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Irr Rückzug der Rvrdtrmvm

Tfchangtsolin räumt Honan.

Shanghai. 2. Juni. Das Haupt- «uartier der chinesischen Rordtruppen hat teschlossen. die Nordtruppen aus den Pro- riazen Honan und Anhui zurückzuziehen ,«d Tsingtau aufzugeben. Die Front wird «f das Nordufer des Hoangho und des groben Kanals zurück gelegt. Die Truppen -«s Generals Feng besetzten Tschangtschau. -ie Truppen Tschangkaischeks Kaifeng und Hsutschou. Heute find 2000 amerikanische Soldaten mit Artillerie nach Tientsin ver- schickt worden.

fk. P e k i n g. 3. Juni. Der Rückzug der mandschurischen Truppen scheint glatt von statten zu gehen. Ein amtlicher Bericht besagt, daß der Uebergang über den Gelbe« Nutz beendet ist.

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Amertz in Rarst

fk. Paris, 3. Juni. Der englische Staatssekretär für Kolonien, Amery ist in Legleitung seiner beiden Unterstaatssekre- üre und vieler Mitglieder der gegenwär- l.tifi in London tagenden Kolonialkonferenz Tgrstern hier eingetroffen. Zu Ehren der n Londoner Gäste gab die französische Kolo- SLLialgesellschaft ein Essen. Ministerpräsident " ? oincar 6 sprach hierbei von dem Pakt » ^ewiger Freundschaft, die die Kolonialtrup­pen Englands und Frankreichs auf dem französischen Boden im Kampfe für eine gemeinsame Sache mit ihrem Blute besie­get hätten. Der Empfang, den England dem französischen Präsidenten Doumergue bereitet habe, hat, so erklärte Poincarö, bewiesen, daß niemals zwischen den beiden Rationen größeres gegenseitiges Ver­trauen und wahre Zusammengehörigkeit bestanden hat, als heute. Dieses Einver­nehmen wird man morgen wie gestern auf kolonialem Gebiet wie auf allen anderen Gebieten zu nutzen verstehen.

Staatssekretär Amery betonte gleichfalls die Notwendigkeit und den Willen zur ge­meinsamer Zusammenarbeit.

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zu »en eimmkalalironben

Die Abendblätter enthalten ausführliche Berichte und zahlreiche Einzelheiten über die gestrige Sturmkatastrophe in den Pro­vinzen Eelderland und Ober-Mel. Danach war der Umfang der gestrigen Berheerun- ten viel größer, als bei der großen Kata­strophe vom Herbst 1925. Ancheinend sind toei Windosen von ungewöhnlicher Hef­tigkeit aufgetreten. Die schwächere zog von Toesburg (östlich von Arnheim) bis östlich Deventer Die viel stärkere zweite Wind- bose traf die kleine Stadt Lichtenvoorde, dann Eroenlo, Eibergen und Reede. Spä» , ter richtete dieselbe Windhose die nur etwa zwei Minuten dauerte und eine Breite von 500 Metern hatte, weiter nörd­lich zwischen Alemlo und Delden große Berheerungen an. Die Anzahl der Toten und Verletzten in den gestern heimgesuch- ten Gebieten Osthollands läßt sich noch nicht genau übersehen. Fest steht vorläufig, daß mindestens zwölf Personen getötet wur­den. während die Zahl der Verletzten in die Hunderte geht.

Die Katastrophe in Lingen melbete sich Nach Schilderungen von Augenzeugen durch ^egen und Gewitter gegen 5 Uhr nachmit- Ns an. Der Himmel verfinsterte sich plötz­lich, und große Staubwolken. Hunderte von Metern hoch, wälzten sich mit ungeheu­er SchnellWeit von Nordwesten her. Die Katastrophe vollzog sich alsdann so schnell, daß unter dem Eesamteindruck ein Festhal- ten von Einzelheiten unmöglich war. Sie v>ar mit einem furchtbaren Tosen der Ele­mente verbunden. Eine schreckliche Panik vrtftand. und alles flüchtete in die Keller, aensterläden lösten sich aus den Angeln vvd fielen auf die Straßen. Straßenla- «tsea wurden abgeknickt und Laternen-

