Mlgerjm(dasMerkuchMchL)Gberhesseru<-ArMichesVevkündigungsblMjMdKreisAMbMg
lllllllllllli
1
Machiavellis Werk
Marburgll ZagesanZerser
Je größer die Mt der Zeit, je empfindlicher der Mangel an Führertum, desto lebendiger wird die ErinnermiL an diesen
St. 140 62. »0.
Rardurg a. Mn
Rat Keine Argumente für oder gegen die Vertagung vorgebracht werden Könnten, wurde diese Schwierigkeit beigelegt. Es gelang dann auch Dr. Lahm, seine wesentlichen Gesichtspunkte im Rahmen der zugelaffenen Aussprache vorzubringen, während der polnische Minister Straßburger bei seiner Erwiderung unterbrochen wurde, die übrigens gegen eine Vertagung und für eine alsbaldige endgültige Regelung der Frage lautete.
SMche WWng
Der Anzeigenpreis beträgt für den 10 gefpalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM., kleine Baranzeigen 0.06 GM., amtlich« und auswärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Sah sowie bei Platzdorschrist 50°/, Aufschlag. — Sammelanzeigen 100 •/, Aich schlag. Reklamen der Millim. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch di« Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Erfüllungsort Marburg.
1 Soldmark — Dollar.
d, er
wie wir es
Rat auf Vorschlag Danzigs und des Danziger Hafenpräsidenten die Priorität der Danziger Hafenanleche aufgehoben hat. so daß nunmehr Kein Hindernis mehr im Wege steht, sofort die Hafenarbeiten zu beginnen. Im Verlause der fast zweistündigen Debatte zu dem Vertagungsantrag in der Frage der Westernplatte Kam es stellenweise zu einem
recht lebhaften Redewechfel, so, als Chamberlain die vorbereiteten Darlegungen des Präsidenten Sa hm dadurch abzuwehren suchte, daß er bei Beginn der Erörterung eine Unterbrechung jedes Redners ankündigte, anstatt sich auf eine Stellungnahme zu dem Bertagungsantrag zu beschränken. Durch das Eingreifen Dr. Strefe- manns, der es als untunlich bezeichnete, die Anhörung von Gründen zu dem eigentlichen Beratungsgebiet abzulehnen, ohne die ja dem
i, tn a-
Machiavellis Laufbahn fällt in den Beginn der furchtbaren Parteilämpfe zwischen Guelfen und Ghibellinen, sie sieht den Sturz der Medici, erlebt den letzten Aufstand mittelalterlich-asketischen Geistes unter Savanarola, den die leichtlebigen Florentiner nicht ertrugen und verbrannten.
Berlin. 17. Juni. Heute vormittag fand die Sitzung des Verwaltungsrats der Reichspost statt, die über die geplante Ee- bührenerhöhung entscheiden soll.
Eine neue Vorlage des Ministeriums legte eine Erhöhung der Rundfunkengebühren von monatlich 2 auf 3 Reichsmark vor. Dadurch wird eine Mehreinnahme von 15—21 Millionen jährlich erwartet.
Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärte Reichspostminister Schätze!, daß er als politischer Minister verpflichtet sei, dem Beschluß des Reichstages Rechnung zu tragen. Jedoch habe er über das Schicksal der Vorlage nicht allein zu entscheiden, weil nach dem Reichspostgesetz der Verwal- tungsrat zuständig sei. Der Minister weist daraufhin, daß der Reichspost bei Ablehnung die Gelder fehlen, um aufgegebene Bestellungen aufrechtzuerhalten, was zu weiteren Entlastungen führen müßte. Später müste die Erhöhung der Gebühren doch kommen. Bis dahin gingen aber der Post monatlich 20 Millionen verloren. Inzwischen sind verschiedene Anträge einge- gangen.
Der Demokrat Raschig beantragt, die Beratung der Vorlage bis November zu vertagen. Die Sozialdemokraten wollen sie an den Reichspostminister zurückver- weisen Der Kommunist Torgler will von einer Aufrechterhaltung und Beschluß- fastung vollständig Abstand nehmen und die bisherigen Portosätze beibehalten.
