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di« \ »^mitten der zahlreichen Musi-kfeste und rr neu» ^/nkfeiern hat die musikalische Welt, ms- lunto. 1v.-v.or» die deutsche Muii kw tiientoaft
irung im starken Willen zur guten Tat ir, die im Dienste selbstschöpferischer Kul-
^dere die deutsche Musikwissenschaft > die Stabt Marburg die Pflicht zu er- t,„ dem Dozenten für Musikwissen- ft und Musikdirektor der Universität rburg, Dr. Hermann Stephani, 23. Juni zu seinem 50. Geburtstage herzlichsten Segenswünsche zu über- Lgert. lieber die Rechtswissenschaft zur taftT und ihrer Wissenschaft gelangt, hat Hermann Stephani durch seine uner- ’^ten Darbietungen von Händels Oralen „Judas Makkabäus" und „Jephta". ie von Wabers „Enohante" einen wei- Namen gemacht, wie wir den Gelehrten Meister des geschriebenen Wortes als en Menschen von umfassendem histori- n Wissen kennen. Hermann Stephanis jssenschaftliche Leistungen, deren Ergeb- s« durch den Druck zugänglich, sind für Zeiten hoch zu bewerten. Ein jeder, die Bedeutung Stephanis auf diesem iete erfassen will, mutz eines seiner
icher zur Hand nehmen, etwa seine Erst- gsschrift „Tas Erhabene insonderheit rn r Tonkunst und das Problem der Form", tr die in den letzten Jahren erschienenen rke „Der Charakter der Tonarten" und .. Grundfragen des Musikhörens". Ne- ur. 11 u feinem starken kompositorischen Schaf- ; den 2 jt, das den Meister als innerlich erleben* ren aü n und gestaltenden Musiker von tiefschür- in 1 «dem Geiste verrät, mutz die für das üe M iusikleben der Stadt Marburg von so un- teurer Bedeutung und von starkem @r= tat gekrönte Arbeit Stephanis als Uni« intäts-Musikdirektor und Dirigent des W Harburger Konzertvereins" rühmend her- ■/ ^gehoben werden. Mit innerer Aufopfe- Lcks ii eng und verzehrender Glut ist er dann ” “ anj Diener des Kunstwerkes. Die Werk« pn Beethoven, Brahms und Bruckner hach ßefie m in seiner Interpretation überfeinerte tten Momente, die von seiner Gestalt als Künst-
nach I $ zeugen. Wer Beetho
,en Nr Bachs „Matthäus-Passion" unter Ste- DDcer jeni gehört hat, wird sie nie vergessen.
nb so spiegelt sich in seinem Erfolge eist und Wille wider. Der Erfolg wird Kram ftftcm Bestand sein, der seinen Ur-
Große und Gewaltige der
Wie unerbitterlich
Vornehme Menschlichkeit und
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otzen Künstler und Gelehrten für seine itere so segensreiche Arbeit Gesundheit
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r sich
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ib Schaffensfreude wünschen. Die Mu- f'issenschaft, sowie alle, die sich mit ihr s engste verbunden fühlen, nicht zum ldesten die Stadt und die Universität larburg, zuletzt der Kreis seiner Schüler ib Freunde, werden Hermann Stephani t herzlichsten Wünsche für sein weiteres ien zurufen!
Haltung bezeichnen den Kern seiner !kle, ein Freund seiner Freunde und Be- Kec derer, die ihm sonst nahestehen. Mit
: Mrbeit steht. Freude am Bezwingen der 8 m Hindernissen, Drang zur Lösung von fing < robfemen bezeichnen das Wesentliche bei lebun tunann Stephani. Mit weitern geistigen tufes Eckpunkte der Kunst hingegeben, ist sein
spendenden Fülle seines stets bereiten n B« Kens, mit der Frische seines Wesens
>ner « hübe an das Große Auf! kfiE unerschütterlich.
hin« streng er gegen die eigene Kunst- nvrgi iftung ist, so gütig und einfach ist er als
aus I Ö er sich die Herzen seiner Schüler ' ib seiner Freunde zu erobern. Wer die ;UleI 8 riiinliche Wirkung Hermann Stephanis 5 Miü tot, wird sie nur dankbar bezeugen, dem
Auf den 100. Todestag Pestalozzis im
stoßen
kbruar dieses Jahres folgt jetzt, am 21. ” Uii, der 75. Todestag Friedrich Fröbels,
inen
S6.
