Mittwoch,
4. Rat 1927
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er Auftakt zum Kampf um öie Naumuns
Mbeimchumm zum Much SoumergurS und Munds in London
k, P a r i s, 4. Mai. Der französische tschafter in London de Fleurian ist Paris eingetroffen, um über die Ein- tziten des Besuches des Präsidenten inmergue, der bekanntlich in Breitung Briands nach London en wird, z« verhandeln. Wie versichert I. wird de Fleurian gleichzeitig mit i maßgebenden Stellen des Quai d'Or- und dem französischen Außenminister t diejenigen Fragen erör ern, die wäh- I der Londoner Anwesenheit Doumer- s Gegenstand einer Besprechung zwi- t dem französsiche« und englischen rnminister bilden werden.
ns guter Quelle verlautet, daß die erredung zwischen Briand und Chamkin einen sehr umfassenden «ratter haben und die politischen tzleme berühren wird, die zur Zeit die ntskanzleien in Frankreich und Cng- I am stärksten beschäftigen: Die ein land frage, den italienisch- >o s l a w i s ch c n K o n f l i k t, die Re- ur des Tanger ftatuts und die pinge in China. ,
tn vermutet, daß nur in der chinesi- i Frage Richtlinien zwischen Frank- i nnd England vereinbart werden. Mit »derem Interesse wird der Aussprache t das Rheinlandproblem und den da- MammenhLngenden Fragen entgegen- ien. Man erwartet, daß
>ch vor der Abreise Doumergues nach mdon eine Demarche ^er deutschen eichsregierung in der Rheinlandfrage 2uai d'Orsay erfolgen wird, sodaß
«nb und Chamberlain Gelegenheit ha- werden. die dadurch geschaffene neue t in einer gegenseitigen Unterhaltung klären, bevcx Deutschland eine endgül-
Antwort erhält, zumal nach Auf- «xg der französischen Regierung die Handlungen des Rheinlandproblems i vorherige Verständigung zwischen »Keich und seinen Alliierten voraus-
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kber das Berliner Echo der Rede in c ar es in Bar le Duc schreibt der bekannte Berliner Berichterstatter .»Echo de Paris": „Deutschland dt völlig bestürzt, daß Poincare die tung der Verträge verlangt hat." Bri- Politik habe zu immer neuen Forderen der Deutschen geführt. Sie seien l dazu gelangt, kategorisch die Rhein- "töumuiy als etwas ganz natürliches Erlangen, für das Deutschland nichts zu ko habe. Die Rede Poincares habe Sage glücklicherweise in dem Augenblick der richtig gestellt, wo Deutschland sich Mcke, eine große diplomatische Offen» zu unternehmen. Es sei an Deutsch- d> durch vernünftige Vorzüge zu beweisen, daß es sich des Fraßes der Zugeständnisse bewußt sei, die es die Zusttmmung Frankreichs ver- IL
auffallend ist immechin, daß das „Echo Daris" die Möglichkeit von Verhand- to über eine vorzeittge Räumung nicht diveg von der Hand weist.
„Oeuvre" erklärt heute, Frank- B kann, ohne Schaden zu nehmen, die F* der Besatzungtruppen weiter ver- Mrn. Das Rheinland sei ein Pfand, Wn militärischer Wert stark angezwei- ' U>erden kann und das. doch mindestens
im Jahre 1935 aufgegeben werden müsse. Deshalb solle man darüber verhandeln, solange es noch etwas wert sei. Als Deutschlands Gegenleistung fordert das Blatt eine ständige Sonderkontrolle in der entmilitarisierten Zone. Der Versailler Vertrag selbst sehe Milderungen des Okkupationssystems vor, die die Reichsregierung mit Recht zu verlangen sich jetzt anschicke. Es sei zu hoffen, daß man französischerseits die Anterhandlungen nicht von vorne herein dadurch zum Scheitern verurteile, daß man vom Reiche verlange. die im Westen eingeräumten Garantien auch auf den Osten auszudehnen. Es sei aber an Deutschland, zu sprechen und an Frankreich genaue Angebote zu machen.
Englands Rheinlandsorgen.
fk. L o n d o n, 4. Mai. Der diplomattsche Korrespondent des „Daily Telegraph" beschäfttgt sich heute in längeren Ausführungen mit der kürzlichen Rede des Reichsjustizministers H e r g t. Wichtiger, so meint der Korrespondent, als die Frage, ob die Rede' mit geheimer Zusttmmung Dr. Stresemanns oder zu dem Zweck gehalten worden fei, einen Druck auf Strese- mann auszuüben sei die Tatfache, daß die
Berlin, 3. Mai. Der Preußische Landtag nahm beute seine Plenarsitzungen nach der Ostervause wieder aus. Aus der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Haushaltes der Bcrg-, Hütten- und Salinenverwaltung. Mit der Beratung wird auch der Geschäftsbericht der „Preuhag" verbunden.
Abs. Osterrotb (Soz.) erstattet den Ausschubbericht.