Profestor Salomon-Frankfurt (Gruppe Wirtschafti, erklärt, daß die Wirtschafts- Vertreter bereit seien, die Vorlage in der Fastung des Arbeitsausschustes anzunehmen. Sie seien sich dabei bewußt, im Ee-
kennen, wie es jahrhundertelanger Ruhm und Fluch umstrahlen, ist das Werk des politisch toten Mannes. Cs sind die Erfahrungen und Betrachtungen eines Praktikers, eine Verdichtung, ein Niederschlag jener in seinem Leben, in ihm und um ihn. so verhängnisvoll sich widerstreitenden Kräfte, der „bittu“: Kraft, Können, Begabung, und der „fortuna“: der Laune des Schicksals.
Das Menschenleben ist ein Kreislauf, von Verzweiflung im Anglück zu energischem Wollen, damit zu Erfolg, Aebermut, Verweichlichung und schließlich zu neuem Anglück. Wer im Leben Erfolg haben will, muß mit dieser „necessita", dieser kausalen Notwendigkeit, rechnen, dann kann er. von der Höhe seiner Kraft, auch in der Gesamtheit ein hohes Maß von „tnrtu" erzeugen.
Dieses gute Ziel zu erreichen, dazu bedarf es oft böser Mittel. Machiadelli glaubt nicht an eine harmonische Welt- ordnung, in der Gutes stets zu Gutem sich geselle. Im Gegenteil, ost erzeugt Gutes nur Böses. So gibt er — im Gegensatz zur Auffassung von einer gütigen .Vorsehung und göttlichen Weltvrdnung — dem Bösen relattve Existenzberechtigung, und gelangt zu seiner Idee der Staatsräson, der Idee des um seine Selbsterhaltung mit allen Mitteln kämpfenden nationalen Staates.
Es ist eine politische Ethik in Anlehnung an spätanttke Ideen, gebunden an den Glauben, daß die Menschennatur sich xwig gleich bleibt. Dirtu: Begabung zu großen polittschen Leistungen, sie ist des Menschen einzige Waffe im Kampfe gegen die Äicken des Schicksals.
Briand geht es schon bester.
Paris, 17. Juni. Ministerpräsident Poincarä hatte heute mit Außenminister Briand eine Unterredung, die sich auf die Arbeit des Völkerbundes bezog. Ueber das gesundheitliche Befinden Bri- ands ist heute mittag ein Communique ausgegeben worden, in dem erklärt wird, daß das Augenleiden, das auf Ueberarbei- tung zurückzuführen ist, keine weiteren Fortschritte gemacht habe, und daß Briand nur für einige Tage das Zimmer hüten muß.
ÄbechMsche
Die Erhöhung der Pert-gebühreu
Ser Wtntourf «fitewn — Rem Borlcige in der Mim des AkdeiisnnMufleß
n wird abwarten müssen, was zu Mitteilungen deutscherseits erklärt . Die in Genf vertretenen deutschen ibertreter sind fast einstimmig der ssung, daß die diesmaligen Genfer chungen für Deutschland ein nahezu negatives Ergebnis gehabt haben.
rungskreisen dagegen ist man der t, daß die Ergebnisse der Genfer r.fl nicht so sehr vom Standpunkt der iteren, Deutschland speziell angehender n“ betrachtet werden dürfen, sondern nhr aus dem Gesichtspunkt der großen litik heraus. Man ist in Berliner
ii. m It.
5i
MachiwM
Florenz, die Blumenstadt, „la Della" — o, sie ist schön, wenn am Himmel silberhelle Sonnenpferde schwarze Gespensterwolken über das grell erleuchtete, dann im jähen Wechsel verdunkelte Meer flacher Dächer jagen; wenn die Glocken des Campanile läuten und das Klingen aller anderen übertönen.
Dann ist es Abend.
Da wirst die sinkende Sonne dunkelrote ©treffen in das Helle Grau des Horizonts. Sie sind wie Blut, breite und schmale Ströme, die gleichsam im Flusse erstarren. Sie verblassen nicht, sie verdunkeln und verschmelzen mit den schwarzen Schatten^ ferner Berge.
Doch dann leuchtet im Osten der Himmel noch einmal fahlgelb auf, als habe sich — für Minuten nur — ein zweiter, endlos ferner Himmel aufgetan.
Dann kommt die Nacht.
