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Shmfag, ttn 20. 1927

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Witdtr eine Scnkmnlsrcdt Prinmrds

zmiikttlch will sich den Sieg NW llrtitig machen laffen — Revaralivnen unb Sichrchttt

lst, Paris, 20. Juni. In Lungville wurde ^[tern ein Fliegerdenkmal in Anwesenheit ss Ministerpräsidenten enthüllt. In seiner Me fragte P o i n c a r e : Warum lassen hohe butsche Finanzautoritäten bereits jetzt durch- Kcken, daß binnen zwei Jahren Deutschland

Revision des Dawesplanes hrdern und nicht mehr die vorgesehenen Achtungen leisten werde? Wenn Deutschland ims offen sagen würde: Ich werde auf Olsaß-Lothringen, das ich euch 1871 gewaltsam entrissen habe, und das einmütig gegen die Annektion protestierte (?) ver- ichten: wenn Deutschland einwilligen lürbe, seine Polizei zu reorgani- iercn, die militärischen Verbände auf- riöfen, die Arsenale und Kasernen zu veräußern, die eine Verletzung des Ver­lages bedeuten, und die Niederlegung der erbotenen Festungsanlagen zu be­iden — dann würde es in der Welt Friedens- Knder geben, die jede Beunruhigung besefti- m, und eme Annährung erleichtern, die wir k zuletzt wünschen.

tzsmcars fuhr alsdann fort: Frankreich hat »utnn dem Besiegten die Hand gereicht, je- ch ,ter einer Bedingung, daß man nicht strsucht, ihm feinen Sieg streitig zu lochen. Wer, seitdem der Friede prokla- ckrt wurde, ihn gestört hat, das ist gewiß ächt der schlechte Wille Frankreichs. Frank- leich hat niemals außerhalb der Verträge oder tat die Verträge hinaus gefordert. ?) Es tadert nur die Sicherheit seiner Grenzen und Reparationszahlungen.

vor einigen Wochen, als ich öffentlich, eben« 1 wie meine sämtlichen Vorgänger es getan feen, auf diesen beiden wesentlichen Be­tagungen bestanden habe, nämlich Repa- "tionen und Sicherheit, sind die Wenigen Worte, die ich an dieser Stelle ge­rochen habe, in vielen deutschen Zeitungen l«ftellt (?) und bisweilen mit Bitterkeit tamnentiert worden. Man hat mich als eine w Monomanen hingestellt und behandelt als ta halsstarrige Personifizierung des armen ^chringen, unfähig, andere Absichten als ta der Rache zu nähren.

; Er schloß feine Rede, indem er erklärte: takte Toten haben gedacht, daß ein Krieg, ta ihnen erklärt wurde, nicht zu Ende gehen tase, ohne daß Frankreich die Provinzen tauch erhalte, die man chm genommen hat.

Sieg hat unsere Bemühungen gekrönt, tamkreich hat nichts mehr zu wünschen als ta Frieden und die Beobachtung der tatträge. Es hat auch nichts anderes ge- talst-

s will heute nichts anderes und es wird I tatgen nichts anderes erstreben. — Nicht ohne tadeutung ist es, daß, alsPoiueare diese tade in Luneville hielt, an seiner Seite der taisionsminister Louis Marin stand.

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Nnn btt Srelmüchlckensmoz

Frankreich ist pessimistisch.

-ik. Paris, 20. Juni. Zu der heute ?9i«nenden Seeabrüstungs - Konferenz ^ftibt der „Petit Pari sie n", daß die brennendste Frage die Marinestütz- taekte von Sing« pore, auf den Ha*

-Inseln und des Panamalka, hei den privaten Besprechungen der tati Mächte zur Sprache kommen werde« v

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und zwar wegen de« Druckes der öffent­lichen Meinung in Japan, die i» den Marinestützpunkte« offensive im Gegensatz zu den Washingtoner Abmachungen stehende Elemente sehe. Die Marine- interesien der drei Mächte seien sehr ver­schieden. schreibt das offiziöse Organ wei­ter, sodaß cs sehr schwierig sein werde, eine Uebereinstimmung zu erzielen. Amerika kann ohne besondere Steuererhöhung 300

Millionen Dollar verausgaben, «m den Borsprung der Engländer in leichten Ein­heiten einzuholen. Hinter dem Kampf mit Zahlen spielt sich die Entscheidung über die Beherrschung der Meere tn der Zukunft ab. Darüber ist man sich auch in den Organen der Linken klar, die bedauern, daß zum Schiedsrichter der Völ­kerbund gewählt wurde.

