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Der Anzeigenpreis beträgt für den 10 gespalt. Zellenmillimeter 0.08 GM., kleine Baranzeige« 0.06 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz­dorschrift 50°/e Aufschlag. Sammelanzeigen 100 °/0 Aich schlag. Reklamen der Millim. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

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Beschränkung Beschränkung serven.

MiNwech, toi 27. Avtil 1927

VW ^vberdefstsche Zeitung" et* tretet sechsmal wöchentlich. Be- ,ngspreiS monatlich 2 GM. aus- Eßl. Zustellungsgebühr, durch ht,Post2^S SM.Für etwa infolge Streik«. Maschinendefekte oder «lemenlarer Ereignisse ausfallend« Atamneai wird kein Ersatz g«. leistet. Verlag d. Dr. §. Kttzervth, Kuuk der Unid.-Buchdrmkeret b. Aeh, Sog. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 64. «. Rr. 65. Postscheckkonto: Amt Frankfurt

®. Rr. 6016. Sprechzeit Xt Redaktion von 1011 und

1,11 Uhr.

Genf, 26. April. Die 3. Tagung der vor­bereitenden Abrüstungskommission ist heut« abend abgeschlossen worden, nachdem der Bericht an den Bölkerbundsrat über die erste Lesung des Konventkonsentwurfs an­genommen worden war. In seiner Schlub- ansvrache wies der Präsident Loudon auf die groben Schwierigkeit«» hin, vor denen die Abriistungskommisfion zu Beginn ihrer Ver­handlungen gestanden habe. Die Verhand­lungen hätte« ergeben, daß die Herstellung eines einheitlichen Konventionsentwurfes noch nicht möglich sei. Die zweite Lesung, in der ein einheitlicher Tert für die Konvention aus- grarbeitet werden müsse, werde trotz aller Schwierigleiten noch in diesem Jahre stattfinden. Die Weltwirtschaftskonferenz, so­wie die Konferenz der drei Seemächte würden für die weiteren Abrüstungsverhandlungen vo» größter Bedeutung sein. Es sei nunmehr an den Regierungen und der öffcntichen Meinung, das Abrüstungsproblem weiterzu- sühren. Loudon drückte zum Schluß dem ame­rikanischen Vertreter besonderen Dank aus und teilte mit, daß er als Datum für den Be­ginn der 2. L e s u n g des Konventionsent­wurfs de« L November in Aussicht nehme. Nachdem der amerikanische, der englische, der französische und der italienische Delegierte dem Präsidenten und dem Büro der Kommission den Dank für ihre Arbeit ausgesprochen hat­ten, wurde Sitzung geschlossen.

Erst btzM keine Mulden'

Größte Zurückhaltung Englands im albanischen Konflikt.

ff. Paris, 27. April. Nach eine, Mel» düng des »Echo de Paris" hatte Chamberlain gestern Unterredungen mit dem italienischen und fran­zösischen Botschafter. Zm Zusam­menhang damit stellt das Blatt fest, daß die englische Regierung gegenüber dem italienisch-jugoslawischen Konflikt immer mehr einer Politik der voll st e« Neu» trollt«! zuneige. England habe für den Augenblick keine Gründe, Jugoslawien zu begünstigen, weil es seine Kriegsschul­den noch nicht geregelt habe. Der junge jugoslawische Staat werde vo« dem Londoner Geldmarkt boykottiert und der Dinar an der Börse werde nicht einmal notiert. Auf diese Weise e klärt sich die große Zurückhaltung Englands im italienischen-jugoslawischen Konflikt.

MW der AbMuuMousmm

Sie dmischen Forderungen für die Wsiuagkdeschrünkung

.Erkenntnisse" Lsulbeurd

Herr Loucheur, einer der bekanntesten Wirt- schaftsführer Frankreichs, ist nun wieder nach einer längeren Studienreise durch Deutschland in seine Heimatstadt Paris zurückgekehrt. Sehr offenherzig gibt er der Öffentlichkeit Frank­reichs einiges von dem zum Besten, was er als seine »Erkenntnisse deutschen Wesens und deutscher Wirtfchaftsentwicklung" bezeichnet.

