sinzeigerfmidasstuher imchMchelWerhessen/-:-Amtliches Verkündigungsblatt ßr d-krejsülarbmg
Nr. 104 62. Mrs. Marburs n. 8obn «et Anzelgenp«» beträgt fftt dm 10 gefoult Seilemnintmetet 0.08 «M, kleine Saran,eige» 0.06 GM., amtliche und auswärtig- Anzeigen 0.10 SM. SÄ schwierigem Satz sowie bei Platz- Vorschrift 50«/, Aufschlag. — Eammelanzeigen 100 •/, Äuf schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Beleg« Werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Sv füllungsort Marburg.
1 Goldmark --- V.,,Dollar.
MorrSlas, Kfl). >31011927
m. Zttkung" er-
sechsmal wöchentlich. Be-
«onatltch 2 GM. aus» Zustellungsgebühr, durch TjLp-25 GM.Für etwa infolge Maschinmdefekt« oder jfgtaUatt Ereignisse ausfallmde eygetÄ Wird leta Ersatz ge» uetL Verlag». Dr. §. -itzeroth, ^4 der Unid^Buchdruckerei b. •a gag. Noch. Markt 21/23. ^sprecherr Nr. 54. o. Rr. 65. e^edtente: Amt Frankfurt 7®. Rr. 5016. — Sprechzeit M Redaktion von 10—11 und
‘(,1—1 Uhr.
iDbcrhcflifdic
Mmberm dB A4 VA * AM MW
AMilUtz« PIT 11 11 fl taWltW
Irr teile Schritt In bet
NeiatzunMage
Jet „3W a t i n“ schreibt zu dem Empfang 8 Botschaftsrats Rieth durch Auhen- Mer Briand: In offiziellen Kreisen trhe erklärt, daß der Besuch von dem imsch geleitet gewesen sei, den diploma- chen Kontakt während der Krankheit des üschafters v. Hoesch aufrecht zu erhal- I. Zm Verlaufe der Unterredung habe Vriand abgelehnt, auf die Verminderung der Effektivbestände tzer Besatzungstruppen im Rhein A««d. bezw. die vorze'-tige Räumung einzugehen.
i. Rieth habe auf die Notwendigkeit der «besserung der deutsch-französischen Be- hungen auf politischem und wirtschast- fem Gebiet hingewiesen. Er habe im ^smmenhang mit dem neuen französi- en Zolltarif mit Nachdruck betont, daß b die Interessen der deutschen Industrie tz Kaufmannschaft Rücksicht genommen pben müsse. Schließlich habe Rieth tottb daran erinnert, dah die deutsche zierung in ihrer Gesamtheit davon «zeugt sei, dah nur die Politik der chch-französischen Annäherung den itbtn gewährleisten könne. Die De- rche des deutschen Geschäftsträgers sei lein Eintreten i« die Materie zu 6t» echten. Im kommenden Monat, wenn e Frist für die Zerstörung der deutschen -Befestigungen abgelaufen sei, werde die rische Regierung sicherlich die Frage der vÜ andräumung erneut in den Uelpunkt der Diskussion stellen
3n Berliner politischen Kreisen hat ein Ariel der „Düsseldorfer Nachrichten". te angesehenen führenden volksparteilichen Ms des Rheinlandes, einiges Aufsehen er- fi. Das Blatt behandelt darin die Rhein- üdfiage und kommt dabei zu sehr pessimisti- en Ergebnissen. Das Blatt betont, man Wfie den französischen Blätterstimmen ent» Nen, daß der Erfolg eines deutschen Schrit- 6 in der Rämungsfrage nicht übermätzig Ltz sein werde. Es müsse daher mit aller Hoheit auf den Ernst der Lage hingewiesen irden. Die Angelegenheit habe auch eine
wichtige innerpolitische Seite. Der ein- iiholbjährige vergebliche Kampf um die (Er* ®ung der Versprechen habe offensichtlich zer- tebenb auf die Parteien eingewirkt, die sei- i^eit dem Locarnovertrag zugestimmt haben, & die Autorität des Reicksaußenministers
heute geschwächt. In porlament.irischen ^eln würden bereits Befürchtungen für das Siinett in seiner jetzigen Zusammensetzung für ein-eine Minister ausgesprochen. Man '!‘te sich in Paris in letzter Stunde überlegen, 'es auch taktisch gut sei, dem ehrlichen Ver- Mgungswillen Deutschlands wiederum eine steige zu versetzen, wie es das Angebot, nur ^8e tausend Mcnn zurücttzuzieben, zweifel- 5 sein würde. Könne man sich nicht ent- ^ßen, ehrlich den Weg für eine überlegene ^äherungspolitik zu ebnen, dann könne
Zweifel darüber bestehen, daß der Augen- $$ für eine Reoidierung der Me - r9oben der deutschen Außenplitik Kommen sei. Eine neue Enttäuschung lege E* c'oge nahe, ob Deutschland noch länger ? Politik der Neutralität nach allen Seiten ertragen könne, oder ob es nicht besser sei, auf den Anschluß an eines der Groß- ^Üefofteme gerichtete Optionspolitik zu
Wehningen zum Sfohlbtlmlag
Ein Aufruf des Berliner Polizei- präfidenten.
