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Die rusMe Antwort an England

Norwegen übernimm! len Schutz der englischen Snlmilen

Di« englische Regierung hat am Sonn­abend unter Nichtachtung der diplomati­schen Gebräuche durch einen einfachen Bo­ten des Foreign Office dem russischen Ge­schäftsträger in London die Äote über­reichen lassen, durch die der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen den Mden Böllern perfekt wird. Der Ton imd der Inhalt der Rote entsprechen der Formlosigkeit, mit der die Ueberreichung elbst geschah. Wenn die englische Regie- rung auch erklärt, dah sie nicht beabsichtige, »6em reinen Handel zwischen den beiden Zündern Hindernisse in den Weg zu le­gen", so dürfte sie in der Praxis doch auch die Handelsbeziehungen zwischen Moskau und London unterbunden haben. Denn bei der Unsicherheit der Lage wird es wohl einem Menschen in Rußland oder in Lon­don einfallen, Handelsgeschäfte mit einem Lande zu tätigen, mit dem seine Regierung ü einem Zustand zwischen Krieg und Frie- en lebt. Die Folgen werden sich für eide Streitenden nicht gleichmäßig be- «rkbar machen. Zeigt doch die Kurve 1s englischen Exports nach Rußland eher »e fallende Linie als eine steigende, lhrcnd die russische Ausfuhr nach Eng- W und seinen Kolonien in den letzten chren sich zusehens steigerte. Den affen wird es also schwerer fallen als den stgländern, neue Absatzgebiete für den' uSfall des Exports »ach England zu rden.

Die Reichsregierung hat dem russischen iunsch Rechnung getragen und sich bereit Härt, den Schutz der russischen Inter- sen in London zu übernehmen. Man hat elfach in der deutschen Presse diesen Cnt- sluß der Reichsregierung einer Kritik Herzogen und behauptet, daß eine solche ntcressenvertretung durch Deutschland ein merhin merkliches Abrücken aus der cvnt der Neutralität bedeute. Die De- Ewilligkeit der Reichsregierung, den siplomatischen Schutz Rußlands in London M übernehmen, bedeutet selbstverständlich «ineswegs eine Option des Reiches in dem Etreithondel dieser beiden Nationen. Da ^utschlcnd sowohl durch Garantieverträge »eine Beziehungen zu England und der wente geregelt hat. als auch durch den berliner Beitrag mit Rußland einen areundschaftspakt schloß, so war es für ®ie Rolle eines neutralen Vermittlers Prä­destiniert. Im übrigen dürfte in der Maxis die Interessenvertretung Rußlands «London wenig in Erscheinung treten. In «Wand selbst leben sehr wenige russische vtaatsangehörige. And die wenigen Han- Rlrbeziehungen zwischen den beiden Län- «ni. die vielleicht noch weiter bestehen eiben, sind rein private Geschäfte, die ^ues diplomatischen Schrittes keineswegs «dürfen. ES ist unwahrscheinlich, daß die Mische Regierung etwas an diesem Ent- Muh der Reichsregierung auszusetzen ^rben wird. England ist von dem Willen Deutschlands, unter allen Amständen dem ^fisch-englischen Konflikt gegenüber Neu» tiität zu bewahren, unmißverständlich ^terrichiei worden. ES kann also auch die Bereitwilligkeit des Reiches, den diplv- -Aatifchxn Schutz der Russen in London J® übernehmen, nicht anders bewerten, als ?fe wir es auch tun, nämlich als einen MichkeitSakt, der durch die diplomatischen Gebräuche sanktioniert ist.

Antwortnote der russischen Regierung

an Großbritannien.

^»«kau. 29. Mai. In Beantwortung ** dem Eowiet-Eeschaftstrager Rosen, zugestellten britischen Rote, worin Aufhebung des Handelsabkommens von und der Abbruch der diplomatischen Ziehungen zur Sowjetunion mitgeteilt ließ die Sowjetregierung dem briti«

scheu Geschäftsträger Peters eine Role überreichen, in der es heißt: Der Abbruch der Beziehungen mit der Sowjetunion ist durch die ganze Politik der jetzige« britischen konservativen Regierung vorbe­reitet worden, die alle Anträge der Sow­jetregierung auf ei«e Regelung der gegen­seitigen Beziehungen durch Berhandlunge« ablehnte. Die Sowjetregierung weist alle Beschuldigungen, daß sie das Abkomme« von 1921 verletzt hätte, als vollkommen unbegründet zurück. Die Ergebnislosigkeit der Durchsuchung der Handelsdelegation ist der beredteste Beweis für die Loyalität der offiziellen Agenten der Sowjetunion. Der Hauptgrund für den Bruch ist das Fiasko der Politik der konservativen Re­gierung in China und der Versuch, dieses Fiasko durch eine Diversion gegenüber der Sowjetunion zu verschleiern. Die britische Regierung zieht normalen Beziehungen zu Rußland da, System der Gewalttätigkeit und der Feindschaft vor. Die Sowjetregie­rung ist aber überzeugt, daß die Zeit nahe ist, wo fas 5tltW"WrW WBWeit finden wird, sein Streben nach Frieden und Wiederherstellung der normalen freundschastlichen Beziehungen zu den Völ­kern der Sowjetunion unbehindert zu ver­wirklichen.