Entfaltung der Kräfte und Anlagen des
U die Geschichte der Pädagogik mit Recht 6en Pestalozzi stellt. Mit diesem teilt ’ die glühende Liebe zu den Kindern, it ihm stellt er als das Ziel der Erziehung
iklrich Fröbel, ter Begrimb« dir Sinbctgirlcn
b seinem 75. Todestage am 21. Juni.)
>n Professor Dr. Gerhard Budd?.
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int es : bedai nsteid Setter rd, ni«
1 ßgfjä ruschen hin, mit ihm erkennt er die n Po tschauung als Grundlage der Erkenntnis, die M kr er sieht das Kind nicht nur als ein sei. ® chrnehmendes, sondern auch als ein darrte s« Londes, schaffendes, selbsttätig gestal- zwb4 tdrs Wesen an. And zwar ist auch schon : ijteX *8 noch nicht schulpflichtige Kind ein sol- iS Wesen; deshalb muß auch schon dieses lt W sonderen Anstalten eine seiner Eigen» •ug«r.S * und seinen Kräften entsprechende Cr- iyeie * shung erhalten, die eine harmonische Ent- Eung nach allen seinen Lebensbezie-
f o n öigen gewährleistet. Das ist der Grund» tzrmke, dem der Kindergarten Fröbels tn,5.,rfi Ue Entstehung verdankt.
Friedrich Fröbel wurde zu Ober- 6eeti Eßbach im Fürstentum Rudolstadt im r«t, > Zre 1782 geboren. Arsprünglich zu ei» n. - $i Praktischen Berufe bestimmt, begann --** nach einem zweijährigen Studium in
•1 Uta, sich mit dem Problem der Erziehung geschäftigen und sich auch einer Lehr»
1 «gleit zuzuwenden. Er war als Lehrer t der Musterschule in Frankfurt a. M.
g. ging, nachdem er mit Pestalozzi zu-
1 ^menwirkte, nahm im Lützow'schen Korps ben Freiheitskriegen teil, gründete zu
Wfeau in Wiringen eiae Erziehungs- '
cbcrhessische Leitung, Marburg «. 8. Mittwoch, beit 22. Juul 1927
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Marburg und ilmgegenb
Bo« LanbesauSschutz.
Die Landerverwaltuna (Landeshauptmann in Hessen) in Kassel teilt uns mit: Die ordentliche Junksitzung des Landesausschusses beginnt am Donnerstag, dem 30. Juni 1927, 9 Uhr vormittags, tin Ständehaus. Auf der Tagesordnung der Sitzung steht neben sonstigen laufenden Verwaltungsgeschäften u. a.: Niederlegung des Mandates zum Kommunallandtag durch den Abgeordneten Loeber und Bestimmung des Ersatzmannes; Ersatzwahl für ein aus- scheidendeS, ehrenamtliches Mitglied des Oberbewertungsausschusses bei dem Landesfinanzamt in Kassel; weitere Gestaltung der Fürsorge für Geisteskranke; bauliche Aenderungen bei der Landesheilanstalt in Marburg; Bericht über das Erziehungsheim in Wabern; Gesuche um Gewährung von Beihilfen und Darlehen; Antrag der Regierung auf Uebernahme eines Kostenanteils bei sogen. Ringimpfungen gegen Maul- und Klauenseuche; Neubau der Kleinbahn von Birstein nach Hartenhain (Kreis Gelnhausen); Meliorationsfonds und Verbilligung von Umlegungsdarlehen; Benutzung der Landstraßen durch Gas-Fernleitungen; Regulierung der Schwalm; Neuaufstellung des Verzeichnisses der Landwege des Kreises Kirchhain;Unterstützungen aus dem Landwegebaufonds zu den Kosten des Umbaues der Beißebrücke in Niederbeiß- heim (Kreis Homberg) und der Brücke über den Motzbach irV Motzfeld (Kreis Hersfeld); Unterschutzstellungen nach dem Gesetz zur Erhaltung der Baumbestände usw.
Sommers Anfang.
