WelgerKr(dasstuher kuchMsÄL)GbevlEn/->KnMches AevkünüigungsblM jur dKreisRarburg
Marburger raseSanzejgtt
Nr.MSLWrs.
Marbmg a. Lahn
SMA
Lanbeszeivma
®tt Anzeigenpreis beträgt für bat 10 gespalt. Zeilenmillüneter 0.08 klein« Baranzeige« 0.06 GM., amtliche und auswärtige Anzeigen 0.10 SM. B«i schwierigem Satz sowie bei Platz- Vorschrift 50°/, Aufschlag. — Sammeianzeige« 100 •/, Au> schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 SM. Jeder Rabatt gilt als Sarrabatt. Ziel 5 Tage. Beleg« werben berechnet, ebenso Auskunft durch die Seschäftsslell« und Zusendung der Angebote. <tv
füllungsort Marburg.
i Golbmark — Dollar.
Scnfng, 13. gmti 1927
SberhMche Zeitung
M Fberhefflsch« Zeitung" er- JLjt sechsmal wichentlich. Be» monatlich 2 GM. au* Ky. Zustellung«grbühr, durch ^PestLSö GM.Für etwa infolg« gttfH, Maschinen defekt« oder Gr«ignist« ausfallend« Irrsten wird Mn Ersatz g«.
Verlag v. Dr. §. Htheroth, ffgi der Unw.-Buchdruckerei b. a^, Ang- Koch. Markt 21/23. »msvrecher: Nr. 54. u. Rr. 55. «^schrckkontor Amt Frankfurt t®, Kr. 5015. — Sprechzeit ms Fedaktion on 10—11 und
»kl—1 Uhr.
Wliind mit der poWtn Rote nicht zufrieöen
Sie Beisetzung Woitows - Mnglnot fordert Abbruch »er biplomatifchen Beziehungen
Moskaus Antwort an die polnische Regierung.
Moskau, 12. Juni. Zn der heute tut polnischen Gesandten Patek über- richten Antwort auf die Note der polni- tzkn Regierung vom 9. Zuni nimmt die hvjetregierung mit Befriedigung Kennt- u von dem Ausdruck des Bedauerns der Mische« Regierung anläßlich der Er- ordung Woskows, erklärt aber diese nicht Wich als individuellen Akt eines Kchafinnigen ansehen zu können. Sie erachte diesen Mord als eine der Aeuße- Rtgen des systematischen Kampfes der «klen Mächte der Weltreaktion und der «edensgegener gegen die Sowjetunion ib e besitze zahlreiche Beweise für die uldsamkeit der polnischen Autoritäten Mnüber den die Sowjetregierung be- vvkrnden Organisationen und Perso, «, ja sogar für die direkte Unter- ltzung der letzter« in manchen Fällen, i der nächste« Zeit werde der polnischen Werung einige« Material zu dieser *gt vorgelegt werben. Ferner sei fest- M. daß der Mörder polnischer iaatsangehöriger sei. Die Sow- kzierung gibt ferner in ihrer Rote der »artung Ausdruck, daß die polnische tzierung alle nötigen Mahnahmen zur «sassenden Untersuchung der Angelegen- ir, zur Feststellung der Schuldigen und l Aufdeckung aller Fäden des Ber- *89, sowie zur raschen und strengen ikafung der Schuldigen, insbesondere ! direkte« physischen Mörders treffen id. Auherdem erwarte sie, dah die pol- k Regierung einen Vertreter der »letregierung zur Teilnahme am Um »chungsverfahren in diesem Prozeh zu- wird. Drittens fordert die Sowjet« irrung, dah die polnische Regierung, 1 die Sowjetregierung bekämpfenden «»isatiouen und Personen zur Ein- ihrer Tätigkeit auf polnischem zwiugt und sie aus Polen ausweist.
