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StenSlag, toi 26. Avril 1927

m ^vderhesssfibe Sdhmg* et- tvtaf sechsmal wöchentlich. Be- E^preiS monatlich 2 GM. aus« JXjjL ZuslellungSgebühr. durch GW.Für etwa infolge Streiks, Waschinendefekte oder flfatntat« Ereignisse ausfallende geatmete wird kein Ersatz ge- toßet- Verlag v. Dr. § Hitzervth, Druck der Unid.-Duchdruckerei v. q,h- Aug. »och, Markt 21/23. gttnfrtecfcet: Nr. 64. u. Rr. 55. «sstscheckkonto: Amt Frankfurt ®. St. 6015. Sprechzeit tot Redaktion von 10-11 und M1 Uhr.

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ierstärkte Ausrüstung der britischen Zn-

fanterie mit Maschinengewehre«.

ft London. 26. April.Mornjng- teft" zufolge hat das Kriegsamt beschlos- S| von jetzt ab jedem Znfanterre-Batail- ® eine weitere Sektion von vier Maschi- engervehren zuzuteilen, sodaß jedes e t a i l l o n in Zukunft 12 Maschi - eitgewehre haben wird.

Las Berteidigunqswesen der Sowjet­union.

st. Moskau, 26. April. Der Kriegs- I Marinekommissar Woroschilow Arte auf dem Rätekongreß in einem nicht über das Berteidigungswese« der Wsci-Unjon, daß die verstäckicn Rüstun- U der Mächte die Sowjet-Union zu, be­cheren Wachsamkeit zwängen. Woro- ilo» hob den ausdrücklichen feindlichen graftet der Politik der Sowjet-Regie- 18 hervor und dementierte entschieden

Meldung über e.ne angebliche Kon- ltriernnq der Sowjet-Truppen in der « n d s ch u r e i. sowie die Erklärung t englischen Kriegsministers im Parla- tet, daß die Sowjet-Union sich angeblich einem chemischen Kriege aktiv tet Der zahlenmässige Bestand der Ro-

Armee halte sich auf dem Niveau hrrer Jahre. Ruf dem Gebrauch der Nischen Rüstungen und der chemischen rteidigung bleibt die Sewjei-Unioa ter den westeuropäischen Staaten zu-

ki der Aussprache lenlten mehrere wer die Aufmerksamkeit der Regierung die Notwendigkeit, die materiellen fiel der Landesverteidigung zu ver- cken, sowie die technischen Grundlagen verbessern, die denen der anderen ichte erheblich nachständen.

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ae Anwürfe desEcho de Paris" gegen General Haye.

k. P a r i s, 28. April. DasEcho de ris" kommt heute erneut auf den Emp- 8 des französischen und englischen ütär-Attaches in Berlin du ch General tzr zu sprechen and meint, General »e habe durch die Art und Weise, wie die alliierten Militär-Attaches emp- *Stn habe, nur zu verstehen geben 8cn, dass der Versailler Vertrag, der i Deutschen die Entsendung von Mili- k-Attach's in die alliierte« Hauptstädte Mietet, abgeändert werden müsse.

Strcsemann die allüerten Mi'itär- iach^s im Gegensatz zu General Haye in t liebenswürdigsten Weise begrü'gt habe, beweise das das deut'ckie Doppelipiel. sseral Haue, der nach Abzug der inter- Uerten Militärkontrolle ungehindert an k Biedererichtuna der deutschen Miti- ^afte arbeiten könne, verwende Sttc- ">nn, um den Schein nach außen hin zu chren und um seine eigentlichen Absich- 6 w verbergen.

^ch der amtlichen deutkchen Meldung Ek den Empfang der Militär-Attaches General Haye eriib iat es ficki auf ' »tuen Verdächtigungen desEcho de einzugehen.

