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Mag, 17. ZUM ISN

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setzung zugesagt, ohne daß Stresemann ':r f-we Bedingungen erhalten hätte. Gestern hätte noch eine entscheidende Un­terredung zwischen den beiden Auhenmi- nistern über diesen Punkt stattfinden sol­len. Briand sei fedoch vorher von Genf abgereift und dürfte durch seine Erkran­kung für Wochen vom Quai d' Orsay fern­gehalten werden.

Pertinax führt weiter aus, dah Briand nur infolge der Schwierigkeiten, denen er bei der Verwirklichung der Politik von Thoirn begegnet sei. das Tempo der Annäherung verlangsamt habe. Zn den Unterredungen zwischen Strese- mann und Briand soll auch von der R ii u- mung selbst die Rede gewesen sein . Die Forderung Briands nach Schaffung einer Kontrollkommission in der entmilitarifier- ten Zone hätte Strcsemann aber mit der Forderung nach Ausdehnung der Kontrolle auf französisches Gebiet beantwortet.

Zu der gleichen Frage erk.ärt Sauer­wein imMatin", dah Frankreich als Ver­bündeter Polens das gröhte Znteresie daran habe, im voraus die Haltung Deutscklands hinsichtlich des Artikels 16 des Bölkerbundspaktcs zu kennen, da von der Entscheidung Deutschlands abhängen würde, ob Frankreich seinem polnische« Verbündeten militärisch beistehen könne.

Abiltzlutz ter MbeMonsmnz

Genf, 16. Juni. (WTL.) Die In­ternationale Arbeitskonferenz ist nach dreiwöchiger Dazier heute vor­mittag mit Ansprachen ihres Präsidenten Ehatterjee und des Direktors des Inter­nationalen Arbeitsamtes geschlossen worden. Der Direktor des Arbeitsamtes betonte dabei, dah es nach den auf der diesjährigen Arbeitskonferenz entstandenen Schwierigkeiten nunmehr dem ArbeitS- amte obliegen werde, deren eigentliche tieferliegenden Gründe zu erforschen, für die die Ablehnung des Fragebogens zur gewerkschaftlichen Freiheit nur als Sym­ptom aufgefaßt werden könne, da dieses negative Ergebnis die eigentlichen Gründe der entstandenen Schwierigkeiten nur ver­schleiere. 'S

Gestern nachmittag hat die Konferenz noch den Konventionsentwurf für obli­gatorische Krankenversicherung für gewerb­liche und Handels-Betriebe und den Kon­ventionsentwurf zur Krankenver­sicherung in landwirtschaft­lichen Betrieben endgültig an­genommen. Mrgierungsvertreter und Arbeitergruppen stimmten im wesentlichen fast geschlossen für den Entwurf. Der . Fragebogen für Aufstellung eines Per- i

it Stilist Wägung ohne toWIW Ergebnis

Briand ubgmlst vor toMgung »er RSumungSfragr und der Znivrklioa »er Messungen

MtMbatte über die WeltwirtMftslonfenaz eine entMeßung Sr. SWemunns angenommen

Genf, 16. Zunj. Der französische Auhenminister Briand hat um die Mit­tagsstunde Genf verlasien. Sein körper­liches Befinden hat sich so verschlechtert, dah er seine Absicht, heute nachmittag noch einmal mit Dr. Stresemann zusammenzu­kommen, nicht ausführen konnte. Wie von der französischen Delegation verlautet, handelt es sich bei der Erkrankung Briands um eine schwer« Entzündung des linken Auges, wodurch eine Entzündung der Ge­hirnhaut droht. Nach dem Gutachten der Aerzte ist für Briand eine längere Ruhe­pause erforderlich, Frankreich wird im Bölkerbundsrat durch Paul Boncour und Loucheur während der weiteren Sitzung vertreten fein.

M Lrmpo der Annäherung verlangsamt

fk. Paris, 17. Zuni. Zn einem Kom­mentar zu dem gestrigen Genfer Ergebnis spricht Pertinax von einem plötz­lichen Abbruch der Verhand ungen zwischen Stresemann und Briand. Briand hätte Stresemann wohl eine Ver­minderung der Rhrinkandbe»

Stnft'chlmid un» die Manöuw kommiisson

Der Genfer Korrespondent des »Petit P a r i s i e n" erklärt, dah Dr. Stresemann diesmal nicht mit leeren Händen nach Berlin zurückkehre. Als Erfolg des Reichs* auhenministers bezeichnet er die als sicher anzunehmende Aufnahme Deutschlands in die Mandatskommission, sowie das llebereinkommen in der Memel- frage. Das Ergebnis der Besprechungen des Bölkerbundsrates über das r u f s i sch e Problem faßt der Korrespondent dahin zusammen, daß dis auf Weiteres feder Staat seine volle Handlungsfreiheit beibehält und Thamberlain feine antirnf- sifche Politik allein fortführt.

