beschlüsse durch den