Gamverlln in Mn gelandet

Stgtilterter Empfang tn München

ff. Wien, 20. Juni. Nach einem Rund­flug über Wien und dem Flugplatz landete die „Columbia" gestern abend 7.30 Uhr. die um 10.30 Uhr vormittags in Ber­lin ausgestiegen, um 3.09 Uhr nachmit­tags in München gelandet und um 5.35 Uhr nach Wien weitergeflogen war. Nach­dem der erste Sturm der Begeisterung vor­über war, konnte Bundesminister Dr. Schurff seine erste Ansprache Hatte«. <S3, folgte sodann die Begrüßung durch den amerikanischen Gesandten, Vertreter der Gemeinde Wien und andere.

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München, 19. Juni. (WTB.) Schon lange vor der vorgesehenen Ankunft der beiden amerikanischen Flieger hatten sich aus dem Flugplatz Oberwiesenfeld Tau­sende von Menschen eingefunden. Der Platz trug reichen Flaggenschmuck. Auf dem Flugplatz waren eine Reihe höherer Staatsbeamten, Mitglieder des Diplomati­schen Konsularkorps in München, darunter der amerikanische Generalkonsul Curtis, und zahlreiche prominente Vertreter Mün­chens anwesend.

Von Dietfurt aus funkte die Columbia: „Liebe MüncheneriHabt nur noch ein wenig Geduld, wir kommen bald." Die letzten Meldungen von der Flugstrecke kamen von Ingolstadt, das um 2,20 Ahr überflogen wurde, und von Pfaffenhofen. Kurz nach 1/23 ilfjr kam Bewegung in die Massen, die in dichten Scharen das Flugfeld umlagert halten. Filmoperateure und Photographen rüste­ten, um die Landung im Bilde festzuhalten. Trotz dichter Gewitterbewölkung strahlte die Sonne fast ununterbrochen auf das fest­lich geschmückte Flugfeld hernieder. Mne Minute nach 3 Ähr kündete ein Sirenen­signal das Aahen der drei Flugzeuge an. Die Flugzeuge überquerten zunächst das Flugfeld unter dem brausenden Jubel der Wenge in Richtung auf die Stadt, über die sie eine Schleife zogen. Am 3,09 Ahr landete die Columbia, die noch eine Ehrenrunde über dem Flugfeld ge­flogen hatte, nachdem di« Begleitflugzeuge schon niedergegangen waren. Den ameri­kanischen Fliegern wurden begeisterte Hul­digungen dargebracht. Die Landung er­folgte glatt und sicher. Im Au war die Absperrung durchbrochen und die Columbia, der Chamberlin und Levin« ent­stiegen von Tausenden umgeben, die den beiden Fliegern immer wieder stürmisch zu­jubelten und nicht endenwoflende Huldi­gungen darbrachten. Im Triumphzug wur­den Chamberlin und Levine, denen das Töchterchen des amerikanischen Konsuls Donagan prächttg« Rosensträuße über­reichte, zu dem mit Blumen und Wim­peln geschmückten Kraftwagen geleitet. An­ter immer erneuten stürmischen Kundge­bungen erfolgte di« Abfahrt zum Rathaus^

Str Sank btr Sztanssitgtr

München, 19. Juni. Chamberlinunb Levine richteten folgende Dankeskundgebung an das deutsche Volk:

Wenn wir nunmehr den deutschen Bo­den wieder verlassen, so möchten wir die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, um Deutschland und dem deutschen Volke, der Reichsregierung, wie der Länderregierun­gen und den Behörden unseren innigsten Dastk für den herzlichen Empfang sowie die zahllosen hohen Auszeichnungen und Ehrungen, die uns zuteil wurden, auszu­sprechen. Als wir vor 15 Tagen in New- hork mit dem Flugzeug Columbia aufstie­gen, um nach Berlin zu fliegen, da galt es uns, diese große Entfernung auf dem Luftwege zu bezwingen, und als wir auf deutschem Boden, wenn auch leider nicht gleich in Berlin landeten, da zeigte uns die Begeisterung und der Jubel, mit dem wir empfangen wurden, in wie hohem Maße das deutsche Volk diese unsere Tat ehre und da empfanden wir erst, was wir überhaupt geleistet hatten. Und seitdem hat diese Begeisterung, die uns entgegen­schlug, nicht nachgelassen. Wohin wir auch kamen, überall ward sie uns zuteil. Wir vermögen es wohl kaum zu sagen, wie sehr uns diese Ehrungen ergriffen haben, und wenn wir wieder nach Amerika zurück­kehren werden, so wird es uns zur großen Freude gereichen, in unserer Heimat über unseren Empfang in Detschla'nd zu berich­ten. Auch wir hoffen, mit unserem Flug die Herzen unserer beiden Nationen näher gebracht zu haben. Wenigstens würden wir darin unsere größte Befriedigung und die höchste Auszeichnung für unseren Flug sehen. Möge bald der Tag kommen, an dem wir einen deutschen Ozeanbezwinger in Amerika begrüßen können, damit schließ­lich unser aller erträumtes Ziel, der Luft­verkehr zwischen Europa und Amerika, sich recht bald verwirklichen lasse.

Abflug Byrds heute oder morgen.

