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Hierauf wurden die amerikanischen Flieger in einem Auto unter dem rasenden Beifall der Menge um das Flugfeld herumgeführt, damit auch jeder einzelne Gelegenheit haben konnte,
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LanbeZZeitung
Mittwoch, den 8.8mri 1927
Nr. m 62. Mhlg. Marburg n. Lahn
Der Anzeigenpreis beträgt für den 10 gespalt. Zeilemnillimeler 0.08 GM., kleine Baranzeigen 0.06 GM., amtliche und auswärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Sah sowie bei Plah- dorschrift 50°/, Aufschlag. — Gammelanzeigen 100 % Auß schlag. Reklamen der Milltm.
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amerikanische Volk ist stolz auf Sie. Wir alle beglückwünschen Sie voller Begeisterung und grühen Sie als den vom Himmel kommenden Sendboten des guten Willens und der Freundschaft vom amerikanischen Volke zum deutschen Volke, die über den Ozean hinweg im 18. und 19. Jahrhundert als Freunde vereint waren und jetzt, gebe der Himmel, durch die Luft im 20. und all den kommenden Jahrhunderten einander noch näher gebracht werden. Ich bin höchst erfreut, daß Sie und der Begleiter auf Ihrem Fluge, Herr Levine, in Deutschland in so vorzüglicher Verfassung eintreffen und ich bitte Sie beide, mich in die amerikanische Botschaft zu,begleiten als meine Gäste.
Namens der deutschen Heeresleitung wurden die Flieger durch General von T s ch i s ch w i tz begrüßt.
öbechMsche Zeitung
Vst »Otet&eflW« Sdhtng* «. scheint sechsmal wöchentlich. Be- zvgsprets monatlich 2 GM. au* schließt. ZuslellungSgrbübr, durch di«P«stL2S GM.Für etwa lnfolg, Sttelks, Maschinen defekt- oder elementarer Lreigniff« ausfallend« Kummer» wird teta Ersatz geleistet. Verlag d. Dr. §. -itzervih» Druck der Univ.-Buchdruckerei d» Zoh. Aug. Koch, Mark« 21/23. Fernsprecher: Rr. 54. n. Rr. 65. Postscheckkonto: Amt Frankfurt e. W. Rr. 5015. — Sprechzeit der Redaktion von 10—11 und
Uhr.
die amerikanischen Flieger von der Nähe aus zu sehen. Schließlich wurden sie in die Dircktionsräume geleitet, wo die Mutter Chamberlins fett einer halben Stunde ein Ge-
minister Z a l e s k i, der Chef des diplomatischen Departements S w i t a l s k i. Wojkow starb um 10.45 Uhr. Der Täter Boris K o w e r d a ist 20 Jahre alt und Schüler des Gymnasiums in Wilna. Bei dem Attentat soll er gesagt haben: „Das ist die verdiente Strafe für.das internationale Rußland. Wir wollen ein nationales Rußland." Marschall Pilsudski und sämtliche Mitglieder der Regierung haben Kondolenzkarten der russischen Gesandtschaft abgegeben. Ferner erfahren wir, daß Wojkow keinen Schutz gehabt hatte, da er nie einen solchen für sich beansprucht hat. Die Regierung ist zu einer Beratung zusammengetreten, um sich schlüssig zu werden, vor welches Gericht der Täter gestellt werden soll: wahrscheinlich wird er von einem Standgericht abgeurteilt werden./
Der Eindruck in Moskau.
Rach Meldungen aus Moskau wurde die Sowjetregierung von der Ermordung Wvj- kows durch Radio verständigt. Der R a t der Volkskommissare Hai sofort eine Sitzung einberufen, Beschlüsse sind bisher jedoch noch nicht gefaßt worden. Der Auhenkommissar T s ch i t s ch e r i n ist sofort von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt worden. Don der Sowjet- regierung wird eine Rote an die polnische Regierung ausgearbeitet werben. Der polnische Gesandte in Moskau, P a t e k, hat der Sowjetregierung sein Beileid zum Ausdruck gebracht. Der Gesandtschaftsrat bei der Warschauer Gesandtschaft, U l i a n ow, ist angewiesen worden, die Geschäfte des Ermordeten zu übernehmen. Der Oeffentlichkeit wurde die Ermordung Wojkows durch Extrablätter bekanntgegeben. In den Straßen Moskaus ftn- den zahlreiche Meetings statt. Heute abend soll eine Gedenkfeier für Wojkow abgehalten werden, an der Mitglieder der Regierung und des zentralen Dollzugskomttees teilnehmen werden.
