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Svnnnrtm, toi 19. Rai 1927

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Schwere Straßenbahnkataftrophen m Staffel un- Frankfurt

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st. Kassel, IS. Mas. Eine furchtbare Stratzenbahn-Katastrophe ereignete sich gestern abend auf der nach dem Druseltal führenden Linie der Kasseler Straßenbahn. Lin an der Endstation haltender Wagen dieser Linie, an den ein Anhänger ange- koppelt werde« fällte, stand voll besetzt ohne Führer und Schaffner zur Abfahrt bereit, als ei« j ä h r i g e r Zunge die Bremse löste, worauf bei Wage» führerlos die steile Brabanter Straße hinunter» sauste Der Wage« sprang an eine» scharfen Kurve aus den Schie« »en und fuhr gegen ein.e i s e r n e s Ge­rüst wobei der obere Teildes Wa­ge«, abgerissen warde. Der un­tere Teil des Wagens fuhr weiter in einen Graben hinein. Bis jetzt sind 10 Tote und 19 Schwerverletzte zu beklagen. Mehrere Personen, deren Zahl noch nicht seststeht, wurde« leichter verletzt. Auf dem 'Transport ins Krankenhaus verstarb ein weiterer Fahrgast. Bon de« ÄWerverletzte« befinde« sich «och einige «eitere in Lebensgefahr.

Die Direktion der Große« Kasieler Straßenbahn teilt hierzu mit:

Dee Führer hatte de« Wagen verlasien, um auszutreten. Der Schaffner, der neben Wn Wagen stand, fertigte, als der Zunge die Handbremse löste und der Wagen sich iu Bewegung fetzte, einen Fahrgast mit Gepäck ab und konnte nicht mehr aufsprin-

«

Dadurch, daß fast alle Passagiere in ihrer Angst nach vorn geeilt waren, hatte sich im vorderen Teil des Wagens ein Knäuel von Menschen gebildet, was mehre­ren Personen, die eingekeilt waren, das Leben rettete. Mrch Fernruf wurde sofort die Feuerwehr alarmiert, die unter Füh­rung von Branddirektor B l i e s e n e r auch in kürzester Zeit eintraf. Durch Winden wurden die Reste des Wagens hochgehoben und zuerst die Toten und Schwerverletzten geborgen.

Augenzeugen erzählen, daß der Sturz des 'DagenL von einem donnerähnlichen Getöse und einer riesigen Staubwolke be­gleitet war. Anter den Passagieren sollen sich nur wenige Kinder befunden haben wan spricht von zwei bis drei im übri- Sn war der Wagen bei dem schönen etter vollbesetzt.

Auf Veranlassung der sofort herbei- geeilten Aerzte Dr. Rohrbach und Dr. Greger wurden sämtliche Sanitätskolonnen olamiert, die kurz nacheinander mit ihren 2utos auf der Anglücksstätte eintrafen und sämtliche Verunglückten, auch die To- ten, zur Identifizierung nach dem Roten xteug überführten. Bald trafen auch das Kommando der Schupo, der Regierungs­präsident, Oberbürgermeister Stadler und Bürgermeister Lahmeyer sowie die Di- tltion der Strahenbahn auf der Anglücks- ftätte ein, die abgesperrt wurde. Der vollständig zertrümmerte und verbogene Wagen muhte auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft unberührt bleiben.

Die wir weiter erfahren, war der Straßenbahnwagen der Linie 5 außer- ordentlich stark besetzt, meist von Aus- siüglern, die nach Beendigung ihres Aus­zuges in die Stadt zurückkehren wollten. An den Wagen sollte noch ein Anhänger uugekoppelt werden. Außer den 11 Toten

19 Schwerverletzten, die in das Rote- Aeuz-KrankenhauS und in das Diako- Essen-Krankenhaus transportiert wurden.

sind noch eine Anzahl Personen, deren Zahl noch nicht feststeht, leichter verletzt worden.

Die Feuerwehr und der Rettungsdienst, sowie eine große Anzahl Aerzte waren von zufällig an der Anglücksstätte an­wesenden Zivilpersonen sofort alarmiert worden. Die Zivilpersonen versuchten auch die erste Hilfe zu leisten. Die Feuerwehr richtete sofort nach ihrer Ankunft unter Leitung des DranddirettorS den umge­stürzten Wagen, der mit den Rädern nach oben lag, auf, und machte sich an die Bergung der Toten und Schwerverletzten. Die Toten wurden auf die neben der Sttaße liegende Wiese gelegt. Fünf Frauen und drei Männer, meist ältere Leute, waren es zunächst, die bei dem Anglück ihren Tod gefunden hatten. Auf dem Transport ins Krankenhaus verstarb dann ein weiterer Fahrgast des Anglücks- wagenS.