> sowjetregierung erwarte, dah die ^Iche Negierung ihr ohne Zögern die »recheude Mitteilung darüber machen
^ir Beisetzung Wojkows in Moskau.
io s k a u, 12. Juni. Der Sarg mit sterblichen Hülle Wojkows wurde nach "Eintreffen des von einer militäri- Eskorte begleiteten Trauerzuges auf ^"oten Platz auf einem Postament ge- dem Lenin-Mausoleum aufge- .Vertreter der Regierung, der Kom- Mischen Partei und der Eewerkschaf- melten Trauerreden, worauf der Sarg "vkow. Bucharin, Litwinow und am y Persönlichkeiten zum Bestattungs- der Kreml-Mauer getragen wurde.
Augenblick, wo der Sarg in die Gruft wurde, gaben die Geschütze Salut-
* ab. Bis spät in den Abend hinein viele Tausende von Demonstranten, .°iU Verstorbenen die letzte Ehre er- : ,eR wollten, am Grabe vorbei.
Frankreich und Rußland.
5$otis, 13. Juni. Scharfe Angriffe die russische Sowjet-Regierung rich- t gestern d°r frühere Kriegsminister Sinot in einer Parteiversammlung.
!^ot forderte den Abbruch der somatischen Beziehungen ^91 Frankreich und Rußland. Wem
an der Aufrechterhaltung der Ordnung in seinem Vaterlande ctroas liege, der müsse mit den Revoultionären in Moskau brechen. Maginot betonte, daß die russische Gesandtschaft in Paris nichts anderes sei, als ein Agent der 3. International«.
Die?»!gen des Moskauer Blaigerichts
Die Hinrichtungen in Moskau haben auch in Berliner politischen Kreisen sowie in den führenden Blättern aller Richtungen lebhafteste Beachtung gefunden. Man ist sich durchweg einig, daß das Borgehen der Sowjetbehörden, gleichviel von welchem Standpunkte man es ansieht, ein chwerer politischer Fehler war, der noch chwerwiegendere Folgen nach sich ziehen kann. Während die Presse der deutschen
Mittelparteien in ihren Kommentaren Rückschlüsse auf das Verhältnis Deutschlands zu Rußland zu ziehen vermeidet, macht sich in der Rechtspresse ein sehr auffälligen Abrücken von Rußland und dementsprechend ein Anwachsen der Sympathien für England bemerkbar. Am weitesten geht darin der „Berliner Lokalanzeiger", indem er schreibt: „Eine Regierung, die sich unter Verzicht auf jedes Gebot der Menschlichkeit und Gerechtigkeit nur mit solchen Barbaren am Ruder halten kann, ist ein für allemal gerichtet. Die Sympathien der Welt werden jedenfalls in dem Machtkampf zwischen Eng- alnd und Rußland nach dieser neuesten Massenhinrichtung sich selbstverständlich mehr und mehr der englischen Regierung zuwenden, die nun auch neben der Wahrnehmung ihrer eigenen Interessen die stärksten moralischen Beweggründe für ihr Vorgehen gegen Rußland in An-
SinanzmtiMtt KnmsmS Mich verunglückt
Beim Mtb, aut eine fndemde ArnßendnW auWtmgcn
München, 12. Juni. (Wolff.) Heute vormittag gegen 10 y2 Uhr verunglücke der bayerische Staatsminister der Finanzen Dr. Krausneck beim Einspringen in die Straßenbahn an der Arnulstraße am Starnberg Bahnhof in München tödlich. Er wurde mit schweren Verletzungen in. die Chirurgische Klinik eingeliefert, wo er inzwischen verstorben ist. Wie dem WTB. mitgeteilt wird, erfolgte das Ableben des Ministers schon fünf Minuten nach der Einlieferung in die Klinik, wahrscheinlich infolge eines Bruches der Halswirbelsäule.