Berlin, 4. Mai. (WB.) Der Ber- Polizeipräsident erklärt in
ErMung der WeltwirtfchaWonferenz
A° Nett btb Mitenten MuittS fiter flut Aufgaben
Genf, 4. Mai. (WTB.) Die Welt- wirstchaftskonferenz wurde heute vormittag mit einer längren Ansprache des Präsidenten TheuniS im Reformationssaal eröffnet. Der Saal war gegen 11 Ahr fast vollzählig besetzt, nur die Bänke für die russische Delegation sind leer. Der Reformationssaal bietet heute ein vollkommen neues Bild, da unter den Delegierten nur ganz wenige der von den Dölkerbundstagungen her bekannten Köpfe zu sehen sind.
Theunis' Rede.
In seiner Eröffnungsansprache begrüßte Theunis zunächst die Vertreter aus 47 Ländern einschließlich der dem Völkerbund nicht angehörenden Vereinigten Staaten, Rußlands und der Türkei. Er gab dann einen geschichtlichen Aeberblick über die Beschlüsse der Völkerbundsversammlung und des Völkerbundsrates zur Einberufung der Konferenz. Als besonders wichtig und aktuell bezeichnete er das Problem der Handels- und Zollpolitik und die Frage der internationalen industriellen Verständigungen.
Bezugnehmend auf die vorliegenden dokumentarischen Unterlagen wies Theunis dann im. Einzelnen auf das Mißverhältnis zwischen Produktion und Absatz in der RachkriegS- zeit, auf die Unterbrechung und auf die Hemmnisse der internationalen Wirtschaftsbeziehungen und auf die Schwierigkeiten der neu zu schaffenden Handelswege hin, durch die neue unabhängige Produktionszentren entstanden seien. Hinweisend auf die Verarmung eines beträchtlichen Teils von Europa und auf die unsicheren Finanzverhältnisse der Nachkriegszeit sprach Theunis auch von den territorialen Grenzverän- berungen, die für das internationale Wirtschaftsleben ernste Rückwirkungen zur Folge hatten. Immer verbreite sich unter den Völkern der Wunsch,' sich wirtschaftlich auf sich allein zu stellen und sich gleichzeitig neue Absatzmärkte zu schaffen, zwei offenkundig endgegengesetzte Strömung en. Diese anormalen und künstlichen Maßnahmen haben schließlich als Endergebnis dazu geführt, daß die Anstrengungen zur Vermehrung der Produktion immer erfolgloser wurden. Die gegen den Handel aufgerichteten Schranken haben als die erste Wirkung gehabt, eine ausgeglichene Produktionsverteilung zu behindern und selbst zu verhindern. Die Arbeiten der Konferenz werden auch zweifellos ergeben, daß die durch den Krieg bedingte Verlegung der alten wirtschaftlichen Handelswege und Beziehungen schlimmere und dauerndere Wirkungen gehabt hat als die materielle Zerstörung und die Vernichtung der Maschinenanlagen. Vielleicht wird man in diesem Umstand die Erklärung dafür finden, daß das Zentralproblem, der Kern der gegenwärtigen Schwierigkeiten der Weltwir^chast anscheinend darin besteht, daß der Han del, vor allem in Europa, mit der Entwickelung der
Produktionsmittel nicht Schritt halten konnte, die bereits wieder den Vorkriegsstand erreicht, wenn nicht gar überschritten habe.
