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Meigerfürtdasfruher kurtzesssschL)<vberhelferv> Amtliches VerkünüigungsblM für d-kreisiklarbmg

Marburger rageSanzeigtt

Vonnerstag, m 12. Mat 1927

Mische LMeszettuns

Nr. 110 62. Sahrg. Marburg n. Sohn

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iDbcthcfTifdic Zeitung

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m rotekopstt in Rorbamerika sti. R^MtzvrK. 12. <T.al. Infolge der tzerschr" 'ng im Mississippital und der ferne im m'"leren Westen sind im ganzen SS Personen getötet und 3500 ver« p rden. Die Zahl der £ tdachlofen beträgt SOM. 14 000 Quadratmeilen Land sind übet« oemmt.

Ar EnWMngWlalht In Etzlnn

ß. London, 12. Mai. In China ist eine pfe Entscheidungsschlacht zwischen fe, Süd. und Nordtruppen im Gange.

W Angeles ans »er Suhr nmh Nungesser

st, Washington, 12. Mai. Das fischiff Los Angelos (früher 3- R. - 1 hat heute vormittag in den frühen . asten stunden seinen Startplatz ver- ffl, um auf Befehl des Marinedeparte- «ts nach den vermißten französischen lengern an der amerikanischen Küste zu i*.

Ke Versuche, die französischen Flieger Enden, werden bis zur Mitte des rntischen Ozeans aus gedeh t werden, lrfähr 20 Fahrzeuge patrouillieren be- i längs der amerikanischen Ki'ste. ist ein Geschwader von acht Tor- iiobootszerstörern ausgesandt worden. Afrikanische Vorstellungen am Quai d'Orsay.

k. Newyork, 12. Mai. Die amerika- St Botschaft am Qua d'Orsay Hal roe« ' der unfreundlichen Handlungen der tifet Bevölkerung Vorstellungen erho-

lisch keine SiSksnt rWung

& der gestrigen Besprechung des Reichs- ^kbräsidenten Dr. Schacht mit Der tret ern 1 'Berliner Dankwelt schreiben ^Tägl. Rund- 1 ®" und .Voss. Zeitung", daß die Reichs- 'k eine Heraufsetzung des Diskonts gegen- Ag nicht beabsichtige. Die vielfach er- «Ktte Einberufung des Zentralausschusses ' Reichsbank für den heutigen Donnerstag nach dem erstgenannten Blatt bis zur tobe nicht erfolgt. Es sei möglich, bah man ' die heute in London fällige Entscheidung J Beibehaltung oder Ermäßigung der eigen Diskontrate abwarten wolle. Wie , = jn der Voss. Ztg. heißt, sind in der

Mission die verschiedensten Gesichtspunkte, ^namentlich auch eine möglicherweise allge» 68 durchzuführende Deport ^eldeinschränkung i *.20 bis 25 Prozent, durchberaten worden.

genannte Blatt kündigt für heute eine i ** interne Beratung der Danken an.

l veräußert worden ist, eine persön« Forderung in Höhe von 25 Prozent Betrages erhalten soll, um den der - - - Eltzxs unter dem Gold«

91t SMlhtkemm'wcrlnng ^ährvung aller Funda memte von Recht | Mttb Wiotschnft.

Berlin, 11. Mai. Dem Rechtsaus« *s des Reichstages lag für die Sera» S der Anträge zur Aenderung der ?dothekenaufwertung auch ein Zkr der Demokraten vor, wonach der Kaufet eines Grundstückes, das zwischen 3,15. Juni 1922 und dem 14. April

-Betrages erhalten |oll, um den der 'dvert des Kaufgeldes unter dem Gold« des Grundstücks zurückbleibt.

z1* Bertreter der Regierungsparteien ^tten verschiedene Bedenken gegen den und Ministerialdirektor Lchle» l»1?1 r g e r vom Reichsjustizministerium ,6tte, mit diesem würden alle Fun» n t e eingeriffen, auf Die sich und Wirtschaft stützten.