München, 12. Juni . Zu dem tragischen Tode des Finanzministers Dr. Krausneck erfährt der Landesdienst des Süddeutschen Korrespondenzbüros noch folgende Einzelheiten:
Der Minister hatte versucht auf den Anhänger eines fahrenden Straßenbahnzuges aufzuspringen, wobei er stürzte. Der Finanzminister, der, wie bereitsgemeldet, keinerlei Ausweispapiere bei sich hatte, lag als unbekannter Toter -nach seiner Einlieferung in die Chirurgische Klinik bis nachmittags drei
Uhr. 2» der Zwischenzeit waren die Söhne des Verunglückten wegen des Ausbleibens ihres Vaters besorgt geworden und wandten sich direkt an den Ministerpräsidenten Dr. Heldt, um Erkundigungen anzustellen. Ministerpräsident Heldt tröstete zunächst die Angehörigen und zog hierauf direkt bei der Polizeidirektion Erkundigungen ein, wo ihm mitgeteilt wurde, dah in der Chirurgischen Klinik «in unbekannter Toter liege, der anscheinend den Ehrenring des Deutschen Museums trage. Dem Mi- nisterpräsidentten war es bekannt, daß Dr. Krausneck seinerzeit bei der Eröffnung des Deutschen Museums durch die Verleihung des Ehrenringes der Museumsleitung geehrt worden war. Er begab sich hierauf persönlich in die Chirurgische Klinik, um dort zu seinem jähen Schrecken seinen verunglückten Ministerkollegen zu erkennen.
Beileidstelegvamme an Ministerpräsident Held.
ff. Berkin, 13. Juni. Laut „Montag Morgen" haben Reichspräsident von Hindenburg und Reichskanzler Dr. Marx noch am Sonntag Beileidstelegramme aus Anlaß des tödlichen Unfalles des bayerischen Finanzministers iLr. Krausneck an den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held gesandt.
b
spruch nehmen kann." Auch die „Kreuzzeitung" erklärt: „Die neuen unerhörten Bluttaten, deren sich Moskau jetzt schuldig gemacht hat, können nur dazu beitragen, die Reihen der Gegner des bolschewistischen Regimes zu schließen und die Anti- Sowjet-Front zu verstärken."
Unpersönlicher betrachtet die „Germania", das Parteiorgan des Zentrums, die Vorfälle, in denen sie hauptsächlich ein Anzeichen für die Schwäche Moskaus sieht. Das Blatt schreibt: Wir sehen nicht, wieso die neuesten Bluttaten der bolschewistischen Polizei gegen wehrlose Gefangene, zum großen Teil gegen arme Teufel, die seit Monaten in Haft sind und die deshalb unmöglich eine Mitschuld an den jüngsten Attentaten in Petersburg und anderswo treffen kann, die Stellung der Sowjetregierung stärken könnten. Wir erblicken darin im Gegenteil ein Zeichen der Nervosität der Moskauer Machthaber, ein unfreiwilliges Schwächebekenntnis. Diese Nervosität ist aus mancherlei wunderlichen, zum Teil fast hysterisch anmutenden Aeußerungen hochstehender bolschewistischer Staatsmänner erkennbar geworden." Aehnlich äußert sich die „Vossi- sche Zeitung", indem sie feststellt: „Diese Terrvrmaßnahmen haben der Sowjet
regierung mit einem Schlag das moralische Prestige zerstört, das sie sich in ' en letzten Monaten des englisch-russischen Konflikts erworben hatte."
Sehr interessant ist die Ansicht des Moskauer Korrespondenten des „Berliner Tageblatt", der mit „unabsehbaren Folgen für die internationale Politik" rechnet. Er entnimmt dem Vorgehen der Sowjetbehörden, daß das Tischtuch zwischen der Sowjetregierung und England völlig zerschnitten ist und ein aggressiver Kurs ein« geschlagen wird und daß mit den Waffen, kriegerische ausgenommen, gegen England vorgegangen werden soll. Diese Taktik werbe aber jedenfalls eine für Rußland höchst ungünstige Wirkung auf die übrige bürgerliche Welt ausüben."
Fortschritt« iu de« englisch-ägyptische« Berhanplnngen?
fk. London, 13. Juni. Der ägyptisch« Ministerpräsident Sarwat Pascha hatte gestern abend eine länger« Unterredung mit dem britischen Oberkommissar Lord Lloyd. Man sieht in dieser Unterredung eine« Beweis für einen gewissen Fortschritt der Berhandlungen zwischen England und Aegypten, zumal der ägyptische Ministerpräsident ausgiebige Besprechungen mit den Oppositionsführern hatte.. . .
