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K Nr. 6016. — Sprechzeit
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fiäon Daudet aus der Haft entlasse«.
Paris. 25. Juni. Heute nachmittag find die im Gefängnis La Santd zur Ber- bühung ihrer Strafen untergebrachten Läo « Daudet, der Geschäftsführer der „Sktion Francaise", d e L e st und der Generalsekretär der kommunistischen Partei, Sckmard. auf Grund einer Mysti- fikatio» des Gefängnisdirek-
Eine päpstliche Ehrung des Bischofs von Limburg.
ff. Limburg, 27. Juni. Bischof Dr. Augustin Kilian ist durch päpstliches Breve zum päpstlichen Thronasststenten ernannt und dadurch zugleich yt den römischen Adelsstand mit dem Rang eines Grafen erhoben worden.
Der Text der Tagesordnung ist noch nicht bekannt.
Ruhrpolitik oder Locarno?
Trier, 25. Juni. (TU.) Das De- sahungsgericht verurteilte einen Polizeibeamten wegen angeblichen Verstoßes gegen die Ordonnanz 308 zu 20 Tagen Haft mit Strafaufschub und zu 200 Reichsmark Geldstrafe. Der Verstoß wurde darin erblich, daß der Polizeibeamte in einem Gasthof im Einverständnis mit dem Besitzer durch Anschlag eines Aufrufe« zu einer Regimentsfeier im unbesetzten Gebiet eingeladen hatte. Der Gastwirt kam mit einer Geldstrafe von 50 Mark davon.
KßptiMfM in Paris
Sautet von MaMen ans dem Wünsnis drill«
Schweres Anionaginik bei Melk
Lübeck. 25. Juni. An einem Bah«, Übergang der Ratzeburger Allee wurde heute vormittag ein von Ratzeburg fern« mendes Auto von dem beschleunigte« Per- sonenzug Lübeck—Stettin ersaßt und eine Strecke mitgeschleift. 6 Personen wurden aus der Stelle g e • tötet und da« Auto zertrümmert.
^Ei« amerikauisches Urteil über die Kriegsschuld.
ft Rewyork. 27. Juni. Der demo. kratische frühere Senator Robert Owen (Oklahoma) veröffentlicht jetzt seine Studie« über die Kriegsdokumente. Owen kommt zu de« Schluß, daß Deutsch« land de« Krieg nicht gewollt hat. der ihm ansgezwunge« worden sei. von de« russtschen Imperialisten, dem Großfürsten Nikolaus, Iswolski, Sasanow und Ge«ossen. Das deutsche und die interalliierte« Böller seien gleicherweise die unglücklichen Opfer
! Moskauer Zentralkontrollkommission r Ausschluß Sinowjews und Trotzkis. Moskau, 28. Juni. Tslegraphen- lltur der Sowjetunion. Das Präsidium > Zrntralkontrollkommisfion beschloß, auf 1 bevorstehenden gemeinsamen Tagung 1 Zentralkomitees und der Zentralkon- Ekommission die Frage des Aus- lusses inowjews und Trotz- 1 aus der Zahl der Mitglieder des toalkommitees der kommunistischen toi anzuregen angesichts ihrer wie. Volten Uebertretung der Parteidisziplin ihrer unausgesetzten fraktionellen TS-
bre ch e «. als in irgend einem wesent- kt Punkt nachgeben werden.
Der Anzeigenpreis beträgt fftt bett 10 gestalt. Seilenmtnhnettt 0.08 GM., kleine Baranzetgen 0.06 GM., amtliche unb auswärtige Anzeigen 0.10 GM. Gei schwierigem Satz sowie bei Platzborschrist SO»,, Aufschlag. — Sammelanzeigen 100 ’/, Aust schlag. Reklamen bet Milli«. 0,40 GM. gebet Rabatt giU als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werbe« berechnet, ebenso Auskuwst durch bie Geschäftsstelle und Zusendung bet Angebote. Erfüllungsort Marburg.
1 Golbmark =$ V.,,Dollar.
ABerlin. 27. Juni. Die für diese ftn in Aussicht genommene Besichtigung t ob der deutschen Ostgrenze zerstörten verstände durch die Mitglieder der Sach- Mndigen der Alliierten in Berlin, ob wahrscheinlich eine kurze Berzö« stung erfahre«, da die Botschaf- Mserenz erst «och die Militärsachoer, ibigen von den Genfer Abmachungen Kenntnis gesetzt hat.
Ist StfWimo btt Offftfhmgtn etrWen «rgenM auf bet MfnMtetonfertna - Ausschluß Sinowjews unb TrotzkiS?
Mersull auf ein RMsbmmr- uato
Berlin, 26. Juni. Ein mit Reichs« bannerleuten besetztes Automobil wurde, wie die Blätter melden, hinter Münche« berg in der Mark von noch unbekannten Personen überfallen und beschossen. Ein Reichsbannermann wurde durch einen Bauchschuß getötet und mehrere teils schwer, teils leichter verletzt.