Dr. Wunderlich (Dt. Vpt.s gab. ? zu, daß der Grundgedanke des An« sozial und wirtschaftlich zu vertre-

Segen -le Rückgabe deutscher Kolonien

Sie MandMnWtr Wen tob a'S Stftotr

ft London, 12. Mai. Bei einem Este«, an dem u. a. die gegenwärtig zur britischen Kolonialkonferenz in London weilenden Gouverneure von Nigeria ur"> Tanganjika teilnahmen, sagte der vor-ralige General-Gouverneur von Süd- afti'a, Carl Buxton;

Ich weih, daß ich nicht streng im Geiste des Locarnooertragrs spreche, aber es ist ganz undenkbar, dah wir fema s zu­lasten, dah Tanganji a oder Deutsch» Südweftafrika zu ihrer Bor, kr egsftellung zurScktreten.-

Burto« behauptete, dah die Teile Afri­kas Brutstätten von Intrigen, Unruhen und Drohungen gegen ihre Nachbarn ge­wesen seien. Deutschland habe durch grö- here Cinro :<iV»i«g vc« Deutschen und von deutschem Kapital offensichtlich ver­sucht, afrikanische Kolonien zu erlangen. Es freue sich, dah der Generalsekretär A m e r y zugleich erklärt habe, dah dieses Gebiet unter der Aegide der britischen Krone verble-ben werde. (Beifall).

Der Gouverneur von Tanganjika. Sir Donald Cameron, erklärte. Langan» jik'. das durch den Krieg so gut wie ver­wüstet gewesen sei, sei heute in guter wirt, schaftlicher Lage. Die gesamte deutsche Be­völkerung Tanzanji as betrage ungefähr 500 Personen, d e britische Bevölkerung dagegen 2800 Personen.

Solntortä Sank an MtÄttonitn

fk. Paris, 12. Mai. Die französische Koloniolvereinigung veranstaltete gestern Abend zu Ehren Poincarös ein Bankett. Der Borsihende Senator Francois Mar» sal forderte für die Kolonien größte

Freiheit. Poincare erwiderte u. a.: Frank­reich kann nicht vergessen, daß seine Kolo­nien in der Stunde der Gefahr Menschen zu feiner Derteidigung entsandt hätten. Dafür werde Frankreich allen schändlichen Versuchen ein Ende zu machen wissen, die die Sicherheit der französischen Besitzungen zu bedrohen geeignet wären.

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SBariitt AaSridtn

In der zweiten Unterredung, die der Der- treter des erkrankten Botschafters in Paris mit Briand hatte, i st der französisch« Außen­minister etwas mehr aus sich herausgegangen. Zwar hat er anscheinend mit keinem Wort verlauten lassen, wie die französische Regie­rung sich zu der deutschen Forderung auf eine sofortige Herabsetzung der Desatzungsstärke im Rheinland stellt. Aber allein schon die Tat­sache. daß er in dieser Unterredung die Frage der Schleifung der Ostsestungen mit Deutsch­land anschnitt, zeigt, daß er eine gewiße Bindung zwischen der Frage der Truppen­verminderung im Rheinland und der Zer­störungen der deutschen Ostfestungen als ge­geben ansieht. Das heißt mit anderen Wor­ten. dah Briand wiederum versucht, auch nur eine Erörterung der deutschen Forderung auf Besatzungsverminderung durch Paris von der Erfüllung angeblicher Restpunkte der deut­schen Abrüstung abhängig zu machen. Diesem Versuch Driands gegenüber ist zu bemerken, daß wohl gewisse Restfragen der deutschen Abrüstung mit der Frage der Rheinlands- räumung in Zusammenhang gebracht werden können, daß dagegen die Forderung der Reichsregierung auf eine Verminderung der Besatzungsstärke im Rheinland sich lediglich auf das klipp und ftare Versprechen der Enten te-Eewaltigen stützt, das sie damals in den Tagen von Locarno den deutschen Dele­gierten gegeben haben. Die deutsche Forde­rung, die ietzt Paris Übermittelt worden ist, baut sich nur auf dieses Versprechen auf. Auf sonst nichts anderes. Briand schiebt daher die ganze Angelegenheit auf ein falsches Geleis, wenn er nunmehr versucht, die Frage der Desatzungsverminderung mit der Frage der Schleifung der deutschen Ost- feftungen in Zusammenhang zu bringen.