Die polnische kommunistische Partei hat einen Aufruf gegen Pilsudski veröffentlicht: in der Preffe dieser Partei wird die sozialistische Partei Polens der Anstiftung zur Ermordung Wojkows beschuldigt.
Bürgermeister S ch o l tz entbot den Gruß der Stadt Berlins Der Vorsitzende des Reichsausschusses für Leibesübungen, Exzellenz v. L e w a l d , überbrachte die Willkommens- grllße des deutschen Sports: Generaldirektor Dr. v. Strauß, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Lufthansa, begrüßte die amerikanischen Flieger namens der Deutschen Lufthansa.
Hierauf richtete der amerikanische Botschafter Sch urman an die Flieger folgende Ansprache: „Ein Wollkomm dem Flieger, der den ersten ununterbrochenen Flug von New- york nach Deutschland vollf: yrt und die bisher größte Strecke in einem ununterbrochenen Fluge zurückaelegt hat. Indem Sie diese wundervolle Fliegertat vollführt haben, haben Sie gleichzeitig unseren Blick für die Möglichkeiten menschlichen Könnens erweitert. Wir Amerikaner hier sind stolz auf Sie, das ganze
I spräch von Newyork nach Berlin angemeldet I hatte, um ihren Sohn persönlich telephonisch I auf dem Tempelhofer Flugplatz begrüßen zu I können. Im Auto des amerikanischen Bot- I schafters fuhren die beiden amerikanischen I Flieger dann nach der hiesigen amerikanischen I Botschaft, wo sie wohnen werden.
Ai der nmtritanfltften Botschaft
In dem Auto, das die Flieger zur Botschaft brachte und das mit einem mächtigen Lorbeerkranz geschmückt war, saßen Charn- berlin und Levine zur Rechten und zur I Linken des amerikanischen Botschafters Echurman. Voraus fuhr ein mit Schupooffizieren,besetzter Wagen. Die Einfahrts, straßen, die zur amerikanischen Botchaft am Wilhelmsplatz führen, wo Chamberlin I 18.58 Uhr eintraf, waren
di<N besetzt mit einer unübersehbare» Menschenmenge,
durch die sich die Hochrufe und das Tücherschenken wie durch eine lebendige Mauer I fortpflanzen. Der Polizeikordon wurde im
Nu durchbrochen und die begeisterten Menschen drängten sich bis an dke Automobile heran. Chamberlin und Levine mit ernsten Gesichtern neben dem über das ganze Gesicht strahlenden Botschafter dankten sichtlich bewegt für die begeisterten Ovationen des Publikums. Die Menge stürmte vor die Botschaft, wo sie den amen» kanischen Fliegern solange Ovationen bereitete, bis Chamberlin und Levine auf dem Vorbau über dem Parterreportal der Botschaft erschienen. Chamberlin erschien im Fliegerdreß, Levine im Straßenanzug. Die Menge brach immer wieder in stürmische Hochrufe aus, auch nachdem die Amerikaner wieder ins Zimmer zurückgetreten I waren.
s In der Botschaft fand dann ein kurzer Presseempfang statt. Bevor die einzelnen Pressevertreter ihre Fragen stellten, wur-
| den die beiden Flieger gemeinsam m'it dem Botschafter mehrfach photographiert.
Chamberlin gab dann auf die an ihn gerichteten Fragen freundlich Auskunft, lieber die am meisten interessierenden näheren Umstände seines Fluges äußerte er sich jedoch nicht. So antwortete er auf die Frage des Vertreters der T.-U., welchen Weg er denn von England nach Deutschland genommen habe: „Ich weiß es nicht; ich konnte nichts sehen." Auf dis Frage, ob er nur nach dem Kompaß geflogen sei, oder sich an die Leuchttürme der französischen Küste gehalten habe, antwortete er, er habe nur den Kompaß gebraucht. Humorvoll beantwortete er die Frage, ob er nach Amerika zurückfliegen wolle: „Ja mit dem Schiff."
