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Marburger

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Statt klarer

zu werden, wird die Lage

SB.nZ6Z.3mt6. Marburg a. Lahn

9a rdqetgenprei« beträgt für d« 10 gestalt. StUettmUItaetet 0.08 SM., kleine Baranzeigen 0.00 GM„ amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bel schwierigem Sa- sowie bei Platz- Vorschrift 60°j, Ausschlag. —

Mnerslag,.

Hfl 9. amt 1927

zu führen, die Moskau unter erkennen.

jeden Angriff auf die Sowjetunion zu «er, leidigen wissen. Die Sowjetregierung be­absichtige. die Rote Armee auf MO 000 Mann zu verstärken. Es sollten 350 neue Flugzeuge gebaut werden. Für die Aus­rüstung der technischen Truppenteile wür­den acht neue Fabriken gebaut, die ledig­lich Kriegsmaterial Herstellen solle«.

S bei Stresemann in Ba- polttifch« B

schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 GM. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Beleg« Verde« berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark = V-,,Dollar.

Leningrad. 8. Juni. Gestern in später Abendstunde betrat ein Unbekann­ter den Saal des Eeschäftsklubs, in dem eine Sektion des Leningrader Diskussions­klubs der kommunistischen Partei eine Mit­gliederversammlung abhielt, und warf eine Bombe. Gleich darauf wurde von einem anderen Unbekannten eine zweite Bombe geworfen. Durch die Explosionen wurde der Raum zerstört und 26 Teilnehmer der Bersammlung erheblich verwundet, so daß sie sofort ins Krankenhaus gebracht wer­den muhten. Auherdem gab es einige leich­ter verletzte. Die beiden Täter, die ihren Rückzug mit Revolverschüssen deckten, ent­kamen.

Russenverhaftungen in Warschau.

Warschau, 8. Juni. (WTB.) Im Zu­sammenhang mit der Ermordung des sow­jetrussischen Gesandten Wvjkow wurden nach der „Abendpvst" in Warschau und in Wilna Haussuchungen vorgenommen, wobei 35 Aussen verhaftet wurden, dar­unter hervorragende Mitglieder der russi­schen Emigrantenkolonie, sowie der Prä­sident der russischen Emigration, Gorlow, der hiesige Vertreter des Großfürsten Ni­kolajewitsch, ein ehemaliger zaristischer General, Grundbesitzer und andere. „Prze- glond Wieczorny" betont, daß diese Ver­haftungen durch die bisherigen Ergebnisse des Mordfalles nicht gerechtfertigt wären. Die Aeberführung der Leiche WvjkowS nach Moskau erfolgt erst Freitag morgen.

Die Rote Armee kampfbereit.

Riga,?. Juni. Bug Moskau wird ge­meldet, dah der Kriegskommissar Woro­schilow drei Tagesbefehle, uämlich a« die ukrainische Garnison, an die baltische und die Schwarzmeerflotte veröffentlicht hat, in denen es heiht, dah die Rote Armee zum Kampfe bereit sei. Die Truppen der Ro­ten Armee standen i« ihrer Ausbildung höher als diejenigen der zarifchen Armee vor dem Kriege. Die Fliegertruppen feien auf der Höhe ihrer Leistungen und würden

Als erste Etappe für den von Chamber­tin und Levine geplanten Rundflug durch Europa ist München ausersehe« worden. Rach den bisher getroffenen Dispositionen werden die beiden amerikanischen Flieger von Berlin am Sonntag früh nach Mün­chen fliegen und da nach Wien. Rach drei­tägigem Aufenthalt in Wien wird die Rückehr nach Berlin erfolgen, wo am Donnerstag, den 16. Juni die Frauen der beiden Ozeanflieger eintreffen sollen. Die Deutsche Lufthansa hat für Freitag, den 17. Juni eine Festvorstellung im Staat­lichen Schauspielhaus zu Ehren der Ozean­flieger angesetzt.

Schurmann an Dr. Stresemann.