Das Erstaunlichste in diesen Offenbarungen des Herrn Loucheur ist die Behauptung, das; nach seinen Feststellungen im Innern Deutsch­lands das deutsche Bolk sich über die Entwick­lung der Saarfroge und über die Behandlung, die Frankreich ihr angedeihen lasse, .beruhigt" habe. Leider vergißt Herr Loucheur mitzu­teilen, welche Quellen ihn zu dieser Feststellung führten. Unseres Wissens gibt es in Deutsch­land keine Partei von der äußersten Rechten bis zur radikalsten Linken, die irgend etwas in den letzten Jahren geäußert hat, das wie eine.Beruhigung" über die jetzige Gestaltung des Saarproblems klingt. Hier dürfte also die Feststellung des Herrn Loucheur mehr einem eigenen Wunsche entsprechen, als der Wahrheit der Quellen, an denen seine Er-

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Woltem Rückgang der Erwerbslosigkeit

Berlin, 26. Avril. Der erfreuliche Rück­gang in der Zahl der unterstützten Erwerbs­losen, der für den 1. Avrl festgestellt werden konnte, hat sich auch weiterhin fortgesetzt. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen (Hauvtunter- tützungsempfänger in der Erwerbslosenfür- oroe und in der Krisenfürsorg«) betrug am 15. Avril 1927 rund 1221 000 gegenüber 1669 000 am 15. März 1927. Das ist ein Rück» gang um rund 438 000 gleich 26 Prozent.

Feststellung .

Deutschlands seinen Pariser Freunden mit­teilt, dürste wenig den realen Tatsachen ent­sprechen: insbesondere seine Behauptung, daß sich die deutsche Ausfuhr, dank der ameri­kanischen Kredite, die über vier Milliarden Goldmark hinausgingen, wesentlich gehoben habe. Aus seinen ganzen Mitteilungen geht sehr durchsichtig die Tendenz hervor, die deut­sche Wirtschaftslage möglichst günstig hinzu­stellen. Eine Firigkeit aus Kosten der Aichtig-

^4werin, 26. April. Auf mecklen- Mchem Gebiet ist ein neues dauerndes des Elbhochwasters zu verzeichnen, k Wasserstand ist heute morgen bei- 1 auf 4,5 Meter angesticgen. Dieses !e .«teigen hat unermeßlichen Schaden »richtet und die Eommerde»che in der Gesch. ;eti) von Dömitz und Boizenburg in !te Gefahr gebracht. Das Dorf Goth-

Erklärungen Gras BernsivrssS

Genf, 26. April. Graf Bern- storff empfing die internationale Presse, um sich vor dec Abreise von ihr zu ver­abschieden. Er erklärte dabei u. a.r Auf der einen Seite erkenne ich den Wer: der ersten Lesung an, da sie die Auffas­sungen der verschiedenen Regierungen über die Abrüstungsfrage klargelegt hat. An-

§as Reichsbanner lehnt die Ehrung Hindenburgs ab

Oldenburg, 26. April. Der Vor­stand des Oldenburger Reichsbanners' Schwarz-Rot-Gold, der schon mit dem Stahlhelm" die Veranstaltung eines ge­meinsamen Fackelzuges aus Anlaß des Be­suches Hindenburgs in Oldenburg beschlos­sen hatte, ist nunmehr zu der Auffassung gekommen, daß die Art und der Umfang der Begrüßung sowie die dadurch entstehen­den Kosten ein Ausmaß erfahren würden, die mit der Notlage weitester Bevölke­rungskreise nicht in Einklang zu bringen seien. Aus diesen Erwägungen heraus wurde in einer Versammlung der Beschluß des Vorstandes aufgehoben. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Beteiligung an den Empfangs - Feierlichkeiten oB$u» lehnen.

Wofür Geld genug da ist.

Ei» Notar z» Zuchthaus verurteilt.