Stlgrah In brr Sfst-M ^lgrad scheint allmählich aus der Hul- '? der Defensive, die es bisher den Dro- ^Zen Mussolinis gegenüber einnahm, in

Stellung der Initiative und Offen- ^^u^erzugehen. Man hört, daß die R"" 'che Regierung mit Angora Ber­gen eröffnet hat, dis auf das Ziel Auslaufen, eine südslavisch - türkische ^tte und eine Militärkonvention der

Länder als Gegengewicht zur Po-

Roms herbeizuführen. Diese Rach- Mtat nicht nur in Italien die unange- »«men Empfindungen ausgelöst, auch die-

Keine Gmisuns in Genf

Richt einmal ein gemeiniomer SonhenWenlwmf über dir RüllungMschrünknng

Genf, 25. April. Die vorbereitende Ab­rüstungskommission behandelte heute nach­mittag das

Verbot des Gaskrieges,

den letzten Punkt der Tagesordnung. Es lag folgender .von Belgien, Polen, Rumänien, der Tschechoslowakei und Jugoslawien unter­zeichneter Antrag vor:

Die vertragsschließenden Staaten unter­sagen jede Verwendung von Gif­ten, betäubenden und ähnlichen Gasen, oder Flüssigkeiten und jeglicher bakteriologischer Mittel int Kriege. Sie verpflichten sich weiter, weder eine Ein­fuhr, noch eine Ausfuhr, noch eine Herstellung von chemischen und bakteriologischen Mitteln, die im Kriege verwendbar sind, in ihren Ge­bieten zuzulassen."

Zu dem Antrag gab der deutsche Delegierte.

Gras Bernstorss

eine längere Erklärung ab. Er wies darauf hin, dah er bereits im Mai vorigen Jahres in der vorbereitenden Abrüstungskontmission die völlige Aufhebung des chemischen Krieges gefordert habe. Damals sei in der Kommission darauf hingewiesen wor­den, dah dies unmöglich sei, da in einem zukünftigen Kriege jedem Staat alle Mittel, über die er verfüge, zu seiner Verteidigung überlassen werden müßten. Auf der privaten Waffenhandels-Konferenz habe.

Deutschland sich bereit erklärt, ohne Vor­behalt jede internationale Regelung anzu­nehmen, die eine Beseitigung der chemischen Waffen zum Ziele habe. Diese Erklärung erneuere er heute.

Der vorliegende Antrag erscheine ihm nicht voll ausreichend. Es mühte vor allem betont werden, daß die chemischen Rüstungen der Friedenszeit die erste Voraussetzung bei chemischen Krieges seien. Es sei daher nicht ausreichend, die Verwendung von Gasmitteln im Kriege zu verbieten. Die Verwendung chemischer Mittel im Kriege hänge in erster Linie von den Vorbereitungen in Friedens­zeiten ab. Wenn man auf alle Vorbereitungen des Gaskrieges im Frieden verzichte, könne tatsächlich eine Vermeidung der Verwendung chemischer Mittel im Kriege erreicht werden. Der Umfang der chemischen Industrie eines Landes sei hierbei keineswegs entscheidend. Die Verwendung chemischer Mittel im Kriege hänge wesentlich von der Ausbildung des Personals, sowie der Vor­bereitung der technischen Mittel für den chemischen Krieg ab. Dies seien die Voraussetzungen für die Verwendung von Gasen oder bakteriologischen giftigen Mitteln im Kriege. Graf Dernstorff bean­tragte daher

eine Abänderung des vorliegenden An­trages in der Richtung, dah nicht nur die Verwendung von Gasmitteln im Kriege, sondern auch jede Vorbereitung in Frie­densreiten in der Konvention verboten sein soll.

In der Diskussion schlossen sich sämtliche Delegierte dem vorliegenden Antrag, sowie

dem deutschen Zusatzantrag an. Der ame­rikanische Delegierte machte hierbei den Vorbehalt der endgültigen Stellungnahme der amerikanischen Delegation in der zwei­ten Lesung geltend. Der Antrag, sowie der deutsche Zusatzantrag wurden sodann einstimmig angenommen.

Die vorbereitende Abrüstungskommission behandelte im weiteren Verlauf der Sitzung den vom Büro vorgelegten

Bericht übkr die erste Lesung des

Kouventionöentwursrs,

der im wesentlichen eine Gegenüber­stellung der englischen und französi­schen Auffassung, sowie die von den ver­schiedenen Delegationen geltend gemachten Vorbehalte und Zusatzanträge enthält. An einer kurzen Einleitung wird darauf hin- gewiesen, daß es

der Abrnstnngskommissio« nicht ge­lungen sei, einen einheitlichen Text für den Entwurf herzustellen.