>s t-
ib e- e- it ch ;n
Erfolg oder Mißerfolg irr Genf?
Ale Weit ist tnltöiMI — SWelle Stimmungsmache in Deutichimid
Nach einem solchen Sommerabend war es, als uns der Wirt in seinen Keller lud, in sein „Privatkonto!", an dessen kahlen Wänden allerlei Fischgerät hing, und dessen winziges Fenster seine vorsorgliche Hand mit zerrissenen Netzen dicht verstopft hatte.
Der hinkende Apotheker, der, wie er behaglich hinterm Tische saß, nur ein viereckiger Kopf mit lebhaften, schwarzen Augen war, lächelte. Wir wollten ein Weinchen trinke«, jawohl, ein wirkliches Weinchen. „Denn man kann Wein auch von Trauben machen."
And dann sprach er wieder von Niccolo Machiavelli. । .
rungskreisen her Auffassung, daß die iche Gewitterschwüle, die namentlich den russisch-englischen und durch den wisch-albanischen Konflikt entstanden durch die Genfer Tagung wieder be-
wvrden sei, zumal, da sich die Beugen, baß England die Genfer Tn- ■ dazu benutzen würde, um eine ge- fante Front der Mächte gegen Rutz- Herzustellen, nicht bewahrheiteten. Im m sei daher festzustellen, daß die welt- sche Atmosphäre durch die Genfer ng wesentlich gereinigt worden sei.
sichts dieser offiziellen Stimmungs- kann man darauf Hinweisen, daß es rstänblich für die deutsche Politik Müöerhaupt für Deutschland nicht gleich
ist, welch weltpolitische Atmosphäre kuropäische Politik beeinflußt. Ob es zweckmätzig ist, die Deutschland be- !«s angehenden Fragen als nebensäch- izerade von deutscher Seite zu bezeichn > möchten wir doch als fraglich erschei- Msen. Wir halten es auch nicht für
ätzig, wenn man die deutsche Presse damit das deutsche Volk mit fast naiv nden Darstellungen von der Auffas- abbringen möchte, als sei das Genfer nis ein Mißerfolg der deutschen Po-
Tevartige Mißerfolge sind sachlich Beweise diplomatischer oder persön-
R Ungeschicklichkeiten des einen oder Ir-n Staatsmannes, da ja letzten En-
Ke in Genf betriebene Politik auf das 81'be6ringen von Kompromissen abge- ■ .ist, die immer ein Nachgeben nach {inen oder anderen Seite hin erfor- • Solche naiven Darstellungen müssen 1 grotesker wirken, als ja der deutschen ^rlichkeit die Darstellungen der ande- |taat5tnänner über die in Genf erziel- ^igebnisse nicht vorenthalten bleiben.
diesen Darstellungen aber gewinnt ein anderes Bild von den Dingen, !•< sich in Genf gestattet haben. Man
z. B. aus der französischen Presse, °rr plötzliche Abbruch des Genfer Be-
Briands nicht so sehr auf seine Er- !"g, sondern auf einen „räumungs- ichen Beschluß des Kabinetts Po'.n- zurückzuführen ist, der die für
nachmittag vorgesehenen 1 Bedungen zwischen Briand, Chamber- 'Und Ban der Velde über die Rheinland- E nicht als zweckmätzig oder gar durchirr erscheinen ließ. In bet sranzö- *n Presse kommt auch ganz unverhoh- -Um Ausdruck, daß Briand durch den Ahmenden außenpolitischen ’Hujj Potncaräs und Ma rins
in dem jetzigen Kabinett in seiner Versöhnungspolitik mit Deutschland in zunehmendem Maße gehemmt werde.
Man wird also in Deutschland sich mit der Tatsache abzufinden haben, daß die deutsche Völkerbundsdelegation, wenn nicht mit völlig leeren Händen, so doch mit einem Ergebnis aus Gens zurückkehrt, das ebenso mager wie bedrückend ist.