Rach den Bekundungen der im hiesigen Städtischen Krankenhaus liegenden, zum Teil recht schwer verletzten Reichsbanner« leute hat sich der Vorfall so abgespielt, daß die Reichsbannerangehörigen beim Durch« fahren des Dorfes Arensdorf von Dorf« bewohnern belästigt und mit Stei« nen beworfen wurden. Als sie sich am Ausgang des Dorfes befanden, fielen plötzlich eine Anzahl Schüsse, wodurch ein Reichsbannermann getötet und zehn weitere verletzt wurden. Aach den Ermittlungen der Polizei kommt als Haupt- täter der Desitzerssohn August Schmelzer aus Arensdvrf in Frage. Er wurde in Hast genommen.
erklärte der Pariser Sozialist Ziomski. daß die Vorlage Paul Boncours in keiner Weise der sozialistischen Auffassung vom Krieg entsprechen. Einen derartigen Plan dürfte man übrigens nicht aufbauen, indem man sich auf die gebrechlichen Garantien der Bestimmungen des Völkerbundes stütze. Schließlich wurde eine Kommission von 16 Mitgliedern ernannt, die eine einheitliche Tagesordnung ausarbeiten soll, um die Einheit der Partei zu wahren. Diese Kommission trat kurz nach Mitternacht zusammen. Sie einigte sich auf eine Tages- ordnrmg, die vom Nationalrat mit 2992 gegen 208 Stimmen angenommen wurde. Darauf wurde die Tagung des Nationalrates um 5 Uhr vormittags geschloffen.
Sn der »Action Francaise" fitzen die Anhänger Leon Daudets beim Champagner, um die Befreiung Leon Daudets zu feiern. Heber die Art und Weise, wie die Mystifikation im Gefängnis durchgeführt wurde, wird fol- Igendes angegeben: Gegen 1 Uhr mittags begab sich ein Camelot du Doi in das Ministerium des Innern. 11 andere Mitglieder der royalistischen Jugendorganisation verteilten sich in 11 Kaffees, die in unmittelbarer Rähe des Ministeriums gelegen sind, und verlangten telephonische Verbindung mit dem Ministerium des Innern, um die telephonischen Leitungen zu blockieren. Der im Ministerium des Innern besindliche Camelot du Doi verlangte von dort aus eine Verbindung mit dem Strafgefängnis und lieh den Gefängnisdirettor ans Telephon rufen, dem er mit teilte: 3m heutigen Ministerrat ist die Freilassung von Leon Daudet, des Geschäftsführers der Action Francaife" und des Generalsekretärs der kommunistischen Partei, Semard, beschlossen worden. 3ch 'bitte Sie. um Unruhen zu vermeiden, die Inhaftierten sofort aus dem Gefängnis möglichst unauffällig zu entlassen. Der Gefängnisdirettor gab seiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß man den Kommunisten freilasse, aber nicht darüber, daß Leon Daudet in Freiheit gesetzt werden sollte. Der Camelot du Roi antwortete in energischer Weise, darum habe er sich nicht zu kümmern. Es liege
Zu dem schweren Kraftwagenunglück an der Ratzeburger Allee wird dem „Lübecker Anzeiger" von einem Augenzeugen berichtet: Das Auto näherte sich dem Bahnübergang in demselben Augenblick, als von Mecklenburg kommend ein beschleunigter Personenzug in voller Fahrt herannahte. Die Schranken des Bahnüberganges waren nicht geschlossen. Als der Kraftwagen sich auf den Schienen befand, wurde er von der Lokomotive erfaßt und sämtliche Insassen fielen auf bte Gleise. Der Zug schleifte den Wagen, der vollkommen zer- trümmert wurde, mit sich fort, wvbei sämtliche Mitfahrer getötet wurden. Nach kur. zer Zeit wurde der Zug zum Halten gebracht. Bei dem Unglück sind wahrichecn- lich zwei Damen und vier Herren umS Leben gekommen . Die Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt.
Bei den bei dem schweren Automobilunglück ums Leben gekommenen Personen handelt es sich um die Eheleute Hans De- bald-Hamburg und um die Eltern deS Ehemannes. Der Name des Chauffeurs ist noch nicht festgestellt.
In einer Unterredung, die ein Vertreter des „Lübecker Anzeiger" mit dem Schrankenwärter hatte, erklärte dieser u. a.: Da um 11.38 Uhr der Zug, der den Bahnübergang um 11.40 Uhr passieren sollte, noch nicht gemeldet war, nahm ich an, daß er Verspätung hatte und begab mich nach dem in der Nähe liegenden Acker. Inzwischen mutz da§ Läutewerk ertönt haben, und ich habe es infolge des herrschenden Sturmes überhört. Als ich zur Bude zu- rückkam, war das Unglück geschehen.