,sk. Berlin, 27. April. Aus Köln wird gemeldet: Das erweiterte Schöffen­gericht verurteilte den Notar Roth wegen fortgesetzter Amtsuntecschlagung, Untreue und Urkundenfälschung zu einer Gesamt­strafe von 2 Jahren 6 Monaten Zucht­haus,

KriwilüM für Antochina

st. Parks, 27. April. Der Kriegs- ginijter fordert in einem Aufruf Solda- t,, und Unteroffiziere der Reserve, die eenifler als 33 Jahre alt find, auf, sich str den Dienst bei den Kolonial, truppen in Jndochina freiwillig zu melden.

Wie aus Casablanca gemeldet nird, verlassen die ersten Abteilungen Rolionialtruppen. die die Regierung zur strstärkung des Grenzschutzes für Jndo- ina bestimmt hat, anfangs Mai Marokko, hre Einschiffung wird in Marseille er- chten.

Vernichtung zweier Transportschiffe auf dem Pangtse.

sk. S ch a n g h a i, 27. April. Auf dem angtje sind gestern zwei Trans- nrtschifse Tschangtsolins mit 800 Soldaten von kantonesischen Kanonenbooten in Grund gebohrt «den.

ilMAtvtmntung

des MWippi it Memphis, 27. April. Die Flutwelle i Mississippi wird in ein oder zwei Tagen

Orleans bedrohen. Der Gouverneur von isina bat um Erlaubnis, die Dämme rrhalb von New Orleans mit Dynamit zu men. Hierdurch würden viele Quadrat- nieu Ackerland überschwemmt werden. Die tattümer würden aber entschädigt werden, «bleute patrouillieren bereits, mit Ge­ilen bewaffnet die Dämme ab, um etwaige «rugmannschaften fernzuhalteu.

500 Tote am Mississippi.

ikewyork, 26. April. Nach den letz- l Meldungen aus dem Ueberschwem- Pksgebiet des Mississippi ist die Zahl t Todesopfer auf 500 gestiegen, die der Kachlosen auf 260 000. Der Schaden be­llst sich bisher auf 1 Milliarde Dollar, won tue Hälfte auf die Baumwoll- und «nfelber entfällt. 7 Millionen Acres Vd, d. h. 9500 Quadratmeiten, stehen ta Wasser und weitere 25 Millionen kes sind in Gefahr überflutet zu wer- L Heute wurden sechs weitere Städte, runter Arkansas-City, unter Wasser ge- t

teil.

Deportierung zweier Deutschen.

fk. P a r i s. 27. April. Nach einer Meldung desPetit Parifien" aus Fez sind die beiden deutschen Fremdenlegionäre Dehme und Korberstein, die wegen Fahnenflucht und Aufreizung zum Ungehorsam vom Kriegs­gericht zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt wordeu waren, nach Algier gebracht worden, um in den nächsten Tagen in die Strafkolonie abzugehen.

-' in Boizenburg, das auf einem |U leigt ist völlig vom Hochwasser ein- iiick llosien und gleicht einer Insel. Die

lutl ^nierdeiche in Wei Gegend von Boizen- 0 sind größtenteils überflutet. Ein ^artiger Wind treibt gegenwärtig die f>'i080 ^Mafien über die Ufer. Zn der mtn« " &er Ortschaft Bandekow brach in der velse- ?5"0enen Nacht der Sommerdeich. Es uNrie sofort alle Sipomannschaften, die z'ner Stärke von 130 Mann in das 15Wte Gebiet entsandt worden waren, brrnü ®5 Solang, mit Sandsäcken die d iü82 ^orochene Stelle vorläufig wieder zu , sodaß die Gefahr hier überwunden

,* 2*n scheint. Heute vorm. erfolgte in der-

**« Gegend ein neuer Dammbruch, und »" [ Dar auch hier bemüht, die Durchbruch- ifen- , mit Hilfe der Sipomannschaften 8, ist. ^^andsäcke abzudichten, was nach har» arbeit gelang. Die Sommerdeiche der

dererseits haben die Regierungen durch ihre Instruktionen an ihre Delegierten

sehr wenig Eifer für die eigenttiche Abrüstung gezeigt.