Sie SKIuWtzmg
Genf. 17. Juni. In der heutigen öffentlichen Schlußsitzung des BölKerbundrates, die eine ganze Reihe von Punkten von minderem Interesse behandelte, wurde ein Bericht des chilenischen Ratsmitgliedes W i l l e g a s in der Frage der Danziger Westernplatte nach längerer, zum Teil recht lebhafter Erörterung angenommen. An diese öffentliche Schlußsitzung, die sich bis gegen 14 Uhr hinzog, schloß sich eine kurze Geheimsitzung an, in der der
......>1 WNMbtNd, ftois. 3uni 1927
gensatz zu den großen Organisationen der Wirtschaft zu handeln.
Sämtliche Vertagungsanträge wurden abgelehnt. Hierauf erklärt der Reichspostminister zur Ueberraschung der meisten Mitglieder des Verwaltungsrates, daß er nunmehr den Wünschen des Reichstages Rechnung trage und die Eebührenvorlage zurückziehe.
Abg. Ailekotte (Ztr.) stellt hierauf folgenden Antrag: Der Verwaltungsrat genehmigt die vom Arbeitsausschuß beschlossenen Gebührensätze.
Nachdem sich der Reichspostminister bereit erklärt hat, die Vorlage in der Fassung der Beschlüsse des Arbeitsausschusses bereits am Sonnabend erneut einzubringen und die Hoffnung geäußert hat, daß es ihm gelingen werde, die Sache wieder ins Gleis zu bringen, vertagt sich der Derwal- tungsrat auf Sonnabend, den 18. Juni.
Der Arbeitsausschuß des Verwaltungsrates hatte bekanntlich folgende Sätze vorgeschlagen: Ortsbriefe bis 20 Gramm — 8 Pfg., Fernbriefe bis zu 20 Gramm 15 Pfg., Ortspostkarten 5 Pfg., Fernpostkar- ten 8 Pfg., Drucksachen bis 50 Gramm 10 Pfennig. Postanweisungen bis zu 10 Mk. = 20 Pfg., Postschecks bis 10 Mk. 10 Pfg., Postschecks bis 25 Mk. 15 Pfg., Postscheck- Überweisung (statt bisher gebührenfrei 5 Pfennig, Beförderung von Postscheckbriefen (statt bisher gebührenfrei) 5 Pfg., Ortstelegramme Wortgebühr 8 Pfg., Ferntelegramme Wortgebühr 15 Pfg. Ferner sollte die Paketgebühr geändert werden, ebenso die Zeitungsgebühr. Bestimmte Beschlüsse darüber hat der Arbeitsausschuß ckicht gefaßt.
« Genfer Ratstagung ist abgeschlossen. 6 darf diesmal auf den Gesamtbericht, ! Dr. Strefemann nach seiner Rückkehr i Kabinett erstatten wird, besonders «Hit fein, da die Meinungen über folg und Mißerfolg" der Genfer Latz sehr geteilt sind.
sfitib weiß man vorerst nur, daß es der Ostfestungsfrage zu einem Kompro- gekommen ist. Ueber den Inhalt ti Kompromisses ist man angeblich noch k unterrichtet. Aus französischer Quelle mitet, daß Briand vor seiner Abreise i Genf dem Quai d'Orsay telephonisch i, mitge teilt habe, der deutsche Autzeu- sftet iei in der Frage der Kontrolle zerstörten deutschen Ostfestungen ent- tiigeiominen. Er habe weiter nach Pa- aritgeteilt, daß er, Briand, in der « der Besatzungsverminderung an dem Nls früher von ihm vertretenen Stanb- £t festgehalten habe, daß eine Erlette- f $btr Besatzungslasten die logische Kon- 1 >enz sowohl der Politik von Locarno I vor allem auch der Erfüllung der schen Abrüstung sei und daß Frank- M dazu bereit sei, sobald die technischen reitungen erledigt sein werden.
„ Setttmg* et»
* . wöchentlich. S5e-
monatlich 2 GM. aus« jSj, Zustellungsgebühr. durch £2^25 SM.Für etwa infolge
Waschin en defekte oder —giattt Ereignisse ausfallende yggttm wird kein Ersatz go» p, Verlag d. Dr. ff. Hitzeroth. j tn Unid.-Duchdruckeret b.. Tgefl. «och. Markt 21/23. gffotetber: Rr. 54. u. Nr. 55. ^checkkonlo: Amt Frankfurt g, Ar. 5015. — Sprechzeit , «rdaktion von 10—11 uab
«fei—1 Uhr.
!