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pnzeiserjürtdasMer kurhess>Me)<vbechessen/> Amtliches Verkimdigungsblatt jur dkreisAarbmg

KanzösWe Ber-üchtigungen

Sonnabend, ,28. Mal 1927

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Prag. 27. Mai. Der bisherige Präsi­dent B. E. M a s a r y k wurde im ersten Wahlgang mit 274 Stimmen für die neue siebenjährige Funktionsperiode zum Staats­präsidenten wiedergewählt. Die erforder­liche Dreifünftelmehrheit betrug 253 Stim­men. An der Wahl nahmen 434 Abgeord­nete und Senatoren teil. Es wurden 432 gültige Stimmen abgegeben. 104 Stimm­zettel waren leer.

«riegSminiller e. S. 6. Stein t

Berlin. 27. Mai. Ja der Rächt vom Mittwoch zum Donnerstag starb in seiner Billa in Lehnin Kriegsminister a. D. Ge­neral der Artillerie Dr. e. Stein i« 73. Lebensjahr.

Herrmann v. Stein wurde 1854 zu Wed­derstedt als Sohn eines Pfarrers geboren. Er wurde Leutnant in einem Feldartille­rie-Regiment, besuchte die Kriegsakademie und wurde 1888 und wiederum 1894 in den Eeneralstab berufen, dem er von da an dem größten Teil seiner weiteren Dienst­laufbahn angehörte. Seit 1903 war er Ab­teilungschef. 1910 wurde er unter Beförde­rung zum Generalmajor Oberquartier­meister. 1912 Kommandeur der 41. Divi­sion in Deutsch-Eylaü, 1913 erhielt er den erblichen Adel. Zu Beginn des Krieges wurde General von Stein Generalquar­tiermeister. Als solcher erlangte sein Name historischen Klang, denn er unter­zeichnete, die Depeschen vom Kriegsschau­platz im ersten Abschnitt des Feldzuges, während des stürmischen Vormarsches auf

Paris. Mitte September 1914 übernahm er die Führung des 14. Reservekorps, Ende Oktober 1916 wurde er als Nachfolger des Generals Wild von Hohenborn preußischer Kriegsminister und blieb bis zum Oktober 1918: damals wurde er wegen eines Ee- heimerlaffes im Zusammenhang mit den Friedenserörterungen vom Zentrumsabge- orbneten Gröber im Reichstag heftig ange­griffen, worauf er zurücktrat und seinen Posten an General Scheuch abgab.

Reue SeberWe in SberWellen ----------«cmelgtbiti un» Saarts dm dem Völkerbund

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Marburg n. 8nhn

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Zeitung

Sctlnufcnt Slallenef

Italiens Duce und Heros hielt wieder ein­mal die Zeit für gekommen, die Welt m.it einer seiner bekannten undgefürchteten" Drohreden zu überraschen. Da Herr Musso- lini selbst zu Beginn seiner Ausführungen, die er dieser Tage in der Kammer hielt, sagte, daß seine Redeaufreizend" wirken müsse, so hat er schon einen großen Teil der Kritik vorweggenommen, die diese Rede auslösen muß. Wenn wir in Deutschland uns mit die­ser, neuesten Mussolini-Rede beschäftigen, so nur deshalb, weil sie wieder einmal uns den klarsten Beweis dafür liefert, daß auch heute, obgleich die Welt den Gang nach Locarno und Genf antrat, der BegriffSieger" undBe. siegter" noch, in seiner alten, ursprünglichen Form als gangbarstes Requisit der Gewalt- Politik uns erhalten geblieben ist.

Was Herr Mussolini in seiner letzten Rede über seine wirtschaftlichen und kulturellen Aufbaupläne innerhalb seines Landes sagte, soll einer Kritik nicht unterzogen werden. Die Ausgestaltung Italiens, die Hebung seiner Wohlfahrt ist Sache des Duce. Gelingt ihm diese Aufgabe, so soll es uns recht sein, denn ihre Bewältigung liefert auch einen Stein zu dem Wiederaufbau Europas, dem auch da» deutsche Volk angehört. ,

Mussolinis Kammerrede beschränkte sich je­doch keinesfalls auf die Innenpolitik. Er sprach auch über die außenpolitische Lage und zwar in dem Sinn, wie er sie ansieht. Da» heißt, die italienische Presse wird sicherlich be- merken, daß, wenn Herr Mussolini über Bozen und Südtirol stiri.ht, dies Fragen seien, die lediglich interne Interessen Italiens be­träfen, die also in keinem Falle die ».Außen- Politik und die Beziehungen Italiens zu an­deren Staaten angingen.

