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Jn der letzten Zeit sind wiederum verschie­dene polnische Maßnahmen bekannt geworden, die wirklich nicht geeignet sind, die freund- «chbarliche Beziehung zwischen Deutschland

Md Polen zu stärken. So hört man u. a., daß hie polnische Regierung sich nunmehr dazu ent- Wossen hat, einen eigenen polnischen

Marburger

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LandeSzettung

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Die Krise in -er europäischen Wirtschaft

10 Millionen Arbeitslose -10 Milliarden Mark für KrieaSMungen

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I jig zu ernennen. Diese Nachricht dürfte nicht J wr im Freistaat Danzig, sondern auch in der g Mmten deutschen Oeffentlichkeit die größte

Keine polnische Protestnote »egen »er SerMede

^Ekarscha«, 7. Mai. Wie das polnische **8aiitifteriam mitteilt, war die Nachricht * -tludstiblattes® los Prawddaß , kölnisch« Negierung anlätzlich der Sen» ^Er Rede des Sizetanzlers Hergt der ^stegietung eine Protestnote über» lt*e* MR* werde, grundlos.

Rr. M KLMrg. Mardnrg n. Bahn

$et Anzeigenpreis beträgt für de« 10 gespalt. Zeilenmilllmeter 0.08 GM., kleine Baranzeigen 0.06 GW., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 SM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz­borschrist 50"/, Aufschlag. Eammelanzeigen 100"/, Aust schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark --- V«,,Dollar.

Ser belgisch-skmiMche Sesnhr. Serin»

ff. Paris, 7. Mai. Savas meldet ans Brüssel, daß dem Senator Magnetti vom Berteidigungs- und vom Aubenmimster ans seine Anfrage über den französisch-bel­gischer Sesadr vertrag geantwortet worden sei, daß der'Vertrag mit allen seinen Folgen bestehe.

DasEchp de Paris" fügt Hinz«, daß die Zusammenarbeit der französischen und belgischen General st Sbe, die während einer längeren Zeitdauer einen Still­stand ausgewiesen batten, unter günstigen Se» dingongen wieder ausgenommen morde« sei. Dieser Tage erst habe eine Sitzung stattgefun­den, andere würden folgen.

Ao 8. ttbcnflltbt Mndnnb Serlnrnmlnng

Genf, 6. Mai. Reichsauhenminister Dr. Stresemann bat in seiner Eigenschaft als Präsident de, Bölferbundsrates die achte or­dentliche Bölkerbundsversammlung auf den 5. September einberufen. Die Tagesordnung umfabt 23 Punkte und enthält autze» der R-nwahl von den ausscheidenden drei nicht­ständigen Ratsmitgliedern (Tschechoflowakei, Salvador and Belgien) eine in England im vorigen Jahr angeregte grundsätzliche Aus­sprache darüber, welche Frage« in das Tätig­keitsgebiet de.» Völkerbundes gehöre« sollen und welche nicht.

Sonnabend, tea 7. Mal 1927

«f ^Vbertzesstsche Zeitung" er- gMgt sechsmal wöchentlich. Ve» -^peets monatlich 2 GM. aus- uML Zustellungsgebühr, durch ApMLS SM.Aür etwa infolge Waschin en defekt« »der

Jifir*"* Ereignisse ausfallende Hggstta wird Mn Ersatz ge» Hf*. Verlag d. Dr. § Hitzerolh, ytgi der Untd^Buehdrmkerei d. e^, «lug. Koch, Markt 21/23. «Msspmcher: Rr. 84. u. Rr. 65, Mostscheckkonto! Amt Frankfurt

Rr. 6016. Sprechzeit Uf Redaktion von 1011 und hl1 Uhr.

WirWaN oder Politik?

Es ist immer dasselbe Leuchten um Genf. Da wirbeln die goldenen Herbstblätter so fröh­lich im Abendwinde, da schimmert der Schnee so weiß wie der Abglanz reiner Engelsseelen von den Alpengipfeln, da lacht im prächtigen Sonnenschein der herrliche Maientag ob Herbst, Winter oder Frühling, es ist immer dasselbe Leuchten um die schöne Stadt am blauen See, wie Glaube, Hoffnung und Ver­heißung.