Weitere Feierlichkeiten.
Bisher ist folgendes Programm der Berliner Feierlichkeiten und Empfänge zu Ehren der amerikanischen Flieger bekannt:
Am morgigen Mittwoch ftndet voraussichtlich mittags ein Empfang beim Reichspräsidenten und darauf beim Reichs. Kanzler statt. Am Abend wird der amerikanische Botschafter S ch u r m a n den beiden kühnen Fliegern ein Essen geben, nachdem bereits am Morgen desselben Tages ein Pitesseempfang in der amerikanischen Botschaft stattgefunden haben wird. Außenminister Dr. Stresemann wird am Donnerstag den bei- den Fliegern ein Frühstück geben, während der A e r o l l o y d ebenfalls Donnerstag zu Ehren der Flieger einen Tee veranstalten wird. Für Freitag mittag ist ein Empfang durch die Stadt Berlin vorgesehen und für abends eine feierliche Veranstaltung des Reichsver- Kehrsministers. Am Sonnabend werden die beiden Atlanttkflieger Gäste der Deutschen Lufthansa sein. Nähere Einzelheiten und die genauen Zeiten der Veranstaltung sind noch nicht bekannt.
Die amerikanische Presse zum Fluge Chamberlins.
Newhork, 7. Juni. (WTB.) Die Blätter berichten außerordentlich ausführlich über die Einzelheiten der letzten Phasen des Columbia-Fluges und der
Warschau 7. Juni. Der Sowjetgesandte Woskow, der bei dem Attentat acht Schußwunden erhalten hatte, ist um 10.40 Uhr im Hospital gestorben.
Dos amtlicke Communiqus bringt noch bifolgenden Enzelheiten über das Attentat. Wojkow ist um 10 Uhr vormittags auf dem Hauptbahnhof erschienen, um den russischen Geschäftsträger in London, Rofengolz, der auf der Reise nach Moskau in Warschau eingeirof- fen war, auf seiner ferneren Reise zu begleiten. An die beiden sowjetrufsischen Diplomaten ist, während sie auf dem Bahnsteig hin und her gingen, ein junger Russe herangetreten, der dann" einen Revolver zog und acht Schüsse auf Wojkow abfeuerte. Wojkow wurde in die Brust getroffen und vor allem in der Lunge schwer verletzt. Der Attentäter wurde festgenommen. Er heißt Boris Kowerda und ist 19 Jahre alt. Aus dem bisherigen Verhör ergibt sich, daß das Attentat aus politischen Gründen verübt wurde.
lieber die Vorgänge werden noch folgende Einzelheiten berichtet: Um 9.40 Uhr wollte Wojkow nach Moskau abreifen und promenierte vor Abgang des Zuges noch auf dem Bahnsteig. Plötzlich trat ein junger Mann in dunkelblauem Anzug an ihn heran und begann ein Gespräch, das mehrere Minuten dauerte und sehr lebhaft war. Wojkow machte eine ungeduldige Gebärde und wandte sich von ihm ab, worauf der Jüngling einen Revolver zog und acht Schüsse abfeuerte. Wojkow drehte sich um, zog ebenfalls einen Revol - d e r und gab vier Schüsse gegen den Täter ab.