Berlin, 8. Juni. (WTB.) Der ame­rikanische Botschafter Schurman hat an Reichsminister Dr. Stresemann das folgende Antwortschreiben auf die Glückwünsche des Rsichsaußcnmmisters zu dem Transozeanflugs gerichtet:

„®arf ich Sie bitten, meinen aufrichtig­sten Dank für Ihr Glückwunschtelegramm anläßlich der Vollendung des ersten Aero--

NaS SaMntentr MWlk

Bor wenigen Tagen maß die große Oef- sentlichkelt des Auslandes dem Besuch

planfluges von den Vereinigten Staaten nach Deutschland entgegenzunehmen. Die prachtvolle Aufnahme, die diese amerikanischen Flieger in Deutschland ge­funden haben und die begeisterte Würdi­gung, die diese Begrüßung in den Herzen meiner Landsleute hervorgerufen hat, las­sen keinen Zweifel darüber aufkommen, daß das Hauptergebnis dieser großen Tat die Verstärkung der Bande der Freundschaft und des guten Willens ist, die glücklicherweise zwischen unseren beiden Völkern bestehen."

Glückwunschtelegramm Kapitän Königs an Chamberlin.

Bremen, 8. Juni. (WTB.) Kapitän Paul König, der im Weltkrieg mit dem Unterseeboot „Deutschland" die Reise nach Newhork zurücklegte, richtete über die ame­rikanische Botschaft an Chamberlin fol­gendes Telegramm: „Zu dem gelungenen Flug Amerika—Deutschland aufrichtigste Glückwünsche. Ich freue mich herzlich, dah unser deutsches Volk dem kühnen Flieger denselben begeisterten Empfang bereitet hat, den mir die Nation der Vereinigten Staaten bot, als ich den Weg durch den Ozean unter Wasser durchquert hatte."

Vombenatteutat in Leningrad

SWtMtWtungm in NfltMfl

gegen den Bolschewismus zusammen mit denen sein Programm, ohne mit einer Decke zu stecken, an-

Ar Zagt In Mm

Paris, 8. Juni. Der „Information" wird aus Peking berichtet: Die Konferenz der ver­schiedenen militärischen Führer wird einen baldigen Waffenstillstand und eine durch einen provisorischen Kompromiß ge­regelte politische Lage herbeiführen. Tschang Tso-lin wünscht eine Nationalversammlung einzuberufen: er erinnert daran, dah er sich niemals den Grundsätzen Sun Bat-sens wider­setzt habe. Er sei entschlossen, den Kampf

LMmbttlin fliegt über München nach Wien

Empfang durch len -leiüMrMenlen uni Reichskanzler

Tschitscherin den-Baden eine politische Bedeutung bet, die wett über das Maß des Tatsächlichen

^dberhefsts-h« «■ ffrh,« sechsmal wöchentlich. Ve- «zspmis monatlich 2 SM. aus- Meßl. Zustellungsgebühr, durch 11 H«P»stL25 DM.Für etwa infolge Atmtks, M-fchtnend«fekt« oder ^urentarer Sreigniff« ausfallend«

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hinausreichte. Man wollte von einem neuen Schachzug Tschitscherins wissen, der sich gegen die englisch« Politik wendet, und anderes mehr. Inzwischen startete in Newhork der amerikanische Flieger Chamberlin mit Herrn Levine zum Füig über den Ozean nach Deutschland. Die Meldungen über die Durchführung des Kund sein« schließliche Notlandung tbus nahmen dann in zunehmendem Maße die Aufmerksamkeit der Oeffentlich- keit in Anspruch, so daß die Tatsache des Eintreffens Tschitscherins in Baden-Baden am Pfingstmontag ohne großes öffentlicher Aufsehen vor sich ging. Am Dienstag war Tschitscherin Gast Stresemanns, der zu seinen Ehren ein Frühstück veran­staltete. Inzwischen sind beide wieder von Baden-Baden abgereist, nachdem sie vorher nicht versäumt haben, das übliche nichts­sagende Communiqus in die Welt zu setzen. Der ausländischen, insbesondere der fran­zösischen und englischen Presse gibt di« Zusammenkunft der beiden Staatsmänner ledenfalls wieder hinreichend Gelegenheit, ihrer Phantasie und ihrer politisch-diplo­matischen Kombinationsgabe freien Lauf zu lassen. Um so notwendiger ist es, nüchtern und klar darzustellen, was diese Zusammenkunft veranlaßt hat.