Und ist immer dasselbe Spiel in Genf. Wenn Deutschland in den Völkerbund eintritt, muß es schweigen von der Kriegsschuldfrage; ist die Rede von Sicherheit, darf t-.r Artikel 16 nicht erwähnt werden; geht es um die Abrüstung, so bleibt der Versailler Vertrag, weil er die Abrüstung aller Partner fordert, aus der Debatte. Es ist immer dasselbe Spiel: was uns nicht paßt, das wollen wir nicht hören.

Doch diesmal? Sind nicht endlich einmal die Politiker, deren Linke nicht weiß, was die Rechte tut, zu Haufe geblieben und den großen Kapitänen der Wirtschaft gewichen, die mit kaltem Mut den Stier bei den Hörnern packen, nur nüchterne Tatsachen reden und als Männer der Praxis von ihnen allein sich überzeugen lassen?

Verbürgt nicht die vielgerühmte Gemein­samkeit der wirtschaftlichen Interessen, der Zwang der ehernen kaufmännischen Gesetze etwas, das auch für uns Deutsche ein Erfolg fein muß? Muß diese Konferenz der Wirt, schaftsführer aus 53 Ländern nicht endlich einmal dem Versteckenspiel, der systematischen Verschleierung, der kniffeligen Formelei ei« Ende machen?

Worum geht es heute in Genf? Die inter­nationale Wirtschaft soll den großen Trümmerhaufen,' den die nationale Staatenpolttik geschaffen und mit der Arbeit eines Jahrzehnts nicht bewältigt hat, beiseite schaffen, um Raum zu gewinnen für den Aufbau neuer, gesunder, glatter Formen.

Man hat schon einige Erfahrungen gesam­melt, wie das n i ch t zu machen ist. Das war in Brüssel, wo die Siegerstaaten ohne die 65 Millionen Deutsche und die 100 Millionen Russen wenigstens in das europäische Wirtschaftsleben Ordnung bringen wollten, und wo die Amerikaner, nachdem sie sich den Hexensabbath der vom Kriegstaumel Besesse- nen ruhig betrachtet hatten, kurz und bündig erklärten:Diesem Europa keinen Pfen­nig!"

Dann kam Dawes und bann London. Es schien, als habe sich das Delirium desLe bocke payera tout! endlich ausgetobt, Deutsch­land würde in das internationale Wirtschafts­getriebe planmäßig eingegliedert und feine Sanierung" endgültig ermöglicht werden.

Doch Deutfchland litt, wenn es auch mit fremder Hilfe zahlte, Frankreich litt, wenn es auch mit drakonischen Maßnahmen die Infla­tion überwand, Amerika litt tausend Aengste, weil es sein Riesenvermögen zum großen Teil in diesem Trümmerhaufen Europa angelegt hatte, und Rußland stand völlig ab» feits.

Da kam Loucheur und Genf. Diesem fran­zösischen Organisator gelang die S'.eifter» leiftung, die jetzige Wel t-Wirtfchaftskorferenz so großartig und umfassend aufzuziehen, daß sogar das Unerwartete geschah: Rußland sandte feine Vertreter und versprach positive Mitarbeit.

Die Gegensätze der Systeme die kollekti- vistische Staatswirtschaft ht Rußland, die in di- vidualistische Wirtschaft der Uebrigen mögen noch so unüberbrückbar erscheinen, das Er­gebnis an positiven Vereinbarungen mag noch so arm sein - eins müßte bei dieser Kon­ferenz herauskommen: die Einsicht, daß vor allem der Daroesplan Lücken aufweist, unter deren Folgen nicht nur Deutschland, son- dem ganz Europa noch Jahrzehnte zu leiden haben werden, daß also feine Ueberprüfung die erste Voraussetzung einer Gesundung der Weltwirtschaft ist.