Re Strnmntotn

Zrn Krankenhaus vom Roten Kreuz liegen folgende Verwundete:

1. Heinrich Molitor, 38 Jahre alt, aus Lehrte bei Hannover. Mehrfa«^ Quetschungen, Splitterung des Ellenbogen- geleuks.

2. Albert Marx aus Kastel, 21 Jahre alt, Oberschenkelbruch.

3 Else Marx aus Gemünden, 19 Jahre alt.

4. Else Löwenberg aus Kastel, Uhlandstrahe 7, 36 Jahre alt.

r. Ingrid Molitor aus Dresden, 5Va Jahre alt,

6. Ruth-Marion Molitor aus Dres­den, 2i,4 Jahre alt, Oberschenkelbruch.

7. Frau Gerth aus Kastel, Wirbelsäu­lenverletzung und Kopfwunde.

8. Frau Tilly Molitor aus Dresden, 38 Jahre alt, Armbruch.

9. Frau Carola Capito aus Kastel, Hedwigstr. 8. Unterarmbruch und Kopfver­letzungen.

10. Frau Eva Vochemeier aus Kastel, 31 Jahre alt. Fleischwunden.

11. Frau Anna Rinteln aus Kastel, 66 Jahre alt, Armbruch und Kopfwunden.

12. Heinrich (Berte aus Kastel, 61 Jahre alt, Brustquetschung und Kopfver­letzungen. f

13. Dora Duda aus Kassel, 46 Jahre alt. Kopfverletzungen.

14. Rose Kunkel aus Kassel, Kopf- und Schulterverletzungen.

15. Dora Garte aus Kastel, Kaiser­stratze 86. Kopf- und Handverletzungen.

In der Klinik des Sanitäts- rats Dr. Gregor befindet sich noch ols einzige: Fnm Dr. GS nther aus Oste­rode mit Quetschungen.

Die Samen der Tote«

werden veröffentlicht werden, sobald ihre Namen einwandfrei feststehen. Bisher

sind festgestellt: Geh. Justizrat Rinteln, Frau Justizrat Wenning, Witwe Re­bekka Hartung, Frau Alma Graff, Eulenburgstraße.

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ff. Frankfurt, 19. Mai. Heute mor­gen ereignete sich in der Borsig-Allee (in der Rieder-Waldkolonie) ein schwere, 3«» sammeuftoh zwischen einem Zug der Hafenbahn und einem Strahenbahn- wac.en, der 2 Tote und 10 Verletzt« forderte. Einzelheiten fehlen »och.

Zu dem schweren Verkehrsunfall erhalten Wir noch folgende Einzelheiten:

Ein aus 12 Wagen bestehender Rangierzug der Hafenbahn stieß beim Rangieren an dem Stratzenbahnübergang Vorgisallee-Moufson- ftraße mit einem aus Bergen kommenden Dtrahenbahnzug seitlich so heftig zusammen, daß der mittlere Wagen mit furchtbarer Ge­walt zur Seite geschleudert und umgeworfen wurde. Auch der dritte Wagen wurde um­geworfen. Der Schaffner des zweiten Wagens Grohganz «Und der 70jährige Spengler Heinrich Aöger wurden sofort ge­tötet, während 6 weitere Personen, deren Ramen noch nicht festgestellt sind, mit lebens« qefährlichen Verletzungen ins Heillge Geist Hospital eingeliefert werden mußten. Außer­dem wurde eine große Anzahl weitere Per­sonen leicht verletzt. Die Schuldfrag« ist noch nicht gellärt.

Die Konferenz der Außenminister

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fk. London, 19. Mai. Briand und Chamberlein hatten eine sehr freundschaftliche Unterre- düng, in deren Verlauf sie erneut die Festigkeit der Entente eordiale zwischen Frankreich und Großbritannien feststellten.

ImE ch o de 9? at iS" glaubt Peti­tln a x kaum, daß sich die zweistündige Aussprachte zwischen Briand und Cham­berlain am Mittwochabend auf Einzelhei­ten bezogen habe. Es sei nicht Gewohnheit, sich in Einzelheiten einzulas­sen. Auch habe er keine einzige M.e mit nach London genommen. Obwohl die Tirana-Verträge nicht direkt die franzö­sischen Belange berührten, sei Frankreich hauptsächlich an der Regelung der rus­sisch-italienischen Spannuna in­teressiert, während England größten Wert auf eine Regelung seines gesamten Ver­hältnisses zu Rußland lege. Fm Dezem­ber hätte ein Wort ChamberlalilS genügt, jede gefährliche Wendung im Adria-Kon- slikt zu vermeiden. Dies Wort habe jedoch Chamberlain nicht ausgesprochen. Für den Augenblick könne Frankreich nichts anderes machen, als beruhigend einzuwirken. Zm September dürfte der Konflikt vor den Völkerbund gebracht werden.