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München, 26. Juni. (TA.) Anläßlich der Bundestagung des bayerischen Ge- werbebundes fand heute vormittag im Zirkus Krone eine große öffentliche Kundgebung des bayerischen Handwerks und Gewerbes statt, die aus allen Teilen Bayerns zahlreich besucht war. Im Anschluß an ein Referat des Generalsekretärs Hermann vom Reichsverband des deutschen Handwerks wurde eine Resolution angenommen, in der an die Reichs- regier ung folgende Fordernng en gerichtet werden:
1. Abbau aller Regiebetriebe in Reich, Ländern und Gemeinden.
2. Schleuniger Abbau der Wohnungs« zwangswirtschaft. . ;3 ... .. ,
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ümerita und die Dreimächtekonferenz.
Lashington, 25. Juni. I« hiefige« Aischrn Kreisen ist man nicht geneigt, chbritanniea in der auf der Genfer »imachtekonferenz erörterte« Kreuzer- V nachzugeben. Es wird betont, die teutung der Vereinigte« Staate« in tWeltpolitik verlange eine vollkom- tle Parität aller Waffen- ittu ngen mit Großbritannien. Gands Argument, daß die Transportart zwischen de« britische« Mutterland M ldbersee gefichert werden müßten, #4liier mit der Begründung abge- jtht, daß England überall Flotten- Mpunkte habe, also nicht so viele Kreu- t äenötige. Man hat hier den Eindruck, bie Vereinigten Staaten aus Preftige- iillen und in Uebereinstimmung mit der «wiegenden Mehrheit der Volksmei-
3. Verbot des Warenhandels durch Beamte.
4. Bekämpfung des Pfuschertums.
5. Einführung der Gemeindeumlagepflicht für sämtliche Steuerzahler.
6. Ablehnung der beabsichtigten Portoerhöhung.
.7 Schaffung einer gestaffelten Freigrenze bei der Hauszinssteuer.
kinlitbt Stagen an
Saul Sentont
E-Paris, 27. Juni. In der Atzung ■ Nationalrates der sozialistischen Par- .suibe die Diskussion über das von
Boncour befürwortete Gesetz über 1 tllflemeine Organisation der Nation Kriegszeiten fortgesetzt. Der Eeneral- Stät es französischen Eewerkichafts- *®es, Doumoulins fragte u. a.: Würden 's für gut finden, wenn Deutschland
derartigen Entwurf für seine natio-
Verteidigung annehme? Wenn ja, rj1 würden sie damit alle Bemühungen toteilen, die Sie für den Frieden unter« toen haben. Paul Boncour versuchte ^8egen die Angriffe zu rechtfertigen * frühere Abgeordnete Bracke stellte
fest, daß Paul Boncour die Frage beantwortet habe.
^Verlauf er Nachtsitzung des Natio- l(tos der sozialdemokratischen Partei.
«in dementsprechender Beschluß der Regierung vor. Er erteilte ihm den Befehl. Dieser fei sofort auszuführen. Der Gefängnisdirettor, dem diese Mitteilung zuging, wollte sich doch noch mal vergewissern und rief das Ministerium des Ännern telephonisch cm, dessen Verbindungen aber immer noch besetzt waren, so daß er eine Verbindung mit dem Camelot du Aoi, der die Mystifikation durchgeführt hatte, erlangte. Dieser erklärte ihm, er habe ihm soeben telephoniert und erwarte bringend, daß der Befehl sofort ausgeführt würde, da er dafür verantwortlich sei. Verzögerungen dürften auf keinen Fall eintreten, da auch die Preffe schon über die Angelegenheit unterrichtet sei. Darauf begab sich der Gefängnisdirettor sofort zu Leon Daudet, der vor Lleberraschung in Tränen ausbrach. Der Direttor forderte ihn auf, möglichst rasch und unauffällig das Gefängnis zu verlassen. Leon Daudet umarmte den Gefängnisdirettor vor Freude. Der Direktor benachrichtigte auch den anderen steizulassen- den Gefangenen. Inzwischen war eine Kraftdroschke vorgefahren, die die Camelots du Roi hatten requirieren lassen. Der Direktor begleitete Leon Daudet bis an die Schwelle des Gefängnisses. Dort bestieg dieser das Auwmobil und fuhr um 12,45 Ähr in der Richtung des Boulevard d' Arago davon. Leon Daudet ist seitdem unauffindbar. Der Polizeipräfekt hat bereits Auftrag erteilt, nach ihm zu suchen.
Paris, 25. Juni. Die Staatsanwaltschaft hat beschlossen, wegen Befreiung Daudets und zweier anderer Gefangenen aus dem Gefängnis Le Saute ein Ermittlungsverfahren wegen Amtsanmaßung gegen Unbekannt einzuleiten. Der Ministerrat hat in seiner heute abend abgehaltenen Sitzung den Beschlutz gefaßt, den Direktor des Gefängnisses La Santö einstweilen seines Amtes zu entheben und gegen ihn ein Disziplinarverfahren einzuleiten. Außerdem wurde eine Untersuchung über die Umstände der Befreiung der Gefangenen angeordnet.