ten fei. Seine Verwirklichung werde aber außerordentlich schwierig sein. Ein Ver­treter des ReichswirtschaftSministertumS warnte auch vor der Verbindung des de­mokratischen Antrages mit dem vorliegen­den Gesetzentwurf. Die Rechtsun- Sicherheit würde dadurch noch größer werden. Der Ausschuß beschloß ichließlich einstimmig, die in dem demokra­tischen Antrag berührte Frage einem Un­terausschuß zu überweisen.

Der Ausschuß beschäftigte sich dann mit den Anträgen, die sich auf die Durch­führungsverordnung zum Auf­wertungsgesetz von 1925 beziehen. Der Gesetzentwurf des Abg. Best wurde hierbei durch die bisherigen Abstimmun­gen für erledigt erklärt. Dann kehrte der Ausschuß zur Beratung der eigent­lichen Regierungsvorlage über die Ver­zinsung aufgewerteter Hypotheken zurück.

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Rückgang btt ArteilSlelizkeit

Berlin, 11. Mai. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänge, in der Er­werbslosen fiirsorge zeigt auch in der zwei­ten Aprilhälfte einen erfreulichen Rück­gang und zwar um rund 113 000 gleich 11,4 Prozent. Die Zahl der männlichen Haupt- unterftützungsemp'änger ist in der genann­ten Zeit von 817 000 auf 717 000 zurückge- gangen, die der weiblichen von 167 000 auf 154 000, die Gesamtzahl von 984 000 auf 871 000. Die Zahl der Zuschlagsempfäuaer hat sich im gleichen Zeitraum von 1 120 000 auf 989 000 vermindert. Der Ge'nmtrück- gang in der Zabl der Hauptunterktützun-rs- empfänger im Monat April beträot rund 250 000 gleich 22 Prozent. (1121000. Hauptunterstützungsempfänaer am 1. April gegenüber 871 ObO am 1. Mai 1927.1

MW Stitb

Die gestrige Kabinettssttzung.

fk. Berlin, 12. Mai. Wie mehrere Blätter melden, galt die gestrige Kabi­nettssitzung in erster Linie der Besprechung von außenpolitischen Problemen. Laut Bossischer Zeitung" ist vor allem die deutsch-polnischen Frage erörtert worden. Auch die Verminderung der Be­satzungstruppen soll zur Sprache gekom­men fein und zwar soll Dr. Stresemann übe. die seit einer Woche in Paris ge­pflogenen Besprechungen berichtet habe.

Snßmanu suspendlevt.

Berlin, 11. Mai. Der au» ver­schiedenen politischen Prozessen bekannt ge­wordene Gerichtsassessor Dr. K u ß m a n n, ' gegen den bekanntlich zusammen mit Asiel- lor Dr. Casparh und Landgerichtsrat Dr. Peltzer ein Disziplinarverfahren schwebt, ist jetzt vom Amte suspendiert worden. Während eines schwebenden Diszi­plinarverfahrens kann auch ohne mündliche Verhandlung das Gericht die Lusvendie- rung vom Amte beschließen, wenn diese mit Rücklicht auf die schwere des Amts­vergehens angemessen erscheint.

Zwei Bergleute tödlich verunglückt.

fh. Recklinghausen, 12 Mai In Ser schachtonlage König Ludwig wurden zwei Bergleute verschüttet. Bisher konnte nut Sie Leiche Ses einen geborgen werven.

X

Feuertod eines Deutschen in Reykjavik.

fk. Reykjavik, 12. Mai. Das Islantujche Telegraphenbüro teilt mit:Gestern brannte ein dreistöckiges Steinhaus nieder, wobei ein. Deutscher namens Rudolf Köster verbrannte.