Wir sind hier anderer Ansicht. Zwar sind Bozen und Südtirol leider nicht mehr politi­sche Bestandteil« des Reiches. Aber Bozen und Südtirol gehören auch heute noch trotz der willkürlichen Grenztrennung zum deutschen Kulturkreis, zumal das Volk Südtirols deutsch ist, deutsch war und vermutlich auch noch dann deutsch bleiben wird, wenn Herr Mussolini und seine Politik schon längst einer abgetanen Vergangenheit angehören.

An dieser un»""äckbaren Wahrheit wird auch der Ausflug Mussolinis in die historische Geschick", ^"dtirols nichts ändern. Zumal dieserAusflug" nur I'"wege geht, die an der Wahrheit strikt vorbeilaufen. Kann es doch auch die gerissenste Deduktion eines Mussolini niemals abstreiten, daß das Deutschtum im Mittelatter no* viel weiter Über die südlichen Grenzen Südtirols hinabreichte als heute. Wenn Herr Mussolini die südtiroler Bauern alsverlaufene Italiener" anzusprechen sich erkühnt, so tut er dies auf Kosten des Ernstes, den man gemeinhin jeder Rede eines ernsthaft zu nehmenden Staatsmannes entgegen­zubringen pflegt.

Mussolini wollte eineaufreizende" Rede halten. Vermutlich, weil er dies im Augen­blick der englifck-franzö^fchen Einigung und der Händel mit Rußland für angebracht hält. Seine Absicht ist ihm wohl gelungen. Seine Rede wirkt aufreizend. In der Hauptsache allerdings aufreizend gegen den Geist einer Völkerverständigung. der Deutschland in Locarno so geflissentlich offeriert wurde. Wirklich ein seltsamer Geist. Es ist immerhin dienlich für uns, wenn er von Zeit zu Zeit einmal seine Maske fallen läßt.

**» dem Inhalt des englische« Weißbuchs.

London. 26. Mai. Das Weißbuch der Mischen Regierung, das die Ueberschrift M8t:Die feindselige Aktivität der Sow- lMegierung und der dritten Jnternatio- ^?..8egen Großbritannien", ist soeben ^ossentlicht worden. Der erste Teil des M>es ist mit Papieren angefüllt, die der Mrzej bei der Durchsuchung der Arcos in J4 Hände fielen, der zweite Teil enthält ^mente, die auf andere Weise in den ^ätz des englischen Auswärtigen Amtes ittaten sind. Eine Reihe von Briefen sind die von Moskau aus an die verschie­den Agenten der dritten Internationale Mndt wurden und in denen Vorschläge und Mnke über Mittel und Wege zur Verbreitung der kommunistischen Propa- Mda gegeben wurden. Außerdem ist in M Weißbuch eine Liste ausgeführt, die "" Besitz des bei der Arcos angestellten "fkton Müller vorgefunden wurde und die ** Adressen kommunistischer Agenten in südamerikanischen Ländern, Afrika «No Australien enthält. Es ist bemerkens­wert, daß die Liste und die beigefügten Instruktionen zum großen Teil in «eustcher Sprache abgefaßt sind. Ein wei­

DerStahlhelm" dementiert Mussolini.

B e r l i n. 27. Mai. Zu der Bemerkung Mussolinis in der gestrigen Kammerrede, daß bei dem großen Aufmarsch des Stahl­helms in Berlin Tafeln mit der Inschrift Don Triest bis Riga" mitgeführt worden seien, teilt die Pressestelle des Stahlhelms mit, daß bei der Stahlhelmkundgebung in Berlin überhaupt keine Tafeln getragen worden sind. Ebenso falsch sei dre Mel­dung desPopolo d'Italia", wonach der Ausdruckvon Triest bis Riga" in Reden der Stahlhelmführer gebraucht worden sei.

zig über die Herstellung von Flugzeugmaterial auf Danziger Gebiet und die Ernennung der Präsidenten der in den Danzig-polnischen Abkommen über das Danziger Tabakmonopvl vorgesehenen Schiedsgerichte. Der Dries des Oberkommifsars von Danzig behandelt die Frage der Aushebung der aus dem Fnedens- 0ertrag für Danzig geltenden Einschränkungen des Baues von Flugzeugen und Luftschiffen auf dem Gebiet der Freien Stadt Danzig. Der Danziger Senat hat ein Gesuch auf Auf­hebung dieser Bestimmungen gestellt.