Es wird weiter betont, daß die Zustim­mung zu der ersten Lesung die einzelnen Delegationen in keiner Weise binde und ihnen für die zweite Lesung völlig freie Hand lasse. Der schwedische De­legierte beantragte hierbei, daß in dem Text ausdrücklich festgelegt wird, daß jeder Delegierte bei der zweiten Lesung öerech- tigt sei, neue- Erklärungen abzugeben, so­wie seine bisherige Auffassung zurückzu­ziehen. Der polnische Delegierte be­antragte die Beifügung eines Zusatzberich­tes an den Völkerbundsrat, in dem dis eingehende Stellungnahme der Mrüstungs- kommission zum Abrüstungsproblem dar- gelegt werden soll. Er erklärte weiter, daß die Abrüstung ein sehr schwieriges Problem von weitgehender wirtschaftlicher und politischer Folge sei und daß die Welt­wirtschaftskonferenz in diesem Zusammen­hang« für die internationale Zusammen­arbeit der Staaten von größter Bedeu­tung sein werde. Im Rahmen der Ab- rüstunFsverhandlungen müsse dem Sicher­heitsgedanken tveitgehend Rechnung getragen werden. In der Diskussion wandte sich

Graf Bernstorff

gegen diesen Vorschlag. Er wies darauf hin, daß im Laufe der letzten Jahre für den Sicherheitsgedanken und das Schiedsgerichtsivesen sehr viel, dagegen für den Abrllstungsgedanken sehr wenig ge­tan worden sei, und daß in der öffentlichen Meinung der Glaube herrsche, man werde über die Abrüstung leichter als auf einem anderen Wege die Sicherheitsfrage lösen können. Die Ausführungen des polnischen Vertreters seien daher im Grunde genom­men eine Entschuldigung, und wenn sich der Ausschuß jetzt in seinem Schlußbericht an den Rat wegen der wenigen Ergebni se, die erzielt wurden, noch entschuldigen wollte, so würde man vielleicht den Ein­druck erwecken:Qui s'excuse, faccufe.

Das Büro wurde beauftragt, eine kurze Einleitung über den augenblicklichen Stand der Voraroeiren aus$u arbeiten.

Öffentlichkeit in Bulgarien beginnt, sich mit ihr in sehr bemerkenswerter Weise zu beschäftigen. Die immer noch nicht bei- gelegten Streitigkeiten zwischen Sofia und Angora dürften bekannt sein. Eine An­näherung Südslaviens an die Türkei, wie sie offenbar von Belgrad aus jetzt betrie­ben wird, wird daher auch in Bulgarien als eine ernste Bedrohung des status quo auf dem Balkan bewertet. Cs ist anzu­nehmen, dah Mussolini als geschickter Tak­tiker, der er nun einmal ist, diese Empfin­dungen und Strömungen in Bulgarien für seine anti-südslavische Politik auszunutzen verstehen wird. Da diese Entwicklung die Möglichkeiten eines Ausgleichs der Mei­nungsverschiedenheiten auf dem Balkan er­schwert, so _ besteht kein Anlaß für die große Weltöffentlichkeit, sie irgendwie mit GeiKtgtuung aufzunchmen. Es wäre wirk­lich an der Zeit, daß sich der Bölkerbuno mit der Masse der Streitfragen des Bal-

kanS etwas ernschafter beschäftigen würde. Diese Mächtegruppierungen, die sich da vollziehen, sind wahrlich die schwerste Ge­fährdung des europäischen Friedens, die man sich überhaupt denken kann.

*

ff. Paris, 26. April. Havas meldet aus Belgrad, daß Außenminister Marin- kowitsch am 25. April erneut den fran­zösischen und hierauf den englischen Ge- sandien empfangen habe. In diplomati­schen Kreisen wird erklärt, daß während dieser Unterredung von direkten Verhand­lungen zwischen Rom und Belgrad keine Rede gewesen sei. Die Negierung von Belgrad überlasse die Initiation den Groß- möchten und warte die Antwort ab, die Mussolini auf die letzte Note Chamberlains erteilen werde. In Belgrader politischen Kreisen hoffe man, daß das Eingreifen der Großmächte Italien zur Annahme einer friedlichen Regelung aller strittigen' Fra­gen veranlassen werde.'

