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j Siel, 30. Mai. Der Reichspräsi­dent begab sich heute morgen in Beglei- tung des Reichswehrministers Dr. Gehler, des Thefs der Marinestativn der Ostsee, Dize» «dmiral Dr. Raeder, zur Truppen­parade nach der Wik. Ruf dem Kasernenhof hatten die Marineteile der Standorte Kiel und Friedrichsort einschließlich der Besatzungen der vrtsanwesenden Schiffe und Fahrzeuge der Aeichsmarine, sowie die ehemaligen Offiziere, Warinevereine und Kriegervereine Parade- Lufstellung genommen. Der Reichspräsident Mitt die Kont ab und nahm den Dorbei- inarsch entgegen. Rach der Parade wurde eine Fahrt zur Prinz Heinrich-Drücke und Bun Rordostseekanal unternommen. Hierauf Mete der Reichspräsident dem Groß­admiral v. Köster und dem Dtationsches kurze Besuche ab und ging dann an Bord der StationsjachtNixe", um eine einstündige Fahrt durch den Hafen zu machen. Sobald die Standarte des Reichspräsidenten auf dem Wasser erschien, feuerten das Linienschiff .Schlesien" und die Batterie .Friedrichsort" einen Salut von 21 Schüssen. Die Schiffe und Wahrzeuge im Hafen hatten über die Toppen geflaggt, die Mannschaften paradierten bei Her Dorüberfahrt des Reichspräsidenten, der Mauch durch eine Auffahrt der Ruder- und ptantroeteine, sowie durch eine Geschwader- »fahrt der Kieler Segelvereine begrüßt wurde. Wegen 11.45 Uhr legte die .Nixe" an der W-Dootbrücke an der ^Dik an. Hier erfolgte Bit Dorstellung einer Reihe von Offizieren Md Marinebeamten: anschließend fand ein Arühstück im Offiziersheim Wik statt.

I Rachmiltag 4.30 Uhr begab sich der Reichs- SEdem nach der U n i v e r s i t ä t. In den Mraßen bildeten die Schuljugend aus Kiel hnb Umgegend, sowie Sport- und andere |#ereme und Verbände, darunter Fahnenab- jedmungen Heimat treuer Rordschleswiger, Mdalier. 3n der Universität, vor der die ^ludentenschaft Aufstellung genommen hatte, Wurde der Reichspräsident durch den Rektor, Mwfessor Dr. H a s e l h o f f, begrüßt, worauf Wrvf. Dr. Scheel einen Dortrag über die W^chichte der Rordmark hielt. Der Reichs» kpräsident fuhr sodann nach dem Rathaus, vor dessen Eingang er di« Altveteranen besonders Begrüßte.

3m Rathaus erfolgte ein

Empfang durch den Oberbürgermeister

Dr. Leeken.

der im Namen der Stadt und der Bürgerschaft «em Reichspräsidenten einen herzlichen Will» wmmensgrutz entbot und hervorhob. wie schwer Ar Stadt Kiel unter den veränderten Rach- uiegsverhältnissen zu leiden habe. Rach An» Mt der Kieler Bevölkerung, müßten daher Ar Maßnahmen von Reich und Staat im uMeresse von Schleswig-Holstein auch vor» Ngsweise auf die Gesundung von Kiel ge­achtet sein. Cr bat den Reichspräsidenten M Unterstützung dieser Wünsche. Reichs- Bäsident v. Hindenburg erwiderte mit herz« hen Worten, in denen er die Tatkraft der Msdt Kiel anerkannte und auch für die Zu- brüderliche tätige Hilfe von Staat und ^<ich zusagte.

Hierauf trug sich der Reichspräsident in das t>ßene Buch der Stadt ein. Nach einer Michrigung der Festräume des Rathauses, der Tee gereicht wurde, trat der Deichs» Msidenl auf den Balkon, um die Huldigung auf dem Rathausplatz versammelten De» «vlkerung entgegenzunehmen, die das Deutsch- Andlied anstimmte. 'Abends 8 Uhr ver» schaltete die Provinz im Hause der Segler» »Reinigung einen Empfang mit anschliehen- Essen, zu dem etwa 150 führende Per» Michkeiten geladen waren. Auf Ansprachen Oberpräsidenten Kürbis und des Dor- ^nden des Prvvinziallanbtages, Oberbürger» öfters Dr. Todsen, erwiderte