Der Ausschuß empfiehlt die Annahme von fast 40 Anträgen, die u. a. die Erweiterung der Unfallversicherung im Bergbau, sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Erubensicher- heit fordern. Das Staatsministerium wird auch ersucht, bei der Reichsregierung auf baldige Vorlegung eines Rcichsberggesetzes bin- zuwirken, in dem die Arbeitszeit unter Tage auf 7 Stunden festgelegt werden soll. Ferner soll die Reichsregierung ersucht werden, auf den Schutz des schlesischen Bergbaues und der in ihm beschäftigten Arbeiter beim Abschluß eines deutschpolnischen Handelsvertrages hinzuwirken.
Abs. Pieck (Komm.) berichtet über be« Antrag des Derfassungsausschuffes, einen kommunistischen Antrag für erledigt zu erklären, der die
fristlose Eutlasiung des kommunistische« Abgeordneten Abel aus seiner bergbau
liche« Tätigkeit
rückgängig machen wollte. Abg. Abel wurde entlasten mit der Begründung, daß er einen Vorgesetzten, nämlich den sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Osterrotb, in einer Landtagssitzung, in der es zu tumultarischen Szenen gekommen war, tätlich angegriffen habe. Der Betriebsrat habe Einspruch gegen die fristlose Entlassung erhoben, den jedoch der Schlichiungsausschuß in Hameln zurückwies, weil der Arbeitnehmer Abel tatsächlich in der Landtagssitzung den als Direktor der „Preu- ßag" tätigen Arbeitgeber Osterrotb (lebhaftes bört, hört b. d. Komm, und Rufe „Menschenschinder!") tätlich beleidigt habe. Die Vertreter Abels sehen in der Entlastung einen Verfassungsbruch. Der Verfassungsausschub habe jedoch nur die Rechtslage zu entscheiden gehabt, und deshalb entschieden, wie anfangs erwähnt wurde.
In der allgemeinen Besprechung betont Abg. Franz (Soz.)- 1926 sei für die deutschen Bergwerksbesitzer ein Jahr der Hochkonjunktur gewesen. Trotzdem seien die deutschen Bergarbeiter noch immer schlecht bezahlt und ungenügend geschützt. Besonders schlimm seien di, Arbeiter in der Kaliindustrie daran.
Forderung Hergts auf eine baldige Diskussion der Rheinlandräumung mit der Forderung des deutschen Außenministers zusammenfalle. Es sei so gut wie sicher, daß diese Frage im Zusammenhang mit der Znnitagung des Völkerbunde s, vielleicht sogar in der Ratssitzung selbst, von Dr. Stresemann ausgerollt werde. Die diplomattschen Beobachter stimmten darüber überein, daß das Ausbleiben jeglicher Erleichterung nach Locarno und Thvirh in Deutschland wachsende Besorgnis auslöse, obwohl hinsichtlich der Abrüstung keinerlei Material gegen Deutschland mehr vorliegt. Für Deutschland überwiege die Rheinlandräumung gegenwättig alle anderen Probleme. Der diplomatische Korrespondent behauptet in diesem Zusammenhang. daß die Ablenkung Großbritanniens von der Räumungsfrage durch die Vorgänge in China und durch inner- politische Sorgen in den letzten Monaten zu einer starken Beachtung der russischen Politik geführt habe. Das Reich benötigt diplomatische Unterstützung und wenn es sie nicht im Westen finden kann, dann suche es sie im Osten. Poincares Rede lasse aber darauf schließen, daß Frankreich schwerlich für eine allgemeine Rheinlandräumung zu gewinnen sein werde.
Abg. Dr. v. 333 albt 6 auf en (Dn. Dp.) erklärt, die Polen dürften in Oberschlefien unter keinen Umständen ein Kohlen-Kontingent zugestanden erhalten. Der Redner wendet sich dann gegen das Vorgehen des französischen Bergbaues, der in Lothringen unter Jage in das Saargebiet eingedrungen fei und durch Schachtanlagen direkt an der Grenze Kohlen fördere. Es seien an Privatgesellschaften Gruben auf 99 Jahre verpachtet worden.
Abg. Harsch (Ztr.) führt aus, die Setter der Preußag seien leider in Bezug auf koziale Fragen rückständiger als Leiter privater Betriebe. Da bet preußische Staat 8 Millionen für den Umbau der Ctaatsover aufwenden könne, so muß er auch 16 000 JC Mehraufwand für die Bergarbeiter tragen können.
Abg. Pinkerneil (D. Vv.- erklärt, daß die Konjunktur sich wieder verschlechtert habe und Sunderttausende von Tonnen Kohlen auf den Halden liegen. Die Atempause des englischen Streikes habe uns die Reserven nicht gegeben, daß wir dem Kommenden mit Ruhe entgegensehen können. Wir können mit keiner Arbeiterschaft arbeiten, die hungert. Dor einem so großen Kampf um den Markt können wir aber nur Lohnerhöhungen gebrauchen, die wirtschaftvolitisch sich rechtfertigen lassen. Mit anderen Forderungen sollte man in einem so ungeeigneten Augenblick nicht kommen.