Sie MKtrbunMtagung
Die Sommertagung des Völkerbunds-' rotes, die soeben in Genf begonnen hat, verspricht in mehrfacher Hinsicht interessant und bedeutungsvoll zu werden. Dabei wird sich das allgemeine Interesse auch diesmal wieder mehr den politischen und diplomatischen Besprechungen, die in den Pausen zwischen den einzelnen Sitzungen stattfinden, zuwenden, wobei allerdings hervorgehoben werden muh, daß auch die offizielle Tagesordnung außerordentliche Probleme aufweist.
Was zunächst die Frage, an der Deutschland in erster Linie stark interessiert ist, die Rheinlandfrage nämlich, angeht, so wird man sich hüten müssen, hier die Erwartungen zu hoch zu spannen. Daß die Frage der Rheinlandräumung auf Grund des Artikels 431 des Versailler Vertrages von uns nicht zur Diskussion gestellt werden wird, ist schon seit längerem bekannt. Ein offizieller deutscher Schritt in dieser Frage wäre auch von vornherein zum Scheitern verurteilt, schon deswegen, weil die Voraussetzungen für einen Schritt formell noch nicht gegeben sind. Denn die Beseitigung der Ostbefestigungen ist zwar deutscherseits durchgeführt, aber man hat uns eine Bestätigung für die Erfüllung dieser letzten Entwaffnungsverpflichtung noch nicht erteilt. Die Frage der Verminderung der Besatzungstruppen wird zweifellos in den diplomatischen und politischen Gesprächen der Außenminister erörtert werden. Ob es möglich sein wird, eine Herabsetzung der Truppenzahl, etwa um die oft besprochenen 10 000 Mann zu erreichen, ist nicht so sicher wie es von manchen Seiten hingestellt wird.
Es ist selbstverständlich, daß die große« Politischen Fragen, die im Augenblick die Welt in Atem halten, Gegenstand der Politischen Diskussion in Genf sein werd«» Das Verhältnis Englands zu Rußland, der russisch-polnische Konflitt, und die Auseinandersetzungen zwischen Albanien und Jugoslawen. In maßgebenden Berliner politischen Kreisen beurteUt man die durch das Warschauer Attentat hervorgerufene Zuspitzung der ohnehin schon vorhandenen weltpolitischen Spannungen sehr ernst, doch glaubt man nicht, daß dieses Ereignis ernstere Konseguenzen nach sich ziehen wird. Auffallenderweise beurteilt man in Berlin den Konflitt zwischen Belgrad und Tirana viel ernster und hält ihn für ein die Ruhe Europas bedrohendes Ereignis.
Zu den Fragen, die im Rahmen der offiziellen Tagesordnung zur Sprache kommen, gehört vor allen Dingen die Memelbeschwerde. Ferner wird die Frage oes polnischen Munitionsdepots auf der Wester- Platte bei Danzig zur Erörterung kommen. Sehr zu begrüßen ist es, daß die Frage der Luftfahttlisten in letzter Stunde von der Tagesordnung abgefetzt werden konnte. Die Botschafterkonferenz hat sich — ein seltener Fall — hier einmal überzeugen lassen, daß ihre Forderungen bezüglich einer Sonderkontrolle der deutschen Luft- fahtt unberechtigt gewesen sind.
StitlMc Kriegsschiffe in «dingen
Danzig, 12. 3um. Wie die .Danziger Zeitung" meldet, traf gestern in Gdingen ein aus dem U-Doot-Mutterschiff „Eleeto" und vier tl-Booten der H-Klasse bestehendes englisches Geschwader ein. Aamens des polnischen Flottenkommandos wurde es von einem Marineoffizier begrüßt. Darauf stattete das englische Flottenkommando dem Kommandierenden der polnischen Flotte sowie dein Seeküsten - ©taroftetr und dem Gedinger Bürgermeister einen Besuch ab. Einige englische Offiziere begaben sich auf Einladung des Marschals Pllsudski nach Warschau, wo sie sich voraussichtlich zwei Tage aushalten werden. Gestern abend wurde zu Ehren der englischen Offiziere vom polnischen Flotten- kommando auf einem polnischen Kriegsschiff ein Gssen gegeben.