.. Briand ist abgereist. Kurzerhand eieist, ohne formellen Abschied von tn Ratskvllsgen, wie man uns der­en in der allerübelsten Laune, mürrisch, ftnöpft und unwirsch. Die politischen güten behaupten, daß diese Stimmung iauds mit seiner Krankheit zu erklären Wohl möglich. Herr Briand ist et, er hat einen Aesselausschlag und e sehr starke Entzündung am linken je. Also ist seine Krankheit nicht po- ifjet Art, sondern eben eine wirkliche nheit. Aber es darf ungrscheut aus- Wchen werden: dieser Nesselausschlag diese Augenentzündung kamen dem izösischen Minister sehr gelegen. Das feine Weisheit, die wir aussprechen. :ift eine Behauptung, die allgemein uno allerorten aufgestellt wird. Es ließ nicht vermeiden, daß manches, was in fetzten Aussprache der sechs Mächte- titeier hinter den verschlossenen Türen Senf vor sich ging, langsam, aber von lju Tag, fast von Stunde zu Stunde, MMter sich gestaltend, in die neu» Ige Oeffentlichkeit Genfs drang. Sv sich nicht nur unter den nur mittelbar tiligten der Konferenz, sondern auch in Kreisen der aktiven Konferenzteil- ser selbst, eine Erkenntnis durchge- pr haben, die Herrn Briand viel von Glanz, der feiner politischen Persön- m anhaftete, nehmen will. Nie- i so deutlich wie heute soll sich nämlich eien haben, dah der französische enninister nicht das Sprachrohr des feilen Frankreichs ist, wie das ost x glaubhaft gemacht werden soll. Da- fvll keineswegs gesagt werden, daß : Irland nicht für das einzutreten ge- t, wofür er sich bekannte; dah er in 8» Herzen nicht das Friedensideal L dem er so große und schöne Worte zu leihen vermochte. Aber sein üensideal ist nur Briands Friedens» l Und in Paris lebt Herr Poincare, über diese Ideale ganz anders denst der französische Auhenminister, der als fetter dieses Kabinett Poincares in ? vertritt. In den früheren Räts­ln trat zuweilen der Mensch Briand Meinung. Heute und in diesen Ta- !ch man nur den Delegierten Pmn- «> die diplomatische Persönlichkeit Deichs mit den gebundenen Händen, gebundenen Marschrichtung. Herr stresemann hat auf einem Bankett, .'-^diesen Tagen in Genf ihm zu Ehren E«n wurde, mit Recht gesagt, daß sich Alitik nicht nur etwa auf den Para- ^en, sondern vor allem auf den Men» 5 wrszubauen habe. Er meinte mit ® Menschen wohl offenbar die Per- ^deiten, denen die Geschicke der Ra- in die Hände gegeben sind. Herr ^resemcmn kennt wohl den Menschen schätzt und ehrt wohl diesen -Mn. Aber er wird sich inzwischen ^gt haben, daß dieser Briand, dem ^menschlich nahe gekommen ist, nicht Möglichkeit ist, die Frankreichs Ge- ' und Frankreichs Politik lenkt. Wie ^ölkerbundskreise in Genf, wie auch Md auch er sich überzeugt haben, daß Mtikauf Menschen aufgebaut- den ^en Poincare vor allen anderen nicht Meßen kann. And wer von den ^unds-Habitucs, wer von uns in xchland kennt diesen Menschen Poin- " ®it alle wissen, was Briand zur ^-Politik sagt und was er Über sie -Dir alle aber wissen nicht, wie

Poincare diesem Gedanken von 5?° gegenüber verhält. Wie gesagt, Mensch Briand ist aus Genf plötzlich

Zu seinem Ministerpräsidenten, Mier noch Poincare heißt. Wo ist Md der Menschen, aus deren Herzen [C Polittk der Bölkerversöhnung, des hex Menschhest entringen soll?

Genf, 16. Juni. Im Verlause der heu­tigen Geheimsitzung richtete der Generalsekretär des Völkerbundes an den Rat eine durch Dudgetinteressen veranlaßte An­frage, wie er sich zur Ernennung eines deutschen Mitgliedes in die Man­datskommission stelle, die als möglich im Budget für 1927 vorgesehen sei. Der Rat hat beschlossen, die Anfrage der Mandats­kommission zur Aeußerung zuzu- leiten. Rach dem Verlaufe dieser Be­sprechung, der aus den Formalien des Be­schlusses nicht ersichtlich ist, handelt es sich, wie wir erfahren, bei der lleberweisung der Anstage" an die Mandatskommission selbst um einen Höflichkeitsakt dieser gegen» über. An einer Erledigu n g im Sinne verdeutschen Auffassung dürfte nach der einmütigen Stellungnahme der Rats­mitglieder nicht zu zweifeln sein.

Die Frage der Herabsetzung der Rheinlandbesetzung.