(Sehr richtig rechts). Derschiebne Städte, wie Köln und Frankfurt erweichen jetzt<S,rüben» selber, obschon sich die Dvppelschachtanlage auf 75 Mill. RM. Kosten stelle. Es werden wieder einmal
«rf Koste« de, Steuerzahler Kommunalbetriebe aufgemacht, die nichts einbringen.
Bei den Verträgen mit Polen ist es unmöglich, über 10 Prozent der Förderung als Konttngent hinauszugehen.
Sandelsminister Dr. Schreiber, der nunmehr das Wort ergriff, machte zunächst allgemeine Ausführungen über die Sage des Bergbaus. Dabei betonte er, das Bestreben einiger Gemeinden Eigenbergbau zu treiben, scheint wegen der damit verbundenen Risiken nicht unbedenklich zu fein. Der Minister wandte sich dann der Frage des Abbaus saarländischer Kohle von Sothringen aus zu. Er erklärte hierzu:
Die Besorgnisse hinsichtlich eines lieber» greifens des französischen Bergbaus von Sothringen aus sind im wesentlichen richtig dargestellt worden. Tatsächlich sind
(Sortierung siehe Seite 2.)
Äembinnlicnen
Ei« Berliner Morgenblatt brachte Dienstag eine Meldung aus London, die von neuen Plänen Lber eine Aufteilung Oesterreichs wisieu will. Während de» letzten Genfer Ratstagung sei der Plan erörtert worden, daß der größere Teil Oesterreichs mit Wien Deutschland überlasten und dafür der Tschechoslowakei «ad Süslawien österreichische Grenzgebiete »«gestanden werde« solle«. Die „Deutsche Allgem. Zeitung" bewerft dazu: Der ganze Gedankengang dieser Meldung trägt schon den Stempel unwahrscheinlichster Kombinattonen. Es bedarf wohl kaum einer besonderen Feststellung, daß man in Deutschland solche Gedankengänge ablehnt und keiner Beachtung für wert hält. Aehnlich äußerl sich ®tie „Germania", di« von einer aus der Lust Begriffenen Erfindung spricht und die Wiedergabe derartiger Meldungen scharf kritisiert.
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Strohmann zur ftonterMtlfrngt
Berlin, 3. Mai. Reichsaußenminister Dr. Stresemann hat dem „B. T." eine längere Erklärung gegeben, in der er sich gegen den Vorwurf wendet, daß er in der Frage des Konkordats eine zweideutige Haltung eingenommen habe, indem er sich einmal dafür und das andere Mal dagegen ausgesprochen habe. Er schließt die Erklärung mit den Worten: „Ich weih, dah es wette Kreise gibt, die prinzipiell jede Vereinbarung mit der Kurie ablehnen wollen, zu diesen Kreisen gehöre ich nicht."
AbgMnlt WtoctfungSanltäge
Berlin, 3. Mai. Im Rechtsausschuß des Reichstages wurde der Gesetzentwurf über die Verzinsung aufgewerteter Hypotheken und ihre Umwandlung in Grundschulden beraten. Die vom Abg. Dr. Best gestellten Abänderungs- anträge, die die Grundzüge der Aufwertungsgesetzgebung teilweise ändern wollen, wurden nach eingehender Beratung und Aussprache mit den Sttmmen der Regierungsparteien abgelehnt, weil ihre Annahme nach Ansicht der Mehrheit des Ausschusses technisch un durchführbar ist, nachdem der größte Teil der einschlägigen AufwertungsfÄle bereits erledigt ist. Mehr ist nicht möglich, als durch zusätzliche neue Bestimmungen unvorhergesehene Härten des geltenden Aufwer- tungsrechtes zu mttdern, mißbräuchlicher Ausnutzung der Gesetzesvorschristen entgegenzutreten, sowie allgemein zur Der- Ärrfachung und Beschleunigung der Abwicklung der Aufwertung beizutragen.
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Mchsrogienrng und Mino Ohjnroia-urteil
Berlin, 3. Mai. Das ReichSminrste- rium das Innern gibt bekannt, daß hie Reichsregierung zu der Frage, welche Konsequenzen aus dem WikingDlhmpia-Urteil in Leipzig zu ziehen seien, bisher noch nicht habe Stellung nehmen können, da sie bis jetzt von den Angelegenheiten nur aus der Presse Kenntnis bekommen und noch keinen Bericht ihres Kommissars bei den Verhandlungen erhalten habe.
Zu der Sachlage wird erklärt, daß die Verhandlungen in Leipzig im wesentlichen auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik geführt worden seien, da das Verbot der Verbände in Preußen hauptsächlich wegen ihrer republikanischen Richtung erfolgt sei. Weiterhin sei das Verbot der Verbände auch auf Grund des! Gesetzes über das Verbot militärischer Verbände vom 22. März 1921 ergangen, nachdem ein Verbot mit Zustimmung der Reichsregierung erfolgen könne, die zu der Auflösung der Verbände erteilt worden sei. Ein Rechtsmittel gegen dieses Verbot gäbe es nicht. .
Frankreich stiehlt Kohlen an der Saar
Man trutitber SteiMtenWze een Wringen aus