Die dem Ausschuß unterbreiteten Vor­schläge ließen keinerlei oder nur eine sehr schwache Veränderung in den Rüstungen der verschiedenen Mächte möglich erscheinen. Es ist also klar, daß das gegenwär­tige Ergebnis unserer Arbeit die öffentliche Meinung enttäuschen muß, die von uns eine wirkliche Abrüstung er­wartet. Diese Abrüstung ist der eigent­liche Zweck des Völkerbundes, der sein Ansehen einbüßen wird, wenn er in dieser Ausgabe keinen Erfolg hat. Die Welt er­wartet die Sicherheit durch die Abrüstung. Ter Versuch der Abrüstung ist bis jetzt gescheitert. Was bleibt also zu tun? Es ist nötig, daß die Völkerbunds- Versammlung und die öffentliche Meinung der Welt die Regierungen beeinflußt, da­mit wir zu einem Resultat in der zweiten Lesung gelangen können.

Gras Bernstorfs kennzeichnete auf ver­schiedene Anfragen die Auffassung Deutsch­lands von einer wirklichen Rüstungsbe­schränkung durch folgende

* 3. Beschränkung deS im Dienst befindlichen Materials und

4. deS im Depot befindlichen Reserve­materials.

Auf Grund des Artikels 8 des Völkerbnnd- pakreS hat, so betonte Graf Bernstorfs wei­ter, Deutschland ein Recht nicht nur auf Begrenzung, sondern auf allge­meine Herabsetzung der Rüstun­gen. Er gab ferner der Hoffnung Aus- druck, daß Rußland an den weiteren Abrüstungsarbeiten teilnehmen wird. Aus die Frage, ob nach seiner Auffassung eine zweite Einladung an Rußland notwendig sei, antwortete Graf Bernstorfs, wenn das die ganze Schwierigkeit fei, so hoffe er, daß eine zweite Einladung an Rußland er­gehen werde.

Sude, eines Nebenflusses der Elbe, werden ständig von der Bevölkerung erhöht, um ein. Ueberfluten zu verhüten. Da die größte Gefahr zur Zeit noch nicht über­wunden zu sein schein, sind am Nachmittag weitere 65 Sicherheitspolizisten a s Schwerin nach den gefährdete» Punkten abgegangen. Wie heute nachmittag um 2 Uhr aus Bandekow von der Leitung der Polizei gemeldet wird, können noch zwei Dammbrüche erwartet werden. Auch in der Gegend von Dom nutz bei Dömitz ist der Sommerdeich überflutet. Das Gebiet zwischen Langendorf und Dannenberg gleicht einem riesigen Meer, aus dem nur einige Baumspitzen herausragen. Auf den Feldern ist alles zerstört, lleberall im mecklenburgischen Hochwasietgebiet rechnet man bei dem herrschenden Sturm und Re­gen mit einem weiteren Ansteigen des Masters und mit einer ähnlichen Katastro­phe wie im Sommer des vorigen Jahres, wo der Höchststand des Masters 4,62 Meter betrug.

ft. Berlin, 27. April. Im mecklenburgi­schen Ueberschwemmungsgebiet ist die Lage so bedrohlich geworden, daß die Mannschaften der Sicherheitspolizei dem Druck des Hochwassers nicht mehr trotzen konnten und zurückgezogen werden mußten. Es ist eine völlige Zerstörung der Sommerdeiche zu befürchten.

60 000 Stück Lieh gefährdet.

H a l l e, 26. April. Nach den Schätzun­gen des Provinzial-Landbundes stehen in der Provinz Sachsen rund 150 000 Morgen Wiesen und 150 000 Morgen Ackerland, zusammen 300 000 Morgen, unter Master. Annähernd 60 000 Stück Vieh sind auf das schwerste gefährdet.

, . Berlin, 27. April. Wie dieVos- ftsche Zeitung" erfährt, hat der Gauvor­stand Berlin-Brandenburg des Reichsban- ners Schwarz-Rot-Gold für den 7. und 8». Mai besondere Maßnahmen getroffen. Die Berliner Ortsvereine des Reichsban­ners stehen vom 8. Mai, 9 llhr vormittags, brs zum 9. Mai, 5 llhr morgens, in Alarmbereitschaft.