Deutsch-fvauzösischeS ««»tonten »btt «veuzbahnhöse.

ft. Berlin, 28. Mai. Reichsminister Dr. Stresemann hat dem Reichstag «in Ab­kommen zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich über Einrichtung der Grenz- bahnhöse zugehen lassen. Für die Gren- zen Bayerns und Preußens bleibt es Bei dem System getrennter Grenzbahnhöfe. An der Rheingrenze sind die Grenzbahnhöfe auf dem rechten Rheinufer einzurichten. Die auf deutschem Boden dienstlich tätigen französischen Beamten unterstehen dem deutschen Strafgesetz, den Polizeiverschris- ten und der deutschen Gerichtsbarkeit. Aucy hat sich die französische Regierung ver­pflichtet, solche Beamten zu versetzen, de­ren Verhalten den deutschen Behörden An­laß zu berechtigten Beschwerden gibt. Das Abkommen ist auf fünf Jahre abgeichloften.

terer Teil des Weißbuches ist Dokumen­ten gewidmet, die die Aktivität Borodins in China betreffen. Weiter sind sechs Briefe aufgeführt, die Kuriere als diplo­matische Post zwischen der Sowjetbotschaft in London und dem Arcosgebäude beför­derten.

Einstellung beb SchiffsverikcchrÄ zwischen Leningrad und London.

ff. London, 28. Mai. NachEve- ning Standart" haben die russischen Schiffe, die den Handelsverkehr zwischen Leningrad und London besorgten, ihre Fährten be­reits eingestellt.

Die Londoner Sowjet-Vertreter al» Gäste der Arbeiterpartei.

ff. London, 28. Mai. Beträchtliches Aufsehen erregt in der Presse die Tatsache, daß eine Anzahl von Mitgliedern der Ar­beiterpartei und Gewerfschaftsführern dem russischen Geschäftsträger Rosenholz, dem Leiter der Handelsdelegation, Kintschuf, «

Berlin, 27. Mai. Der Botschafter it Union der Sozialistische« Sowfetrep«- stt». Krestinski, sprach heute im Mitsamt« igen Amt vor. um den Wunsch seiner Re- jerung zu übermitteln, daß die Reichsre- itrnng angesichts des Abbruchs der Be- iehungen zwischen der britischen Regie- een und der Sowjetrepublik die deutsche sttschaft in London mit der Wahrneh- der russischen Interessen in England Aufträgen möge. Die Reichsregierung p diesem Wunsche entsprochen.

's Berlin, 27. Mat. Zu der Londoner Nach- - icht, wonach die Beamten und der größte til der Arcos nach Berlin und Hamburg ßerAebeln werden, um dort ihre Tätigkeit mzusetzen. nehmen die Berliner Blätter zum eil ablehnend Stellung. DieGermania" i Koni, daß di« deutsche Einreiseerlaubnis für 3 es Personal der Arcos nur für be- chränkte Zeit in Frage kommen y Gme und daß an sich für die Arcos keine Dercmlassung vorliege, die gesamten Geschäfte Muwickeln, da England den legalen Handel Wßattet habe. DieGermania" meint hierzu. Ml könne nicht einsehen, warum die Arcos ÄMN in Deutschland ihre Geschäfte mit Eng- Weed abwickeln müsse.

Zurückhaltend äußert sich dieTägliche Mund schau", daß sich, die Beamten der Mrrssgefellschaft nur ein paar Wochen i Deutschland aufhalten würden, um » Geschäftstätigkeit abzuwickeln. Angesichts S Berliner Vertrages bestehe ja keine Ber- Bsssung, den Russen einen solchen Aufent- tit zu verweigern, wenn sie einen Wunsch «wch aussprechen sollten.

kW1 Zeitung" «

ftchmaal wöchentlich. Ve» monatlich 2 GM. en* ^^Zustellungogedühr, durch SM.Fllr etwa Infolge Steife, Maschinen defekt, oder jgggsisttt Sreignisi» ausfallende wird Mn Ersatz ge» 5* Verlag d. Dr. 5 Kttzervth, -gf get Unid.-Buchdruckrre» b. g. -. Koch, Markt 21/23. «frwcher: Rr. 64. u. «r. 65. ebgtecftonlo; Amt Frankfurt 17$. Rr. 6016. Sprech,eit M* Aidaktion von 1011 nutz »hl1 Uhr.