Das »Echo de Paris" will berichten können, daß B r ia n d im letzten Ministervat vor seiner Abreise nach Genf gemeinsam mit Kriegsminister Pain leve versuchte, die Herabsetzung der Stärke der DesatzungS- truppen im Rheinland durchzubrücken, d. h., die Genehmigung zu Konzessionen zu erhalten, die er Stresemann habe bewilligen wollen. Er habe aber damit keinen Erfolg gehabt. Einer seiner Kollegen habe ihm er» klärt, daß ein so folgenschwerer Beschluß, der die Räumung des Aheinlandes vorbereite, nicht leichten Herzens gefaßt werden könne. Briand habe dann aus seine Forderung nicht mehr bestanden. Anderseits habe Marschall Foch im Verlaufe des Besuchs, den er vor dem erwähnten Ministerrat Briand abstattete, diesem ein Memorandum übergeben, in dem die Gefahr jeglicher Schwächung der Armee­korps, die am Rhein ständen, ausgezeigt wurde.

Stresemanns Bericht.

Genf, 16. Juni. Reichsminister Dr. Stresemann als Berichterstatter über die Arbeiten der Weltwirt schafts- Konferenz gab in der heutigen Rats­sitzung in einer sehr ausführlichen Dar­stellung eine Würdigung der Arbeiten und der Ergebnisse dieser Konferenz, die er als eine der bemerkenswerte st en und erfolgreich st en Konseren- ze n bezeichnete, die jemals vom Völker­bund veranstaltet worden seien. In Be­zug auf den Handel stellte er fest, daß die Konferenz das Prinzip proklamierte,

der internationale Handel müsse von allen künstlichen Schranken und Hin- dernissen, von zu hohen Zöllen befreit werden.

Er forderte Vereinfachung und Verein­heitlichung der Tarife, größere Stabilität der Zollgesetze und Einführung einer ver­besserten Methode für den Abschluß von Handelsverträgen, sowie schließlich den stusenweisen Abbau der Zollschranken. Drei Wege führen zu diesem Ziele", so erklärte Dr. Stresemann,das indivi­duelle Vorgehen der Staaten bezüglich ihrer Tarife, das zweiseitige Vorgehen durch Abschluß vernünftiger Handelsver­träge und schließlich gemeinsame inter­nationale Aktionen". Aus dem Aufgaben­gebiet der Industrie hob der Minister die Bedeutung internationaler Industrieab­kommen zur Förderung bestimmter In­dustrien hervor. Ebenso stellte er fest, daß für die Erfordernisse der Landwirtschaft wichtige Empfehlungen gemacht worden sind. Der Völkerbund habe zahlreiche und verschiedenartige Ausgaben durch die Kon­ferenz neu auserlegt bekommen.

Der Rat wird daher zu gegebener Zett die Frage zu erörtern haben, wie seine Wirtschaftsorganisation ge­ändert oder ergänzt werden muß.

um sich diesen Neuaufgaben anzupassen." Dr. Streseman schlug vor, die Diskussion über diese Frage bis zum September zu vertagen.'Die Empfehlungen der Kon­

ferenz", so erklärte Dr. Stresemann,sind der Anfang, nicht das Ende der wirklichen Aufgaben." Reichsaußenminister Dr. Stresemann beantragte schließlich folgende

Entschließung:

Der Rat nimmt Kenntnis von dem Be­richt der Weltwirtschaftskonferenz.

1. Er spricht herzlichsten Dank aus dem Präsidenten Theunis, den Mitgliedern und Sachverständigen, die an der Konfe­renz teilgenommen haben, wie allen Or­ganisationen und Persönlichkeiten, die an ihrer Vorbereitung gearbeitet haben.'

2. Der Rat ist der Ansicht, daß die Kon­ferenz ihre Aufgabevollkommen durchge­führt hat, die in der Aufstellung von Grundsätzen und Empfehlungen, bestand wie am besten zu einer Verbesserung der Wirtschaftslage der Welt, besonders der­jenigen Europas, beigetragen werden kann, womit zugleich die friedlichen Be­ziehungen zwischen den Nationen gestärkt werden.

3. Der Rat lädt daher alle Länder und Regierungen ein, diesen Grundsätzen und Empfehlungen ihre größte Aufmerksam­keit und aktive Unterstützung zu ge­währen, die zur Erleichterung ihrer An­nahme und Durchführung erforderlich sind.

4. Der Rat behält sich zur Prüfung in seiner nächsten Tagung die Frage der Aenderungen vor, die tn Bezug auf die Ergebnisse der Konferenz wünschenswert erscheinen könnten, und lädt den Wirt­schaftsausschuß ein, in der Zwischenzeit sich in außerordentlicher Tagung zu ver­einen, um baldmöglichst in eine vorberei­tende Prüfung der Maßnahmen einzu­treten, wie auf Grund der Entschließun­gen der Weltwirtschaftskonferenz mit Be­zug auf Zolltarife und besonders auf die Vereinheitlichung der Zollnomenklatur ergriffen werden sollten.

In der Aussprache zu dem Bericht Stresemanns wurden die Ausführungen des Berichterstatters von dem hollän­dischen Außenminister van Blokland warm

(Fortsetzung siebe Seite 2.) -