Ins »Mchk Burgenland »ckrobt

Ar SMtHinötMung in Regensburg

Regensburg, 2. Juni. Ein geschicht­liches Ereignis stellte das Referat des Landes- haup-tmanns-Stellvertreters des Burgenlan­ds, Leeser, eines bekannten österreichischen sozialdemokratischen Führers, über die Lage des deutsen Burgen landes auf der Heuligen Sitzung des deutschen Schutzbundes dar. Rach längerer historischer Darstellung über die Jahrhundertlange Bedrückung dieser halben Million Deutscher im Burgenland durch die Ungarn kam der Referent aus die jetztigen Derhältnisse zu sprechen. Er be- tvnte ,dah man die Tatsache, dah die Der- iräge der Pariser Vororte als einziges Gut dem Durgenlande die nationale Freiheit ge­bracht haben, nicht überschätzen dürfe, da die Magyaren sich auch heute noch nicht mit dem Verlust des Burgenlandes abgefunden haben. Roch immer ist der größte Tell des Großgrundbesitzes im Besitze ungarischer Magnaten, und der Terror, der von diesen Magnaten auf die deutsche Bevölkerung aus­geübt wird, obwohl sie sich im österreichischen Staatsverbande befinden, kennt kaum Gren­zen. Die Wühlarbeiten einzelner Agenten Ungarns im Burgenland hat die günstigsten sozialpolitischen Voraussetzungen, die Gutshöse und ihre Beamten, aber auch ein großer Teil der katholischen und evangelischen Geist­lichkeit sind Träger der ungarischen Agi­tation. Selbst der apostolische Administrator für das Burgenland, der Wiener Kardinal Piffl, ist infolge des notorischen Redner­mangels nicht in der Lage, die notwendige Abhilfe durch Entsendung deutscher katho­lischer Geistlicher zu schaffen. Der Redner forderte, daß von deutscher Seite den In­teressen des Burgenlandes mehr als bisher Rechnung getragen werde. Er wies auf die bekannte Rede des Grafen Dethlen über den Anschluß Oesterreichs an Deutschland hin und legte an Hand dieser Rede die magyarische Durgenlandspolitik dar.

Die Ungarn fordern die Rückgabe des Burgenlandes an Ungarn als Kom­pensation für den Anschluß Oester­reichs an Deusckland.

Sie verstehen sogar, dieser Forderung noch einen nationalen Mantel umzuhängen, indem sie behaupten, wenn die 300 000 Burgenländer erst wieder Ungarn würden, würde es der dadurch vergrößerten deutschen Minderheit in Ungarn besser gehen können als jetzt.

Demgegenüber forderte der Redner, daß man von Deutschland und von O ester- reich aus'niemals auf das Burgen­land verzichten dürfe, auch dann nicht, wenn es als Kaufpreis für den Anschluß Österreichs an Deutschland gefordert werden würde. Zu­gleich betonte er unter minutenlangem Bei­fall der Versammlung, daß das deutsche Durgenlandniemals auf die 150 000 deutschen Volksgenossen ver -

z i ch t e, die durch die Komödie der Führer bet seinerzeitigen Volksabstimmung trotz ihres wahren Bekenntnisses zum Deutschtum mit der bisherigen Hauptstadt deS Burgenlandes zu Ungarn ge­schlagen wurden.

Der Redner wies daraus hm, daß das Burgenland trotz jahrhundertelanger Unter» drückung dem deutschen Volkstum große Männer und Frauen geschenkt habe.

Sn der anschließenden Diskussion erklärte Dr. v. Loefch, daß

der Schutzbund niemals zustimmen werde, daß das Burgenland als Kauf­preis für den Anschluß Oesterreichs an Deutschland an Ungarn zurücksalle und daß man niemals auf die entgültige Angliederung an Oesterreich und damit an das Deutsche Reich verzichten werde. Er betonte ferner, dah für die Verhandlungen auch die Unterstützung des deutschen Reichstages der einzelnen Parteien und der Reichsreglerung zu erwarten sei.