[ Reichspräsident v. Hindenburg:

^»Es ist mir erstes Bedürfnis, hier meinen Ärmsten Dank abzustatten für die so herzliche ^grußung und die so mannigfachen Zeichen Mündlicher Gesinnung, die mir gestern abend heute in Kiel allenthalben entgegenge» wurden. Sie haben, meine Herren, der deutschen Sendung Schles» ?^a-Hölst eins gesprochen und damit in Erinnerung die große Bewegung wie» T1 lebendig werden lassen, die in meinen ^ugendjahren die Seele der Deutschen so Srtig erfaßt hat. .Schleswig-Holstein rneer- L^Hlungen", war der Ausgangspunkt des S'®9®8» der über die Lösung der deutschen zur Gründung des Reichs hinaufführte. Ar Rückblick auf diesen Abschnitt deutscher Schichte ist uns auch eine Lehre für Gegen» und Zukunft. Er zeigt uns, daß ein

Der Kumpf gegen Sowikt-Rußlanv

Shambtrlnin gibt dos Dewrstmolerlol Ml bekannt

ff. London. 31. Mai. Die Arbeiter­partei seilte einen Untersuchungs­au s s ch n tz ein, der prüfen soll, od bezw. welche Schritte möglich sind, um die Fort­setzung des Handels mit Rußland zu sichern. Tdamberlai« teilte im Unterhaus mit, daß die Regierung nicht beabsichtige, die in ihrem Besitz befindlichen weiteren Beweise antibritischer Propaganda. Tätigkeit zu veröffentlichen. Ei« Beamter der Arcosgesellschaft teilte Presse- »ertretern mit. daß die Mitglieder der dip­lomatischen Sowjet-Mission heute abfahren würden. Etwa 40 Mitglieder der russischen Handelsdelegation sollen heute mit einem Sowjetschiff absahren.

Ein Schreiben von Rosenholz an Chamber­lain.

ff. London. 31. Mai. Der russische Geschäftsträger R o s e n h o l z richtete an Chamberlain ein Schreiben, in dem er für die leitenden russischen Mitglieder der Arcosverwaltung und der anderen rus­sischen Wirtschaftsorganisationen und ebenso für gewisse Abteilungsleiter und Angehörige des Personals die Erlaubnis verlangt, zur Durchführung der Liqui­dation der betreffenden Organisationen sich noch weiterhin in Erohbritannien aufzu­halten. Sollte diese Erlaubnis nicht be­willigt werden, werde von russischer Seite die Weisung sofortiger Liqui­dation ergehen, und die Verantwortung

für alle dadurch verursachten Schädigungen werde auf die englische Regierung fallen.

Amerika und die Sowjets.

P a r iS . 30. Mai. (WTD.) Der ameri­kanische Botschafter H e r r i ck hat anläßlich der Feier des amerikanischen ErinnerungS» tageS auf dem amerikanischen Militär- friedhof eine Rede gehalten, in der er über die amerikanische Rußland»Politik ausführte: .Wir Amerikaner können nicht ruhig eine Horde von Leute handeln lassen, die sich zu Herren einer liebenswürdigen und begabten Rasse gemacht haben und die mit teuflichem Geschick unseren Dür- gern ein bösartiges Gift einimpfen,, die Institutionen zu untergraben suchen, die unserem Kontinent Wohlstand und Glück verschafft haben. Wir denken nicht daran, das svwjetistische Re­gime in Rußland anzugreifen, aber wir weigern uns, den Führern Sowjetrußlends Mittel und Gelegenheit zu geben, uns zu vergiften.

Berurteilung von Kommunisten i« Litauen.

ft. Kowno. 31. Mai. Am 1. Mai hat­ten Kommunisten im Konzenttattonslager in Warny versucht, das Militär zum Auf» stand zu bewegen. Das Kriegsgericht ver­urteilte fünf von ihnen zum Tod«, 10 weitere Angeklagte zu Zuchthausstrafen von tt/- bis 15 Jahren und zu lebens­länglichem Zuchthaus. Auf ein Gnaden­gesuch der zum Tode Derurteilten wandelte der Staatspräsident die Todesstrafe in Zuchthausstrafen von je 10 Jahren um.