Katkowitz, 27. Mai. Anläßlich der gestrigen Meisterschaftsspiele der Deutschen Turnerschast für Polen kam es wieder zu schweren Ausschreitungen pol-^ nischer Aufständischer gegen Ange­hörige der deutschen Minderheit. Der Turn­verein Dielitz wurde bei seinem Marsch nach Pletz von Aufständischen zur Lück- kehr gezwung en. Eine Abteilung des Kattvwitzer Turnvereins wurde auf. freier Straße von uniformierten Aufständischen über­fallen und schwer miß handelt. Die Wehr­losen, meist Frauen und Kinder, mutzten fliehen, wurden aber auf Fahrrädern verfolgt und weiterhin mihhandell. Auch in Pletz er­eigneten sich schwere ilebergriffe der Auf­ständischen. Auch diesmal vollzogen sich die UeberfäHe vor den Augen der Polizei, ohne daß diese sich der ileberfaBenen annahm.

G en f, 27.. Mai. Aach einer Mitteilung des Generalsekretariats des Völkerbundes ist auf Ersuchen der Aeichsregierung die Petition leitender memelländischer Persönlichkeiten wegen Derletzung der Autonomie des Memelgebietes durch Litauen, die rechtzeitig innerhalb der zwanzigtägigien Frist eingegangen war, nachträglich auf die Tagesordnung der nächsten Session des Bölkerbunrates gesetzt worden. Auher- dem sind noch zwei weitere Danzig betreffende Punkte auf die Tagesordnung übernommen worden, nämlich ein Brief, des Ober- kommissars des Völkerbundes in San-

und dem ersten Sekretär der Sowjet-Mis­sion im Unterhaus gestern ein A b - schiedsfrüh stück gab, dasDaily Tele­graph" in einem Leitartikeleine über­legte, aber charakteristische Unverschämt­heit" gegenüber dem britischen Parlament, das sich soeben für die Entfernung der Russen ausgesprochen hat, nennt .Daily Mail" zufolge hat es Mac Donald abge­lehnt, an dem Frühstück teilzunehmen.

Rosenholz zur englisch-riussische« Krise.

ff. London, 28. Mai.Daily He­rold" gibt den Inhalt der Rede wieder, die Rosenholz auf dem gestern von Mit­gliedern der Arbeiterpartei ihm zu Ehren gegebenen Frühstück gehalten hat. Er be­tonte danach die Unechtheit des Be­weismaterials, auf Grund denen die britische Regierung gehandelt hat, und sagte, in oberen Stellen habe Leichtgläu­bigkeit geherrscht, an unteren Stellen aber feien verbrecherische Handlungen begangen worden. Die Gefahr eines neuen Krieges sei niemals größer gewesen als augen­blicklich.

j tauen werde, so gebe man sich einer ' ei>Hen Hoffnung hin. England würde ich zu diesem Schritt zum mindesten so ®.R8e nicht entschließen, als Frankreich Rue Beziehungen zu Rußland nicht ab- ^irochen habe. Im übrigen werde es den - 'kutschen Kaufleuten bald klar werden, toi die Haltung Englands gegenüber Rutz­öd die wirtichaftlichen Verhandlungen anderen Länder mit Rußland stark beeinflussen werde.

$te Heb ernannte der Vertretung der Eschen Interessen in England durch -eutschland veranlaßt den Berliner Kor- Ä Aondenten desE ch o de Pari s" zu «täten, dem Reich werde es schwer fallen, « englisch-russischen Konflikt strikte Neutralität zu wahren (!).Der | ktschluß Stresemanns kann nur eine jllfe für die Sowjets bedeuten." Wenn tän jedoch in Deutschland erwartet, daß kuzland die Vertretung seiner Interessen 11 Rußland ebenfalls Deutschland anver-

Rußlands NeiemelilMtrttthmg dm» DtulWand Die Anod Nr'rmiioa kommt na» Berlin