Doch es ist immer dasselbe Spiel in Genf, ob Politik oder Wirtschaft, Diplomat oder Industriekapitän: Was uns nicht paßt, das wollen wir nicht hören. Von einer Revi­sion des Nantes plane» darf in

In der heutigen DormittagSsitzuung der Weltwirtschaftskonferenz sprach zuerst Sir Norman H i l l, der Leiter der Schiffahrts­abteilung des englischen Handelsmini­steriums. Sodann entwarf

der Vertreter der amerikanikchse« Saut* weit, Henry Robinson,

Mitglied des Daweskvmitees, in langen Ausführungen ein Bild der in den Ber­einigten Staaten eingeführten Ratio­nalisation, die allerdings nur ange- ichts der durch großen Reichtum an Roh- toffen bevorzugten wirtschaftlichen Lage eines Landes zum erfolgreichen Wirt- chaftssystem werden konnte, und nahm zu den wirffchaftlichen Problemen Europas Stellung. Die amerikanische Reigung zu Lösungsversuchen durch Kartellierung umschrieb Robinson wie folgt: Die Kar­tellierung bilde vielleicht eine Periode, in der die teilweise Aiederlegung der Zoll­schranken in Europa möglich sein könnte, oder erlauben würde, die Industrie in eine günstigere Lage zu versetzen. Wird die Kartellierung nicht in zweckmäßige Bahnen geleitet, so kann sie auf jenes falsche Meis kommen, auf dais gewisse amerikanische Trusts in der Richtung auf Mono­polisierung und übertriebene Ausbeutung geraten waren. Amerikas Abneigung gegen die Teilnahme des Staates an Industrie- und Handelsunternehmungen würde sehr wahrscheinlich unsere Haltung in Be­zug auf jede Organisation beeinflussen, in der sich eine Beteiligung und Kontrolle zeigen würde, die seitens des Staates über Industrie und Handel ausgeübt werden tonnte.

Der schwedische Delegierte Riedbeck, erster Direktor der Skandinavischen Kredit­anstalt, stellte in den Mittelpunkt seiner Rede die Bedeutung der Meistbegün- stigungsklausel. Alle Versuche zur Beilegung der Weltwirtschaftskrise sollten auf die MeistbegünstigungSllausel aufge­baut fein. AIS letzter Redner betonte der Vorsitzende des DerwaltungsrateS des In«, ternationalen Arbeitsamtes, Fontaine, daß wirtschaftlicher und sozialer Friede Hand in Hand gingen.

Zu Beginn der Nachmittagssitzung ehrte die Konferenz den in Denf plötzlich ver­storbenen bulgarischen delegierten Po­tz v f f, Direktor des bulgarischen Statisti­schen Amtes, durch Erheben von den Sitzen. Nach dieser feierlichen Handlung besprach DeMichelis - Italien das Problem der Weltagrarkrise. Der norwegische Delegierte te Rhgg, Direktor der Bank zu Norwegen, forderte ein System inter-

nationaler Verträge für eine beständige und freiheitliche Handelspolitik.

Der chinesische Delegierte Tschuang Tschan

stellte in den Mittelpunkt feiner Ausfüh­rungen die ungleichen und einfei- tigen Verträge, unter denen China zu leiben habe und betonte die Gefahren, die für den Weltfrieden aus der Aufrecht­erhaltung diefer Derttäge enfftehen kön­nen. China verlange das Recht, feine eigene. Wirtschaftspolitik zu be­stimmen. Der chinesische Handel fei voll­ständig den fremden Zollbeamten auSge- liefert. Die politifch Schwäche der Stellung der chinesifchen Zentralregierung fei in erheblichem Matze auf die Ein- schränkungihrer Steuerf ouver- änität zurückzuführen. Daraus gehe her­vor, wie eng die Beziehungen zwischen der polittschen Stabilisierung und der wirt­schaftlichen Freiheit Chinas sind. Nach einem Hinweis auf den fast unbe­grenzten Reichtum an Doden- schätzen und landwirtschaftlichen Roh­stoffen Chinas betonte der chinesische Ver­treter den dringenden Kapitalbe­darf Chinas. Die wirffchaftlichen Hn- gleichtzeiten, unter denen China immer noch zu leiden habe, habe auch die Kaufkraft Chinas ganz erheblich geschwächt. Er be­fürwortete die vollständige Indu­strialisierung Chinas, das nach der Aufhebung der wirffchaftlichen Mn» gleichheiten mit den fremden Mächten zu­sammenarbeiten würde und untersttich die Bedeutung des wirffchaftlichen Aufbaues eines modernen Chinas für die Ileberwin- dung der Wirtschaftskrise selbst.

Die wirksamste Darstellung der heutigen Wirtschaftsverhältnisse in Europa gab heute nachmittag der bekannte englische Volkswirtschaftler

Lay ton,

Herausgeber der ZeitschriftEconomist". Das SchlagwortZurück zu den Währungs, und Wirtschaftsverhältnissen der Vor­kriegszeit" sei in vieler Hinsicht eine un­verwirklichbare Utopie.