gespaltenes und zerriffenes Dolk ohnmächtig zusehen muß, wenn wert­volle Teile trotz der Betonung ihrer Zuge­hörigkeit und ihres Zusammenhanges mit dem Mutterland von der Nation losge» rissen werden, und er lehrt uns, daß nur ein in sich einiges und geschlossenes Boll stark genug ist, das Recht auf seine Heimaterde zu wahren und durchzusetzen. Schwerer hat die Nordmärk unter dem unglücklichen Kriegsende gelitten. Cs war nicht nur politisches Erbe der Bergangenheit, nicht nur das wirtschaft­liche Hinterland der Nordmark, das damals verloren ging: es war ein wertvolles Stück deutschen Mutterbodens, dessen Einbuße bei allen Deutschen schmerzende Wunden hinter­lassen mußte. Aber trotz der schweren Schick­salsschläge blieben die deutschen Männer und Frauen, die das abgetrennte Gebiet bewohnen, aufrecht und treu. Dafür allen namens des Reiches herzlichst zu danken, ist mir eine freudig erfüllte Pflicht. Möge Schleswig- Holstein in fester Verbundenheit mit Preußen und dem Reich nun wieder einer neuen Ent­wicklung, einer glücklichen Zukunft entgegen­gehen. Das ist mein herzlichster Wunsch."

Anschließend wurde das Deutschlandlied ge­sungen.

Amerika will nitbt obtfillm

Washington, 30. Mai. Präsident Coolidge hielt heute auf dem Kriegs- gefallenen-Friedhof in Arlingtvwn au8 Anlaß des Kriegsgefallenen-GedächtniSta- ges eine Rede, in der er erneut für eine Beschränkung des Wettrüstens eintrat und u. a. erklärte:Es ist die fefb stehende Politik unserer Regierung, mit anderen Nationen nicht auf der Grund­lage der Gewalt und des Zwanges zu ver­kehren, sondern auf der Grundlage der Derständigung und des guten Wil­lens". Dessenungeachtet sei die Notwendig­keit nicht zu verkennen, im militärischen Sinne vorbereitet zu sein.

Obgleich wir fest davon überzeugt sind," führte der Präsident u. a. aus,daß er durchaus durchführbar und möglich ist, un­sere militärischen Kräfte in ihrer Größe durch internationale Abkommen zu begren­zen, würden wir, wenn wir in ihre A»- scha fung willigten, uns zunächst nur An­griffen und schließlich der Vernichtung aus etzen."

Der Präsident verwies bann auf ble amerikanischen Bemühungen zugunsten ver­nunftgemäßer Rüstungsbeschränkung. Wenn man auch erkennen müsse, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen in der Welt der Wunsch, das Element der Gewalt und des Zwanges durch internationale Abkom­men zu beseitigen, ein Ideal sei,das nicht sofort verwirklicht werden kann, so solle man doch sich entschlossen zeigen, Schritt für Schritt auf jedem gangbaren Wege diesem Ziele zuzustreben. _ Im An­schluß hieran betonte der Präsident die Notwendigkeit von Ruhe und Ordnung int Innern, die noch wesentlicher feien als die Fragen der Außenpolitik.

Sollte unser Land zum Tummelplatz von Leuten werden, die Verbrechen und Gewalttättgkeiten gegen die bestehende Ordnung und unser arbeitsfreudiges Volk begehen, so müßte im Interesse der Selbst­erhaltung die Verfassung, der Grundstein unserer Union .geändert werden, um den Mißbrauch der persönlichen Freiheit ein* zuschränken."

In politischen Kreisen hat der letzte Teil der Rede des Präsidenten besonderes Interesse erweckt im Zusammenhang mit der Tatsache, daß in dem englischen Weiß­buch über die Haussuchung bei der Arcos die Adressen amerikanischer Kommunisten genannt sind.