Die vertretnng der britischen Interest« in Rußland.

ft London, 30. Mai. Zu der Mel­dung, daß Großbritannien Norwegen gebeten habe, die britischen Inter­essen in Rußland zu vertreten, bezeichnet das Reutersche Büro Me In­formation Mar als richtig, doch sei die Angelegenheit noch nächt endgültig geregelt.

fi, London, äv. Mai. Der diploma­tische Korrespondent des® a i 11) Tele­graph" schreibt, daß Großbritannien für die Wahrung der britischen Interessen in Sowjetrußland Norwegen ausgewählt hat, ist weniger überraschend als es auf den ersten Fall schien. Norwegen ist «in ausgezeichneter Freund Englands und hat außerdem weniger Reibung mit Mos­kau gehabt als beispielsweise Schweden.

Die Abreise der Rusten au» London.

London, 28. Mai. (WTB.) Es ver­lautet. daß der russische Geschäftsträger Rvsengolz England nicht vor zwei bis drei Tagen verlassen werde. Eine Anzahl Kisten und Koffer aus dem Sowjethaus ist an Bord eines russischen Dampfers ge- schafft worden, der auch eine Anzahl von Sowjetbeamlen nach Rußland bringen wird. Das Schiff, das am Dienstag ab» fahren soll, wird von der Polizei sorgsam bewacht.

ÄiWttM Empfang In LnMn

Ar »teilte Begeisterung wie in Paris

vorbereitet für den Flug, den ich aus-

London. 29. Mai. Ebenso wie in Le Bourget durchbrach kurz vor der Landung die Zuschauermenge, deren Zahl auf über 100 000 geschätzt wird, bei seiner Ankunft über dem Flugplatz die Schranke, sodaß der amerikanische Flieger dreimal dicht über dem Flugplatz kreisen mußte, b's es der Polizei gelang, genügend Raum frei zu machen, um eine Landung zu ermöglichen. Als Lindbergh sein berühmte, Flugzeug verließ, wurde er von dem amerikanischen Botschafter Houghton, dem britische« Luft­fahrtminister Hoare und anderen offiziel­len Persönlichkeiten begrüßt. Zwei Stun­den vor seiner Ankunft waren die auf dem Flugplatz versammelten Zuschauer Augen­zeugen des Absturzes eines Passagierflng- zeuges aus einer Höhe von ungefähr 50 Fuß. bei dem aber glücklicherweise «ur zwei Personen leicht verletzt wnrde«, wäh­rend die beiden unteren Tragfläche« de» Flugzeuges völlig zerstört wurde«.

Lindbergh über seine Tättgkeit als Flieger.

Der Flieger Lindbergh veröffent­licht heute im2Hatin einen Epilog zu dem Ozeonflug und seinen Aufenthalt in Paris und macht über seine Tätigkeit als Flieger folgende Angaben: Ich habe innerhalb von fünf Jahren 7119 Flüge von einer Desamtdauer von 1823 Stunden 40 Minuten ausgeführt. Mein 33-Stun- den-Flug über den Atlantischen Ozean ist also nur ein kleiner Bruchteil davon. Allein im vergangenen Jahr bin ich 763 Stunden geflogen. Im ganzen habe ich 5951 Passagiere befördert. Ich kann sagen, daß keiner von ihnen auch nur einen einzigen oder den geringsten Anfall er­litten hat, ebensowenig wie ich übrigens selbst. Ich war also nicht vollkommen un­

geführt habe.

Lindbergh, Heimkehr nach Amerika.

Paris, 29. Mai. (WTB.) Nach einer Meldung derChicago Tribüne" aus Newyork besagt eine gestern aus Detroit eingegangene Nachricht, Lindbergh habe seiner Mutter telegraphiert, er werde die Einladung des Präsidenten Eoolidge, an Bord eines amerikani­schen Zerstörers die Rückreise nach Amerika anzutreten, an nehme» und rechne da­mit, am 16. Juni nach den Bereinigten Staaten zurückzukehren.

vier amerikanische Flieger verbrannt.

fk. Augusta, 30. Mai. vier ameri, konische Militärflieger verbrannten in ihrem Flugzeug, das aus 500 Fuß Höhe in eine vieltausendköpfige Menschenmenge brennend zu Loden stürzte.

