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Nr. 157 KL Mrg. Marburg o. Bahn
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zu tem EisenbabnunÄülk Im Sarz
ft. Berlin, 8. Juli. Wie zu dem Um zlöck auf der Harzer Querbahn aus Wer» „igerode berichtet wird, wurden die Ber» Mgsarbeiten gestern nachmittag von schweren Gewittern unterbrochen. Neben des vier verunglückten Eisen- tahnbeamten sind 4 Frauen und «in IVfähriges Mädchen aufge» jahrt. Die Frauen und das Kind sollen ter nicht zu den Opfern der Katastrophe gehören, sondern vom Unwetter im Walde überrascht worden und ertrunken sind. Zwei Dinwohner von Ilsenburg find Äenfalls von einer Wanderung nach den Krocken nicht zurückgekehrt. Zn dem Bett des Baches befand sich ein Motorrad, von desien Besitzer jede tzpur fehlt.
Laut „Germania" wurde festgestellt, daß irgend ein Verschulden oder eine Fahr- Wgkeit seitens des Zugpersonals oder der Setriebsleitung nicht in Frage kommt, son, der« dah es sich um ein elementares Ereignis handelt, wie man es in diesem Aus- mah nicht voraussehen konnte. Allerdings teste die Katastrophe die Veranlassung ozn geben, dah an dieser Stelle der Bahn- trecke bauliche Veränderungen porgenom- itn werden.
Der bei dem Anglück umS Leben ge- vmmene Regierungsbaumeister Mäher 61 erst seit zwei Tagen im Dienste der "rzquerbahn tätig. Die Fahrt, bei der ^tödlich verunglückte, war seine erste 'en st fahrt auf dieser Strecke. Heute vnnittag traf eine Gerichtskom- "ssion an der Anglücksstelle ein, die die vkwendigen behördlichen Feststellungen «chte. Als ein besonderer Glücksumstand bezeichnet werden, daß der Brocken- -8 Drei-Annen-Hohne mit Verspätung ^af und der verunglückte Zug fahr-
22 Verletzte.
Wernigerode. 7. Zuli. Wie arnt- ch gemeldet wird, sind bisher acht P e r - »een bei dem Eisenbahnunglück ums tien gekommen. Insgesamt wurde« 15 «Ionen in das Krankenhaus Wernige, »de geschafft. Die Gesamtzahl der Ber» chtrn beträgt 22 Personen. Der iderpräsident, der Regierungspräsident, die Etlichen Personen der Eisenbahn und der «liner Ministerien begaben sich an die »fallstelle. Seitens der Stadtverwaltung t sofort eine Hilfsaktion eingeleitet «den.
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Unmäßig ohne den Brockenzug abgelassen
. Wären die vier Wagen des ^Senzuges angehängt worden, so wäre ^Katastrophe durch den erheblich ^seren Druck noch viel größer geworden.
:®le Anglücksstelle bietet ein schauer- Bild. Tief unten liegt die Emotive, umbraust von dem wildtosen- tzDasser. Ein Personenwagen 2. und klaffe ist auf den Kopf gestellt und das $ zur Hälfte in der Längsrichtung ab« l«n. Die Wagenräder starren zur 21, Rechts von der Lokomotive liegt ..s Eständig zertrümmerter Packwagen.
dem Bahndamm sieht man einen ^vnenwagen fast zur Hälfte über ^Abgrund hängen. Die Holz- k» m‘t ^>€n darauf befestigten Schie- » seitlich verbogen weit über Abgrund. Ausgewurzelte Baum- fr?8' mächtige Fichten, liegen im her- ,.'?Menden Wasser und bilden ein un» ,‘©iirba res Chaos.
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Eine Debatte im Haushaltsausschuh.
Berlin, 7 .Juli. Der Haushatts- ausschuß des Reichstages besprach heute das Verhältnis des Reichssparkom- missars zur Aeichspo st Verwaltung.
Abg. Dr. Hilf er ding (Soz.) leitet die Besprechung mit einer eingehenden Kritik der Vorlage über die Erhöhung der Post- gebühren ein und schlägt eine Reihe von Maßnahmen vor, die eine Gebührenerhöhung unnötig machen könnten, insbesondere Aufnahme von Anleihen.
Reichspostminister Schätzt begründet nochmals eingehend die Notwendigkeit einer sofortigen Gebührenerhöhung. Grundsätzlich erklärt der Minister, dah er beabsichtige, Anleihen aufzunehmen, aber nur für werbende Anlagen. Er erklärt sich bereit, mit dem Aeichssparkvmmissar eine Vereinbarung über eine Durchprüfung der Verhält- Nisse der Reichspost treffen zu wollen.
Reichssparkommissar v. S ä m i f ch hebt hervor, dah diese Durchprüfung der Reichspost- verwaltung sehr lange Zeit in Anspruch nehme.
Abg. Dr. Q u a a tz (SntL) erklärt, vielleicht brauche die Gebührenerhöhung nicht soweit zu gehen, wie beabsichtigt sei.