Tschitscherin begibt sich nach mehr- wöchentlichem Aufenthalt in Südfrankreich nach Moskau zurück, um die außenpolitische Führung Sowjetrußlands wieder selbst in die Hand zu nehmen. Er hat versucht, mit Briand eine Unterredung herbeizu­führen, um die russisch-französischen Be­ziehungen in ein lebendigeres Verhältnis zu bringen. Zwischen Frankreich und Ruß­land besteht bekanntlich kein Handelsver­trag, weil die Frage der russischen Vor- kriegsschulden gegenüber Frankreich noch keine Regelung gefunden hat. Ohne ver­tragliche engere Beziehungen lag also «in zwingender Grund für eine russisch-franzö­sisch« Aussprach« aus Anlaß des Aufent­haltes Tschitscherins in Frankreich nicht vor.

Anders liegen die Dinge für Deuts ch- land. Wie der Rapallo-Vertrag sozusa­gen den Anknüpfungspunkt für einen Han­delsvertrag zwischen beiden Ländern bildet, so steltt der spätere Berliner Vertrag le- drglich die Grundlage für die deutsch-russi­schen Wirtschaftsbeziehungen dar, ohne daß er alle Fragen eines deutsch-russischen Wirtschaftsverkehrs restlos umfaßt. Aus der Anwendung der einzelnen vertraglichem Bestimmungen ergeben sich also in der Praxis die Fragen, die bisher ungeklärt blieben. Hier Unebenheiten zu bvseitrgen, den Rahmen des Vertrages also dem Be­dürfnis des wirtschaftlichen Verkehrs an- zupassen, mußte verabredungsgemäß Gegen­stand weiterer Besprechungen bleibem.

ES war nur zu natürlich, daß Tschit-' scherin vor seiner Rückreise nach Moskau die Gelegenheit wahrnahm, mit Stresemann über die verschiedenen mit der Zeit aufge­tauchten Fragen zu sprechen. ES müßte beunruhigend auch für die Nachbarländer Deutschlands sein, wenn Tschitscherin ohne «ine solche Rücksprache nach Moskau zurück­gekehrt wäre.

Ju England möchte man trotzdem die­ser Baden-Badener Aussprache zwischen Stresemann und Tschitscherin ein« größere außenpolitische Bedeutung beimessen, da nach englischer Auffassung Tschitscherin wohl versucht hat, so meint wenigstens die „Westminster Gazette", „das deutsch- russisch« Band enger zu knüpfen". Der „Daily Telegraph" beruhigt sich über diese deutsch-russische Aussprache schließlich mit dem Hinweis daraus, „daß die Ratstagung in Genf Chamberlain, Briand und Stre- jemann Gelegenheit zu einer Aussprache in dieser außerordentlich gespannten Zett bieten werde."

Man sollte sich in englischen Kreisen, wo man doch sonst Politik mit kühlem Verstand zu machen gewöhnt ist, ernstlich die Frage vorlegen, welcher Art wohl da» „deutsch-russische Band" sein könnte, das dis englische Politik irgendwie zu beun­ruhigen in der Lage wäre. Wenn man allerdings in England immer noch gehofft haben sollte, daß Deutschland sich einseitig in «ine Mächtegruppierung hinüberziehen lassen Hin rote, die ßch gegen Rußland wen-

in China mit jedem Tage verwirrter und komplizierter. Selbst in den Kreisen der ftemden Gesandtschaften in Peking scheint man nicht in der Lage zu sein, einen einigermaßen klaren Ueberblick über die Entwicklung zu gewinnen. Das beweist deutlich die Tatsache, daß nach den neue­sten Meldungen die amerikanische Gesandt­schaft nun doch noch in Peking bleiben wird, obwohl sie vor einigen Tagen erst die Anweisung erhallen hatte, nach Tientsin überzusiedeln. Klar erkennbar ist nur das Eine, daß die Südtruppen unaufhaltsam vorrücken und neuerdings durch den An­schluß des Tupans der Provinz Schansi an General Dschangkaischek nennenswerte Verstärkungen erhalten haben, die es ihnen wenigstens militärisch ermöglichen dürften, in absehbarer Zett Peking mit Waffen- gewall zu erobern. Ob die politischen Verhältnisse ein solches Vorgehen ermög­lichen werden, wird letzten Endes von der Haltung Japans abhängen und davon, in welchem Umfange die Regierung in To­kio Sicherungen für ihre mandMlrffchen Interessen verlangen wird. ,

Dachmittags fuhren die beiden Flieger lch dem Tempelhofer Feld, um sich um «t Mmchine zu kümmern.