Beginn bet Dreimüchiekensekenz am 20. Mi

Gen f, 30. Mai. (WTB.) Rach einer Mittellung der amerikanischen Gesandt­schaft in Bern an den Generalsekretär, des Völkerbundes wird die von Präsident E o o l i d g e angeregte Dreimüchtekvn- ferenz zwischen England, den Bereinigten Staaten und Zapan über Seeabrüstungs­fragen, am Montag, dem 20. Juni, nachm. 4 Ahr in Genf eröffnet werden. Unge­fähr 200 Unterhändler und Sachverständige werden zu dieser Konferenz in Genf er­wartet. Die Konferenz findet im Sitzungs­saale des Völkerbundes unter dem Vorsitz des Amerikaners Gibfon- statt.-

Um Dk. Wirch

Reichskanzler Marx hat an Dr. Wirt einen Brief geschrieben, worin - er Dr. Wirth um Aufklärung wegen seiner Königsberger Rede ersucht. Es ist be­hauptet worden, daß dieser Schritt des Reichskanzlers auf eine offizielle Be­schwerde der Deutschnationalen Partei hin er olgt sei. Von der deutschnationalen Presse teile ist dies bestritten worden. Nunmehr greift dasBerliner Tageblatt'' die Angelegenheit wieder auf und be­hauptet, daß doch der Schritt des Reichs­kanzlers auf eine deutschnationale Ini­tiative hin erfolgt sei. Das genannte Blatt, dem wir die Verantwortung für die Richtigkeit seiner Angaben überlassen müssen, zitiert Stellen aus dem bisher ge­heim gehaltenen Wortlaut des Brieses, worin es heiße, daßsowohl im Vorstand der Zentrumsfraktion wie beim Inter­

fraktionellen Ausschuß, insbesondere von den Mitgliedern der Deutschnationalen Partei, Beschwerde erhoben worden ist". Der Reichskanzler verteidigt dann im­mer nach den Angaben des Blattes in dem Briefe die Reichsregierung gegen­über der Rede Wirths, und Bedangt von ihm eine Miteilung, ob in der Presse seine Aeußerungen richtig wiedergegeben wor­den seien. Weiter führe Dr. Marx aus, er müsse für den Fall, daß Dr. Wirth die Pressemeldungen als richig anerkenne, zu seinem Bedauern im Interesse des An­sehens und der Würde der Zentrumspar- tei die ihm erforderlich' erscheinenden Maßnahmen treffen.

Man darf auf den Ausgang dieser An­gelegenheit wirklich gespannt sein. Es liegen auch noch andere Anzeichen dafür vor, daß die Kreise um Dr. Wirth die Ab­sicht haben, einen Vorstoß gegen die offi­zielle Parteileitung des Zentrums in irgend einer Form zu unternehmen. Darauf deutet auch der offene Brief hin, den der ehemalige Redakteur derGer­mania", Dr. Teipel, an den Reichskanzler richtet, dem er Vorwürfe deswegen macht, weil Dr. Marx beim Preußilchen Mi- nisterpräsidenen Braun Beschwerde we­gen einer Rede des Preußischen Oberprä- sidenten Hörsing erhoben hat. Wie ver­lautet, will Dr. Wirth noch in dieser Woche auf den Vorstoß des Reichskanz­lers antworten. Der Parteiovrstand des Zentrums ist für diese Tage zu einer Sitzung zusammengerufen worden, und es ist wohl anzunehmen, daß der neue Fall Wirth die zuständigen Instanzen des Zentrums beschäftigen wird. Die Erledi­gung des Falles Hörsing scheint noch in weiter Ferne zu liegen. Ministerpräsident Braun hat den Brief des Kanzlers noch nicht beantwortet. Er hat sich vorläufig für vier Wochen nach Bad Gastein be» geben. '

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Sie Sümpfe In Marokko

ft. Paris, 31. Mai. Aus Rabat wer­den Fortschritte der ftanzösischen Säube- rungSaktton im Quezzagebiet gemeldet. Rach heftigem Kampf, der auf beiden Seiten Opfer fordert«, unterwarf sich der Hauptstamm der Beni Saghlun. Die Auf­ständischen Beni Mastara sind auf der Flucht. Man rechnet mit der bevorstchen- den Bereinigung der ftanzösischen und spa­nischen Streitftäste in diesem Gebiet. -

Verschärfung der Einreiseerlaubnis im Soorgebiet»

ff. Saarbrücken, 31. Mai. Die Re- gierungsfommission des Saargebiet» hat die Bestimmungen über die Einreise in das Saargebiet verschärft. Personen, die in das Saargebiet einreifen, um an einer öffent­lichen Veranstaltung teilzunehmen, sowie Mitglieder eines Vereins und einer sonsti­gen Personenmehrheit bedürfen der befoiu deren .Genehmigung zur Einreise.^