Des Lahres Höhe ist wieder einmal erreicht. Der Frühling, der uns diesmal so manche Enttäuschung brachte, sich aber gestern mit einem herrlichen Tage und einem ebensolchen Abend, der so recht, zu Sonnenwend- feiern geeignet war, verabschieddete, liegt nun hinter uns. Heute, um 11 Ahr vormittags, erreichte die Sonne in ihrer Jahresbahn mit dem Wendekreis des Krebses ihren nördlichsten Stand. Wir haben den längsten Tag und die kürzeste Rächt: der astronomische Sommer beginnt und damit die normalerweise wärmste Zeit des Jahres. Ob dies der Fall ist, muß abgewartet werden. Einstweilen führte sich heute früh der Sommer mit bewölktem Himmel und Regen ein.
* AusdemAmtsblatt. Regierungspräsident und Regierung: Ernannt: Vie RAss. Dr. Heinrichs und Dr. Kollath zu RR., GewRfdr. beim Gewerbeauffichts- amt Kassel Dr. Reith zum GewAss. Wieder angestellt: MedR. a. W. Dr. Malcus unter Aebertragung der Kreisarztstelle für die Kreise Hofgeismar und Wolfhagen mit dem Amtssitz in Hofgeismar. Aeber- tragen: dem Obf. Boß in Iohannisburg die ObfStelle Elnhausen, dem Förster Bogt in Henglarn die Försterstelle Auhagen, OF. Haste. Versetzt: GewAss. Dr. Reich vom Gewerbeaufsichtsamt Kassel zum Gewerbeaufsichtsamt Duisburg. KreisOI. Rißmann in Torgau an das LdRAmt Kirchhain, KreisI. Hornung an das LdR.- Amt in Torgau.
*Paß, Identitätskarte, Grenz- forte. Wer das Reichsgebiet verläßt, oder wer aus dem Ausland in das Reichsgebiet eintritt, ist verpflichtet, sich durch einen Paß über seine Person auszuweisen. Für den deutschen Staatsangehörigen bildet die Regel der deutsche Reisepaß, der
von den zuständigen Bezirksämtern gegen Entrichtung der vorgesehenen Gebühren ausgestellt wird. Diese Pässe müssen zur Berechtigung des Betretens des Auslandes mit dem Sichtvermerk (Visum) dieses Landes versehen sein. Umgekehrt bedarf jeder, der vom Auslande in das deutsche Reichsgebiet eintritt, in seinem Paß eines deutschen Sichtvermerkes. Wissenswert ist, daß jeder Reichsdeutsche vom Sichrvermerks- zwang zum Betreten deutschen Gebietes Befreit ist. Der Sichtvermerkszwang ist auch gegen einzelne Staaten gefallen (Schweiz, Oesterreich, Holland u. a.). Gegen Frankreich, England, Belgien, Amerika usw. besteht er nach wie vor. — Im kleinen Grenzverkehr mit Frankreich sind Erleichterungen geschaffen. Für die deutschen Grenzbewohner genügt zum Ueber- schreiien ber Grenze bie Jbentitätskarte in Berbinbung mit ber vom französischen Oberkommando ausgestellten Grenzkarte. — Nur wenn bie Ausweise in Orbnung sind, erspart man sich bie peinlichen Formalitäten, bie n atmen big ftnb, wenn jemand ohne richtigen Ausweis angehalten wirb.
--*--
SctWiilnnditltbUn
X Zum Leiter ber in Berlin gebilbe- ten Statistischen Abteilung bes Deutschen Stäbtetages würbe ber wissenschaftliche Assistent am Statistischen Amt ber Stabt Breslau, Dr. Herbert Meyer, gewählt.
X Im Alter von 62 Jahren starb auf dem Lehrgut Bollhagen Der Geheime Regierungsrat Professor ber Landwirtschaft Dr. Alexander Backhaus.
X In Berlin verschieb ber Wirkliche Geheime Oberbergrat Ministerialdirigent a. D. Dr. Jng. h. c. Max Reutz, Honorarprofessor für Bergbaukunde und Ehrenbürger ber Ch arlottenburger Techni- , scheu Hochchule, im Alter von 71 Jahren.
X Die rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn weist im lausenden Sommersemester 5139 immatrikulierte Studierende auf, davon 4357 Männer und 782 Frauen. Die einzelnen Fakultäten zählen: Evangelisch-theologische Fakultät 104 (davon 3 Frauen), katholisch-theologische Fakultät 397, juristische Fakultät 1352 (davon 55 Frauen), medizinische Fakultät 768 (davon 153 Frauen), ferner philosophiche Fakultät 2418 (darunter 571 Frauen). Zu den 5139 immatrikulierten studierenden kommen 69 Höhrer und 36 Hörerinnen. Mithin beträgt die Gesamtzahl der Berechtigten 5244.