Ä Ehren der amerikanischen Flieger mbetlin und Levine, gaben der Reich-- Wler und Frau Marx nachmittags einen ttpfang. zu dem Reichsminister Strese- 1 »im. Reichsminister Schiele, Reichs- mister Koch, der preußische Justizminister t. Schmidt, mehrere Staatssekretäre des eiches und Preußens, der Polizeipräsi- ■ int von Berlin ^öigiebel, Vertreter der eichszentralbehörden, der Luftfahrtkreise »d der Presse erschienen waren. Nachdem n amerikanische Botschafter Schurmann 's-beiden Flieger vorgestellt hatte, be- iuckwünschte sie Reichskanzler Dr. Marx , > ihrer kühnen Tat und gab der Hoffnung ilsdruck, daß ihre überragende Leistung “e neue Brücke zwischen dem amerikani- und dem deutschen Bolke sein möge.

.Berlin. 8. Juni. Chamberlin erklärte ll>ein Mitarbeiter des „Lolakanzeigers" ' S-: „Ich bin von der deutschen Reichs- : "upistadt ganz entzückt. Die größte Be- EPerung der Bevölkerung hat uns bei ^erer Landung tief gerührt. Ich werde ’ meinem ganzen Leben immer mit stol- E' Freude an die Augenblicke zurückdenken, ? tonen ich im Mittelpunkt dieser Doa» fc^en stand. Ich bitte das Publikums Mins um Entschuldigung für die $et= "ttitR. Sie können mir glauben, daß ich ^.Freude daran hatte, den Tausenden schlaflose Nacht und anschließend einen gieren ganzen Tag des Wartens zu ver- "mchen.- Es war ein böses Mißgeschick, *5 meine und somit die Pläne des Ber-

Publikums durchkreuzte. Uebrigens ^dringe ich meine sehr beschränkte freie mit dem Unterzeichnen von Ansichts- Ich glaube, daß ich annähernd £?. Autogramme gegeben habe. Wenn so weiter geht, werde ich noch Echrift-

^ewyork hat man den Fliegern für das gjgi des Rückfluges 100 000 Dollar H**b«li« nimmt die Einladung Wie«»

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Lf- Wien, 9. Juni. Die Fremdenver- r~5fommiffton richtete an Chamberlin ^^Telegramm, in dem sie ihrer Freude ^et Ausdruck gibt, daß er ihre Einla- angenommen hat ugj» Wien besuchen

Berlin, 8. Juni. Der Reichspräsident Mpfing heute vormittag die beiden lmerikaflieger Chamberlin und Levin, hie von dem amerikanischen Botschafter ein« Mhrt wurden, und ließ sich von ihnen »inzelheiten über ihren Flug von Rew- yoik nach Deutschland erzählen. Er be- Mckvünschte die beiden Herren herzlich zu fter überragenden Leistung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die kühne Tat ein gutes Vorzeichen für die weitere Annähe­rung der beiden großen Völker sein werde, llz Andenken überreichte er ihnen sein M mit Unterschrift in silbernem Rah­nen.

Als die beiden Flieger zum Besuch des ieichspräsidenten die amerikanische Bot- ijaft verließen, brach die wartende Menge k unbeschreiblichen Jubel und ununter­rochene Hochrufe auf die Flieger aus und weitete den Wag<t bis zum Reichsptäfi- entenpalais. Als Chamberlin und Le­ine nach dem Empfang das Palais wieder irließen, folgte die begeisterte Menge dem utomobil mit den Ozeanfliegern wieder »zur amerikanischen Botschaft. Ununier- rochen wurde Chamberlin und Levine ge- Wen. Endlich zeigten sich beide an Fenster X 8d winkten der Menge zu, die ihnen IIN- - kt aufs neue stürmische Ovationen dar- . Wachte.

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