Nachdem sich London gegen Moskau auf den offenen Kampf eingestellt habe, könne es die letzten russischen For­derungen nur ablehnend beant­worten und auf den Abbruch der Bezie­hungen hinarbeiten; das sei eine heikle Zache für Frankreich, denn Eng­land werde in diesem Falle Frankreich zum Nachgeben gegenüber Deutsch­land in der Räumungsfrage usw. zu be­einflussen suchen, damit es Deutsch­land zur Abänderung seiner östlichen Politik bewegen könne. Frankreich sei aber nicht in der Lage, Eng­land auf diesem Wege zu folgen. Es könne nicht in eine Verminderung seiner Rechte

und Garantieren zu Gunsten der Rechte Deutschlands einwilligen.

Der offiziösePetit P a r i f i e n" drückt sich über das Ergebnis der Aus­sprache zwischen Briand und Chamberlain ziemlich gewunden aus. DaS offizielle Communiguo über die Unterredung lasse erkennen, daß die beiden Minister entschlos­sen seien, in weitgehendem Freundschafts­geiste das unvermeidliche Kompromiß aus­zuarbeiten, das die unabwendbare Oppo­sition gegen die gemeinsamen Interessen notwendig macht. Diese Aufgabe habe nicht auf dem Programm gestanden. Man müsse aber begrüßen, daß bei den Be­ratungen Chamberlain und Briand für die Entente neue Perspektiven ent­deckten.

Rach dem ,Matin" wirb in englischen Kreisen versichert, daß sich die gestrige Mi- nister-Anterredung vor allem mit der Ver­minderung der Besatzungstruppen be­schäftigt habe. In dieser Frage würde aber vor dem 15. Juni, dem Termin für dl« Schleifung der Ostbefestigungen, keine Ent­scheidung fallen. Chamberlain schien dar­über auch mit Briand übereinzustimmen, lieber die Gefahr des russischen Kommunis­mus seien sich Briand und Chamberlain durch­aus einig gewesen.

Das .Journal" stellt b e Staatspräsiden­ten Reise als einen großer-. Höflichkeitsokt dar. DaS gleiche stellt auch die Linkspresse fest, besvnk^rs das sozialistische ,O e u v r e". das betont, die Behauptung sei unsinnig, die von einem französischen Rachgeben gegenüber der englischen Politik spräche.

Wie .H a v a s" berichtet, kann mit ziem­licher Sicherheit angenommen werden, daß die Londoner Besprechungen den Adria-Konflikt, die Ruhlandfrage, die chinesischen Ereignisse und vielleicht auch das Tanger-Problem be­rührt bätten. Zu einer Lösung außenpoliti­scher Schwierigkeiten seien Frankreich und England zu einer gemeinsamen Politik ge­zwungen worden. Selbstverständlich sei es je­doch. daß die Entente cordiale nur die Auf­rechterhaltung des europäischen Friedens per- folge. i

Dr. eiferet» Begleit« löblich verunglückt

fk. Newyork, 19. Mal. Major Harold Geiger. Kommandant de» Flugplatzes Aberdeen (Maryland), stürzte gestern mtt seinem Flugzeug ab. Das Flugzeug geriet in Brand, so­daß der Flieger den Flammentod sand.

Geiger war nach dem Weltkriege ameri­kanischer Militärattache in Ber. lin. Er machte seiner Zeit mit Dr. Eckener im Zeppelinlustschiff, dem jetzigen Luftschiff Los Angelos, di« Fahrt von Friedrichshafen nach Amerika. Das Kriegsamt bereitet für Freitag di« Beisetzung Geigers aus dem Kriegersried­hof inAsllngton bei Washington vor.

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Sim Flaschenpost Nungessers?

London, 18. Mai. Lloyds berichtet: von der Küstenwache ist in der Rahe von Falmouth eine Flaschenpost ausgefijcht worden, welche besagt: Sind 75 Meile« der Küste von Irland gelandet. Maschine gestört. W. H. Nungesser. Der Finder wird gebeten, sich mit H. Lanserne, Sekre­tär der Ras (Royal Air Force) London, in Verbindung zu setze«.

etolofion in ein« Schult

Rewqork, 18. Mai. 3b einer Schule in Lansing in Michigan (Bereinigte Staa­ten), ereignete sich ans «och »«bekannter Ursache ein furchtbares Explofionsnnglück. 26 Kinder wurden getötet, weit über 50 verletzt. .