Ste Wien In SeitenM

ff. Wien, 26. Avril. Das schätzungsweise Gesamtergebnis der Nationalwahlen dürste sein:

Einheitsliste 85 Mandate

Sozialdemokraten 71 Mandate

Landbund 9 Mandate.

Das Verhältnis der bürgerlichen Mandate zn dem der Sozialdemokraten wäre dann im neuen Nationalrat 94 gegen 71 (97 gegen 68 im alten Nationalrat).

*

Im großen und ganzen haben sich die Hoffnungen, welche die Sozialdemokraten an den Wahlausfall knüpften, nicht erfüllt, obschon der sozialistische Stimmenzuwachs rund 220 000 beträgt. Trotzdem wird im ganzen alles beim Alten bleiben, da Me Sozialdemokratie die Regierungsmajorität, wie sie hoffte, nicht erlangt hat. Sie haben in Wien trotz der gewaltigen Agi­tation, die sie entfalteten, nicht mehr als zwei Mandate gewonnen und in der Pro­vinz wird der Zuwachs ebenfalls ein bis zwei Mandate ergeben. So sind aus dem erbitterten Ringen die Erwählten der bür­gerlichen Einheitsliste, wenn auch gegen­über dem alten Stand etwas geschwächt, als Sieger hervorgegangen. Die bürger­liche Einheitsliste, in deren Namen in Wien die Christlich-Soziale Partei, die Grohdeutsche Volkspartei, die National­sozialisten und die Mittelständische Volks- psrtei gemeinsam defk^Wahlkampf führten, hat von den 45 Wiener Nationalratsman­daten 16 Mandate für die bereinigten bür­gerlichen Parteien gewonnen,29 Sitze er­zielten die Sozialdemokraten. Bisher war Wien im Nationalrat durch 28 Sozial­demokraten ,15 Christlich-Soziale und zwei Großdeutsche vertreten. Wien hat alle derzeitigen Regierungsmitglieder wieder in den Nationalrat entsandt. Auch alle Funk­tionäre der Sozialdemokratischen Partei sind wiedergewählt worden.

Für den Wiener Gemeinderat erhält das Wahlergebnis die bisherige sozial­demokratische Vorherrschaft in Wien auf­recht. Im Wiener Gemeinderat ist die Verteilung der 120 Mandate jetzt folgende: 78 Sozialdemokraten (bisher 77), 42 Ver­treter der Einheitsliste (bisher 41). Das bisherige jüdisch-nationale Mandat haben die Sozialdemokraten erobert. Die Kom­munisten haben in Wien weder zum Natio­nalrat noch zum Gemeinderat ein Mandat erreicht.

In den Bundesländern sind bei den Nationalratswahlen ebenfalls die Christ­lich-Sozialen und die Grohdeutsche Partei mit einer Einheitsliste aufgetreten, der sich dort gleichfalls die Nationalsozialisten an- schlosse». Die Parteigruppierung weicht jedoch von der bei den Wahlen von 1923 ab, sodaß Vergleiche nur bedingt zu ziehen sind.

Echo de Paris" zum Wahlergebnis in Oesterreich.

Der Berliner Porvesoondent desEcho de Paris" schreibt zum Ausgang der öster- reichifchn Wahlen u. a.: Im neuen Parla­ment werde Seidel über eine genügende Mehrheit verfügen, um das Werk des wirt­schaftlichen und finanziellen Aufbaus Oester­reichs fortzusetzen. Die Zeit werde für die Partei Seidels arbeiten. Die sozialdemo­kratische Partei in Wien treibe eine Politik zum Nachteil der Allgemeinheit. Um den Bei­fall der Arbeiter zu gewinnen, hätten sie in den letzten Jahren 30 000 Wohnungen gebaut, die in ihrem Luxus alle anderen Großstädte überträfen. Diese Mehtode werde nur einen vorübergehenden Erfolg haben. Nichts recht- fertige das wüste Geschrei der Sozialdemo­kratie im Reich, da der gesamt Gewinn nur 3 Stimmen betrage.

Rückkehr der Reichsminister.

Berlin, 25. April. (WTB.) Der Reichsjustizminister Dr. v. Keudell und der Reichswirtschaftsminister Dr. Cur- ti u s sind von ihrem Osterurlaub nach Berlin zurückgekehrt. DerReichskanz- ler wird am Donnerstag zurückerwartet.