Die neue Verteilung der Produktion»« ständigkeit der Welt sei nicht etwa eine Kriegsfolge, sondern eine Ent­wicklung, die sich bereit» seit zwanzig ode, dreißig Jahren erkenne» lieft nnd durch den Krieg nur be- s ch l e u n i g t wurde. Die europäischen Regierungen müßten klugerweise ihre Politik auf der Hypothese aufbauen, daß Amerika auch weiterhin freigebig seine Gelder oorschießt, aber nichts in Europa (Fortsetzung siede Seite 24.

1 Äunruhigung auslöfen. Bestätigt sie doch die |l|etmutung. daß Polen in der Tat seine Ab- VSHt, Danzig zu einer polnischen Mili- |Iiir = $afis auszugeftalten, wahr machen ZWill. Man hat sich zu erinnern, baß schon zu gÄeberljoIten Malen nicht nur der Danziger sondern auch der Völkerbunb sich mit gfefen Plänen Warschaus beschäsigte. Die ver- WÜmdenen Anfragen, die die Danziger Regie- gfetg an ben Völkerbunbskommissar van Ha- leti richtete, würben jeboch immer zum Teil tistsrntitfenb ober völlig ungenügend beant- -Svttel. Daß auf Grund dieser Zurückhaltung W» gewiß nicht deutsch-freundlichen Herrn van Hornel in der Bevölkerung Danzigs die Ge- Wichheit sich verstärkte, daß Polen im Gebiet Wer freien Stadt Danzig militärische Pläne ^Mchzuführen beabsichtigte, die durch das ^Wltut des Völkerbundes verboten sind, kann WM Wunder nehmen. Die Ernennung eines ^Menen polnischen Garnison-Kommandanten Danzig, die selbst der Danziger Regierung QSSig unerwartet kam. hat selbstverständlich in deutschen Bevölkerung der Stadt eine Be- ffWMng hervorgerufen, die kaum zu über- |Seten ist. E« wäre daher zu begrüßen, wenn Völkerbund, bestem Schutz Danzig anver- gtast ist, sich einmal mit biefer recht dunklen befassen würde.

s^tzus Polnisch-Oberschlesien dringen ebenfalls sWoldunaen nach Deutschland herüber, die sorg­ff beachtet werden müssen. Die polnische Re­ff kung hat in Kattowitz 6 St übten« | Hen am beutschen Gymnasium unb an der ff Väschen Oberrealschule den Dienst gekün- s tgf Diese Maßnahme ist umso bemerkens» | trter, als auch vor einigen Tagen in g Änigshütte sieben deutschen Stu- ff ;t n r 51 e n ihre Entlassung ange« g Endigt wurde. Wie auf Grund solcher Stofen Entlassungen der durch die Friedens- : Vträge garantierte deutsche Sdjulbetrieb in ' »dtisch-Oberschlesien aufrechterhalten werden H erscheint schleierhaft. Wenn man ferner Mt, daß die polnischen Behörden den Verwal- - ^gen derKnappschaft" Anweisungen erteilt tn. die Eltern, die ihre Kinder in deutsche i schulen schicken, in besonderen Listen anzu-

*!ben, so dürfte der Zweck dieser polnischen kchnahmen nicht schwer zu erraten fein. Es ' zu begrüßen, wenn sich die Reichsregie- $$8 dieser Vorfälle in Polnisch-Oberschlesien Lehmen würde.

Seite« polnische Wahlbeeinflustung.

I ^attowitz, 6. Mai. Nachdem, wie be- gemeldet wurde, der Spitzenkandidat der Elchen 2tfte für die Kommunalnachwahlen, 7 sm nächsten Sonntag in Raazionkau statt- ^t», verhaftet worden ist, wnrde beute auch «vitzenkandidat der deutschen katholischen ^isvartei in Reurepte« (Kreis Tarnowitz), ^»besitzet Theodor Woitacha, von demselben ^-cksai fett offen. Gründe für die Letfaf« find auch hier nicht angegeben worden.

Iaiyig als »MW MMtir-BM?

Eia polnischer Sarniion-Kommandanl in Danzig Sie SenWenverioigung in Sberschlesien