X Privatdozent der klassischen Philologie Dr. Emst Kapp in München hat den an ihn ergangenen Rus nach Hamburg als Nachfolger von Professor Pfeiffer angenommen.
v X Der Honorarprofessor in ber philosophischen Fakultät ber Universität Frankfurt a. M., D. Dr. Phil h. c. Richard Wilhelm, ist zum ordentlichen Professor daselbst ernannt worben.
Sti«Haften der Schriftleitung.
31, hier. Bei ber Schlußfeier ist auch in besonders ehrenden Worten seitens des Herrn Stadtrats Braun der verdienstvollen Mitwirkung der Sänger bet den Festspielen gedacht worden, was im Bericht nicht erwähnt ist. Daß diesen zu der Schlutzfeier keine besondere Einladung zugegangen ist, beruht sicher auf einen Versehen.
Letzte Mieameltzungen
ft. Berlin, 22. Juni. Auf Deckungen und verschiedene für Spezialwerte Vortragende Kausordres konnte sich schon zu den ersten Kursen eine kleine Befestigung durchsetzen. Tendenz fest.
Berliner Ansangsknrse
vom 22. Juni. _______
Sdl.-Schlv.
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—
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D. Petrol. 1
Rheinstahl
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Dtsch. Ma.
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r. Berlin, 22. Juni. Die Preise sind an der Produktenbörse im allgemeinen gehalleü. Amsätze wurden noch nicht getätigt. Weizen —, Roggen 277—279, Sommergerste —. Wintergerste —, Hafer 254—260, Mais 190—191, Roggenmehk 35,50—37,50, Weizenkleie 15,00, Roggen» «eie 17,50 Mk.
Stmtzeaspermag
mitgeteilt von der gemäß Erlaß des Reichs- perkehrsministeriums vom 18. März 1927 beim Automobilklub von Deutschland, Berlin W. 9, Leipziger Platz 16, errichteten Zentralstelle zur Bekanntgabe von Straßensperrungen.
Preußen.
Provinz Hessen-Nassau. Regierungsbezirk zkassel.
Kreis Frankenberg.
Straße Frankenberg — Reinershausenf Straßenzug: Frankenberg—Haina—Wildun- gen bezw. Frankenburg—Gemünden; für Last- und Kraftfahrzeuge; vom 8. bis 30. 6.; Umgehungsstraße: Frankenberg—Geismar—Löhlbach—Bad Wildungen bezw. granfenberg—3tDfentaI—®emünben-
Hesse«.
Provinz Oberhessen.
Kreis Gießen.
Straße Gießen—Wieseck: Straßenzug: Gießen—Wieseck; für Wagen- und Automobilverkehr; vom 20. bis 26. 6.; Umgehungsstraße: Marburger Straße in Gießen. (Verspätet eingegangen.)
anstatt, wurde 1835 von der Schweizerischen Regierung als Direktor des Waisenhauses nach Burgdorf berufen, wo er die Spiel- und Beschäftigungsmittel für die Jugend zusammenzustetten begann, kehrte 1840 nach Deutschland zurück und eröffnete in Blankenburg in Thüringen die erste Kleinkinderschule, der er den Ramen „Kindergarten gab, und starb 1852 in Marienthal bei Eisenach.
Als Begründer der Kindergärten ist Friedrich Fröbel in aller Munde. Dieses Werk war aber nur ein Ausschnitt aus einem viel weiteren Streben, dem eine eigentümliche Lebensanschauung zugrunde lag. Das erkannte man aus Fröbels Haupffchrist „Die Menschenerziehung", die er 1826 in Keilhau verfaßte.
Der Mensch ist auf Erden erschienen, um sich seines Wesens klar bewußt zu werden. Er ist ein Teil des Gesamtlebens. Jedes Einzelwesen ist hervorgegangen aus dem ewig in sich selbst ruhenden Sein; dieses ist Gott. In Gott ist der einzige Grund aller Dinge. Das Ziel der Menschheit ist: „Darstellung des Ewigen im Zeitlichen, des Bleibenden im und am Vergänglichen, des Himmlischen im Irdischen, des Seins im Leben, des Göttlichen im Menschlichen". Die Erziehung hat nur die Aufgabe, den Menschen dahin zu führen, daß er diese seine Bestimmung erreicht. Diese Aufgabe kann sie nur lösen, wenn sie dafür sorgt, daß der Menssch von seinem ersten Erscheinen an, also schon auf der Stufe der Kindheit, freitätig und ungehemmt sein Wesen wirken, die in ihm ruhende Kraft zur (Entfaltung bringen kann. Wenn die Entwicklungsmöglichkeit des Menschen der in ihm wirkenden Ur- krast entspricht, dann lebt er naturgemäß und glücklich. ^Allseittge Entwickelung von
innen und außen" war das eigenlliche Ziel der Pädagogik Friedrich Fröbels, oie durchaus folgerichtig aus seiner gesamten Weltanschauung erwachsen war. Ihre Grundidee lautet: Amfassende Pflege oes kindlichen, überhaupt des menschlichen TättgkeitsttiebeS.