Es entstand ein regelrechtes Gefecht,
in dessen Verlauf Wojkow in die Brust getroffen wurde und zu Boden sank. Er wurde sofort in ein Krankenhaus überführt, wo er von Prof. S a w i k i operiert wurde. Während der Operatton erschien der Außen
Der Mord in Warschau
Kn vottttjchcs Attentat
Ist Bkgräßung
Sitlin, 7. Juni. Die amerikanischen "Her wurden durch Reichsminister Dr. ^rtius mit folgenden Worten begrüßt: ^mens des deutschen Volkes heiße ich Sie in $ deutschen Reichshauptstadt herzlichst will- p.men und beglückwünsche Sie und ihre zu Ihrer bewunderungswürdigen Mung. Die Bedeutung Ihres Fluges für die Endung zwischen dem amerikanischen und deutschen Volke für die stetige An- .‘itiimg unserer Völker haben der Reichs- ^!>dent und der Reichskanzler in ihren ^igen Begrüßungstelegramm hervorge- ?en- Lassen Sie mich den allgemeinen Wert "es Fluges aussprechen: Es ist Bestimmung " Menschheit, sich die Kräfte der Natur zu machen, um allen bessere Daseins
“•ngungen zu verschaffen und friedliches Ain der Nationen um höhere Kultur zu er- e.n' Auf dem Wege zu diesem Ziele Sie eine neue Etappe gewonnen. Daß die neuen Grenzzeichen menschlicher ^"^gsfcihigkeit in deutschen Boden gesteckt >u deutsche Herzen eingeschrieben haben, $uf sind wir stolz, dafür danken wir Ihnen " Herzen. Nochmals herzlichst willkommen." hierauf bewillkommnete Staatssekretär Dr. ^^chubert die Fliege^: „Willkomen des Deutschen Auswärtigen Amtes,
Chamberlin in Berlin gelanbel
StgtMmig durch die ReW. und ölaatsbedörden — Burd plant einen dritten Transozeanflug
kn g a h r vorn Reichsministerium des In- stut, Vertreter der Heeres- und der Ma- Btefcitung, sowie die Direktoren der Deut- ’ hen Lufthansa und die Leitung der Flug- 3°M Lkngesellschaft eingefunden. Bach kur- Rundflug über Berlin und seine Vor- tte fuhr das Flugzeuggeschwader auf urdwestlicher Richtung zurück und kreiste M8 Uhr wieder über dem Flughafen. *e Sirene des Flughafens begann zu er« ’nen, die Begeisterung der versammelten Menschenmenge war ungeheuer. In 200 •Wer Höhe flog Chamberlin gegen .sÄ Uhr noch eine Ehrenrunde über dem pughafen, um schließlich 17,*55 Uhr unter Jubel der Berliner Bevölkerung auf Flugplatz Tempelhofer Feld latt zu landen.
Berlin. 7. Juni. (TU.) Nachdem das Flugzeug Chamberlins über Nacht vollständig repariert worden war. flog Cham- berliu um 12,45 Uhr von seiner Landungsstelle kn Klinge zunächst nach dem Flughafen Cottbus, wo er nach einem Rundflug um die Stadt landete.
Um 16,17 Uhr startete Chamberlin und Levine dann zum Fluge nach Berlin. 6ie wurden von 14 Flugzeugen der Luft- lanfa und der Fliegerschule in Straaken stakstet. Auf dem Flugzeugrumpf ist an das Wort „Newhork", das allein darauf- fiand, noch „Berlin-Cottbus hinzugefügt looiden.
Um 17,27 Uhr wurde das Flugzeug Khamberlins vom Flughafen Tempelhofer selb s, wo sich eine unübersehbare 1 itenfchenmenge angesammelt hatte, gesich- et Das ganze Geschwader erschien Wenge Minuten darauf unter brausen- ■em Jubel der Menschenmenge bei dem Flughafen und kreiste cnn über Berlin. Neben zahlreichen rominenten Persönlichkeiten hatten sich nur em Tempelhofer Flughafen der ameri- mische Botschafter Schur man, Reichs- »irtschaftsminister Dr. C u r r i u s als Berber der Reichsregierung und Ober- tgermeister Dr. B o e ß als Vertreter t Stadt Berlin, des to-?tteror Staats- ' ftetär v. Schubert, Ministerialdirektor
2 iran Ben Burg vom Reichsverkehrs- inisterium, der Chef der Pressestelle der ^ichsregierung Ministerialdirektor Dr. Lchlin, Ministerialdirektor Dr. Pel-
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fen*1 unsterblichen Erfolg erblickt ein der Kunst, Schwierigkeiten zu über- £;en und nur danach zu streben, zwei große 3U verbinden und die Verständigung ’Aen ihren Völkern zu fördern",