Er wolle, so bemerkte Theunis, sich auf keine Voraussagen über das Ergebnis der Wirt' schaftskonferenz einlasien, die sicherlich nicht mit einem Zauberschlag den wirtschaftlichen Mißständen ein Ende machen könne. Man müsse sich klar sein, daß es sich um
ein Werk ans weite Sicht
bandelt. Man dürfe aber auch nicht daran zweifeln, daß eines Tages feste Resultate erzielt werden müßten, um den immer brennender werdenden Friedensdurst der Völker zu stillen. Man müsse sich dessen bewußt fein, daß das politische Werk des Völkerbundes nichts wäre, wenn es nicht auf einem zweckmäßigen wirtschaftlichen Unterbau errichtet wird. Zum Schluß machte Theunis eine Reihe von Vorschlägen über das Arbeitsverfahren bet Konferenz, wobei er auch seine Absicht mit5 teilte, die Reden der nächsten Tagen, die eine allgemeine Darlegung der Wirlschaftsprow lerne in den einzelnen Händeln seien, nach Materien zu klassifizieren. Er hoffe, daß
die Konferenz am 21. Mai vielleicht abgeschlossen
werden kann, bat aber gleichzeitig sämtliche Delegierte, sich auf jeden Fall bis zum 28. Mas freizuhalten.
Auf Vorschlag des Präsidenten wurde schließlich Loucheur unter Betonung feiner Verdienste für das Zustandekommen der Weltwirtschaftskonserenz unter lebhaftem Beifall zum ersten Vizepräsidenten gewählt.
. Die allgemeine Aussprache.
Heute mittag begann die allgemeine Aussprache über die Ursachen der seit dem Kriege bestehenden Wirtschaftskrise , und die Mittel zu ihrer Ueberwindung. Sie vyirde eröffnet durch einen langen wissenschaftlichen Vortrag des bekannten schwedischen Dolkswirtschaftlers
Professor Dassel,
der u. a. wirtschaftliche Abrüstung durch Wiederherstellung des Freihandels und möglichst große Bewegungsfreiheit für das Kapital verlangte. Dabei behandelte er auch das Problem der Arbeitslosigkeit, unter bet Deutschland und England hauptsächlich zu leiden haben. Wenn man erkläre, daß die Kaufkraft im Vergleich zur Produktionskraft heute zu klein ist, so müsse untersucht werden, wie dem abgeholfen werden könne, ob man die Produktion verringere, was entschieden eine weitere Verarmung Europas mit sich bringen würde oder ob die Kaufkraft und gleichzeitig die Produktionskraft gesteigert werden solle, wobei- er sich sehr entschieden für diese zweite These einsetzte. Es sei Aufgabe der Konferenz, die Mittel zu finden, um
in ersten finde der Arbeitslosigkeit zn steuern,
die im Grunde genommen nichts anderes als eine Folge der Planlosigkeit in der Industrie sei. Professor Cassel verweilte am Schluß des längeren bei der wirtschaftlichen Bedeutung der Kolonien, ihrer Reichtümer und ihrer Absatzgebiete für die groben Industriestaaten. Er betonte dabei auch den Bedarf der Kolonien an europäischem Kapital und fügte hinzu, daß die Kolonien ohne europäische Anleihen auch in Europa nichts kaufen können.
Als zweiter Redner erläuterte der italienische Delegierte, Graf Bonin-Longare, die Erwartungen, die Italien an die Weltwirtschaftskonferenz knüpft.
einem Aufruf an die Bevölkerung Berlins, daß die Berliner Polizei auch bei den Kundgebungen des Stahlhelmes, Bund der Frontsoldaten am -7. und 8. Mai die durch die Weimarer Verfassung gewährleistete Demonstrationsfreiheit mit aller, ihr zu Gebote stehenden Mitteln sichern werde. Für eine Beunruhigung der Bevölkerung liege kein ernstlicher Anlaß vor. Die Polizei habe die er, forderlichen Vorkehrungen zum Schutze der Bürger getroffen. Den Demonstranten seien fest umrissene Auflagen gemacht worden, deren genaueste Befolgung von den Veranstaltern der Kundgebung.zugesagt
wurde. Darüber hinaus werde die Innehaltung der Verpflichtungen auch von der Polizei überwacht werden. Etwaigen Ausschreitungen werde die Polizei mit ihren Machtmitteln entgegentreten. Das Verbot der Gegendemonstrationen der Kommunistischen Partei und des R t e n Frontkämpferbundes werde rücksichtslos durchgeführt werden. Der Polizeiprädent richtet an alle ordnungsliebenden Bürger die Aufforderung, mitzuhelfen, daß bei 7. unb 8. Mai ruhig verlaufen.
MmMtt Landing
Die zweüt« Lesung des Bergetats beendet.