Abg. Raschig (Dem.) betont, die Gebührenerhöhung habe Zeit bis zum Herbst.
Abg. Allekvtte (Ztr.) erklärt, die Gebührenerhöhung sei Sache des Derwaltungs- rates der Reichspost.
Abg. M o l l a t h (Wirtfch. Vergg.) betont, nach dem Deichspostsinanzgesetz habe der Reichstag über die Gebühren nicht zu entscheiden.
Abg. Hilferding (Soz.) meint, die Souveränität des Derwaltungsrates der Reichspost sei nicht so stark zu betonen, denn souverän sei nur der Reichstag.
Abg Leicht (Bahr. Dpt.) pflichtet dem Vorredner darin bei.
2Dg. Dr. Cremer (D. Dpt.) bemerkt, für die Verwaltung trage gewiß der Minister und der Verwaltungsrat die Verantwortung, aber der Ausschuß trage sie für das Eigentum des Reiches.
Anträge lagen nicht vor. Nächste Sitzung Freitag.
Schweres Schiffsunakück auf dem Huron- See.
jk- O ttawa, 8. Juli. Auf dem Huron- See brach auf einem Motorboot Feuer aus, dabei ertrank der Millionär Hodgkins sowie zwei Mitglieder der Schiffsbesatzung.
Am den Sotlenalfclettog
Set Wütet für ten 11. August .
Berlin, 7. Juli. Zm Rechtsausschuß des Reichstages wurde die Beratung der Anträge über nationale und kirchliche Feiertage fortgesetzt. Neben dem sozialdemokratischen Antrag auf Festsetzung des Verfassungstages, des 11. August, als Nationalfeiertag, stand auch folgender Zentrumsantrag zur Beratung:
„Der Tag der Verfassungsfeier des Deutschen Reiches ist der 11. August, wenn er ein Sonntag ist. sonst der erste Sonntag nach dem 11. A u g u st. Gedenktag für die Opfer des Krieges ist der letzte Sonntag vor Ostern. Reichsrechtlich anerkannte Feiertage sind außer dem Sonntag der Neujahrstag, Her Ostermontag, der Himmelfahrtstag, der Pfingstmontag, der Verfassungstag, ber erste und zweite Weihnachtsfeiertag. Ferner bleiben als reichsrechtlich anerkannte Feiertage geschützt der Karfreitag, der Fronleichnamstag soweit diese Tage nach dem 11. August 1919 gemäß dem Landesrecht staatlich anerkannte Feiertage waren."
Der Vorsitzende, Abg. Dr. K a h l (D. Vpt.) wies daraus hin, daß der Zentrumsantrag der WÄtestzehLnde sei und die ^Grundlage der Verhandlungen bilden müsse. Er schlug vor, die Frage eines Volkstrauertages vorläufig auszuschallen.
Abg. Dr. P f l e g e r (Bahr. Vpt.) unterstützte diese Anregung. Zn Bayern würde der Allerseelentag als Gedenktag für die Gefallenen gefeiert.
Abg. Kreutzburg (Komm.) erklärte, dah die Kommunisten auch den Verfassungstag als Lrauertag betrachten.
Abg. v. Frehtag-Loringhoven (Dntl.) meint, man hätte vielleicht den 28. Juni als den Tag der Unterzeichnung des Versailler Vertrages als Volkstrauertag amtlich einführen können. Wenn einmal der Versailler Vertrag hinfällig wird, dann wäre das der gegebene Nationalfeiertag.
Abg. Dr. David (Soz.) widerspricht dem Vorredner daß die Weimarer Verfassung nichts wesentlich Neues gebracht habe. Vor allem habe die Weimarer Verfassungdie deutsche Einheit gerettet. Die Sozialdemokraten können dem Anträge des Abg. Schulze (Ztr.) zustimmen, wenn die Bestimmungen über die Derfassungsfeier in der von der Sozial
demokratie beantragten Weise geändert würden.
Abg. Dr. Mumm (Dntl.) begründet folgenden deutschnationalen Antrag:
„Auf Grund von Artikel 139 der Reichsverfassung werden diejenigen Feiertage, die am 11. August 1919 in den Ländern gesetzlich geschützt waren, in demselben Maße, in dem sie an diesem Tage geschützt waren, von Reichswegen beschützt."
Abg. Dr. Kahl (D. Vpt.) teilt mit, daß seine Fraktion beantragen werde, unter die reichsrechtlich anerkannten Feiertage auch die landesrechtlichen Bußtage einzufügen.
Abg. Kreuzburg (Komm.) beantragt, den er st en Mai als gesetzlichen Feiertag anzuerkennen.
Abg. Dr. Haas (Dem.) erllärt sich außerstande, dem Schutz der kirchlichen Feiertage zuzustimmen.
Abg. Dr. Pfleger (Bahr. Vpt.) stellt sich auf den Standpuntt, daß das Reich überhaupt nicht zuständig sei zur Einführung von Feiertagen, die auch für die Länder gelten. Darum werde die Bayerische Volkspartei gegen sämtliche Anträge, auch die des Zentrums und der Deutschnationalen, stimmen.