Sie Boot In (Mio

Japanische Truppensendungen nach Tsingtau.

Paris, 28. Mai. Me die Agentur Indo Pacific aus Tokio berichtet, hat das KriegsschiffTokiwa" den Flottenstütz­punkt Saseno am 26. Mai mit 700 Mann Marineinfanterie mit Bestimmung Tsing­tau verlassen.

Rordchina tzrvtestteet in Tokte.

ff. Peking, 30. Mai. Die offiziellen Kreise Nordchinas sind über das Ein­greifen Japans aufgebracht. Die provi­sorische Regierung von Peking protestiert energisch gegen die Verletzung chinesischen Gebietes, die ernste Rückwirkungen haben kSnnte.

Sir Ogwliltte fttlle

ff. London. SO. Mai. Die inner- politische Krise in Aegypten als Folge der ablehnenden Haltung der Zag» lnl-Partei gegenüber der A rm e e v o r. läge hat sich weiterverschärft. Der britffche Oberkommissar wnrde gestern er­neut vom König Fuad empfangen, de« er mitteilte, daß er von seiner Regierung eine Antwort in der Frag« der Reargani- sterung der ägyptischen Armee erhalten habe. Eine offizielle Rote wisch dem Pre­mierminister Sarwat Pascha überreicht werden.

Wie dieTimes" berichtet, kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Krise von den Zaglulisten heraufbeschworen wor­den ist, um durch eine Art antibritische De. monstration ihre eigene Stellung im Lande zu verstärken. In politischen Kreisen glaubt man. daß die Zaglul-Partei ent­schlossen ist, von ihrem ablehnenden Stand­punkt nicht abzugehen. Von Malta aus find drei Schlachtschiffe gestern Abend nach Aegypten abgegangen.

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Siebe» M berbroml

Warschau, 29. Mai. Eine polnische Maschinengewehr-Kompagnie in eine« Dorfe der Wojwodschaft Posen, die in einem Heuschober übernachtete, wurde das Opfer einer furchtbaren Katastrophe. Als die meisten Soldaten dort eiugeschlafe« waren, brach in der Scheune Brand aus, der in kürzester Zeit das Gebäude in Flammen setzte. Sieben Soldaten sind verbrannt. 14 wurden so schwer verletzt, daß man an ihrem Aufkommen zweifelt, und 15 weitere erlitten schwere Verletzungen. Die Ursache des Brandes dürfte eine achtlos weggeworfene bren­nende Zigarette gewesen sein.

Ser ReWvrMent in Hamburg

Hamburg, 29.Mai. (WTB.) Reichs­präsident v. Hindenburg traf um 5 Ahr nachmittags in Begleitung des Staats­sekretärs Dr. Meißner und des Majors v. Hindenburg auf dem Bahnhof Damm­tor ein und begab sich nach kurzer Be­grüßung durch Bürgermeister Dr. Schramm und den Vorsitzenden des Hamburger Sportvereins, Dr. Hartmeier, nach dem Rennplatz Groß-Borstel, um den Rennen um den Großen Preis von Hamburg und um den Borsteler Pokal beizuwohnen. So­wohl auf dem Wege zur Rennbahn als auch bei seinem Eintreffen auf der Renn­bahn wurde der Reichspräsident von einem sehr zahlreichen Publikum herzlich begrüßt. Im Großen Preis von Hamburg siegte Herrn v. Oppenheims Marcellus, im Ren­nen um den Groß-Borsteler Pokal Prinz Ehristtan. Der Reichspräsident überreichte persönlich die Ehrenpreise und trat nach einem Imbiß im kleinen Kreise kurz nach 8 Ahr di« Weiterreise nach Kiel an. Auf dem Altonaer Bahnhof hieß Oberbürger­meister Brauer den Reichspräsident in der Provinz Schleswig-Holstein willkommen. Auch in Neumünster fand bei einem kurzen Aufenthalt eine Begrüßung durch Bürger­meister und Magisttat sowie durch Krieger­und Mllitärvereine statt.

Die Ankunft in Kiel.

ft Kiel, 30. Mai. Gestern abend um 10 Ahr traf Reichspräsident von Hinden­burg hier ein. Ihm wurden auf seiner Fahrt durch die prächtig illuminierte Stadt seitens einer ungeheuren Menschenmenge lebhafte Kundgebungen dargebracht.