Hierauf erstattete Rektor M a t r a s von der Hauptleitung des deutschen Schulvereins Süd­mark über die Minderheiten der Tschechen und Slowenen in Oester- reich Bericht. Redner wies darauf hin, dah feit den Tagen des Umsturzes die Pläne der Slowenen auf Auftellung Deutsch-Oester­reichs niemals zum Schweigen gekommen feien. SiedlungSPläne werben von den Slowenen geschickt benutzt, um die historischen An­sprüche auf Rieder- sowie OberOesterreich aufrecht zu erhalten. Seit 1918 sei von den Tschechen eine bewundernwerte Schulorgani­sation m Deutsch-Oesterreich ausgebaut wor­den. Die tschechischen Gesandten hätten die Organisation des tschechischen Schul- und Volkswesens stets unterstützt, zum Teil ge­radezu geführt. Ueber 300 Vereine dienten der techechischen Propaganda, an ihrer Spitze der tschechische Mmderheitsrat für Oesterreich. Stark sei der Geburtenüberfchuh und das Ein­dringen der Landarbeiter. Der ungemein starken Stohkraft der Tschechen und Slowenen in Oesterreich müsse ein fester Abwehr­wille entgegen gestellt werden.

Der Zusammenschluß mit dem Reich fei ein Gebot der Notwendigkeit, da sonst das Zustandekommen der nord­südslawischen Brücke drohe, womit der Weg für das deutsche Volk zer­stört würde.

Hierauf folgten Referate des Reichsministers a. D. Emmiger über den Stand der Rechts­angleichung, sowie des Unterstaatssekretärs von Enders-Wien über praktische An- fchluharbeit bei den Wirtschastsfragen.

pfähle fielen um. Ziegelsteine und Balken wurden viele Meter weit durch die Lust getragen.

Eine ganze Ortschaft vernichtet.

Oldenburg. 2. Juni. Gestern nach­mittag wurden im südlichen Oldenburg in der Cloppenburger Gegend drei Bauern­schaften von einer Windhose heimgesucht. In Auen wurden sämtliche 27 Häuser zum Teil dem Erdboden gleichgemacht und zum Teil außerordentlich schwer beschädigt. Ächt Personen sind mehr oder minder schwer verletzt. In Holthaus wurden elf Häuser zum Teil vernichtet. Menschenleben sind nicht zu beklagen. In Lienerloh wurde ein Haus vernichtet und zwei Personen schwer verletzt. Die Windose kam von Lingen her.

Wirbelsturm in Bayern.

Günzburg (Bayern). 2. Juni. Ein von einem Gewitter begleiteter Wirbel­sturm knickte heute nachmittag die stärksten Bäume wie Zündhölzer, schleuderte Aeste über 100 Meter weit fort, riß den Schorn­stein der Maschinenfabrik Günzburg um, der das Dach der Fabrik vollständig durch­schlug. Der etwa 23 Meter hohe Wasser­kühlturm der Fabrik wurde ebenfalls um­gelegt. Die Staatsstraße nach Dillingen ist polizeilich gesperrt, weil Hunderte von!

Bäumen und Telegraphenstangen auf der Straße liegen. Etwa 20 Minuten lang fielen Taubeneier große Hagelkörner nie­der. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Ein Brückeneinfturz in Breslau.

Breslau, 2. Juni. Gestern nachmit­tag brach eine Brücke, die zu der städtischen Badeanstalt am Ohlelaufsteg führt, ein und riß zahlreiche Kinder mit sich, die aus der Brücke standen, um den Badebetrieb zu­zusehen. Alle 30 ins Waffer gefallene Kin­der konnten gerettet werden. Wie das Städtische Presseamt hierzu mitteilt, ereig­nete sich der Unglücksfall dadurch, daß die Schulkinder, die die Anstalt verlasien soll­ten. sich bei dem heißen Wetter nicht vom Waffer trennen konnten. Um 5 Uhr aber drängten die am Lande stehenden Kinder auf die Brücke, so daß ein Massenandrang stattfand. dem die Brücke nicht staiüihielt.

Furchtbarer Dorfbrand.

Freyung (im Bayr. Wald). 2. Juni. Durch spielende Kinder entstand in einer Scheune des Dorfes Oberhaid eine Feuers­brunst. die 13 Gehöfte des Dorfes vernich­tete. Zwei erwachsene und ein kleines Kind wurden als Leichen aus den Trüm­mern geborgen. Zehn Einwohner erlitten lebensgefährliche Brandwunden.