Berlin, 4. Mai. Vor Eintritt in die Tagesordnung beantragt Abg. Pieck (Komm.) die sofortige Beratung eines kommunistischen Antrages, der sich gegen die letzten Sonderanweisungen des Berliner Polizeipräsidenten zum S t a h l h e l m t a g rchtet. Der sofortigen Beratung des Antrages wird widersprochen.
Hierauf wird die zweite Beratung des Bergetats fortgesetzt.
Abg. Jakobs (Soz.) erklärt, die Bergarbeiterschaft Preußens werde es genau wie die englische Bergarbeiterschaft auf den Kampf ankommen lassen, wenn bm berechtigten Wünsche in den Lohn- unb Arbeitszeitfragen nicht erfüllt würden.
Abg. Martin (Dntl.) schildert die Folgen des Absatzmangels. Die gesamten Wirtschaftsverhältnisse im Ruhrgebiet seren derartig, daß einst wohlhabende Bergmannsgemeinden vor dem Bankerott' ständen. Hier müsse der Staat helfen. Bei dem Abbau der Zuschüsse für das Siegerland müsse von Fall zu Fall eine genau Prüfung der einzelnen Werks vorangehen. Die Weiterentwicklung des Siegerländer Erzbergbaues, die aus nationalen und wirtschaftlichen Gründen zu fordern sei, erheische auch Entgegenkommen der Reichsbahngesellschaft in den Frachttarifen.
Abg. Krämer (Dt. Vpt.) fordert, daß auch die preußische Regierung gegen den Dawesplan eintrete. Das deutsche Volk und die Regierungen müßten auf der ganzen Front die Offensive gegen den Dawesplan eröffnen. Auch der Leerlauf infolge des Nebeneinanderregierens von Ländern und Reich belaste die, Wirtschaft.
Abg. Schwenk- Oberhausen (Wirtsch. Partei) bezweifelt, ob der Achtstundentag bei der jetzigen Wirtschaftslage schon gesetzlich festgelegt werden könne. Ebenso sei es noch nicht zu entscheiden, ob im Bergbau 'eine sieben- bezw. sechsstündige Arbeitszeit einzuführen sei. Unter Umständen sei es besser, Arbeiter zu entlassen, anstatt Feierschichten einzulegen.
Abg. Dr. von Gersdorf (Dntl.)gibt der Erwartung Ausdruck, daß die Genfer Weltwirtschaftskonferenz für Den Bergbau eine Regelung der Verteilung der Absatzgebiete bringen werde. Er wendet sich gegen die hohen Verwaltungsgebühren und verlangt Führung einer gesunden Mittelstandspolitik.
Abg. Steeg er (Ztr.) bedauert, daß die Rationalisierung bisher als einziges Ergebnis Arbeiterentlassungen gebracht habe.
Damit schließt die allgemeine Besprechung. In der Einzelberatung begründet Abg. von Waldthausen (Dntl.) einen Antrag, die Regalabgabe durch eine einmalige für die Bergwerksbesitzer tragbare Abgabe abzulösen.
- Minister Dr. Schreiber erklärt, das Reichsgericht habe sich dem Standpunkt des Fiskus angeschlossen, daß der Staat die Regalabgaben weiter erheben dürfe. Die einzelnen Regalpflichtigen könnten ja zu Verhandlungen über die Abgeltung an Den Staat herantreten. Ein Antrag Schwenk-Berlin (Komm.), daß das Verbot der kommunistischen Gegendemonstration am Berliner Stahlhelmiag morgen al» erster Punkt behandelt werde, wird ab- gelehnt. Das Haus vertagt sich auf Donnerstag 12 Uhr: Zweite Lesung de» Justizetats.
Polens Rumpf gegen dnS SeiMtum
Seitens der Schulabteilung der Wojewodschaft wurde vier deutschen Studienräten im Gymnasium in Königbütte, sowie drei Studienräten in der dortigen Oberrealschule »um 1. August 1927 gekündigt. Die Kündigungen erfolgten ohne vorherige Verständigung mit dem deutschen Schulelternbeirat. Dadurch ist die Wetterführung der deutschen Lehranstalten in Konigshiitte in Frage gestellt. Die von dieser Maßnahme betroffenen Eltern beabsichtigen, beim Wojewoden vorstellig »u werden.
Wie aus Kattowitz gemeldet wird, ist auf dem Fidicinus-Schacht sowie auf den Richterschächten neuerdings 300 Arbeitern gekündigt worden. Hiervon werden hauptsächlich deutschorganisierte Arbeiter und diejenigen die ihre Kinder den deutschen Minderheitsschule« tu* führen, betroffen.