Dieses Gesetz ist auch schon bei der frühesten Kindererziehung zu beachten. Das Kind hat Beziehungen nach drei Richtungen: zur Ratur, zur Menschenwelt und zu Gott. Wenn keine von diesen vernachlässigt wird, dann findet im Kinde eine allseitige Lebenseinigung statt. ES ist zu spät, erst mit Beginn des schulpflichttgen Alters auf dies Ziel hinzuarbeiten. Vielmehr muß schon vorher, etwa vom dritten Lebensjahre an, mit einer planmäßigen Pflege der drei 'Beziehungen begonnen werden. DaS kann aber nur in einer besonderen Erziehungsanstalt geschehen. Dieser galt nunmehr Fröbels ganzes Sinnen und Trachten. An einem Frühlingstage des Jahres 1840 wanderte er mit seinen Freunden von Keilhau nach Blankenburg und rief oben auf der Höhe des „Steigers" im Anblick des vor ihnen liegenden sonnigen lieblichen Rinnetals, das sich weit vor ihnen ausdehnte, plötzlich in die Berge hinein: „Ich hab's gefunden, Kindergarten soll sein Rame sein!"
Einen Kindergarten verwalten, heißt nach Fröbel: „Kinder des vorschulpflichtigen Atters nicht nur in Aufsicht nehmen, sondern ihnen auch eine ihrem ganzen Wesen entsprechende Betätigung geben, ihren Körper krästigerr, ihre Sinne üben und den erwachenden Geist beschäftigen, sie sinnig mtt der Ratur und der Men- schenwell bekannt machen, besonders auch Herz und Gemüt richtig leiten und zum Argrund alles Lebens, zur ©migteit mit
sich, hinführen." Dazu bedarf es planmäßig geordneter Spiele und Handarbeiten. Solche hat Fröbel zusammengestellt. Zu den Spielen gehört: ein Kasten mit sechs verschieden gefärbten Bällen, ferner Kugeln, Walze, Würfel, Bausteine usw.; zu den Handarbeiten: Stäbchenlegen, Verschränken von Spänen, Papierfatten, Flechten und Ausschneiden, Ausstechen und Malen von Mustern usw.
Vor allem galt es, die gesamte deutsche Frauenwelt für den Gedanken zu gewinnen und für ihren hohen Beruf zu erziehen, und zwar nicht nur die Mütter, sondern auch alle anderen, die mit der Erziehung lleiner Kinder bettaut sind, also ältere Schwestern, Kindermädchen u. a. Allerdings dachte Fröbel in erster Linie an die Mutter. Jede Mutter soltte sich bewußt werden, daß „in der gotteigenen Klarheit und Tiefe" des „weiblichen Gemüts als Pflegerin der Kindheit" das ganze Wohl der aufleimenden Menschheit ruht. Zu diesem Zwecke gab er den Müttern ein Famllienbuch in die Hand, das seine „Mutter- und Koselieder" enthielt und das den AuSgangspuntt für eine naturgemäße Erziehung bilden sollte. „Wer in das Innerste der Fröbelschen Ide« eindringen will, der muß sich in seine „Mutter- und Kvselieder" verttefen. Hier leuchtet ihm der ganze Genius Fröbels entgegen, der unerschöpfliche, reiche (Seift dieses seltenen Mannes."
Fröbels Grab auf dem Friedhöfe des Dorfes Schweina bei Liebenstein trügt aus Würfel, Kugel und Walze (das waren feine drei wichtigsten „Spielgaben") ein Denkmal, das als Inschrift das Motto des von ihm eine Zett lang herausgegebenen Sonn, tagsblattes" enthüll. Es lautet: »Kommt, laßt unseren Ländern lÄben." - - —