2. Schulze- Breslau ersucht Die demokraten, ihre Anträge nicht durch Einzelheiten zu beschweren.
Die Weiterberatung der Vorlage wurde dann auf Freitag vertagt.
Der Reichsrat für den 11. August.
Berlin. 7. Zuli. Der Reichsrat sprach sich in seiner heutigen Sitzung auf Antrag der preußischen Staatsregierung mit 42 gegen 25 Stimmen für den 11. August als Nationalfeiertag aus. Mit derselben Mehr, heil wurde der verfasiungsändernde Charakter dieses Antrags verneint.
Für den Nationalfeiertag stimmten mit der preußischen Staatsregierung die Provinzen Stadt Berlin, Posen, Sachsen, Schleswig-Holstein, Hannover, Westfalen, Hessen-Nassau, Rheinprovinz und die Skaten Sachsen, Baden, Hessen, Hamburg, Bremen Lübeck, Mecklenburg-Schwerin, Anhalt. Lippe-DetmoJ, «nd Waldeck, der Vertreter Oberschlefiens beteiligte sich nicht an der Abstimmung.
Einigung aus ter SreimW- tonten??
ft Genf, 8. Zuli. Die Vertreter der drei Delegationen sind grundsätzlich über» eingekommen, dem von japanischer Seite vorgeschlagenen Kompromiß zuzustimmen, demzufolge dag britische Reich und die Vereinigten Staaten von Amerika je 450 000 Tonnen und Zapan 330 000 Tonnen an Kreuzern, und gleichhohe Gesamttonnage an Tor, pedobooten und Torpedobootszerstö, rem erhalten sollen
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Reuet zwttensall bei Senlimlglln
sk. Paris, 8. Juli. Dem „Journal" wird aus Nizza gemeldet, daß sich zwei neue Zwischenfälle an der französischitalienischen Grenze ereignet haben. Der auS Ventimiglia kommende Schnellzug habe unweit 'der Grenze anhalten müssen, weil eine Sprengpatrone auf die Schi enen gelegt worden tpar. Eine Carabinieri, die Dies merkte, hat einen Eisenbahnbeamten nach Denlimiglia abgeführt.
Im Tale des Tineeflusses soll eine aus 30 Mann bestehende italienische Abteilung in französisches Gebiet einzudringen versucht haben. Als sie vom ftanzösischen Zollbeamten angehalten wurden, hätten die Italiener erklärt, sie kämen nach Frankreich, um sich dort zu Prodiantieren.
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Elktmislbt KnmmttWung
ff. Paris, 8. Juli. Bei der Bern« tung der Wahlreform in der gestrigen Nachtsitzung der französischen Kammer Kammer wurde die Sitzung auf 10 Minuten unterbrochen, dv die Abgeordneten einen derartigen Lärm machten, daß die Redner unverständlich blieben und schließlich die Redner-Tribüne verließen. Alle Versuche des Präsidenten, die Ruhe Wied« herzustellen, waren erfolglos geblieben.
ff. Paris, 8. Juli. Im weiteren Verlauf der Nachtsitzung hat die Kammer den Antrag des Abgeordneten BonnesouS auf Einführung der lückenlosen Verhältniswahl in namentlicher Abstimmung mit 265 gegen 176 Stimmen abgelehnt. Auch der daraus von dem Abgeordneten Molinis «ingebrachte Antrag auf Vertagung der Debatte und ein neuer Gegenantrag zur Wahlveform wurden abgelehnt.
Sir teuften Sifote in England
In der französischen Presse wird in sensationeller Weise darüber Beschwerde geführt, daß eine Anzahl deutscher Offiziere den letzten englischen Sustmannövsen als Gäste der englischen Regierung beigewvhnt habe. Das „Echo be Paris" will sogar wissen, daß der französische Militärattache in London hierüber einen geheimen Bericht verfaßt habe, der im Augenblick dem französischen Kriegsminister Painleve vorliege. Hierzu ist zu sagen, daß tatsächlich 14 Reichswehrvffiziere und 2 Offiziere der. Reichsmarine mit Erlaubnis der englischen Regierung den englischen Luft- mannövern beigewohnt haben. Die betreffenden Offiziere waren aber, wie ausdrück- lich festgestellt werden muß, in keiner amtlichen Eigenschaft, sondern nur als private Zuschauer anwesend. Sie befanden sich in Zivil und gerade auf Urlaub, als die Lustman- növer abgehalten wurden, zu denen übrigens die Oeffentlichkeit vollen Zutritt hatte. Die Teilnahme der deutschen Offiziere stellt demnach keinerlei zu verheimlicheiche, absonderliche Tatsache dar.
Schweres Eisenbahnunglück in Argentinien.
ff. Buenos Aires, 8. Zuli. Bei einem Zusammenstoß zweier Züge bei Mendoza wurden gestern Bormittag 2 4 Personen getötet, 16 schwer- nnd 25 leicht verletzt. Das Unglück ist durch Nebel herbeigefü-rt worden.