Einigung fiter das Republik- Wsthfi

Dl!« den »ättern zu entnehmen ist, scheinen die Berhandlungen innerhalb der Regierungs­koalition über das Republikschutzgefetz zu einet gewissen Einigung geführt zu haben. Die Deutschnatir ölen sollen sich vorbrhaltlich der Zustimmung ihrer Fiktion mit der S ex» längerung des sogenannten Kaiser» Paragraphen einverstanden erklärt haben, während das Zentrum als Gegenleistur.Z auf die Beibehaltung des Staatsgerichts­hose s verzichten dürste.

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Mfet Reichstag

Berlin, 11. Mai. Der Reichstag ge­nehmigte in seiner Mittwochsitzung zu­nächst in allen drei Lesungen ohne Aus­sprache das internationale Uebereinkom- men über die Eichung der Binnen- schisse und ein Abkommen über den internationalen Eisenbahnverkehr zwischen Deutschland und Polen. Bei der dann folgenden Genehmigung der Reichs- haushaltSrechnung für 1924 wird eine Aus­schußentschließung angenommen, in der die Erwartung ausgesprochen wird, daß in Zukunft Haushalts Überschrei­tungen und außerplanmäßige Ausgaben vermieden oder wenigsten- in der Haushaltsrechnung eingehend be­gründet werden.

Auf der Tagesordnung steht dann die -weite Beratung de« Gesetzentwurfes über den

Schutz bet Jugend bei Si'ftbarbeiten.

Rach der Borlage kann für bestimmt« öffentliche oder nichtöffentliche Lustbarkei­ten, Schaustellungen und Darstellungen aller Art durch besondere Anordnung der Besuch oder die Beschäftigung von Minderjährigen unter 18 Zähren verboten oder eingeschränkt werden, wenn eine Schä­digung ihrer sittlichen, geistigen oder ge­sundheitlichen Entwicklung zu befürchten ist. Die Anordnung kann beschränkt wer­den auf die Minderjährigen, die das Ende des schulpflichtigen Alters nicht überschrit­ten haben. Zn gleicher Weise kann die Beschäftigung der Minderjährigen unter 18 Zähren bei Lichtspielaufnahmen ver­boten werden.

Der Ausschuß für Zugendschutz hat die Regierungsvorlage dadurch verschärft, daß er die Kann- Besttmmung in eine Muß- Besttmmung umgewandelt hat.

Anttäge der Opposition auf Zurückwei­sung der Vorlage an den Ausschuß und die Absetzung von der Tagesordnung wer­den gegen die Linke und die Mehrheit der Wirtschaftl. Dergg. mit 162 gegen 147 Stimmen abgelehnt.

Abg. S e y d e w i tz (Soz.) bekämpft die Vorlage. Unter dem Deckmantel des Zu­gendschutzes werde hier die Vorzensur über die Theater und alle öffentlichen und nicht­öffentlichen Veranstaltungen geplant. Das Gesetz würde zu allen möglichen politischen Schikanen auögenuht werden können.

Abg. Frau Wurm (Soz.) beantragt mit Rücksicht auf die schwache Besetzung des Hauses nochmals Absetzung der Vorlage von der Tagesordnung. Gegen die Stimmen der wenigen anwesenden Mit­glieder der Regierungsparteien wird nun­mehr der AbsetzungSantrag angenommen.

Präsident L ö b e beraumt eine neue Sitzung auf 5 Uhr an, in der lediglich die nächste Sitzung auf Donnerstag um 2 Uhr festgesetzt wird mit dem Zugendschutzgesetz auf der TageSordnug.

Rotgelandet und festgenommen.

fh. Berlin. 12. Mai Der Regierungsrat in der Abteilung für Luftfahrt des Reichsoer- kehrsministeriums Dahlmann ist bei dem Der- such, mit seinem Sportflugzeug von Berlin nach Rossitten zu fliegen, im polnischen Korridor notgelandet und von den Polen festgenommen worden.