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Dresden, 2. Juni. Da in den heuti­gen Verhandlungen der Fraktionen der Koalitionsparteien mit der Deutschnatio­nalen Bolkspartei Wer die Umbildung der sächsischen Regierung eine Einigung nicht erzielt werden konnte, so haben die Fra?« Honen der Deutschen Sottspcatei, der Wirtschaftspartei und der Deutsch-Demo- kratischen Partei ihre Minister ersucht, ihre Aemter dem Ministerpräsidenten zur Ver­fügung zu stellen.

«ki» AickWch St. SirtW

Im Vordergrund des innerpoMsch« Interesses steht gegenwärtig der Ätmffiftj zwischen Reichskanzler Mar? und Dr. Wirch. Das Echo, das Wirch mit feiner; Flucht in die Oeffenkllchlett geweckt hck, ist geteilt. Die Rechtspresse stellt sich <bö$JM Seite des Kanzlers, während die sr^ial- demokratische Presse Marx den Norton#; macht, seinen bisherigen Freund Mrth „auf dem Mar deS Bürgerblocks opfern zu wollen". (.Vorwärts".) Bezüglich der weiteren Folgen des Konflikts glaubt das sozialdemokratische Hauptorgan, dahstn Zentrum „kein Matz mehr für einen Mich . sei. Bon Interesse M^e ^eDmgmchrne eines linksdemokratischen Blattes, der „Frankfurter Zeitung", die eS nicht be- greist, daß es »auf der Linken Leute gwr, die sich äußerst vertrügt gebärden, toeffbetj rePuMkanische Zentrumsführer seiner Par« , telleitung so tapfer die Stirn zeigt . »Man, kann", so fährt das Frankfurter Srgcm fort,' „an der persönlichen Unerschrockenheit Wirths seine Freude haben, aber abge* sehen von dieser mehr ästhetischen Ergöt- < zuna scheint uns ein auf der Linken etwa vorhandener Jubel über diesen häuslichen Unfrieden kein Zeichen von besonderer Po- litischer Intelligenz zu sein. Vielleicht überschätzt Dr. Wirch die Aussichten eines offenen Kampfes, er ist ja weit mehr der temperamentvolle und mutige Kenner der , Idee, als der kühl überlegende Staats-, mann, der auf lange Sicht hin referiertet Die Zentrumspresse hält sich in &er “Beut-, teilung des Konflikts immer noch sehr zurück. Die »Kölnische Vvlkszeitung" fpöt. test über Wirch, dessen Art, Politik zu treiben heute für niemanden mehr beson­deren Reiz habe. Die »Germania" kriti- fiert das Verhalten deS ehemallgen Reichs-, kanzlers vom Standpunkt der Parteidiszi­plin aus, meint aber, dah die in einem Teil der Presse gehegten Erwartungen, werde zu einer Trennung zwischen Wirch, und dem Zentrum kommen, »verfrühte■

Freude" sei. 1

In der Tat dürfte eine MaßregelungDr., WirchS durch die zuständigen ParteünstM- zen kaum erfolgen, obwohl die Act der politischen Betätigung WirchS bet der Lei­tung drs Zentrums mit immer größerer. Besorgnis verfolgt wird. Man wird Herrn Dr. Wirch in irgend einer Fmm zu ver- stehen geben, dah er sich in Zukmist in seinen Reden eine weisere Beschränkung auferlegen müsse. ES ist mit einer amt- liehen Kundgebung der Zentrumsleitung zu rechnen, in der die Sonderhaltung Wirchs bedauert wird, und festgestelN towi den dürste, dah seine Königsberg« Rede nicht im Sinne der Zentrumspvlitck liegt. Einen offiziellen Ausschluß MrchS aus bet; Zentrumspartei wird man sicher mcht^ vn, Parteivvrstand de« Zentrums beschließ^ schon deshalb nicht, toei Ihnen, tote We »Kölnische Volkszeitung" ironisch^bemerch, keine Veranlassung hat, »eine ^äd»te»• kröne zu Schleuder prei^a abzugeben.

Zwei Opfer eines Flugzeugabsturzes.

fk. Paris, 3. Juni. Auf d«r platz bei Merignae stürzte em Mrlitärflug- zeug ab und zerickellte am Boden. Beoo^ die Insassen, ein Leutnant und ein Stab», arzt, sich aus dem Apparat befreien komH ten, fing dieser Feuer, fodak^die beHM! Offiziere verbrannten., ' 4