Paris. 19. Juni. Das Pariser Büro der „Assocated Preß" gibt bekannt, der Vertreter des amerikanischen Finanzmau- nes Wanamaker hab« ein Telegramm er, halten, wonach Fliegermajor Byrd heute oder morgen zu seinem Flug Rewyork— Paris auffteigen werde. Er werde von drei Personen begleitet sein.

Schweres Bootsunglück im Hamburger Hafen.

Hamburg, 18. Zuni. Freitagnacht holte der WaiÄmann eines im Walters- hofer Hafen liegenden englischen Dampfers fünf Männer und eine Frau eines anderen englischen Dampfers mit einem Boot über. Kurz vor dem Dampfer drehte das Fahr­zeug und kippte um. Die sieben Insassen stürzten ins Wasier. Während es fünf Männern gelang, sich zu retten, erftank ein Jngenieurehepaar.

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Berlin, 18. Juni. Im Verwaltungs* rat der Reichspost wurde heute morgen eine Entschließung des braunschweigischen Ministerialdirektors Boden gegen 8 Stim­men angenommen, in der der Reichspost­minister ersucht wird, durch eine neue Vorlage die Frage der Gebührener» Höhung einer schleunigen Klärung zuzufüh- reu. Damit ist vorläufig die Eebührener* Höhung der Reichspost <yif unbestimmte Zeit vertagt.

Skutschn RtWwg

Der Reichstag hielt am Sonnabend nur eine kurze Sitzung ab. Er überwies zu­nächst die Novelle zur Pachtschutzordnung an den Siedlungsausschutz und den sozial­demokratischen Antrag auf Erklärung des 11. August $ um Nationalfeiertag an den Rechtsausschuh. Die zweite Lesung des Gesetzentwurfs über- die Abtretung von Beamtenbezügen zum Heimstättenbau löst« eine längere Debatte aus, die unter Ab­lehnung aller sozialistischen und kommu­nistischen Anträge mit der Annahme de- Gesetzes auch in dritter Lesung in der Ausschutzfassung gegen die Stimmen der Wirtschaftlichen. Vereinigung und der Kom­munisten endete.- Hierauf erfolgte Ver­tagung auf Montag.

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Königsberg, 18. Juni: Auf dem zweiten verfassungsmähigen Deutsch-Evange­lischen Kirchentag sprach Geheimer Justizrat Prof. D. Dr. Kahl-Berlin über das Thema „Kirche unb Vaterland", zu dem er u. a. aus­führte:

„Das Problem „Kirche unb Vaterland" ist kein rechtliches, sondern int tiefsten Wesen ein ethisch-religiöses.

Die Verbindung von Christentum unb Vaterland ist vorbildlich verkörpert in Luther. Obrigkeit, Staat unb Vaterland fühlt er eine gottgegebene persönliche Verantwortlichkeit. Die Fernwirkungen dieser unlöslichen Ver­bindung von Religiösem und Vaterländischem waren universell und bleibend. Ueberall im deutschen Geistesleben finden wir eine volle Harmonie im Zusammenklange von Christen­tum unb Vaterland. So auch mitten in biefent Strom, in der deutschen evangelischen Kirche. Keine inneren Richtungswandlungen haben an dieser Einstellung zum Daterland etwas Grundsätzliches geändert.

Auch in der Gegenwart kann der Vater- landsdienft der Kirche nur ein ethisch- religiöser sein. Alle ihre Kundge­bungen können daher nicht rechtlich­politische» Charakter trage», keine Machtausprüche barstellen."

Der Vortragende entwirft vom Vaterlands- dienst der Kirche in Kriegs« und Rachkriegs­zeit ein umfassendes Bild. Er erinnert u. a. an die kirchlichen Kundgebungen gegen die Auslieferung von Deutschen an die schwarze Schmach, gegen den politischen Meuchelmord, gegen die Besetzung der Ruhr. Dabei totrb besonders betont, daß die Kirche nicht an eine bestimmte Staats- und Verfassungsform gebunden fein, aber weder ihre eigene Ge­schichte noch die des Vaterlandes vergessen kann. Ein bleibender Dienst am Vaterland ist auch für die Kirche by: Kamps gegen die Kriegsschuldlügen.

Don der pflichtmäßigen politischen Reutrali- tät der Kirche ist zu untericheiden die vater- ländifche Stellung der einzelnen Kirchen- glieder. Hier ist die Frage, welchen Einfluß die Kirchenangehörigkeit auf ihre politische Betätigung als Staatsbürger ausüben muß. Das wird praktisch bedeutsam vor allem für die Diener der Kirche.

Pflicht des Geistliche« ist eS, die im

Wesen seiwes Amtes begründete Selbstbeschränk«»« der staatsbürger­liche« Freiheit im EiaAelDakl zu finde«.

3» Fällen des Zusammenstoßes zwischen Kirchendienst und ^Betätigung im religiösen So­zialismus im besonderen ist der Kirche aus dem